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A-20-Protest

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Joerg Bergstedt

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Mar 30, 1999, 3:00:00 AM3/30/99
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Die A20 - das Desaster der Umweltbewegung
Neuer Widerstand ist gefragt!
Nun ist der Widerstand gegen die A20 bereits mehr als 10 Jahre alt und die
alten Strategen haben sich fast ganz auf den bisher erfolglosen Klageweg
zurückgezogen. Spektakuläre Aktionen geschweige denn massenhaften Widerstand
kann die A20 schon lange nicht mehr hervorrufen. Viele Menschen halten die A20
als wirtschaftlich notwendig und als sozialen Dienst für die Menschen im Osten.
Das menschliche Leid der an der Strecke zerstörten Dörfer, Häuser und
landwirtschaftlichen Flächen, bleibt dabei unberücksichtigt. Auch viele
A20-GegenerInnen glauben nicht mehr an Möglichkeiten, dieses gigantische
Bauwerk aufzuhalten, so haben sich die Grünen und der BUND im Osten auch vom
Widerstand verabschiedet. Ein grüner Umweltminister unterschreibt derweil ein
Regierungsprogramm, was die Fortführung der A20 durch Schleswig-Holstein mit
weiterer Elbquerung festschreibt. Die Umweltbewegung konnte bisher außer
Ausgleichsflächen nichts erreichen - die A20 wird kommen, wenn sich nicht neuer
Widerstand formiert!

Wirklich alles gelaufen?
In den Medien wird immer wieder suggeriert, das eh alles gelaufen ist und auch
die PolitikerInnen lassen wenig Hoffnung, daß noch eine Wende in der
Verkehrspolitik abzeichnet. Alle betonen immer wieder gerade dieses Projekt als
prioritär zu behandeln.
Doch in Wirklichkeit sind noch keine 50 km fertiggestellt, einige Teilstücke
immer noch nicht rechtlich genehmigt, zahlreiche Klagen sind anhängig und es
mehren sich immer mehr Bedenken gegen die A20:
- An diversen Stellen kommt die geplante A20-Trasse mit dem EU-Naturschutzrecht
in Konflikt.
- Der Bundesrechnungshof bezweifelt die Verkehrsprognosen für die A20 vor allem
im Osten und kommt zu Zahlen, die eine Autobahn überflüssig machen. Wer schon
mal in Ost Mecklenburg unterwegs war, weiß auch, daß dort eigentlich sowieso
alle Straßen nur wenig belastet sind.
- Auch für die Demokratie ansich gibt die A20 ein schlechtes Bild ab. Denn
trotz Umweltverträglichkeitsprüfung werden weiterhin viele schützenswegte
Lebensräume zerstört. Trotz Anhörungsverfahren gab es keine Änderung der durch
die Verwaltung ausgearbeiteten Trasse. Obwohl das Oberverwaltungsgericht den
klagenden Umweltverbänden eigentlich recht gibt, kann weiter gebaut werden, das
führt das Klagerecht der Umweltverbände adabsordum. Bei Streckeneinweihungen
wurden GegenrInnen mit massiver Polizeigewalt ferngehalten, während bezahlte
Pro-DemonstrantInnen an vorderster Front dabeisein konnten. Soviel zur freien
Meinungsäußerung....
Für die Umfahrung von Hamburg sind die UVP´s zwar abgeschlossen, aber die
Planfeststellungsverfahren wurden bisher nur teilweise begonnen. Die Argumente,
die für den Osten galten gelten hier nicht, was die PolitikerInnen aber nicht
daran hindert auch hier weiterzuplanen. Derweil gründen sich entlang der
Strecke immer neue Bürgerinitiativen.

A20 - ein europäisches Problem
Die A20 ist als Teil eines "Trans-Europäischen" Verkehrsnetzes zu sehen, sie
wird von Helsinki bis nach Holland geplant. Nach der Elbquerung wird die
Fortführung durch die ebenfalls umstrittene A26 realisiert. Das Teilstück in
Mecklenburg und Schleswig-Holstein ist das Herzstück dieser "Baltischen
Magistrale". Wenn dies fertiggestellt ist, wird der Rest nur noch am Geld
scheitern können. Widersinniger Weise dürfte aber gerade die EU, die
andererseits vom Naturschutzrecht das Projekt fast gekippt hat, einen Großteil
der Finanzierung übernehmen.
Wir rufen daher dazu auf, eine der letzten Chancen zu nutzen und Widerstand
gegen dieses Gigantismusprojekt der Autolobby zu leisten. In diesem Jahr bieten
sich folgende Moglichkeiten, weitere kreative Aktionen vor Ort können die
Forderung nach einer anderen Verkehrspolitik unterstützen:

A20-Widerstand geht weiter
A20-Aktionscamp
21-24.5.1998 direkt an der Baustelle bei Lübeck
Über Pfingsten findet zwischen Hamberge und Lübeck ein internationales
A20-Widerstandscamp statt. Direkt an der Baustelle, wo wir uns vor Ort von der
Zerstörungswut der Baumaschinen überzeugen können. Es wird Workshops und
Infoveranstaltungen rund um die Trans-Europäischen Verkehrsnetze geben. Direkte
Aktionen und Zeit für Kontakte zu aktiven Menschen aus ganz Deutschland und
Europa sind geplant.
Kosten: ca. 10,- DM (Selbsteinschätzung), Fahrtkostenerstattung eventuell
möglich
Infos, Wegbeschreibung und Anmeldung:
JUP!, Turmstr. 14a, 23843 Bad Oldesloe, Tel: 04531/4512, Fax: 04531/7116,
eMail: jup...@lynet.de
oder
JUP Lübeck, Willy-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck, Tel+Fax: 0451/7070646, eMail:
juplu...@t-online.de

Pfingsten 1999 Mobil ohne Auto - Rügen per Rad
8. Demonstrative Pfingstrügenradtour
22.-24. Mai
Start: Sa 13.00 Uhr Stralsund-Rügendamm
Ende: So ca. 15.00 Uhr Stralsund Hbf
offene, anmeldungsfreie, demonstrative Radtour für eine andere Verkehrspolitik
mit Übernachtung in Turnhallen und Selbstverpflegung
Kosten: 15,- DM
Kontakt: ADFC - Mecklenburg-Vorpommern, Lange Str. 14; 17489 Greifswald Fon 0
38 34/89 74 12; Fax 89 45 23

24. bis 31. Juli 1999 5. Ostseeradtour
"Die A20 macht die Seeluft ranzig"
Mit dem Rad von Lübeck nach Usedom entlang der Ostsee für eine Verkehrspolitik
ohne Autobahnen, sowie Urlaub ohne Stau und Streß Anmeldung erforderliich,
Etappenfahrer erwünscht
Kontakt: ADFC - Mecklenburg-Vorpommern, Lange Str. 14; 17489 Greifswald Fon 0
38 34/89 74 12; Fax 89 45 23

A20-Rundbrief
Hintergründe, aktueller Stand der Planungen und aktuelle Aktionen und Projekte,
daß soll der Inhalt des A20 Rundbriefes sein. Er kann bestellt werden: JUP!,
Turmstr. 14a, 23843 Bad Oldesloe, Tel: 04531/4512, Fax: 04531/7116, eMail:
jup...@lynet.de

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Unter dieser eMail agieren:
- Ö-Punkte-Redaktion
- Institut für Ökologie, Beratungsstelle für BIs und Umweltgruppen
und Fachbereich "Wirtschaft und Politik"
- Kollektiv der Projektwerkstatt in Saasen
- Jörg Bergstedt privat

Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen, 06401/90328-3, Fax -5
(Die Projektwerkstatts-WG besteht nicht mehr, Kontakt: 0171/8348430)


ACHTUNG! AKTUELL!
Neuerscheinungen:
- CD "Agenda, Expo, Sponsoring" mit 1500 Dokumenten zu Filz und
Anbiederung im
Umweltschutz. Für Windows, Apple, Linux und OS/2. 49,80 DM.
- Buch "Perspektiven radikaler, emanzipatorischer Umweltschutzarbeit":
39,80 DM (erscheint April 1999). Themen: Umweltschutz von unten,
Umweltbildung usw.

Noch immer lieferbar:
- Buch "Agenda, Expo, Sponsoring" zu Filz und Anbiederung. 39,80 DM.

Alles erschienen im IKO-Verlag. Zu bestellen auch bei obiger Adresse.

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