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UZ04: "So wie es ist, bleibt es nicht..."

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UZ-Redaktion

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Jan 27, 2000, 3:00:00 AM1/27/00
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*29./30.* *Januar:* *15.* *Bundeskongreß* *der* *SDAJ* *in* *Gladbek**
>>"So wie es ist, bleibt es nicht..."

An diesem Wochenende findet der 15. Bundeskongress
der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ)
in Gladbeck statt. Der Kongress steht unter dem Motto
"Rot, frech, radikal ins nächste Jahrtausend - die
Zukunft muss sozialistisch sein!"

Dass die SDAJ in der Tat "rot, frech, radikal" sein
kann, hat sie am LL-Wochenende in Berlin - trotz
alledem - gemeinsam mit vielen anderen Menschen
gezeigt. Damit das in den kommenden Wochen, Monaten
und Jahren nicht nur so bleibt, sondern der
Jugendverband sich inhaltlich und organisatorisch
weiter entwickelt, größer und stärker wird, dafür
soll der Kongress weitere Grundsteine legen.

Im Mittelpunkt wird die Diskussion um das
"Zukunftspapier" der SDAJ stehen. Rund 30 Seiten
umfasst der Antrag mit dem Arbeitstitel "Die Zukunft
muss sozialistisch sein - wir fordern unsere Rechte",
den der Bundesvorstand dem Kongress zur Diskussion
stellt. Heiße und streitbare Debatten hat es im
Vorfeld in den Gruppen und Landesverbänden der SDAJ
gegeben, die sich in einer Reihe von
Änderungsanträgen wiederfinden.

"Wir stehen am Anfang eines neuen Jahrtausends",
heißt es in der Einleitung des Zukunftspapiers. Und
weiter: "Viele richten den Blick nach vorn, auf die
Zukunft. Wie soll es weitergehen? Wie wird die Welt
sich verändern? (...) Uns wird gesagt, der
Kapitalismus sei die beste Gesellschaft, die es geben
kann. Dieser Kapitalismus sei der Höhepunkt und das
Ende der menschlichen Entwicklung. Wir meinen: So wie
es ist, darf es nicht bleiben!"

Mit dem Zukunftspapier stellt die SDAJ ihre
Positionen und Forderungen, aber auch ihre Ideen von
einer Gesellschaft der Zukunft, einer sozialistischen
Gesellschaft zur Diskussion. Mit einer kurzen
Beschreibung der aktuellen politischen Situation
verdeutlicht das Papier, warum es so, wie es ist,
nicht bleiben darf. Der Hauptteil des Papiers, in dem
die SDAJ die Grundrechte der Jugend formuliert,
beschreibt, wie das Leben sein sollte und könnte.
Könnte? Ja, könnte, "wenn es gelingt, den
Herrschenden, dem Kapital, die Macht über die
Produktionsmittel zu entreißen". Deshalb beschreibt
der letzte Teil des Papiers die Vorstellungen der SDAJ vom
Sozialismus als grundlegende gesellschaftliche
Alternative zum Kapitalismus und einige Positionen,
welche ersten Schritte notwendig sind, um dieses
zugegebener Maßen nicht gerade vor der Tür stehende
Ziel zu erreichen.

Die SDAJ als revolutionärer Jugendverband ist sich
durchaus bewusst, dass dieses Ziel weit entfernt
bleiben wird, wenn sie alleine da- rum kämpft.
Deshalb ist das Papier nicht als der Weisheit letzter
Schluss, der in den Schubladen und Schränken ihrer
Mitglieder ruhen soll, gedacht. Es soll ein Beitrag
zum gemeinsamen Kampf sein. Ausgehend von dem
Kongress will die SDAJ mit möglichst vielen
Jugendlichen, mit anderen Gruppen und Organisationen
um ihre Positionen und um das Zukunftspapier
streiten. Es steht zur Diskussion und wird von
Anregungen und Kritik leben.

Als zweiter zentraler Antrag des Bundesvorstandes
wird auf dem Kongress die "Handlungsorientierung" für
die nächsten zwei Jahre zur Debatte stehen.
Bestandteile sind die Weiterentwicklung der zentralen
politischen Schwerpunkte der SDAJ,
Arbeiterjugendpolitik, Antimilitarismus &
SchülerInnenpolitik. Weitere Punkte der
Handlungsorientierung betreffen die Arbeit mit dem
Zukunftspapier nach dem Bundeskongress, das
bundesweite Pfingstcamp 2000, das in Ahaus
stattfinden wird, die Bildungsarbeit des Verbandes
und die Arbeit mit der "position", der Zeitung der
SDAJ.

Wera Richter


aus *UZ* unsere Zeit, Zeitung der DKP, Nr.04
28. Januar 2000
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