*Offener Brief der IGF e. V. *
*Wiesbaden/Erbenheim - *
*die am wenigsten belastende Lösung?*
Frankfurt/Main. Die Interessengemeinschaft zur Bekämpfung
des Fluglärms (IGF) e.V. hat sich auf ihrer
Jahreshauptversammlung mit den Forderungen der Kommunalen
Arbeitsgemeinschaft Flughafen Frankfurt am Main (KAG)* an
die Hessische Landespolitik vom 18.2.99 beschäftigt.
Auf großes Unverständnis und einhellige Ablehnung der
Versammlung ist die Forderung der KAG gestoßen, sich für die
zivile Nutzung von Wiesbaden-Erbenheim als die am wenigsten
belastende Lösung für die Region auszusprechen.
Unserer Auffassung nach ist die gesamte Flughafenregion von
Hanau bis Mainz/ Wiesbaden und von Darmstadt bis in den
Norden Frankfurts bereits jetzt mit Fluglärm und
Schadstoffen durch Flugverkehr so hoch belastet, daß dies
einen weiteren Flughafenausbau ausschließt. Wir wenden uns
gegen eine mögliche Nordbahn, eine Spreizung des vorhandenen
Bahnsystems und die Umwandlung des Militärflughafens
Wiesbaden-Erbenheim in einen zivilen Satellitenflughafen für
den Frankfurter Rhein-Main-Flughafen.
Die Überlegungen der KAG, sich jetzt für Wiesbaden-Erbenheim
auszusprechen, erinnern an das berühmte
"Sankt-Florian-Prinzip". Die neue Landesregierung, die FAG
und die Lufthansa werden sich darüber freuen, daß die
bisherige kommunale Ablehnungsfront aufgeweicht ist, und sie
können jetzt eine Region gegen die andere ausspielen. Im
übrigen wird sich die Flughafen Frankfurt Aktiengesellschaft
(FAG) nicht mit einer Variante zufriedengeben, sondern sie
wollen eine Nordbahn und Wiesbaden-Erbenheim.
Ich möchte Sie und die KAG im Auf-trag unserer
Jahreshauptversammlung auffordern, den Vorschlag einer
Nutzung von Wiesbaden-Erbenheim auf ihrer nächsten
Zusammenkunft zurückzunehmen.
Umweltverbände, Bürgerinitiativen, die Städte und Gemeinden
in der Flughafenregion und die KAG sollten sich gemeinsam
für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, ein neues
Fluglärmschutzgesetz, Kerosinbesteuerung, eine Umweltabgabe
auf den Flugverkehr, die Vorlage einer
Gesamtbelastungsstudie und ein integriertes Verkehrskonzept
einsetzen.
Offener Brief der IGF vom 16.3.99,
Dirk Treber, Tel. 06105/21781
*Die KAG ist ein freiwilliger Zusammenschluß von 37
Gemeinden aus dem Rhein-Main-Gebiet zur Interessenwahrung
gegen³ber der Flughafen AG