Hochschulgruppe an der FU Berlin
PRESSEMITTEILUNG
Berlin, den 17.01.2000
Studentischer Antrag an den
Akademischen Senat
zum Thema Studiengebühren
Nachdem auf der letzten Sitzung des Akademischen Senats zahlreiche
Studierende mit Protesten eine Stellungnahme des Gremiums zum Thema
Studiengebühren eingefordert haben, ist auf der Sitzung am 19. Januar das
Thema "Studiengebühren" auf die Tagesordnung gesetzt worden.
Zur Sitzung wird ein Antrag von Alexander Klose, Vorstand des AStAs und
Mitglied des Akademischen Senats, vorliegen, der eine Ablehnung von
Studiengebühren vorschlägt.
"Studiengebühren sind unsozial und bilden eine materielle Zugangssperre zur
Hochschulbildung", erklärt Alexander Klose, Mitglied der Alternativen Liste
Jura sowie der Alternativen Liste der FU. "Unsere Idee von Hochschule ist,
Bildung für alle zu ermöglichen. Dazu stehen Studiengebühren im krassen
Gegensatz." Außerdem spricht sich Klose gegen die Ideologie des schnellen
Lernens aus: "Eine wichtige Qualität von Hochschule ist die kritische
Auseinandersetzung mit den Studieninhalten sowie gesellschaftlichen Themen,
daher kann es nicht im Interesse der Studierenden und auch nicht der
Allgemeinheit sein, einen finanziellen Druck auf Studierende auszuüben und
so schnelle Studienzeiten zu erzwingen. Hochschule muß mehr sein als
Berufsbildung, sonst hat sie ihre Aufgabe ad absurdum geführt."
Studiengebühren führen in den Augen der grünnahen Hochschulgruppe zu einer
Entkopplung der Bildung von der Gesellschaft. "Bildung wird nicht mehr als
ein öffentliches Gut gesehen, dessen Nutzung als allgemeines Recht gilt,
sondern als zu erwerbende und zu bezahlende Dienstleistung."
"Wir fordern die grundsätzliche individuelle Kostenfreiheit für alle
weiterführenden Bildungswege. Dies bezieht sich nicht nur auf die Ablehnung
der direkten Erhebung von Studiengebühren, Verwaltungsgebühren und Gebühren
für Langzeitstudierende, sondern auch auf Modelle von Bildungsgutscheinen
oder privatem Bildungssparen", resümiert Klose die Forderungen der Gruppe.
Im Rahmen des Bundesweiten Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren werden an
der Freien Universität Unterschriften gegen die Einführung von
Studiengebühren gesammelt. Am Mittwoch findet im Anschluß an den
Akademischen Senat eine Vollversammlung an der FU statt, um die Ergebnisse
zu diskutieren.