Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Standpunkt zur teilweisen Einstellung der Linie 24

0 views
Skip to first unread message

PDS-Stadtfraktion Leipzig

unread,
Oct 5, 1999, 3:00:00 AM10/5/99
to
Einstellung der Linie 24
Zur Ratsversammlung am 15.9.1999 wurde die teilweise Einstellung der Linie 24 im Leipziger Süden mehrheitlich mit einer Reihe von Gegenstimmen beschlossen.
Der Verzicht auf den Teil einer Straßenbahnlinie und gleichzeitig eines Teil des Gleisbettes der Stadt muss wohl bedacht sein, hier wurde eine Entscheidung getroffen, die nicht mehr reparabel ist.
Aus diesem Grund hatte unsere Fraktion mit Vertretern der Geschäftsführung und des Fahrsgastbeirates der LVB, dem Leiter des Stadtplanungsamtes, der Citygemeinschaft, des Ökolöwen und anderen Betroffenen und Interessierten eine Anhörung durchgeführt, um die Argumente auszutauschen und abzuwägen.
Im Ergebnis dessen sehen wir fünf Punkte, die wir kritisch bewerten:
1.Der Ring wird in der Höhe des Schauspielhauses schlechter erschlossen, insgesamt werden die Wegebeziehung Nord - Süd komplizierter, kurz gefasst die Dirtektbeziehungen werden erheblich gestört.
2.Der Schülerverkehr zum Gymnasium wird problematisch.
3.Der LVB wird eine Ausweichstrecke fehlen.
4.Die Kosten- Nutzen-Rechnung der Vorlage gehört in den Schredder, aber nicht auf den Tisch eines Stadtrates. Die Einsparungen werden groß gerechnet, die zusätzlichen Ausgaben verniedlicht. Trotzdem werden wir gerade diesen Punkt nicht weiter verfolgen, wie später erläutert wird.
5.Mit der Schließung wird ein entscheidendender Schritt hin zu einer Achsenkonzeption bei der Führung der LVB Linien getan, ohne dass die Flächennetzkonzeption zu Ende diskutiert ist.
All dies könnte die PDS- Fraktion nicht tragen, gäbe es nicht zum ersten Mal eine echte Alternative, die mit der Schließung einhergeht.
Einmal die Verlegung der 24 auf das Netz der Linie 11 und zum anderen die Eröffnung einer neuen Buslinie, die die entstehende Erschließunglücke im Musikviertel behebt, von der Linienführung wahrscheinlich sogar besser ist als die derzeitige 24 und die Führung des Busses durch die Stadt, mit einer neuen verkehrstechnischen Qualität.
Deshalb kann man die Kostenrechnung auch nicht als das Alleinseligmachende betrachten, denn die LVB geht, was wir begrüßen, unseres Erachtens an dieser Stelle von der Fahrgastorientierung ab und sie wechselt zur Angebotsorientierung.
Für die Einführung der Buslinie sehen wir einige wichtige, noch zu lösende Aufgaben der LVB:
1.Die Tarifgestaltung muss geändert werden. Das dichte Haltestellennetz führt für die bisherigen Nutzer defacto zu einer ungerechten Kostenbelastung.
2.Die Führung selbst durch die Stadt muss flexibel bleiben, weil erhebliche Fahrbeeinträchtigungen durch die Nikolaistraße befürchtet werden und ein Umlegung erforderlich sein kann.
3.Die Taktzeiten von 15 min sollten auf die Ladenöffnungszeiten abgestimmt werden und nicht vom Tagesnamen abhängig sein.
4.Die LVB sollte sich darauf vorbereiten, dass diese Linie eventuell wirklich gut angenommen wird, dann reicht die vorgehaltene Kapazität bei weitem nicht
5.Die Führung über die Straßenbahngleiskörper muss noch einmal geprüft werden.
Die PDS- Fraktion hat festgestellt, dass die Umstellung von einem Teil der Linie 24 und die Einführung der Busse aus den oben genannten Gründen problematisch ist. Die dafür stimmenden Argumente haben uns nicht überzeugt.Deshalb hat unsere Fraktion der teilweisen Einstellung der 24 mehrheitlich nicht zugestimmt.

0 new messages