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COMPUTER 2/2000 und der Streik in der SÄCHSISCHEN ZEITUNG

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Gunter Frei

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Mar 25, 2000, 3:00:00 AM3/25/00
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Auch in der jüngsten Ausgabe von COMPUTER (www.aib-verlag.de) setzt sich Ulrich Klotz mit den Fragen der "Neuen Ökonomie in der 'Neuen Welt'" auseinander. Bereits in der Ausgabe 1 und 2/2000 hatte er sich mit den Regeln, der Wertschöpfungs- und den Organisationsformen dieser "neuen" Ökonomie, die er für die Informationsgesellschaft als kennzeichnend zieht, auseinandergesetzt. Der jetzige dritte Beitrag widmend sich den Folgen dieser Veränderungen. Ob die in der Arbeit von Klotz aufgeführten Erscheinungen aber einen Beweis für eine "neue" Ökonomie darstellen, scheint eher strittig. Z. B. die Megafusion der ehemaligen Internet-Firmen AOL mit Time-Warner spricht eher dafür, dass die Regeln der "alten Ökonomie" mehr denn je gelten: entscheidend ist die grösse.

In dem Heft finden sich auch zwei lesenswerte Beiträge zur Übernahme der Mannesmann AG durch Vodafone und zu den "importierten Spezialisten" im High-Tech Bereich von Wolfgang Müller. Behandelt werden auch Fragen zur Mitbestimmungspraxis in der Betriebsratsarbeit (Intranet, Tele-Taylorismus u.a.). Sehr schön ist die Übersicht zur Rechtsprechung zum Thema "Mit eMail und Internet".

Ebenfalls in der Ausgabe noch eine kleine Nachbetrachtung zum Streik in der SÄCHSISCHEN ZEITUNG. In dem Text geht es um die verschiedenen gewerkschaftlichen WWW-Angebote zur Streikunterstützung. Neben der Darstellung des Konzeptes der IG Medien Hamburg werden auch einige Erfahrungen in der "virtuellen Streikunterstützung" angesprochen. So hatte Frank Wernecke in gewerkschafltichen Publikationen (Forum/M) von der Einmaligkeit einer WWW-Unterstützung dieses Streiks gesprochen. Dabei hatte er leider vergessen zu erwähnen, dass es wenigsten drei verschiedene WWW-Angebote gegeben hatte (IG Medien Hamburg, DJV und IG Medien). Ob pdf-Dateien, die nichtssagenden Presseeklärungen sowie Fehleinschätzungen zur Streiksituation auf den WWW-Seiten des IG Medien Hauptvorstandes eine Unterstützung darstellten, bedarf einer selbstkritischen Überprüfung. Zu Beginn des Streiks waren keine WWW-Seitens der IG Medien Hauptvorstandes geplant.

Hier noch eine Anmerkung, warum es mehrere WWW-Seiten zum Streik gab. Das es sie gegeben hatte, verdeutlicht zum einen, das unterschiedliche Gewerkschaften den Streik mit ihren (neuen) Mitteln unterstützen wollten. Die Tatsache, dass es neben dem Hauptvorstand noch ein WWW-Angebot (mit Konzept und Integration in die Streikauseinandersetzung bzw.- einbindung) der IG Medien Hamburg gegeben hat, wäre nicht nötig gewesen. Die Verantwortlichen beim Hauptvorstand der IG Medien mussten sich als Zensoren auftun: Sie waren nicht bereit, den Ausbau und die Aktualisierung der Seiten denen zu überlassen, die seit Wochen daran gearbeitet hatten. Für einige Tage war deren umfangreiches Angebot auf dem WWW-Server des IG Medien-Hauptvorstandes zu sehen. Als sich aber abzeichnete, dass die Zugriffsrechte für den ftp-Server ausschließlich bei Nichtbeteiligten lag und das konzipierte Angebot durch diese technische Restriktion nicht verändert werden konnte, machten sich die Urheber auf die Suche nach einem gewerkschaftlichen Server, der nicht von Zensoren bestimmt wurde. Aus den diversen Angeboten entschied man sich für die IG Medien Hamburg.

Das entwickelte WWW-Angebot der IG Medien Hamburg war der Versuch, diesen Streik zu unterstützen. Es sollte sich dabei um eine begleitende Aktivität handeln, die sich aus den Aktivitäten und Argumenten vor Ort ergaben. Die WWW-Seiten waren aber nur ein kleiner Teil einer gut organisierten Öffentlichkeitsarbeit ;-) ausserhalb gewerkschaftlicher Strukturen. Die Zugriffe auf die Seiten der IG Medien Hamburg wie auch die Rückfragen signalisierten, dass das Angebot auf Interesse gestossen war.

Günter Frei

PS: Den Artikel von Ulrich Klotz findet man auch im LabourNet (http://www.labournet.de/diskussion/wipo/NeuOekFin.html)

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