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Nike Schuhfirma verletzt Menschenrechte

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May 3, 1997, 3:00:00 AM5/3/97
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aus TATblatt plus 75

Menschenrechtsverletzungen bei Nike

Die Menschenrechtsgruppe Vietnam Labor Watch aus den USA hat die
Praktiken der US-Schuhfirma Nike in einer Fabrik in Vietnam
aufgedeckt. Die ArbeitnehmerInnen dort werden extrem ausgebeutet,
die Frauen sexuell angegriffen und zum Teil mißhandelt. Einmal
mußten 56 Frauen, die nicht das vorgeschriebene Schuhwerk trugen,
Strafrunden laufen. Regelungen über Mindestlöhne oder Überstunden,
die in Vietnam ohnehin ein Hohn sind, wurden nicht eingehalten.
Die Belegschaft setzt sich fast ausschließlich aus Frauen mit
einem Alter von 15 bis 28 Jahren zusammen.
Nike-Schuhe werden in Vietnam nicht direkt vom Konzern, sondern
von drei zwischengeschalteten südkoreanischen Firmen produziert,
deren Vertreter die Arbeitsbedingungen als gut bezeichnen. Der
Gewerkschaftsvertreter in einer der drei Firmen, Pou Chen Vietnam
Enterprises, meint zu dem Skandal, daß es bis dahin keine Probleme
gegeben hätte und daß die ArbeiterInnen jederzeit zur Toilette
gehen könnten bzw. Wasser trinken. Damit trat er der Anschuldigung
entgegen, daß pro Schicht nur ein Toilettengang und zweimal
Wassertrinken erlaubt sei.
Das Gehalt in der Fabrik beträgt 68,75 US$, das sind ca. 800 öS,
pro Monat für Arbeit in zwölfstündigen Schichten.
Die Reaktion von Nike war nach einem Bericht in der größten
Tageszeitung der USA, USA Today, den zuständigen Manager des Werks
zu feuern. Obwohl Nike die Berichte über Übergriffe nicht
bestätigen wollte, heißt das Unternehmen nunmehr unabhängige
BeobachterInnen zumindest offiziell willkommen.
Ausgegangen waren die Proteste gegen die weltweit größten
Sportschuhfarikanten von Skandalen in Indonesien, die u.a. eine
Fabrik betrafen, die für Reebok, Nike und Adidas Schuhe herstellt.
Pikant war die Sache damals deswegen, weil Reebok in den USA eine
Stiftung für Menschenrechte unterhält, die u.a. an indonesische
GewerkschafterInnen Anerkennungspreise für ihre Arbeit vergab.
Reebok hatte sich folglich wesentlich kooperativer gezeigt, auf
Vorwürfe einzugehen, als Nike.
Allerdings dürfte die öffentliche Meinung gegen Nike nunmehr eine
für die Geschäftsentwicklung unangenehme kritische Größe erreicht
haben. Nike heuerte im März den angeblichen Verfechter von
Bürgerrechten, derzeitigen Bürgermeister von Atlanta/Georgia und
gelegentlichen UNO-Beauftragten Andrew Young an, das Image von
Nike durch Inspektionen von Fabriken und pseudo-unabhängige
Kontrollen zu heben. "Ich sehe mich überhaupt nicht als Sprecher
für Nike, überhaupt nicht", ließ Mr. Young die zweifelnde
öffentliche Meinung wissen. Leicht wird es Mr. Young nicht haben,
wird Nike doch nicht nur die Bezahlung aberwitzig niedriger Löhne
und die Verletzung grundlegender arbeitsrechtlicher Bestimmungen,
sondern auch der Profit aus Kinderarbeit vorgeworfen.


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