Menschenrechtsverletzungen durch Goldbergbau
Strategien zur Unterstützung der Opfer
Wochenendseminar der internationalen
Menschenrechtsorganisation FIAN -
FoodFirst Informations- und Aktionsnetzwerk
Mainz, 5.-7. November 1999
"Leben, Land, sauberes Wasser und saubere Luft sind kostbarer als
Gold. Der in Geschichte und Gegenwart durch Goldbergbau verursachte
Schaden ist größer als jeder jemals erwirtschaftete Gewinn." (Aus
der Abschlußerklärung des Peoples' Gold Summit, San Juan Ridge
(Kalifornien), Juni 1999)
Derzeit erlebt die Welt einen Goldrausch von ungekanntem Ausmaß: Nie
zuvor wurde Gold in solchen Mengen gefördert wie heute - zwischen 2-
und 3.000 Tonnen pro Jahr. Flüsse werden verseucht, Agrarland
vernichtet - ganze Berge werden abgetragen um an das begehrte
Metall zu gelangen. 4,5 Mio. Tonnen zyanidhaltigen Schlamms ergossen
sich allein am 18.05. 1995 in den Essequibo River in Guyana. Schuld
war ein Unglück in der Omai-Goldmine, Leidtragende die Amerindians,
die UreinwohnerInnen Guyanas. Dieses Unglück ist nur eines aus einer
langen Liste, die jedes Jahr länger wird.
Zur Zerstörung der Nahrungsquellen kommen häufig weitere
Menschenrechtsverletzungen: UreinwohnerInnen werden vertrieben,
"Sicherheits"-Kräfte foltern oder ermorden AnwohnerInnen; soziale
Konflikte bis hin zu blutigen Bürgerkriegen werden erzeugt - so etwa
auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Bougainville.
"Leben, Land, sauberes Wasser und saubere Luft sind kostbarer als
Gold", sagen die Opfer des Goldbergbaus. Dies ist umso wahrer, da
Gold ist heutzutage ein reines Luxusgut ist: Etwa 85 Prozent der
Förderung gehen in die Schmuckproduktion. Nur die restlichen 15
Prozent werden für Industrie, Zahntechnik etc. gebraucht. Weiterhin
lagern in den Tresoren der Nationalbanken und internationalen
Finanzinstitutionen etwa 100.000 Tonnen - genug um den Bedarf auf
lange Zeit zu decken. Gold ist unzerstörbar. Es kann beliebig oft
wiedergewonnen werden, ohne an Qualität zu verlieren.
Im Mittelpunkt des Seminars soll die Lage der Betroffenen stehen. Es
werden Fälle aus Brasilien, den Philippinen, Peru und Guyana
vorgestellt, wo die Goldförderung die Lebensgrundlagen der
einheimischen Bevölkerung zerstört. Wie setzen sich die Betroffenen
zur Wehr? Welche Forderungen erheben sie? Und welche Unterstützung
können FIAN und andere Organisationen leisten? Dies sind die Fragen,
die diskutiert werden sollen. Eingeladen sind FIAN-Mitglieder, die
die Goldkampagne unterstützen wollen aber auch andere Gruppen und
Personen, die am Thema Interesse haben.
Rückfragen bitte an
FIAN, Sektion Deutschland
z.Hd. Johannes Rohr
Overwegstr. 41, 44625 Herne
Tel.: 02323-490099, Fax: 490018
Email: fi...@home.ins.de