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Global Action Day: Berichte (vorlaeufige Uebersicht)

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Joerg Bergstedt

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Dec 1, 1999, 3:00:00 AM12/1/99
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Global Action Day - die ersten Berichte

Zusammengestellt nach der Aktion in Bochum per Telefonumfrage und
Email. Die Liste enthält etliche Lücken, wo noch Aktionen liefen, wir
aber niemanden erreicht haben.
Die Internetseite http://come.to/n30-de wird laufend aktualisiert.
Infotelefon für weitere Nachfragen bis heute ca. 19 Uhr unter
0171/8348430 (falls kein Funklock, da unterwegs ...) und 02361/17483.


Berlin: Spackparade ein Erfolg
Die sogenannte "Spackparade" ging erst um 23 Uhr 15 zu Ende! Die
TeilnehmerInnen hatten viel Spass, trotz kaltem Wetter. Die Parade wies
auf ungewöhnliche Art auf die Folgen der neoliberalen Politik und
Globalisierung auf lokaler Ebene (die Umstrukturierung im Stadtteil,
"Kiez") hin, mit Sprechchören und Transparenten die nach mehr Ordnung,
Sauberkeit, Polizei riefen. Sie forderten Trockenobst und "Wohlstand
für Aale". "Eins, zwei, drei, mehr Polizei!" skandierten die
ParadeteilnehmerInnen angesichts von zwei Wasserwerfern, Räumpanzern
und allerhand anderem Geschuetz, die aber traurigerweise nicht zum
Einsatz kamen. Stattdessen schmissen die Demonstrierenden mit
Pflastersteinen aus Styropor, mit Holzspaenen und Sahne um sich.
Unterwegs wurden parkierende Autos und die Buergersteige blitzblank
poliert. Die PolizistInnen guckten etwas verwirrt, bemühten sich aber
trotzdem, alle Luxusfresstempel und Schickmicki-Läden zu schützen, an
denen wir vorbeikamen und wunderten sich, warum diese nicht angegriffen
wurden. Vermutlich hatten sie den Passus, es gehe nicht um
Anti-BonzInnen-Kiez-Romantik, in den verschiedenen Aufrufen (siehe z.B.
http://www.freespeech.org/inter/spack.htm) überlesen. Dias, die
teilweise auf Häuserwände projiziert wurden ("Jam the WTO"),
unterhielten mit Abenteuern von Dr. Spack und den Klingonen, und auf
Demos seltene zu hörende Schlagermusik (Rex Gildo, aber auch Lieder wie
"Heidi" und Dschingis Khan") liessen die Teilnehmenden ausgelassen
tanzen. (Bericht einer Teilnehmerin)
In der nächsten Zeit soll eine Gruppe/Bündnis namens Attac-Berlin
gegründet werden,
Kontakt unter: rderno...@hotmail.com. Attac ist ein Netz aus lokalen
Vereinen, die in der ganzen Welt präsent sind. Wollen, daß die
Tobin-Steuer eingeführt wird und machen Aktionen gegen WTO und MAI etc.
(aus einem Flugblatt auf der Spackparade). Über weitere Folgetreffen
ist nichts bekannt.


Ruhrpott Action Day Parade in Bochum
150 TeilnehmerInnen waren auf der "Ruhrpott Action Day Parade" in
Bochum. Sie zogen unter lauter
Musikbegleitung durch die Bochumer Innestadt. Während der Parade fanden
drei Aktionen statt. Als erstes privatisierte die "Deutsche Straßen AG"
(gespielt von der Gruppe IMUN) ein Stück der Huestr. (Fußgängerzone in
der Innenstadt) und benannten sie in "DaimlerChrysler-Allee" um. Später
übersetzten mehrere AktivistInnen die Verhandlungen in der WTO in
allgemeinverständliche Sprache. Sie spielten Fußball als WTO-Akteure.
Vor dem Lufthansa-City-Center machten einige AktivistInnen von Kein
Mensch ist illegal eine sehr anschauliche Demonstration der aktuellen
Abschiebepraxis.
Diskussionsveranstaltung und Nachbereitung zum Thema am 9. Dezember um
19 Uhr in Bahnhof Langendreer (Bochum).


Bad Oldesloe: Spontane Aktionen gegen Expo und WTO
Am Dienstag dem 30. 11, einem Weltweiten Aktionstag gegen die World
Trade Organization, welche über die weitere Liberalisierung des
Weltmarktes entscheidet, trafen sich in Bad Oldesloe 15 Jugendliche um
die Öf-fentlichkeit auf die Lage aufmerksam zu machen.
Weltweit fanden z.B. in den Niederlanden oder Frankreich Aktionen statt
zu denen mehrere tausend Menschen kamen. In Deutschland fanden viele
dezentrale Aktionen statt. Die 15 Jugendlichen trafen sich zuerst beim
Inihaus und sind dann ihren Rädern auf den Haupt-verkehrsstraßen
gefahren und haben mit Fackeln, Tril-lerpfeifen einem Transparent ihre
Meinung über die von der Industrie gestalteten Weltausstellung Expo2000
und die Welthandels Organisation WTO kundgetan. Merlin Kahler (17) aus
Bad Oldesloe: "Die Industrie, welche die Expo maßgeblich gestaltet und
durchführt macht zwar, auf die zum großen Teil von ihr verursachte
Naturzerstörung aufmerksam, aber zeigt nur ihre wieder einmal
technischen und für sie profitable "Lösungen"!"
Zum Schluß wurde dann beim EXPO-Projekt-Plaza eine "Auspackaktion"
gestartet. Dabei wurden die gekauften Produkte an der Kasse ausgepackt,
um auch die häufig unnötigen Verpackungen aufmerksam zu machen und das
fehlende Entsorungskonzept anzuprangern. Das Bekleben der Ladenfläche
mit Anti-EXPO Plakaten führte zu panischen Reaktionen des
Filialleiters. "bleibt zu hoffen, daß noch möglichst viele Firmen und
Organisationen
dem Beispiel der USA folgen und auch der Atom- und Gen-Lobbyschow EXPO
aussteigen" so Julia Paulsen von der JUP.
Dies soll nicht die letzte Aktion bleiben, daher lädt die JUP alle
Interessierten zum wöchentlich, am Donnerstag um 15.30 Uhr
stattfindendem Treffen ein. Weitere Infos unter der Tel: 04531/4512.
Tübingen: GloBALLisierung spielen
Eine bunte Erdkugel fliegt durch die Luft, wird getreten von ca. 20 WTO
FunktionnärInnen, EXPO ManagerInnen und KonsummentInnen. Sie scheinen
Spaß daran zu haben, daß die Welt mit den Füßen grob zu treten. Die
KonsummentInnen haben Einkaufstüten bei sich mit Aufschriften wie
"Kaufen macht frei!", "WTO gut leben und sparen" etc. Und sie führen
einen Einkaufswagen voller Wohlstandsmüll mit. Einige als
'Tod/Sensefrauen verkleidete Leute informieren über die z.T. tödlichen
Folgen der WTO Politik. Die Transpis, die einige mitschleppen, tragen
die Aufschrift "Globalise Solidarity ! Not the Economy !" und "Die
GloBALLisierungsfalle".
Die Vollzugsbeamten waren schon am Treffpunkt und stellten im Laufe der
Aktion die Personalien der TeilnehmerInnen fest- Grund hierfür war, daß
sie "nicht wüßten ob die Stadt Tübingen etwas gegen diese Sondernutzung
des öffentlichen Raumes habe". Wegen angeblicher Aussageverweigerung
und Beamtenbeleidigung ("die Grüne sind Schweine") wurden einige
Personen Anzeigen angedroht. Es wurde versucht einen Film zu
beschlagnahmen, dabei wurde dieser zerstört.
Nach der Aktion gab es leckeres Essen, Internet surfen und einen Film.
Kontaktadresse: Bündnis Tübinger Gruppen zum N30, c/o Infoladen
Tübingen, Schellingstr. 6, 72072 Tübingen, email: tue...@listbot.com

Hamburg: Food no bombs.
Die Food no bombs Gruppe Hamburg hat eine Food no bombs Aktion gemacht.
Dabei wird Essen kostenlos verteilt, um symbolisch den Überfluß an die
weiterzugeben, die sonst davon abgeschnitten sind.


Critical Mass Demo in Hannover
Die Hannoveraner Gruppen haben eine Critical Mass Demo mit 40-50 Leuten
gemacht und sind durch die
Innenstadt geradelt. Dabei wurde vor der Zeitarbeitsfirma Adecco gegen
Leiharbeit demonstriert. Danach
ging's weiter zum Expo-Café, schließlich wurde die Demo von der Polizei
aufgelöst. Kontakt: c/o ASTA Hannover, Welfengarten 1c, 30167
Hannover.


In Braunschweig gab es eine Anti-Abschiebeaktion, bei der die Umrisse
von Menschen auf den Boden gemalt wurden, um das Leid aufgrund der
Abschiebungen zu symbolisieren.


200 TeilnehmerInnen in München
In München waren 200 Leute auf einer Demo gegen Siemens, die WTO und
gegen die Exekution von Mumia
Abu Jamal. Es gab eine Zwischenkundgebung zu Mumia Abu Jamal vor dem
US-Konsulat. Dort war aufgrund
eines "Wiener Abkommens" offiziell allerdings die Kritikmöglichkeit an
den USA eingeschränkt - weit mehr als
durch deutsche Gesetze.


Die Demo in Krefeld anläßlich des GLOBAL ACTION DAY vom Hauptbahnhof
durch die
Innenstadt trug das Motto: "Seattle - New York - Berlin - Krefeld - die
Weltrevolution nimmt ihren Lauf!"


International:
Ausnahmezustand in Seattle verhängt
Nach Ausschreitungen in der Nacht ist über Seattle der Ausnahmezustand
verhängt worden. Es gilt eine
nächtliche Ausgangssperre, die Nationalgarde wurde zur Unterstützung
der Polizei angefordert.


Weitere Informationen:
Internet: http://come.to/n30-de
- weitere Berichte aus den Städten (auch über diese Berichtsliste
hinaus, die nicht vollständig ist)
- Berichte international (auch direkt unter www.n30.org)
- Aufrufe, Hintergrundtexte und mehr.

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