Redaktion: Aktuelles, Wirtschaft
Ausstieg am St. Nimmerleinstag?
ROBIN WOOD protestiert gegen Nonsens-Gespräche zum
Atomausstieg
Mit einer überdimensional großen Klopapierrolle und dem Motto "30 Jahre sind
für'n Arsch - Atomausstieg sofort!" hat die Umweltschutzorganisation ROBIN
WOOD heute in Bonn das Gespräch über den so genannten Energiekonsens
zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Vertretern der AKW-Betreiber
kommentiert.
ROBIN WOOD fordert die rot-grüne Regierungskoalition auf, die
"Konsensgespräche" sofort zu beenden und umgehend alle Maßnahmen zu
ergreifen, um den notwendigen Sofortausstieg aus der Atomenergie gesetzlich
umzusetzen. Bei den "Konsensgesprächen" - deren Beginn nunmehr sieben Jahre
zurückliegt - haben die AKW-Betreiber sich immer wieder erfolgreich einer Einigung
über die Beendigung der Atomenergie-Nutzung widersetzt. Inzwischen feilschen sie
um Restlaufzeiten von 35 Volllastjahren für jedes AKW und ignorieren weiterhin
konsequent die Gefahren dieser Form der Energienutzung.
Ebenso unanständig ist die geplante Festschreibung der Reaktorlaufzeiten auf
"30 Jahre plus x", wie es SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Vorfeld des heutigen
Gesprächs vereinbart haben. "Hier werden jene Menschen verhöhnt, die in die
Bundesregierung das Vertrauen gesetzt haben, den Ausstieg schnell
herbeizuführen", kritisiert ROBIN WOOD-Atomexperte Jürgen Sattari. Die rot-grüne
Bundesregierung hat kein Interesse daran, die Abschaltung von Atomanlagen
tatsächlich durchzusetzen. "Im Gegenteil", sagt Sattari. "Das Reden über den
Atomausstieg verkommt zur politischen Floskel, wenn zugleich Zwischenlager an
den AKW-Standorten genehmigt und osteuropäischen Ländern Kreditzusagen zum
Bau von Atomkraftwerken gemacht werden! Wir erwarten, dass die rot-grüne
Bundesregierung die Produktion von hochradioaktivem Atommüll endlich verhindert,
anstatt nun auch noch neue Atomanlagen zu genehmigen."
Die von der rot-grünen Bundesregierung vorgeschlagenen und jetzt von den
AKW-Betreibern beantragten Zwischenlager an den AKW-Standorten sind eine
Bankrotterklärung für das gesamte Konzept der Atomenergienutzung. Mit dem Bau
dezentraler Zwischenlager will die Bundesregierung weitere Massenproteste gegen
CASTOR-Transporte vermeiden und den Widerstand der Anti-Atom-Bewegung
schwächen. Doch diese Rechnung wird nicht aufgehen. Allein die über 100 Behälter
mit abgebrannten Brennelementen, die in der französischen Wie-
deraufarbeitungsanlage La Hague auf den Rücktransport in das Zwischenlager nach
Gorleben warten, bieten Anlass genug zu Protesten. Ziel ist es, auch diese
Transporte mit aller Entschlossenheit zu behindern.
An die Adresse der rot-grünen Regierung richtet ROBIN WOOD die Forderung,
sich endlich aus den Fängen der Atomwirtschaft zu befreien. Denn ohne den
Ausstieg aus der Atomenergie ist die geforderte und notwendige Energiewende
nicht machbar.
Für Rückfragen: vor Ort Dirk Adams, Tel. 0179 / 22 71 795; Jürgen Sattari,
Tel. 0171 / 285 96 22 sowie in der Pressestelle Ute Bertrand, Tel. 040 / 390 95 53