ADFC Ortsgruppe Greifswald
_Pressemitteilung_
14.07.99
Sparen für die Zukunft !
Fahrrad-Club startet am 24. Juli einwöchige Radtour für eine Wende in
der Verkehrspolitik entlang der Ostsee und fordert: "Statt in die
Milliardengrä- ber Transrapid und A20 in nachhaltig in die
Verkehrswende investieren"
Zu der 5. Demonstration von Lübeck nach Usedom unter dem Motto "Die
A20 macht die Seeluft ranzig!" erwartet der ADFC hundert Radfahrer/-
innen, die gemeinsam für eine Veränderung der heutigen Verkehrspolitik
weg vom Auto hin zum Umweltverbund aus ÖPV, zu Fuß gehen und radfahren
in die Pedale treten.
Dazu erklärt der Sprecher des ADFC Greifswald, Heiko Bruns:
"Einerseits erklärt Finanzminister Eichel den Bundesverkehrswegeplan
(BVWP) zu einem Märchenbuch, dessen Wünsche mit 80 Milliarden DM
unterfinanziert sind*. Andererseits kann sich Franz Müntefering trotz
aller Horrorprognosen zur Wirtschaftlichkeit nicht vom Transrapid
trennen. Unbemerkt von der Öffentlich- keit laufen die Planungen
weiter als wäre der Magnetgleiter nicht schon längst auf das
Abstellgleis gefahren.
Es ist unverständlich, daß die rot-grüne Bundesregierung zwar den BVWP
überprüfen, aber den die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit nicht
antasten will. Hier wurde mit der Absage an die ICE-Strecke durch den
Thüringer Wald ein kleiner Schritt in die richtige Richtung getan.
Jetzt müssen unsinnige Straßen- projekte wie die Ostseeautobahn an die
Reihe kommen
Mit den frei werdenden Mittel kann die regionale Infrastruktur und
kleine Betrie- be in Mecklenburg-Vorpommern viel besser unterstützt
werden. Durch gezielte Förderung der Regionalvermarktung und des
sanften Tourismus werden Ar- beitsplätze geschaffen, die der
Anforderung für ein zukunftsfähiges nachhalti- ges Wirtschaften im
kommenden Jahrhundert gerecht werden.
Der Bundesrechnungshof hat bereits 1997 erhebliche Einsparpotentiale
im BVWP aufgezeigt, indem er vorschlug Autobahnen mit nur regionaler
Verbin- dungsfunktion und geringem Verkehr - darunter die A20 auf 111
km zwischen Gützkow und der A11 - mit deutlich verringerter Breite zu
bauen**. Natürlich kann diese Verkehre auch das bestehende Straßennetz
aufnehmen.
Auch wenn der Bau der Autobahn bei Lübeck begonnen hat, wurde bisher
die Frage der Querung der Wakenitzniederung bei Lübeck nicht geklärt.
Das Bun- desverwaltungsgericht bejahte Schutzstatus des Gebietes und
schlug einen horrend teueren Tunnel als Lösung vor. Woher das Geld
kommen soll ist völlig unklar.
Mit der Absage an Transrapid und A20 gibt man Mecklenburg-Vorpommern
ei- ne Perspektive für die Zukunft!"
*SZ 26./27.06.99, ** BT-Drs. 13/8550
**********************************************************************
ADFC Greifswald Fon 0 38 34/ 89 74 12
Lange Str. 14 Fax 0 38 34/ 89 45 23
17489 Greifswald adf...@gryps.comlink.apc.org
- MacZPoint 1.93 -