Rapide Transaktion
ROBIN WOOD fordert: Jetzt Transrapid-Milliarden für den Ausbau des
Bahnnetzes nutzen
Mit einem Scheck der Deutschen Steuerzahler Bank über 6,1 Milliarden Mark und einem Geldkoffer haben heute AktivistInnen der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD Bahnchef Hartmut Mehdorn beim Transrapid-Spitzengespräch in Frankfurt empfangen. Verkehrsreferentin Steffi Barisch beglückwünschte den Bahnchef zu seinen klaren Äußerungen gegen den Bau der Transrapid-Strecke Berlin-Hamburg und sagte: "6,1 Milliarden Mark sollten allein für den Bau des Fahrwegs in den Sand gesetzt werden. Mit viel Engagement haben wir daran gearbeitet, dem Steuerzahler diese Fehlinvestition zu ersparen. Jetzt ist es allerhöchste Zeit für eine rapide Transaktion: Lenken Sie die Transrapid-Milliarden um, Herr Mehdorn und investieren Sie in den Ausbau einer Flächenbahn für alle!" Mit diesem Appell an Mehdorn präsentierte sie einen Geldkoffer, prall gefüllt mit Transrapid-Sonderbanknoten, auf denen der Techno-Flop des vergangenen Jahrhunderts abgebildet ist.
Bei dem Spitzengespräch, zu dem Bundesverkehrsminister Klimmt Vertreter der Bahn und der Industrie eingeladen hatte, geht es wieder einmal um das schon oft totgesagte Transrapid-Projekt. Bereits im Januar hatte der Bahnchef erklärt, ihm wolle es nicht in den Kopf, für schlappe 20 Minuten Zeitersparnis auf der Strecke Berlin-Hamburg zwölf Milliarden Mark auszugeben. Doch anstatt das endgültige Aus des überteuerten Prestigeprojektes bekannt zu geben, geht nun die Suche nach Ersatzstrecken in eine neue Runde. Kaum eine Verbindung war mittlerweile noch nicht im Gespräch: ob vom Münchner Flughafen ins Stadtzentrum oder von Frankfurt nach Brüssel, ob Streckenbau in China, Australien oder USA - die Suche nach einem Anwendungsfeld für die am Bedarf vorbei entwickelte Technik führt auf mannigfache Abwege, weil auch die rot-grüne Bundesregierung den Schwarzen Peter gern weiterreicht, anstatt das Projekt zu stoppen. "Diese Hinhaltetaktik blockiert wichtige Zukunftsentscheidungen bei der Bahn", kritisiert Barisch. "Die fehlende ICE-Verbindung zwischen Hamburg und Berlin ist dafür nur ein drastisches Beispiel."
ROBIN WOOD fordert, die Suche nach Ersatzstrecken endlich zu beenden und die frei werdenden Transrapid-Milliarden für die Entwicklung eines leistungsfähigen Bahnsystems in der Fläche zu investieren. Ziel muss es sein, dass nicht allein die Fahrgäste zwischen den Metropolen schnell reisen, sondern auch kleinere Nachbarorte optimal angebunden sind. Um gute Punkt-zu-Punkt-Reisegeschwindigkeiten zu garantieren, ist es unerlässlich, die Schnittstellen zwischen Nah- und Fernverkehr zu optimieren.
Das Aus für die Transrapidstrecke Berlin-Hamburg sieht ROBIN WOOD als wichtigen Zwischenerfolg der langjährigen Kampagnenarbeit. Die Umweltorganisation ROBIN WOOD war eine der ersten, die - in Kooperation mit einer Vielzahl lokaler Bürgerinitiativen - gegen den Bau des Transrapids mobilisiert hat. So verteilten ROBIN WOOD-AktivistInnen in Bahnhöfen TransRapidCards (Motto: "Mehr Schulden für das ganze Volk"), klebten Plakate und seilten sich an Bahnbrücken ab. Bereits 1997 erschien ein von ROBIN WOOD in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten, das die krasse Unwirtschaftlichkeit der Transrapidstrecke Berlin-Hamburg nachweist.
Kontakt: in der Pressestelle:
Astrid Schwäbe, Tel. 040 / 390 95 56