ZUERST ...
18.6.1999: London
Am zweiten Global Action Day stürmten ca. 10.000 Menschen das Londoner
Bankenviertel. Sie waren in vielen Basis-Inititiaven organisiert und
hatten sich auf diesen Tag vorbereitet. Im Londoner Bankenviertel ging
nur noch wenig. Straßentheater und
Sitzblockaden, Demos und Reclaim-the-Streets-Parties machen aus der
Konsum- und Geldgegend ein buntes Chaos. Aus Bankenbüros flogen
Computer aus dem Fenster ...
Quellen: Köln-Reader, für 10 DM (einschl. Porto) bei der Gruppe
Landfriedensbruch, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen
und unter http://www.j18.org
DANN ...
30.11.1999: Seattle
Die Eröffnung der WTO-Konferenz mißlingt - der Bürgermeister der Stadt
verhängt den Ausnahmezustand und holt die National-Garde, die in die
Stadt einmarschiert, um eine WTO-Konferenz durchzusetzen, die die Welt
neu aufteilen soll. Viele Menschen wehren
sich - wieder heraus aus aktionsfähigen Basisgruppen, entschlossen und
vielfältig. Das bunte Chaos von Seattle als Gegenbild zur geordneten
Machtstruktur der WTO-Welt stellt auch die schlappen Protestnoten
etablierter Verbände (NGOs) oder einiger Nationen
bzw. Parteien in den Schatten.
Widerstand, so wird erneut klar, muß von unten wachsen, entschlossen
und vielfältig sein.
Quellen: http://www.n30.org oder über die deutschsprachige Seite
http://come.to/n30-de
UND DANN ...?!
1.6.2000: Hannover
An diesem Tag soll die Expo 2000 eröffnet werden - und damit auch ihr
Kernstück, der Entwurf einer neuen Welt. Dort sollen wir schon vorab
informiert und dafür gewonnen werden, was in ca. 20 Jahren auf diesem
Globus sein soll: Eine durchökonomisierte
Welt, wo Mensch und Natur vollständig verwertet sind ... zwischen
Gentechnik, Reproduktions- und High-Tech-Medizin, Überwachtungsstaat,
Transrapid und neuen Atomkraftwerken.
Doch der 1.6.2000 liegt noch vor uns. Die Expo 2000 ist noch nicht
eröffnet. Ob sie es wird, hängt von uns ab. London und Seattle haben
gezeigt: Widerstand gelingt dort, wo er von unten wächst - ohne
Hierarchie und zentrale Kader. Wo viele Menschen und
handlungsfähige Basis-Gruppen agieren, d.h. nicht nur mitlatschen,
sondern selbst kreativ, direkt und vielfältig aktiv werden.
Am 1.6.2000 sowie die Stunden und Tage davor und danach wird Hannover
im Mittelpunkt des Interesses deutscher und Weltpolitik stehen. Die
Stadt wird bis an die Grenzen ausgelastet sein. Jede Bewegung von
Bullen und ihren Fahrzeugen wird das Chaos noch
vergrößern. Wenn wir es machen: Kreuzungen, Bahnhöfe, Banken,
Konsumstätten, Geschäftshäuser und Symbole der Expo-Firmen,
Versorgungs- und Kommunikationsleitungen, Lüftungen und Fassaden,
Expo-Denkmäler, Hallen und Protzbauten.
London - Seattle - Hannover?
Von allein wird das nicht klappen! Und eine Aktion, die irgendwo oben
geplant wird, kann es auch nicht sein!