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---------- Forwarded message ----------
Hi newmoney,
folgenden Bericht erhielt ich von der S-Bahn-Aktion in Berlin.
Freundlicher Gruss,
Wolfgang Roehrig
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Bericht von der Berliner S-Bahn-Aktion der Berliner Initiative Neutrales
Geld - BING
Berlin, den 30.1.2000
Liebe Freunde!
Die Aktion in Berlin war ein Erfolg. An drei Tagen sind wir in der S-
und U-Bahn unterwegs gewesen und haben unsere nachgemachten "Fahrkarten"
unter's Volk gebracht. Ziel der Kampagne war die Verbreitung der
freiwirtschaftlichen Ideen in breiterem Umfang und die Einladung zu
einem Vortrag von Prof. Bernd Senf. Im Durchschnitt mit 7 Leuten haben
wir pro Tag ungefähr 3 Stunden lang ausgeteilt und sind ungefähr 25.000
Karten losgeworden , d. h. pro Stunde und Nase kann man rund 300 Karten
verteilen.
Die Vorbereitung der Aktion war eigentlich nicht sehr aufwendig,
allerdings sehr zeitintensiv. Der Druck der Karten ging reibungslos über
die Bühne, aber zum Schneiden des Papiers brauchten wir einen ganzen
Tag. Die größte Arbeit aber hat das Zusammenholen der äAktivisten"
gemacht. Diese Schwierigkeiten haben wir wohl etwas unterschätzt, so daß
wir letztlich auch nur die Hälfte der Karten verteilen konnten.
Die Aktion selbst war ein Erfolg und hat den Mitmachern bei aller
Anstrengung doch ziemlich viel Spaß gemacht. Schließlich ist man in der
Bahn für gewöhnlich eher in der Rolle des Kontrollierten, und so war die
andere Perspektive mal eine interessante und witzige Erfahrung. Beim
Betreten des Wagens haben wir uns zuerst durch einen Spruch
Aufmerksamkeit verschafft, z.B. mit: äSchönen guten Tag, die
Fahrausweise û gibt's heute kostenlos für Sie...", wobei regelmäßig ein
Zucken durch die Menge ging. Danach haben wir möglichst schnell und
flächendeckend ausgeteilt.
Die Reaktionen der Leute waren fast durchweg positiver Natur. Die
meisten waren zwar eher gleichgültig, viel fanden die Sache aber auch
lustig. Natürlich gab es auch immer wieder witzige Begebenheiten. Viele
hielten uns für echte Kontrolleure und hielten uns ihre Monatskarte hin,
und manchmal sprang auch einer noch schnell aus dem Wagen. Einmal
schenkte uns ein Punk eine Mark, vielleicht sahen wir irgendwie
bedürftig aus. Interessant war das Verhalten der Leute aber auch aus
soziologischer Sicht: Während Studenten fast immer zugriffen, lehnten
Geschäftsleute (die auch ab und zu Bahn fahren!) meistens ab. Eine
genauere Studie wäre hier sicher lohnenswert...
Und schließlich der Vortrag am Freitag dem 28.1.2000: Mit 120 Leuten
haben wir nicht wirklich gerechnet, und mußten schnell noch in einen
größeren Raum umziehen. Prof. Senf redete dann drei Stunden lang sehr
ausführlich über das Zinssystem, und trotz geistiger Herausforderung und
schlechter Luft blieben die allermeisten bis zum Schluß. Die Auswertung
der ausgeteilten Fragebögen fiel erstaunlich gut aus: fast alle
Teilnehmer fanden den Vortrag interessant bis aufregend, viele
verzeichneten bei sich einen großen Erkenntniszuwachs und wollen am
Thema dranbleiben bzw. ließen ihre Adresse da. Ungefähr ein Drittel der
Leute kam über die Fahrkartenaktion dazu, die anderen durch Plakate oder
Freunde. Das Durchschnittsalter lag bei 37 Jahren und immerhin fast ein
Drittel waren Frauen. Ich denke, die Aktion hat sich auf jeden Fall
gelohnt und kann sicher in Berlin oder anderen Städten wiederholt
werden. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle Mitmacher
und Unterstützer, ohne die so etwas nicht möglich gewesen wäre. Viel
Spaß beim Weitermachen und bis zur nächsten Aktion
Leopold Wonneberger
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Es gruesst
Wolfgang Roehrig
http://www.geldreform.de/ (= http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/ )
Volltexte zur Zinsproblematik und zu einer moeglichen Geldreform