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kommentar zum hochwasser - uns nr. 16

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Norbert Suchanek

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May 28, 1999, 3:00:00 AM5/28/99
to
Umwelt- und Nord-Sued-Nachrichten (uns)
28. Mai 1999 - Nr. 16
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Kommentar zur bayerischen Hochwasserkatastrophe:

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Wer nicht liest, ertrinkt
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Jahrhundertfluten vor zwei Jahren an der Oder, jetzt
Jahrhundertfluten an Bodensee, Amper, Isar, Inn und Donau.
Die Fernseh-Meteorologen sind vorsichtig und vermeiden es
von "menschengemachtem Hochwasser" zu reden. Die Erforscher
der Globalen Klimaerwaermung hingegen sind weniger
zimperlich. Denn die zunehmenden UEberschwemmungen passen
perfekt in ihre Berechnungen. Seit Jahren gehen die meisten
Alpengletscher deutlich aufgrund der globalen und lokalen
Erwaermung in der Alpenregion zurueck. Vermehrtes
Schmelzwasser - durch Abschmelzen der Gletscher und
winterlicher Schneeberge - plus heftige Regenfaelle muss
zwangslaeufig zu Hochwasser fuehren. Kommen Abholzung oder
Waldsterben, die Verbauung von Fluessen und
Ueberschwemmungszonen hinzu ist die Hochwasserkatastrophe
perfekt.

November 1997 veroeffentlichte der Intergovernmental
Panel on Climate Change (IPCC) im Auftrag der
Vereinten Nationen seinen Bericht ueber die regionalen
Folgen des Klimawandels. Darin warnten die Experten des
Weltklimarats deutlich vor vermehrt auftretenden Fluten in
Nord- und Westeuropa und extremen Wetterverhaeltnissen.
"Die erwarteten AEnderungen bei Schnee(-fall) und
Eis(-Bedeckung) werden tiefgruendige Auswirkungen auf
die europaeischen Stroeme und Fluesse haben", heisst
es in dem IPCC-Report, der vor allem fuer die
verantwortlichen Politiker weltweit
geschrieben wurde. Dies schliesst selbstverstaendlich die
bayerischen Politiker mit ein, ist doch das suedliche
Bundesland aufgrund seiner Alpennaehe besonders vom
Klimawandel betroffen. "Bis zu 95 Prozent der
Gletschermasse in den Alpen koennte", so das IPCC, "bis
zum Jahr 2100 abschmelzen, mit daraus resultierenden Folgen
fuer den Wasserhaushalt."

Doch wo blieben die notwendigen, vorbeugenden Massnahmen?
Spaetestens nach dem Jahrhundert-Schnee im vergangenen
Winter haette im Voralpenraum klar sein muessen, was kommen
wird. Hatte wiedereinmal niemand in der bayerischen
Regierung und in den angeblich christlichen
Parteizentralen Deutschlands die Warnungen der internationalen
Wissenschaftler, die alles andere als "Gruene Spinner"
sind, gelesen? Nun muss die Bevoelkerung an den Fluessen
darunter leiden - und wir anderen duerfen spenden.
/Norbert Suchanek<

Abdruck und Vervielfaeltigung nur mit Genehmigung
von Umwelt- und Nord-Sued-Nachrichten (uns)
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Umwelt und Nord-Sued-Nachrichten (uns)
Norbert Suchanek
Siemensstr.13
Telefon: 0049-8631-928632
PC-Fax: 0049-8631-928487
E-Mail: N.SUC...@AMAZONAS.comlink.apc.org


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Es reicht nicht, nur die Dunkelheit zu verfluchen.
Es ist genauso notwendig, ein Licht anzuzünden.
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