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FI 12/99 Flughafen Jobmaschine?

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Frankfurt_Info

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
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## Nachricht vom 23.06.99 weitergeleitet
## Ursprung : /FRANKFURTER_INFO/ALLGEMEIN
## Ersteller: LF...@LINK-F.Rhein-Main.de

*Flughafen - Jobmaschine? *

Frankfurt/Main. Die Befürworter einer neuen Landebahn arbeiten gerne mit dem
Dreisatz, um die Beschäftigungseffekte einer neuen Landebahn
hoch zu rechnen.

Nach den alten Faustformeln aus den 50er und 60er Jahren
bringt angeblich jeder zusätzliche Slot 750 Arbeitsplätze am
Flughafen und noch einmal das 2,1 fache im Umkreis. So
kommen hanebüchene Zahlen zustande ("Nordbahn schafft 93.000
Jobs").

Tatsächlich unterliegt kaum eine andere Branche einem
stärkeren globalen Wettbewerbsdruck wie der Luftverkehr. Das
Wachstum des Luftverkehrs hat in den 90er Jahren kaum noch
neue Arbeit geschaffen; Verkehrsleistung und Beschäftigung
haben sich immer weiter entkoppelt.

Seit Beginn der 90er Jahre ist der Luftverkehr mit seinen
enormen Produktivitätsfortschritten ein Paradebeispiel für
das Phänomen des "jobless growth". Wer neue Arbeitsplätze
schaffen will, sollte andere Job-Motoren in Gang setzen -
z.B. in der Telekommunikation oder in Branchen, die nicht in
globaler Konkurrenz stehen.

1990 waren am Flughafen bei 324.000 Flugbewegungen 53.000
Menschen tätig, 1997 bei 392.000 Flugbewegungen 57.500
Menschen. In den 90er Jahren schuf jede zusätzliche
Flugbewegung rechnerisch nur noch 0,066 neue Arbeitsplätze
am Flughafen. 1991 kamen am Frankfurter Flughafen auf eine
Million Passagiere fast 2.000 Arbeitsplätze; 1997 nur noch
1.378 Arbeitsplätze (Quelle: Initiative "Pro Luftfahrt").
Wieviel werden es im Jahr 2003 sein, wenn sich die
Entwicklung so fortsetzt?

1992 beschäftigte die FAG bei 30,8 Millionen Passagieren
12.123 Mitarbeiter, 1997 bei 40 Millionen Passagieren 12.554
Mitarbeiter. Die Passagierzahl stieg um 30%, die
Beschäftigung um 4 Prozent.

1997 konnte die Lufthansa durch höhere Produktivität 40.380
zusätzliche Flüge mit nur 251 Neueinstellungen abwickeln.
Auf jeden zusätzlichen Flug kamen rechnerisch sage und
schreibe 0,0062 neue Arbeitsplätze.

Franz Urhahn, aus dem Internet

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