Rendsburg
Informationen aus dem Bundesamt für den Zivildienst deuten darauf hin,
dass gemeinnützige Verbände, die auf die Mitarbeit von
Zivildienstleistenden angewiesen sind, im kommenden Jahr
schwerwiegende Probleme bekommen. Höhere Verbandsbeteiligungen beim
Erstatten von Tagessätzen und der Finanzierung des Entlassungsgeldes
werden auch die Schutzstation Wattenmeer, die 34 Ziviplätze im
Naturschutz organisiert, in Zukunft finanziell deutlich mehr belasten.
Besonders hart wird die Schutzstation Wattenmeer von der nochmaligen
Verkürzung der Dienstzeit getroffen.
"Mit der geplanten Reduzierung der Zivildienstzeit von 13 auf 11
Monate wird eine Toleranzgrenze überschritten. "Wir können doch nicht
jedes Jahr im Juni unsere Naturschutzarbeit am Nationalpark
einstellen, unsere Infozentren schließen und einen Monat später mit
völlig neuen Mitarbeitern wieder eröffnen", klagt der Biologe Rainer
Borcherding, der bei der Schutzstation für die Ausbildung der
Zivildienstleistenden zuständig ist.
Die Verkürzung der Dienstzeit macht die Einarbeitung der neuen
Mitarbeiter immer schwieriger. Ohne ausreichende Überlappungszeit mit
den Vorgängern drohe der Wegfall der speziellen Wissens- und
Erfahrungsweitergabe von einer Naturführergeneration zur nächsten.
Borcherding weiter: "Seit 27 Jahren arbeiten "Zivis" für den
Naturschutz als Wattführer und Vogelwarte. Nun droht diese sinnvolle
Aufgabe für junge Kriegsdienstverweigerer zunehmend wegzubrechen. Wir
werden in Zukunft alle Bewerber bitten müssen, zusätzlich ein
zweimonatiges, freiwilliges Praktikum bei uns zu absolvieren, um den
Dienst für Mensch und Natur in bleibender Qualität gewährleisten zu
können."
Die Schutzstation Wattenmeer ist mit 34 Zivildienststellen bundesweit
der größte Anbieter für "Zivis" im praktischen Naturschutz. Für das
Jahr 2000 sucht die Schutzstation daher ZDL-Bewerber, die ihren Dienst
bereits zum Frühjahr antreten können. Damit soll die im Sommer zu
erwartende Lücke zumindest in einigen Schutzstationen überbrückt
werden.
Auch PraktikantInnen, die ein halbes, oder sogar ein ganzes Jahr
Erfahrung im praktischen Naturschutz am Nationalpark Wattenmeer machen
wollen, werden verstärkt benötigt.
Das Netzwerk der Naturschutzgesellschaft bietet 20 Informationszentren
und Aussenstellen an der Westküste Schleswig-Holsteins und auf fast
allen Inseln und Halligen. Die MitarbeiterInnen betreuen
Schutzgebieten und werden in der umweltpädagogisch orientierten
Informations-und Bildungsarbeit eingesetzt. Dabei liegt der
Schwerpunkt im Durchführen von Wattexkursionen, Strandführungen und
vogelkundlichen Wanderungen mit Erwachsenen und Kindern, sowie der
Betreuung von naturkundlichen Ausstellungen. Alle MitarbeiterInnen
sind in den einfachen Stationen vor Ort untergebracht und arbeiten
selbstständig im Team unter der Betreuung von hauptamtlichen Biologen.
Interessenten können sich unter der Nummer Tel: 04331/23622 bei der
Geschäftsstelle der Schutzstation Wattenmeer in Rendsburg melden.
mit freundlichen Nordseegrüßen,
Lothar Koch, Schutzstation Wattenmeer
Tel: 04651/26088
Fax: 04651/26167
e-mail: l.k...@cl-dithm.comlink.de
http://home.t-online.de/home/schutzstation-wattenmeer
- MacZPoint 1.91 -
Richtig so!
Ich wünsche Ihnen - und allen anderen, die durch den Einsatz von
Kriegsdienstleistenden (ob mit oder ohne Waffe) die Wehrpflicht
unterstützen - die komplette Pleite.
Sowas ekliges, Sie rauben 34 jungen Menschen - bei Strafe von bis zu 5
Jahren gegen Verweigerung des Dienstes und von Befehlen - ein Jahr ihres
Lebens und beschweren sich dann auch noch im CL-Netz über die
finanzielle Belastung.
Gruß
Tilman Heller
> Richtig so!
Soso?
>
> Ich wünsche Ihnen - und allen anderen, die durch den Einsatz von
> Kriegsdienstleistenden (ob mit oder ohne Waffe) die Wehrpflicht
> unterstützen - die komplette Pleite.
>
> Sowas ekliges, Sie rauben 34 jungen Menschen - bei Strafe von bis zu 5
> Jahren gegen Verweigerung des Dienstes und von Befehlen - ein Jahr ihres
> Lebens und beschweren sich dann auch noch im CL-Netz über die
> finanzielle Belastung.
Aehemm... Ich sehe da keinen Smiley oder sonst einen Hinweis
auf Satire. Aber was da zwischen den Zeilen durchtropft, kann doch
nicht ernst gemeint sein...?
Es mag ja noch diskutabel sein, den Zivildienst beim DRK oder
aehnliche fragwuerdigen Konzernen als waffenfreie Unterstuetzung
von Kriegsdienst zu werten. Unzeifelhaft ist auch, dass diese
Organisationen mindestens moralisch immer knapp an der Grenze
des unterstuetzenswuerdigen lavieren (In Bayern soll diese Grenze
schon lange ueberschritten sein...).
Aber die Schutzstation Wattenmeer...?!?!
Den Bogen zum Krieg moechte ich doch gerne mal erlaeutert wissen.
Vor allem droht diese Org mit Sicherheit niemandem Freiheitsstrafen
an (ausser Managern von Oelkonzernen, die ihre Arbeit da absurdum
fuehren).
Viele Gruesse
Rainer Kersten
--
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>Aber die Schutzstation Wattenmeer...?!?!
>
>Den Bogen zum Krieg moechte ich doch gerne mal erlaeutert wissen.
Tilmann Heller sieht den wohl im Einsatz von Zivis für Kriegszwecke im
Ernstfall und in ähnlichen Punkten. AFAIK hat er selbst totalverweigert -
was meiner Meinung nach seinen etwas rüden Tonfall erklärt, wenn auch
nicht sinnvoller macht.
bye, __ .
/ / / /
RK> Aehemm... Ich sehe da keinen Smiley oder sonst einen Hinweis
RK> auf Satire. Aber was da zwischen den Zeilen durchtropft, kann doch
RK> nicht ernst gemeint sein...?
Zivis einzusetzen, ist die eine Seite. Über die kann diskutiert werden,
können doch Zivi-Stellen im Umwelt-/Naturschutz als "Service" für die
Zivis gesehen werden, die nicht in der Krankenhausverwaltung, in
Übernachtungsbetrieben oder im allgemeinen Pflegebereich normale
Arbeitsplätze vernichten wollen.
Aber sich öffentlich hinzustellen und gegen eine Verkürzung des
Bundesarbeitsdienstes u.ä. zu wettern, statt seine ersatzlose Abschaffung
zu fordern, rechtfertigt Tilmans Angriff zu weit mehr als hundert Prozent.
Statt für lange Zwangsdienste zu plädieren, sollten die sich dafür
einsetzen, freiwilliges Engagement zu fördern. Ich denke mal, die könnten
ihre Personalprobleme gut lösen, wenn sich endlich mal was an dem FÖJ-
Schlüssel von mindestens 10 Bewerbungen pro Stelle ändern würde und das
FÖJ durch eine finanziell attraktivere Gestaltung auch für Menschen aus
den unteren Einkommensgruppen interessanter würde. *Da* sollten die ihre
Kraft reinstecken, statt in die Rechtfertigung der Wehrpflicht. (Denn die
gibt es nur noch über den Zivi, was ja schon lange niemand mehr
bestreitet.)
Ich bin sehr froh, daß die BUNDjugend (bundesweit) nicht auch - wie wohl
mal von irgendwem angedacht - in dieses Geschrei eingestimmt hat, sondern
daß da offensichtlich doch noch rechtzeitig jemand eingeschritten ist...
Spitti
--
Nur von Jugendlichen, aber nicht nur für Jugendliche:
Jugendumweltzeitung Juckreiz - http://www.juckreiz-berlin.de
Damit die Erde nicht abkratzt!