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Buchbesprechungen: Kooperative Unternehmen

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Contraste e.V.

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Feb 2, 2000, 3:00:00 AM2/2/00
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Aus CONTRASTE Nr. 184:

BUCHBESPRECHUNGEN

Betriebsmodell fuer kooperative Unternehmen

Langjaehrige praktische Erfahrungen mit demokratisch
organisierten Betrieben sind fuer genossenschaftliche
Neugruendungen und Umwandlungen von nicht
zu ueberschaetzenden Wert. Die vorliegende Veroeffentlichung von
Sepp Rottmayer ist eine Fundgrube hierfuer. Sie eignet sich
besonders als Hilfe fuer die gleichberechtigte Organisation
qualifizierter Berufsgruppen.

Burghard Flieger, Red. Genossenschaften - Die Monografie
von Sepp Rottmayer "Selbststaendigkeit in der Partnerschaft"
ist kein Krimi, sondern eine minutioes ausgearbeitete
Handlungshilfe fuer Existenzguenderinnen und -gruender, die sich
fuer eine kooperative Unternehmensstruktur
interessieren. Ihnen stellt Rottmayer seinen ueber
zwanzigjaehrigen Erfahrungsschatz in sehr detaillierter Weise
zur Verfuegung. Manchmal geht er schon fast zu sehr in
Einzelheiten, die er und seine Partner als
"Kooperationstueftler" entwickelt haben. Wer sich davon nicht
abschrecken laesst, hat die Chance viele Fehler zu vermeiden,
die so
manche Gruppe bei ihrem "Hindernislauf zur Selbstverwaltung"
ausbaden musste.

Ausgehend von den Entwicklungen der Ingenieurgruppe Muenchen
e.G. (siehe Beitrag auf Seite 12) wird
das Betriebsmodell dieses Unternehmens in seinen
Veraestelungen fuer eine Uebertragbarkeit auf andere Betriebe
aufbereitet. Ausgehend von den Praemissen der Selbstaendigkeit
und der Partnerschaft zeigt Rottmayer jeden
Schritt auf, den er fuer eine funktionierende
genossenschaftliche Struktur fuer erforderlich haelt. Hierzu
gehoeren
die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes, die
Beruecksichtigung zehn zentraler Gestaltungsgrundsaetze
und die ausfuehrliche Einarbeitung aller Modellvorstellungen
in die Satzung.

Im Rahmen der Satzung will der Autor allerdings zu
viel integrieren und damit an Problemen loesen bzw. vermeiden
helfen. Entsprechend ausfuehrlich werden die Organe und ihre
Entscheidungskompetenzen dargestellt.
Auch die Erlaeuterung der Verteilungsgrundlagen lassen
an Umfang nicht zu wuenschen uebrig. Wird doch auf ueber
100 Seiten alles vom Verteilungsverfahren ueber den
Verteilungsschluessel bis hin zur zugrundegelegten
Leistungsbewertung genau beschrieben. Die Einarbeitung der
entsprechenden Ergebnisse ins Rechnungswesen umfasst
noch einmal 100 Seiten.

Dem Buch liegt die Ueberzeugung zugrunde, (fast)
alles regeln zu koennen und auch zu muessen. Dabei wird
der Satzung als Problemloesung und selbstgeschaffenes
"Gesetzeswerk" ein zu hoher Stellenwert beigemessen.
Hat doch in der Wirklichkeit vieles mit Prozessen, Emotionen,
Entwicklungsverlaeufen zu tun, die sich durch Vertraege nur
begrenzt steuern lassen. Im Gegenteil, oft duerfte
der Prozess der Entwicklung einer solchen Struktur wie
sie Rottmayer darstellt, ein hoeherer Stellenwert zukommen als
dem eigentlichen Ergebnis. Da aendert nichts daran, dass der
Autor das bisher umfassendste und wichtigste Grundlagenwerk
vorgelegt zu dem Problem hat, wie
sich qualifizierte Berufsgruppen in Mitarbeiterunternehmen
bzw. Professionsgenossenschaften organisieren koennen.

Sepp Rottmayer: Selbstaendigkeit in der Partnerschaft.
Betriebsmodell fuer kooperative Unternehmen, (Bayerischer
Raiffeisen- und Volksbanken Verlag) Muenchen 1999, DM 45,00.

_________________________________________________

Die Entwicklung von Betriebsmodellen
strukturieren - ein Methoden-Set


Die Entwicklung von Unternehmensmodellen laesst
sich nur begrenzt durch Wissens- und Erfahrungsvermittlung
anstossen. Vortraege und Veroeffentlichungen, gleichgueltig wie
spannend und fundiert, reichen
nicht aus, die erforderliche Eigeninitiative zu organisieren.
Hier schliesst das Methoden-Set, erschienen
im Oekotopia-Verlag, eine wichtige Luecke.


Burghard Flieger, Red. Genossenschaften - "Methodische
Strukturen erleichtern Aktivitaet und Kreativitaet",
"Methodischer Durchblick foerdert Ehrlichkeit und
Mitverantwortung" und "Methodische Verbindlichkeit fuehrt zu
Ergebnissen und Erfolgen" - vor dem Hintergrund dieser
Erkenntnisse bauen die drei Autoren Reinhold Rabenstein,
René Reichel und Michael Thanhoffer ihr Methoden-Set
auf. Ziel ist es, die lebendige Kommunikation in Gruppen,
Grossgruppen und Institutionen zu unterstuetzen. Erkenntnisse
der Transaktionsanalyse, der Gruppenpaedagogik, der
NLP-Technik und anderes mehr fliessen in die
Gestaltungsvorschlaege mit ein.

Herausgekommen ist eine umfassende Handlungshilfe zur
Organisation von Lern- und Arbeitsprozessen in
Gruppen. Die fuenf Buecher (eher dicke Hefte im A4-Format)
beziehen sich auf die Phasen Anfangen, Themen bearbeiten,
Gruppen erleben, Reflektieren und Konflikte.
Sie sind einfach und ohne grossen technischen Aufwand
aufgebaut. Handgezeichnete Grafiken, Karikaturen, Vorlagen
und Uebersichten nehmen die Angst vor unkompliziertem Einsatz
der verschiedenen Seminarmethoden.
Checklisten helfen beim systematischen Vorgehen und
Stichwortverzeichnisse erleichtern das schnelle Finden
geeigneter Methoden.

Fuer alles werden konzeptionelle Hilfen kurz und uebersichtlich
vorgestellt, von der gemeinsamen Vorstellung
in der Gruppe ueber Kreativuebungen fuer die Arbeitsphase
bis hin zu abwechslungsreichen Praesentationsformen
von Arbeitsergebnissen in der Gesamtgruppe. Methoden,
die in den verschiedenen Phasen eingesetzt werden koennen,
stellen die Autoren gegebenenfalls mehrfach dar. Insofern ist
jedes Buch fuer die jeweilige Arbeitsphase "vollstaendig". Auch
wenn eine aufwendigere, modernere grafische Bearbeitung zum
professionellen Einsatz der Buecher wuenschenswert waere, kann
das Set fuer die Arbeit in
Gruppen dennoch "auf's Waermste" empfohlen werden.

Reinhold Rabenstein, René Reichel, Michael Thanhoffer: Das
Methoden-Set. 5 Buecher fuer Referenten
und Seminarleiterinnen, 9. Aufl. (Oekotopia-Verlag)
Muenster 1998, DM 159,00

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CONTRASTE ist die einzige ueberregionale Monatszeitung
fuer Selbstorganisation. CONTRASTE dient den Bewegungen als
monatliches Sprachrohr und Diskussionsforum.

Entgegen dem herrschenden Zeitgeist, der sich in allen
Lebensbereichen breitmacht, wird hier regelmaessig aus dem
Land der gelebten Utopien berichtet: ueber Arbeiten ohne
ChefIn fuer ein selbstbestimmtes Leben, alternatives
Wirtschaften gegen Ausbeutung von Menschen und Natur,
Neugruendungen von Projekten, Kultur von "unten" und viele
andere selbstorganisierte und selbstverwaltete
Zusammenhaenge.

Desweiteren gibt es einen Projekte- und Stellenmarkt,
nuetzliche Infos ueber Seminare, Veranstaltungen und
Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

CONTRASTE ist so buntgemischt wie die Bewegungen selbst und
ein Spiegel dieser Vielfalt. Die Auswahl der monatlichen
Berichte, Diskussionen und Dokumentationen erfolgt
undogmatisch und unabhaengig. Die RedakteurInnen sind selbst
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