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HAMBURGER RUNDSCHAU an die Belegschaft übergeben

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Gunter Frei

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Mar 9, 2000, 3:00:00 AM3/9/00
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DJU und DJV fordern:
Hamburger Rundschau an die Belegschaft übergeben!

Die Deutsche Journalisten-Union (DJU) in der Hamburger IG Medien und der
Deutsche Journalistenverband Hamburg (DJV) verfolgen mit großer Sorge
die Entwicklung um die "Hamburger Rundschau" (HR). Denn dem Blatt, das
vor fast 20 Jahren als kritisches
Lokalzeitungsprojekt in der Hansestadt begann, droht nun die
stillschweigende Abwicklung, hieß es in einer gemeinsame Erklärung der
Gewerkschaften. Die wechselnden Inhaber hätten es bislang nicht
vermocht, die Wochenzeitung auf eine sichere Existenzgrundlage zu
stellen. Die Belegschaft hat den derzeitigen Verlegern Hans Barlach und
Josef Depenbrock deshalb das
Angebot gemacht, die "Hamburger Rundschau" zu übernehmen und in eigener
Regie fortzuführen.

Sprecher von DJU/IG Medien und DJV begrüßten den Versuch der
HR-Beschäftigten, ihr Blatt zu retten. Sie forderten die Verleger
Depenbrock und Barlach auf, die Existenz der Hamburger Rundschau zu
sichern und in diesem Zusammenhang das Verhandlungsangebot der
HR-Belegschaft anzunehmen. "Der Markt für eine unabhängige, kritische
lokale Wochenzeitung ist in Hamburg vorhanden", heißt es in der
gemeinsamen Erklärung der Journalistenorganisationen. Dass es bisher am
verlegerischen Erfolg mangelte, diesen Markt auch zu erschließen, dürfe
jetzt nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Die beiden
Verlagsgesellschafter hatten in den zurückliegenden Wochen den
überwiegenden Teil der Angestellten der HR gekündigt.

Als pikant werten DJU/IG Medien und DJV in diesem Zusammenhang, dass
HR-Verleger Barlach seit einigen Monaten auch einer der Verleger der
"Hamburger Morgenpost" ist und Josef Depenbrock seit dem 1. März deren
amtierender Chefredakteur. "Der demonstrierte Umgang mit der HR und
ihren Mitarbeitern sei nicht gerade die beste Empfehlung für die
notwendige, langfristige Sicherung der 'Hamburger Morgenpost'", heißt es
dazu in der Gewerkschaftserklärung. Ihren Beteuerungen, die
Pressevielfalt in Hamburg erhalten zu wollen, sollten die HR-Verleger
deshalb zumindest auch dadurch Taten folgen lassen, dass sie die
Verantwortung für die "Hamburger Rundschau" wieder in die Hände der
Verlags- und Redaktionsangestellten legen.

Hamburg, den 9. März 2000


DJV
Landesverband Hamburg
Stefan Endter
Tel. 040/36 97 10 - 0

IG Medien
dju Hamburg
Jürgen Bischoff
Tel. 0171/93 45 795

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