IN DER NACHT ZUM INT. FRAUENTAG STARKE UNTERSTÜTZUNG FÜR DIE STREIKENDEN
IN MAGDEBURG BEKUNDET
Gestern, am Freitag, 7. März, fand eine beeindruckende Demonstration vor
dem Druckhaus Barleben des Magdeburger Druck und Verlagshauses statt.
Die Streikenden wurden von vielen Kolleginnen und Kollegen der IG Medien
aus anderen Städten besucht und verbrachten die halbe Nacht miteinander
vor dem Tor.
Wir (8 Hamburger/innen) waren mit einem Bus aus Hamburg angereist und
trafen (wegen Stau) erst gegen 23.00 Uhr in Barleben ein. Dort begrüßte
uns eine gutgelaunte "Meute": bislang war es verhindert worden, daß
Streikbrecher in die Druckerei gelangen waren, die Produktion stand,
niemand kam rein oder raus. Dagegen füllte sich der Vorplatz mit immer
mehr Bussen und PKW aus Bremen, Hannover, Braunschweig, etc.
Gegen Mitternacht baute auch eine Kapelle ihre Anlage auf und gegen die
Kälte half in Folge ein Polonaise-Tanz.
Auch einige Rosen fanden ihre Abnehmerinnen, das Lied 'Brot und Rosen'
erklang.
Gegen 1.00 Uhr unternahm der Betriebsrat eine Begehung der Druckerei:
dieser erfolgte unter starker Bewachung von Sicherheitspersonal und unter
Begleitung des Leiters der gesamten technischen Betriebe Bauers, K.-P.
Petschat. Anschließend erklärte die BR-Vositzende, Karin Bischoff und der
stellv. Vorsitzende, Klaus Kahmann, daß nur wenige in der Druckerei waren,
sich kaum ansprechen ließen und behauptet hatten, sie kämen von Bauer in
Hamburg. Mit den drei Hubschrauber-Einsätzen waren jedoch viel mehr Leute
eingeschleust worden.
Ansprachen u.a. verschiedener BR-Vorsitzender vermittelten das Gefühl von
Solidarität. Selbst nachdem Bauer (Eigentümer der Magdeburger Volksstimme
ist der Verleger Heinz Bauer, größter Zeitschriftenverlag in Europa,
Hauptsitz in Hamburg) Streikbrecher mit Hubschrauber einfliegen ließ und
jede Menge Mannschaftswagen der Polizei auffuhren, ließ die gute Stimmung
nicht nach. Gegen 2.00 Uhr morgens beendete Udo Hautmann für die
Streikleitung die Kundgebung, die Streikposten nahmen ihre Plätze ein.
Die massive Verschiebung der Zeitungsproduktion (über sieben Stunden)
wurde als voller Erfolg gewertet. Trotzdem waren nicht wenige entäuscht,
daß es wohl heute morgen dennoch zur Auslieferung kam. Zumindest hat es
eine Menge Polizeitaufgebot bedurft und einen sau-teuren
Hubschraubereinsatz. "Aber", so ein Redner, "wir lassen uns nicht
kriminalisieren."
Die Kolleginnen und Kollegen brauchen weitere Unterstützung. Wir sollten
in "unseren" Betrieben für Aufklärung sorgen.
Solidarische Grüße
Kersten Artus
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