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Schreibt Schroeder: Keine Zeit fuer Kinder und Familie ?!!?

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Holger Partikel

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Mar 11, 1999, 3:00:00 AM3/11/99
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Schreibt Schroeder: Keine Zeit fuer Kinder und Familie ?!!?

Das Bundeskanzleramt hatte zunaechst zugesagt, eine Delegation
von Vaetern, Muettern und Grosseltern am 29.3.99 zu empfangen -
im Rahmen der Aktion: "Vaeter radeln fuer Gerechtigkeit", siehe
http://www.paPPa.com/aktion/radvater.htm Man wollte den Kanzler
auf die Misere im deutschen Familienrecht aufmerksam machen.
Dann erfolgte eine Absage wegen Terminnot von Herrn Gerhard
Schroeder.

Wir nehmen das nicht kommentarlos hin + bitten Euch herzlich,
dem Kanzler - da er sich unsere Sorgen und Noete nicht anhoeren
mag - zu schreiben (Bundeskanzleramt, Adenauerallee 139-141,
53113 Bonn - Telefax 0228-56 23 57).

Im Folgenden drei Protestbriefe zur Anregung:
Einer von Dr. Karin Jaeckel ("Der gebrauchte Mann"),
einer von paPPa.com und der von einem der Organisatoren der Rad-
Aktion, Ruediger Meyer-Spelbrink. Vorab auch seine eMail-
Meldung von gestern.

Wenn ihr schreibt, schickt auch uns bitte eine Kopie - und verteilt
diesen Aufruf an Leute, die kein eMail haben, bitte !!

Ruediger Meyer-Spelbrink
Meyer-S...@t-online.de - teilt mit:

Liebe Vaeter,

in einem vorigen Mail hatte ich ueber die Antwort vom
Bundeskanzleramt berichtet und ALLE dazu aufgerufen, ebenfalls
eine Antwort zu schreiben. Als Info und Anregung nun ein
Schreiben von Frau Dr. Jaeckel.

Bitte schreibt ebenfalls und gebt eine Kopie an mich, damit ich die
Antwort - soweit gewuenscht - bei uns auf die Internet-Seiten
stellen kann.

Bundeskanzleramt
Telefax: 0228-56 23 57
Adenauerallee 139-141, 53113 Bonn

Der Brief von Frau Dr. Jaeckel:

An den Bundeskanzler
Herrn Gerhard Schroeder

10. Maerz 99

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schroeder,

mit Enttaeuschung, grossem Bedauern und Unverstaendnis habe
ich heute aus dem Bundesvorstand des Vereins Vaeteraufbruch
fuer Kinder" erfahren, dass Sie am 29. Maerz des Jahres keine Zeit
haben werden, eine Delegation von Vaetern und Muettern unseres
Landes zu empfangen, die sich mit aller Kraft dafuer einsetzen,
nach einer Scheidung/Trennung weiterhin gemeinsam Eltern ihrer
Kinder zu bleiben.

Als Begruendung fuehrte Ihre Sekretaerin Gerlinde Zimmer Ihre,
Herrn Schroeders, enge Terminplanung an, welche in der ersten
Jahreshaelfte ganz im Zeichen der deutschen EU
Ratspraesidentschaft" stehe.

Diese Begruendung, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, kann ich
als gesellschaftlich und politisch interessierte Buergerin UND
Waehlerin nicht nachvollziehen.

Immerhin waren Sie in Ihrer bisherigen kurzen Amtszeit
keineswegs ausschliesslich der grossen Politik verpflichtet,
sondern hatten ganz im Gegenteil schon sehr oft Musse, sich zum
Beispiel fuer Lifestyle-Magazine als Hobby-Model und
Zigarrengeniesser ablichten zu lassen oder an Fernseh-Talkshows
teilzunehmen und etwa der Frage Gehoer zu verschaffen, ob Sie
nun Ihre Haare faerben oder nicht.

Selbstverstaendlich ist Ihnen etwas Spass und Abwechslung
herzlich gegoennt. Ebenso selbstverstaendlich ist ein
medienfreundlicher, populistischer Kanzler nicht zwingend ein
schlechter.

Aber, und dies ist ein sehr grosses ABER, sehr geehrter Herr
Bundeskanzler, sind Ihnen als gewaehltem Volksvertreter die
Anliegen von jaehrlich weit ueber hunderttausend
Scheidungskindern, die nach der Trennung ihrer Eltern mehrheitlich
den Vater verlieren, wirklich weniger wichtig als Ihre privaten
Vergnuegungen und keinen Zeitaufwand wert?

Schreit nicht die jeweilige Regierung" unseres Landes immer
lauter, dass immer mehr Kinder vaterlos aufwachsen, weil fast jede
zweite Ehe zerbricht? Dass immer weniger Vaeter aufgrund der
Scheidungsfolgen Unterhalt zahlen koennen? Dass in Staedten
mittlerweile mindestens 40 Prozent aller Sozialhilfeempfaenger
alleinerziehende Muetter sind? Dass immer mehr Kinder verarmen?
Dass die Jugendkriminalitaet rasant waechst und die davon
betroffenen Kinder/Jugendlichen mehrheitlich vaterlos aufwachsen?
Dass Scheidungswaisen erschreckend oft unter Schulproblemen
und Angstneurosen leiden, Verhaltensstoerungen entwickeln,
psychosomatisch erkranken bis hin zum Selbstmord usw.?

Wird nicht allenthalben beklagt, wie Frauen und Kinder darunter
leiden, dass sich die Vaeter nicht um ihre Kinder kuemmern? Und
werden nicht schon laengst Programme entwickelt, wie man der
Vaeter habhaft werden koenne, damit sie ihre Pflicht gegenueber
ihren Kindern ernst nehmen?

Wie ist es dann aber zu verstehen, dass Sie, Herr Bundeskanzler,
keine Zeit fuer eine Delegation ausgerechnet der Vaeter haben, die
sich unbedingt um ihre Kinder kuemmern wollen ? Keine Zeit fuer
Vaeter, die aus ueberwiegend egoistischen Gruenden der Muetter
und der deutschen Rechtssprechung, welche die UN-
Kinderrechtskonvention immer noch nicht verifiziert, keine Chance
haben, ihre Kinder zu sehen?

Sollte es wirklich so sein, dass Sie als mehrheitlich gewaehlter
oberster Interessenvertreter unseres Landes an den Interessen
eines staendig groesser werdenden Bevoelkerungsanteils weniger
Interesse zeigen als an laecherlichen
Repraesentationsvergnuegungen?

Oder ist es vielleicht eher so, dass Sie das Ausmass der Leiden
von Scheidungswaisen und ihrer per Gerichtsbeschluss zu
Zahlvaetern/muettern degradierten Eltern bisher noch nicht
verifizieren konnten?

Dass Ihre Weigerung, eine Delegation dieser Eltern persoenlich zu
empfangen und ihr Anliegen ernst zu nehmen, auf reiner
Unkenntnis der menschlich traurigen und gleichzeitig wegen ihres
gigantischen Ausmasses gesellschaftlich kaum finanzierbaren
Scheidungsfolgen basiert?

Fuer den Fall, dass letztere Vermutung zutrifft, sende ich Ihnen
beiliegend mein Buch Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und
abgezockt. Vaeter nach der Trennung" zur Information.

Mit dem Wunsch, dass Ihnen fuer die Zukunft stets ein
harmonisches Familienleben beschert sein moege und Sie die
Alltagsnoete der Vaeter und Muetter nie am eigenen Leibe
erfahren, fuer deren Empfang Ihr Terminkalender zu eng war,

gruesst Sie

Dr. Karin Jaeckel

**********************

paPPa.com e.V. - Eltern im Internet, Berlin

An den Bundeskanzler
Herrn Gerhard Schroeder
Bundeskanzleramt
Adenauerallee 139-141

53113 Bonn

per Telefax: 0228-56 23 57
12. Maerz 1999

Ihre Absage fuer den 29. Maerz 1999 - "Vaeter radeln fuer
Gerechtigkeit"

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schroeder,

Sie haben keine Zeit am 29. Maerz 1999, um eine Delegation von
Mitbuergern zu empfangen, die ca. 3 Millionen Menschen
repraesentieren, deren Schicksal eines gemeinsam hat: Sie haben
das Recht verloren, ihre Kinder oder Enkelkinder oder Schwestern
bzw. Brueder weiterhin lieben und Verantwortung fuer sie
uebernehmen zu duerfen oder muessen zumindest ernsthaft darum
bangen. Jaehrlich kommen ca. 200.000 Kinder und damit Vaeter,
Muetter, Grosseltern und Geschwister hinzu, die Elternteile
und/oder Verwandte verlieren.

In der letzten Legislaturperiode wurde die Reform des
Kindschaftsrechts beschlossen, zum Teil gegen erheblichen
Widerstand aus den Reihen Ihrer Partei und mit grossem Gezeter
aus den Reihen Ihres Koalitionspartners. Die Umsetzung dieser
Reform greift nicht und das wollen Menschen, die ihre Kinder
verloren haben, Ihnen verdeutlichen.

Mit Ihrer Absage scheuen Sie die Oeffentlichkeit und
internationales Publikum, zumal Deutschland familienpolitisch
hinter allen EU-Laendern hinterherkinkt (Ihr franzoesischer Kollege
sprach vom "Gesetz des Dschungels" und meinte damit
Deutschland - paPPa.com informiert fortlaufend ueber die
europaeische Entwicklung in diesem Bereich).

Hier ist die Politik erneut und verstaerkt gefordert - andere Laender
haben es vorgemacht, nur Deutschland verharrt in allgemeiner
Lethargie. Sie geben als Bundeskanzler die Leitlinien fuer die
Politik vor - oder eben auch nicht oder wirken, wenn es um
Familienfragen geht, geradezu kontraproduktiv.

Sie haben die Bitte um einen Termin derart beantworten lassen,
dass man evtl. im Bundesministerium fuer Familie, Frauen,
Senioren und Jugend geneigt sein koennte, eine Delegation zu
empfangen ... Klingt es nicht gerade zynisch, wenn Sie, Herr
Bundeskanzler, Maenner, die die Verantwortung fuer ihre Kinder
uebernehmen wollen, ausgerechnet in das Ministerium schicken,
das ein "Ein-Eltern"-Familien-Modell (Mutter mit Kind und den
Staat als ideellen Vater) favorisiert?

Dieses Minsterium - an der Spitze Frau Christine Bergmann -
macht vor allem mit Horrormeldungen und sexistischem Getoese
von sich reden, da sie erkennen muss, dass die Ausgrenzung
natuerlicher Vaeter aus der Verantwortung und die Hineinnahme
des Staates als ideellen Vaters zu enormen Kostenexplosionen im
Jugend-, Sozial- und Gesundheitsbereich fuehrt - aber die
Konsequenzen nicht sehen kann und will, weil man die "Heilige
Kuh" der "Frauenpolitik" nicht anzuruehren bereit und faehig ist.

"Maenner, schaemt Euch! Jede 3. Frau ist von haeuslicher Gewalt
betroffen" (so u.a. der Berliner Kurier vom 20.12.98) - Belege
werden nicht genannt.

"Bergmann will gegen saeumige Vaeter haerter vorgehen" - Die
Welt vom 30.12.1999 schreibt: "Familienministerin Bergmann
betonte: Jene Vaeter muessen merken, dass es ihnen wirklich an
den Kragen geht und die Zwangspfaendung droht. Sie duerfen nicht
so ungeschoren davonkommen." Untermauert werden diese
Meldungen mit Zahlenwerken, die einer Ueberpruefung keinesfalls
standhalten. Ihrem Haus liegt hierzu bereits aufschlussreiche
Korrespondenz vor.

Hier wird wissentlich ignoriert, wieviel Vaeter zahlen, oft bis an die
Grenze des eigenen Leistungsvermoegens, mitunter darueber
hinaus - nur um nicht den Kontakt zu den Kindern zu verlieren.
Ignoriet wird auch, dass ebenfalls viele Muetter nicht zahlen;
vergessen wird, dass ca. 2/3 der Unterhaltspflichtigen den Kontakt
zum Kind gaenzlich verloren haben - wobei der Staat tatenlos
zusieht, den Umgangsboykott zuweilen sogar noch befoerdert. Uns
erreichen taeglich Beschwerden ueber entsprechende
Verhaltensweisen in deutschen Jugendaemtern und/oder
Familiengerichten. Ganz zu schweigen von der Besteuerung
geschiedener Maennern mit Kindern, die wie Singles besteuert
werden - auch wenn sie fortan fuer zwei Haushalte aufzukommen
haben.

Und dieses Ministerium beschaeftigt sich - wertet man die
Pressemeldungen aus - zu 90 % mit der immer wieder
behaupteten, meist aber nicht nachgewiesenen, Benachteiligung
der Frau im allgemeinen und im Besondern - von Buxtehude bis
Sued-Senegal - und wird nun von jeder 2. Frau unter 25 deshalb
hoehnisch belaechelt, die laengst nicht mehr an die
Unterdrueckung der Frau glauben koennen, siehe AP-Meldung zum
Frauentag. Die Ressorts Familie, Senioren, Jugend stehen ganz
unten auf der Rangliste politischer Prioritaten - von Vaetern und
deren Familien ganz zu schweigen ...

Apropos Familie: Mit Interesse haben wir zur Kenntnis genommen,
wie eine fuehrende Dame aus Ihren Reihen oeffentlich definiert hat:
"Familie ist, wer aus dem gleichen Kuehlschrank isst ..." Wir
meinen: Familie ist aus der Perspektive des Kindes das Netz aller
Verwandten, gleich ob sie unter einem Dach leben oder an
unterschiedlichen Orten dieser Welt. Wir wissen nicht, welchen
Familienbegriff Sie sich zu eigen machen. Wir wissen nur, dass
Verantwortung fuer Kinder nicht an der Kuehlschranktuer endet ...
Nur Barunterhalt ist auch verantwortungslos, Herr Bundeskanzler.

Es faellt uns schwer, Ihnen "Familienfeindlichkeit" nachzusagen
angesichts Ihres welt- und zukunftsfernen Familienbegriffes. Die
Mitglieder der andere, nicht an der Regierungsverantwortung
beteiligter Parteien scheinen einen - zumindest aus (nur)
Kindersicht - realistaetsnaheren Familienbegriff, der ueber den
Kuehlschrank und das gemeinsame Dach hinausreicht, fuer sich in
Anspruch zu nehmen und freuen sich, mit uns am 29. Maerz 1999
ins Gespraech zu kommen.

Im Namen auch von Millionen Trennungswaisen wuenschen wir
Ihnen fuer diese Form rot-gruener Politik - gleichgeschlechtliche
Ehen, Singles mit Kind und Patchwork-Families, "Kind ja - aber
bitte ohne Vater" (Carola Schewe, VAMV, vom Bund gefoerdert mit
15 Millionen DM jaehrlich) - eines nicht: viel Erfolg.

Vielleicht hoeren wir in anderer Form dann doch noch von Ihnen -
es ist an der Zeit.

Mit trotzdem freundlichem Gruss

paPPa.com e.V. - Eltern im Internet

P. S. Freuen Sie sich mit uns auf die betroffenen Menschen, die
Ihnen zu Ihrer Absage und allen damit verbundenen Themen
schreiben werden. Diesen Brief an Sie (und einige andere) finden
sie unter

http://www.paPPa.com/aktion/radvater.htm

***

Ruediger Meyer-Spelbrink

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Schroeder,

mir grosser Ueberraschung erfuhr ich von Ihrer Absage, die
radelnden Protestvaeter zu empfangen. Ich bin enttaeuscht, da
Herr Danzebrink Sie seit dem 5.1. immerhin 6 mal anschreiben und
sogar einmal persoenlich vorsprechen musste, um nun diese
Absage zu bekommen. Sie haben keine Zeit , weil wichtige EU-
Verpflichtungen vorgehen. Nicht einmal ein kompetenter Vertreter
aus Ihrem Haus ist fuer solche Vaeter in sehr schwierigen
Situationen abkoemmlich? Europa ist die Zukunft, Kinder sind aber
auch die Zukunft. Und das eine ist nicht ohne das andere zu
erreichen!

Vielmehr habe ich den Eindruck, dass Sie die volle Tragweite
dieses Problems noch nicht erkannt haben. So ging es mir neben
sicher vielen anderen auch. Leider werden einem meist durch die
eigene Betroffenheit die Augen geoeffnet. Frueher dachte ich:
Wenn Vaeter nach einer Scheidung die Kinder nicht sehen
duerfen, muss das doch seinen Grund haben. Wir leben
schliesslich in einem Rechtsstaat; es gibt Jugendaemter,
Beratungsstellen, Familiengerichte. Wenn ein Vater also sein Kind
nicht sehen darf, dann hat er sich bestimmt etwas zu schulden
kommen lassen .

Dann kam meine Scheidung und ich musste die Realitaet
kennenlernen. Dabei habe ich fuer mich und meine Kinder noch
sehr grosses Glueck gehabt, da ich als alleinerziehender Vater
unter meiner Entsorgung nun gerade nicht leiden muss. Aber: ich
habe unzaehlige Vaeter kennengelernt, denen es ganz anders
ging. Und mit etwas Pech waere es mir sicherlich auch nicht
anders ergangen. Im Laufe der Jahre habe ich Faelle
kennengelernt, da kommt selbst bei mir als unbetroffenen Vater
das Gefuehl von Wut und Ohnmacht auf.

Ich will darauf nicht naeher eingehen. Sie koennten sich einen
schnellen UEberblick verschaffen, wenn Sie nur auszugsweise in
die Ihnen zu uebergebenden Faelle schauen wuerden. Bei dem
ersten Fall wuerden Sie noch denken, dass die Schilderung
sicherlich sehr subjektiv ist; einige Faelle spaeter wuerden Sie
meinen, dass es sicherlich immer ein paar unglueckliche
Missstaende gibt (selbst in Deutschland). Aber letztendlich
wuerden auch Sie erkennen, dass hier etwas nicht stimmen kann.
Sie wuerden die Dringlichkeit erkennen, dass sich auf jeden Fall
etwas aendern muss.

Moeglicherweise sind Sie auch der Meinung, dass das seit letztem
Jahr geltende neue Kindschaftsrecht mit der offiziellen Moeglichkeit
des gemeinsamen Sorgerechts fuer Abhilfe sorgt. Dies ist jedoch
ein Trugschluss, die Reform
bewirkt kaum etwas:

a.. Solange es unzaehlige Foerderungen und Hilfen fuer Muetter, aber kaum fuer
Vaeter gibt,
b.. solange die Politik sich fuer Untersuchungen zur Lage der Muetter
interessiert, die Lage der Vaeter aber nicht hinterfragt,
c.. solange es leitende Mitarbeiter in Jugendaemtern gibt, die Muetter vor dem
gemeinsamen Sorgerecht warnen,
d.. solange Vorurteile bestehen, letztlich gehoere das Kind sowieso zur Mutter,
e.. solange in der Praxis Muetter eigenmaechtig den Vater-Kind-Umgang festlegen
koennen, wenn noch kein Urteil vorliegt,
f.. solange alleine schon aufgrund so mancher Verfahrensdauer (bis es zu einer
Umgangsregelung kommt) die Gefahr der Vater-Kind-Entfremdung besteht
g.. solange gerade durch das Boykottieren von gemeinsamen Eltern-Gespraechen
durch Muetter vor Jungedaemtern der sicherste Weg ist, ein gemeinsames
Sorgerecht zu verhindern,
h.. solange Muetter die Moeglichkeit haben, trotz bestehender Umgangsregelung
nahezu sanktionslos den Vater-Kind-Umgang zu unterlaufen, kann man von einer
Reform kaum sprechen.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Vor einiger Zeit habe ich beim Zahnarzt in
einer eher unbedeutenden Illustrierten gelesen, dass Sie mit dem Vater der
Kinder Ihrer jetzigen Frau recht gut auskommen. Soweit die Schilderung so
zutrifft, ist es schoen fuer Sie, den Vater und die Kinder. Wahrscheinlich
truebt das Ihren Blick auf die Noete und Belastungen, die leider viele andere
Vaeter haben. Von einem Bundeskanzler haette ich mir aber da etwas mehr
Feingefuehl fuer einen nicht unbetraechlichen Teil der Bevoelkerung erwuenscht.

Es geht um das Heranwachsen unserer Kinder und um Ihr Recht auf beide Eltern.
Dies kann sich nicht dadurch aendern, weil sich die Eltern nicht mehr
verstehen. Und es geht auch um die legitimen AEngste, Sorgen und Leiden der
betroffenen Vaeter. Wer diese Probleme nicht erkennen will, verkennt eine der
gesellschafts- und familienpolitischen Folgen der Veraenderungen
der Familien in der heutigen Zeit und versagt sich seiner
Verantwortung hierzu. Insbesondere, als dass die Folgen der
Scheidungskinder weitere erhebliche Probleme in unserer
Gesellschaft schaffen, mit denen Sie sich, sehr geehrter Herr
Bundeskanzler, dann noch oft genug werden beschaeftigen
muessen.
Insoweit bitte ich Sie, Ihre Entscheidung zu ueberdenken, ob
Vaeter im Maerz ueber 200 Km umsonst nach Bonn radeln
muessen.

Mit freundlichen Gruessen

Ruediger Meyer-Spelbrink

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