Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

SPIEGEL-Leserbriefe / 2. Aufruf

2 views
Skip to first unread message

Hans-H.Hirschelmann

unread,
Dec 16, 1997, 3:00:00 AM12/16/97
to

## Nachricht vom 16.12.97 weitergeleitet
## Ursprung : HH.HIRS...@HIRSCH.tbx.berlinet.de
## Ersteller: Ho...@paPPa.com

Mit freundlichem Gruß

Hans-Hermann Hirschelmann


*Es folgt die weitergeleitete Nachricht*


SPIEGEL-Leserbriefe / 2. Aufruf

http://www.paPPa.com/vater/kartte.htm
dokumentiert die ersten reaktionen auf den spiegel-artikel von s.kartte.
hier als probe schon mal den von karin jaeckel (am ende)

*** bitte, bitte schreibt auch selber !!! ***

am besten:
Telefax SPIEGEL-Redaktion 040-3007-2247
* und *
SPIEGEL ONLINE Forum: Entsorgte Väter - Väter braucht das Land
http://www.spiegel.de/cgi-bin/WebX?13@@.ee6b62f
* und *
eMail 7443...@compuserve.com

Kopie bitte auch an Ho...@paPPa.com per eMail oder Fax 030-815 21 98
___________________________________________________________________

Dr. Karin Jäckel * Autorin * Hansjakobstr. 5 * 77704 Oberkirch
Tel. 07802-90409 * Fax -3707

Betr.: DER SPIEGEL 51/97, 15.12.97
Debatte: Väter braucht das Land
Die feministische "Muttermacht" ... von Sabine Kartte

Einen besseren Beweis für die väterfeindliche Haltung einer
alleinerziehenden Mutter als diesen zynischen, unsauber recherchierten und
in entscheidenden Aussagen falschen Diskussionsbeitrag in der Debatte um
unsere zusehends väterfeindlichere Gesellschaft kann es gar nicht geben.
Sabine Kartte ist es gelungen, die Aussagen sowohl meines dtv-Buches "Der
gebrauchte Mann - Abgeliebt und abgezockt - Väter nach der Trennung" [Anm.
HP: siehe http://www.paPPa.com/kinder/jaeckel.htm] als auch diejenigen der
SPIEGEL-Titelstory "Die vaterlose Gesellschaft" von Matthias Matussek [Anm.
HP: siehe http://www.paPPa.com/vater/vaterlos.htm] in vollem Umfang zu
bestätigen.

Unsauber recherchiert wurde:

* Es gibt keine verbindlichen ermittelten Zahlen über die Anzahl der von
Frau Kartte zynisch "armer Tropf", "Leidfiguren", "Schmerzensmänner" oder
"Heldenmänner" genannten "Männerbewegung". Die Angabe, es handele sich um
ca. 8.000 Mitglieder, ist aus der Luft gegriffen. Im übrigen ist der
Begriff des "Schmerzensmannes" eine Metapher für Jesus auf dem Kreuzweg
bzw. als Kruzifixus. Selbst wenn man unterstellt, daß Frau Kartte
christliche Inhalte vielleicht weniger genau nimmt, bringt die Verwendung
der Metapher die zynische Absicht der Verfasserin ins Wanken. Fakt ist, daß
Jesus aufgrund der Dummheit und Rachsucht seiner politischen Feinde
unschuldig gekreuzigt wurde. Setzt man die Väter nach Frau Karttes Vorgabe
mit ihm in die gleiche Position, käme wohl das Gegenteil dessen heraus, was
beabsichtigt war.

* Martin Bober war zu keiner Zeit Mitglied im Bundesverband des Vereins
Väteraufbruch und zu keiner Zeit Geschäftsführer dort. Er ist lediglich
Ex-Mitglied im regional auf Frankfurt begrenzten Ortsvereins und kein
repräsentativer Sprecher für die Zielsetzungen und Interessen des Vereins.
Im Gegenteil, der Bundesvorstand distanziert sich ausdrücklich. Martin
Bober dennoch als Sprecher des Vereins zu zitieren, stellt unseriösen
Journalismus dar.

* Bezüglich der väterlichen Unterhaltspflicht und -flucht existiert eine
als Drucksache 12/5952 vom 28.5.1993 veröffentlichte "kleine Anfrage" der
SPD an die Bundesregierung. Kernaussage der Antwort der Bundesregierung
ist, daß "in etwa 70 v.H. bis 75 v.H. der Fälle die Strafverfolgung des
Unterhaltsanspruchs des Kindes aussichtslos (ist) ... in diesen Fällen
haben sich die Kinder auf die Ausnahmeregelung berufen, die insbesondere in
Fällen der Leistungsunfähigkeit des anderen Elternteils Anwendung gefunden
haben - z.B. bei Arbeitslosigkeit, Sozialhilfebezug, niedrigem Einkommen
oder Inhaftierung. (Es) kommt ein nicht unerheblicher Anteil der Fälle
hinzu, ... in denen ... die Vollstreckung wegen nachträglich eingetretener
Leistungsunfähigkeit ausgeschlossen ist. Dieser Anteil kann mit 10 v.H. bis
15 v.H. angenommen werden." Fazit: Bis zu 75 Prozent der unterhaltssäumigen
Väter können nicht zahlen, weil sie selbst aus verschiedenen Gründen
mittellos sind.

* Hilmar Stracke hat die von Frau Kartte zitierten Aussagen nicht geäußert.

* Frau Kartte ließ unter den Tisch fallen, daß das Durchschnittseinkommen
in Deutschland bei 3.500 DM liegt. Ein Unterhaltsanteil von
durchschnittlich weniger als 2.500 DM für eine alleinerziehende Mutter mit
zwei Kindern mag daher zwar beklagenswert sein, ist im Vergleich zu dem der
Berechnung zugrunde liegenden Einkommens des Vaters aber absolut logisch
und keineswegs böswillige Niedrigquote.

* Anders als Frau Kartte behauptet, rang sich nicht "nur durchschnittlich
jeder sechste (Vater) in Deutschland" zu einem gemeinsamen Sorgerecht
durch. In diesem Zahlenbeispiel ist es auch nur jede sechste Mutter, die
ein gemeinsames Sorgerecht akzeptierte. Richtig ist, daß nur ca. 17 Prozent
getrennter Eltern ein gemeinsames Sorgerecht ausüben, aber 96 Prozent aller
Väter ihre Kinder auch nach der Trennung der Eltern sehen und erleben
wollen (s. dazu die Studie "Die psychosoziale Situation
nichtsorgeberechtigter Väter" [Anm. HP: siehe
http://www.paPPa.com/studie/prev.htm]), daran aber durch die
gesetzesgestützte Verweigerungshaltung der Mutter gehindert werden. Richtig
ist auch, daß die bisherige Praxis der Familiengerichtsbarkeit das
Sorgerecht fast automatisch der Mutter übertrug und den Vater zwangsweise
auf den Unterhalt reduzierte.

* Anders, als Frau Kartte behauptet, verhält es sich auch mit der
Arbeitsmoral der Trennungsväter, die lieber "bis zum Umfallen arbeiten" und
sich "so um die Erziehung ihrer Kinder drücken".

Erstens weist eine aktuelle Studie der US-Soziologin Arlie Russel
Hochschild (The TIME BIND) nach, daß auch Mütter "normalerweise ... etwas
früher zur Arbeit (gehen), nur um von zu Hause wegzukommen". Die
favorisierte Lösung unter US-Eltern ist es daher, den Kindern bei US-
Grußkartenbestellern entworfenen Karten zu schicken, um Moms und Daddys
schlechtes Gewissen zu beschwichtigen.

Zweitens haben deutsche Trennungsväter im allgmeinen noch maximal 1.500 DM
monatlich zur Verfügung. Sie arbeiten de facto bis zum Umfallen, weil sie
trotz Unterhaltszahlungen wie Singles besteuert werden und sie ohne
Mehrarbeit die Unterhaltsleistungen für ihre Ex-Familie (und eine neue
Familie) sowie für sich selbst nicht erbringen könnten.

Drittens können sich nicht getrennt lebende Väter im allgemeinen kein
Erziehungsjahr leisten, weil das Einkommen der Frau zu gering ist und keine
Familie von 600 DM Erziehungsgeld zu ernähren ist. Würde wie etwa in
Schweden jedem Elternteil für ein Jahr 90 Prozent des letzten Einkommens
als Erziehungsgeld ausgezahlt, würde - wie dort - auch in Deutschland jeder
fünfte Vater schon mindestens einmal als Hausmann Erziehungsurlaub genommen
haben. (Vergleiche dazu auch Warren Farrell "Mythos Männermacht", S. 31
[Anm. HP: siehe http://www.paPPa.com/emanzi/farrelmm.htm]).

* Last not least: Frau Kartte mag ihre eigenen Kinder ja als "Brut" und
ihre Mutter-Aufgabe als "Aufzucht" abtun, - im allgemeinen
Elternverständnis sind Kinder auch heute noch keine auszubrütenden Tiere,
Familien keine Zuchtanstalt und Kindererziehung alles andere als bloße
Aufzucht. Bei aller sprachlichen Freiheit, hier schießt Frau Kartte einmal
mehr in ihrem Zynismus über die Ziellinie hinaus.

Dr. Karin Jäckel
.
BITTE NEUE TELEFON-/FAX-NUMMER BEACHTEN !
****************************************************
Holger Partikel - Ho...@paPPa.com
Tel. 0(049)30-815 21 98
http://www.paPPa.com
****************************************************
O = O
-|- o -|-
/ | \--|--/ | \
/ \ A /_\
/ \ / \ | |

0 new messages