Sexismus an der Uni
Sind Frauen an der Uni benachteiligt? Ist der zur Zeit
nicht nur wegen skandaloeser Lehrformen, sondern gerade
auch aufgrund sexistischer Aeusserungen und
Verhaltensweisen stark in der Kritik befindliche
Professor Dyck ein schrulliger Einzelfall? (Dyck wurde
bekannt wegen des Rausschmisses studienwilliger Studies
aus seinen Veranstaltungen und einseitiger inhaltlicher
Aeusserungen - vgl. AStA-Zeitungen Mai, Juni. Professor
Dyck wird fuer solches seit Jahren kritisiert.) Oder
stellt er die Spitze des Eisbergs?
Die im Dunkeln sieht man nicht (B. Brecht)
Subtile sexuelle Diskriminierung macht sich bemerkbar bei
der Durchsicht des Vorlesungsverzeichnisses. Die
Frauenquote betr"gt ca. 22,5 Prozent bei den fuer
Forschung und Lehre verzeichneten Personen. Dabei gibt es
in Oldenburg Geisteswissenschaften und P"dagogik -
traditionell Studienrichtungen, in denen der Anteil der
Frauen hoeher ist als bei den Naturwissenschaften. In den
Leitungsgremien der Uni entspricht der Frauenanteil der
naturwissenschaftlichen Groessenordnung.
Sexismus ist Alltag
In den Veranstaltungen einiger m"nnlicher Lehrender
lassen sich eine Reihe von beleidigenden, demuetigenden
und verletzenden Verhaltensweisen gegenueber Frauen
beobachten: Da werden Witze mit sexistischen Inhalten
gerissen. Bewusst oder unbewusst wird ueberwiegend
Augenkontakt zu m"nnlichen Zuhoerern gehalten und diese
werden auch bei Wortmeldungen bevorzugt. Stellen fuer
studentische Hilfskr"fte werden vornehmlich - teilweise
ausschliesslich - mit M"nnern besetzt. Es werden
entwuerdigende und entpersonalisierende Bemerkungen ueber
Frauen und Weiblichkeit ge"ussert, etc..
Veranstaltung:
Zum einen sollen die Betroffenen zu Wort kommen, ausserdem
wird am Donnerstag, 2.7., 20 Uhr im BIS-Saal, eine Studie
der Oldenburger Professoren Nitsch und Scheller sowie
einer studentischen Arbeitsgruppe zum Thema vorgestellt
werden. Eine zweite Veranstaltung findet am Mittwoch,
8.7., 20 Uhr statt. Bei Bedarf koennen hier zwei Gruppen,
nach Geschlechtern getrennt, eingerichtet werden. Das
Ziel der Aktivit"ten besteht besonders in der Entwicklung
langfristiger Perspektiven, um auf Verhalten"nderungen
bei den Lehrenden zu bewirken.
Gerold Korbus
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Warum wohl - fuehlen sich doch gerade Feministinnen immer als erste
"begafft" oder gar sexuell belaestigt. Wodurch sie - nebenbei bemerkt -
durch das konsequente Verfolgen auch von Bagatellvorfaellen, die mit einem
normal entwickelten Selbstbewusstsein hoechstens einen Lacher wert sind,
dem Problembewusstsein fuer wirkliche sexuelle Belaestigungen schaden.
Holger
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