Nix mehr Nachhaltigkeit...
Nach einer Meldung des Hamburger Nachrichtenmagazins Spiegel (8.11.
1999) bekommen Grünen-Politiker nun professionelle Hilfe eines
PR-Beraters, um sich künftig verständlicher auszudrücken. Ein ehemaliger
SAT.1 Marketingleiter habe das grüne Parteivokabular bereits untersucht
und die Verwendung von Begriffen wie »Nachhaltigkeit« und »Zukunft«
kritisiert.
Wenn Sprachlehrer zur Klarheit des Ausdrucks beitragen, dann ist das
schön und gut.
Nicht zu akzeptieren ist aber, daß die meisten UmweltpolitikerInnen der
Grünen dann überhaupt nichts mehr sagen können. Ihre Sätze enthalten
nämlich kaum mehr als diese zwei Worte, wie ein Potrait des
sportpolitischen Sprechers der Bundestagsfraktion in »grün & bündig« an
den Tag legt: »Eine umfassende Durchdringung der Politik mit
ökologischen Prinzipien, orientiert am Leitgedanken der Nachhaltigkeit«
ist sein politisches Credo. Er habe auch schon Überlegungen zu einer
»nationalen Nachhaltigkeitsstrategie« vorgelegt, die mit Unterstützung
aller gesellschaftlichen Kräfte gelingen soll. »Als Bausteine für die
Zukunftsfähigkeit nennt er eine nachhaltige Finanz- und
Haushaltspolitik, neue Energiekonsensgespräche (à) und Projekte, die die
´Bildung für nachhaltige Entwicklung` fördern.« Arme
NachhaltigkeitsfanatikerInnen: Kein Konsens, nix Zukunftsfähigkeit und
für die deutschnationale Nachhaltigkeitsstrategie müßt Ihr Euch auch
eine neue Bezeichnung ausdenken.
(Denkpause wird in den nächsten Ausgaben neben sprachlichen auch noch
inhaltliche Argumente gegen Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit, Konsens
etc. liefern).