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"Willkommen im Knast"

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K.R.Ä.T.Z.Ä.

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Nov 7, 2000, 3:00:00 AM11/7/00
to
K.R.Ae.T.Z.Ae.
KinderRAechTsZAenker
im Netzwerk SPIEL / KULTUR
Prenzlauer Berg e.V.
Dunckerstrasse 11, 10437 Berlin
(030 / 44 797 2-2, Fax -0
krae...@kraetzae.de
www.kraetzae.de


Pressemitteilung

Berlin, 7. November 2000


_Willkommen im Knast_

_Protest gegen die Schulpflicht_
_Kinderrechtsgruppe vergleicht Schule mit Gefaengnis_

Am Montag haben Mitglieder der Berliner Kinderrechtsgruppe
K.R.Ae.T.Z.Ae. (KinderRAechTsZAenker) vor der Kurt-Schwitters-
Gesamtschule im Bezirk Prenzlauer Berg eine Protestaktion gegen
die Schulpflicht durchgefuehrt. Die Aktion wird an anderen
Schulen in den naechsten Tagen fortgesetzt.

Mit einem Transparent, auf dem "Willkommen im Knast" zu lesen
war, stellten sich die Jugendlichen vor das Schultor und
verteilten an die Schueler, die zum ersten Schultag nach den
Herbstferien kamen, Flugblaetter, auf denen sie auf die
"Gemeinsamkeiten von Schule und Gefaengnis" hinweisen.

So heisst es in dem Text: "Das Hauptmerkmal von Gefaengnissen -
naemlich, dass Menschen zur Anwesenheit verpflichtet werden -
trifft auf Schulen auch zu. Schueler werden durch die
Schulpflicht gezwungen, mindestens 10 Jahre ihres Lebens in der
Schule zu verbringen - egal ob es ihnen dort gefaellt oder
nicht."

Damit verletze die Schule die Grundrechte auf Freiheit der
Person, die Versammlungsfreiheit und das Verbot der Zwangsarbeit.
Auch die Meinungsfreiheit, das Recht auf Eigentum und das
Postgeheimnis wuerden immer wieder verletzt.

Des weiteren kritisieren die Kinderrechtler die Machtposition der
Lehrer: "Schueler werden bevormundet und haeufig nicht ernst
genommen. Es wird in vielen Faellen Gehorsam verlangt. Wer
auffaellt, weil er sich nicht alles gefallen laesst, muss oft mit
zusaetzlichen Schikanen rechnen."

Schueler seien wie Gefangene an einen starren Tagesablauf
gebunden und stuenden unter staendiger Ueberwachung, wodurch sie
faktisch entmuendigt wuerden. Darueber hinaus aehnele sogar die
Architektur vieler Schulen der von Gefaengnissen.

Eine grosse Zahl von Schuelern sei unzufrieden. Nach Ansicht von
K.R.Ae.T.Z.Ae. "tragen diese Ungerechtigkeiten und Zustaende
ausserdem nicht dazu bei, im Leben spaeter / draussen
klarzukommen." Die KinderRAechTsZAenker ueben jedoch nicht
ausschliesslich Kritik. Sie verweisen immer wieder auf
"Demokratische Schulen" im Ausland, in denen jeder Schueler und
jeder Mitarbeiter eine Stimme hat und "niemand zum Lernen
gezwungen wird".

Die Jugendlichen von K.R.Ae.T.Z.Ae. hatten in der Vergangenheit
mehrere alternative Schulen in Daenemark, Oesterreich und England
besucht und dabei festgestellt, dass sie funktionierende
Alternativen zum "deutschen Zwangsschulsystem" darstellen.

Die in Berlin zur Zeit diskutierten und geforderten
Veraenderungen im Schulbereich (mehr Lehrer bzw. weniger
Unterrichtsausfall und kleinere Klassen, juengere Lehrer, mehr
Geld fuer Reparaturen und Lehrbuecher und aehnliches) seien nicht
geeignet, die prinzipiellen Maengel des Schulsystems zu
beseitigen.

Die "Willkommen-im-Knast"-Aktion soll in den kommenden Tagen an
weiteren Schulen wiederholt werden. Insgesamt sind mindestens elf
Schulen in Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Mitte, Kreuzberg und
Tiergarten vorgesehen.

Die KinderRAechTsZAenker setzen sich fuer die Ersetzung der
Schulpflicht durch ein Recht auf Bildung ein, das auch den Eltern
gegenueber durchsetzbar sein soll.

1996 hatte ein Mitglied der Gruppe sieben Monate lang den Chemie-
Unterricht verweigert und gegen die Schule geklagt, um gegen die
"Sinnlosigkeit des Zwangslernens" zu protestieren. Dies hatte
bundesweit fuer Aufmerksamkeit gesorgt.

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