Hamburger Abendblatt
22.1.1998
Von Christian Gaertner
Itzehoe - Die Broschüre, die bei einigen Hamburgern
kürzlich im Briefkasten landete, verspricht viel:
"Es gibt eine Lösung zum Drogen- und Alkoholproblem",
lautet die Überschrift - Werbung für ein Drogen- und
Alkohol-Rehabilitationszentrum in Itzehoe (Holstein)
namens "Narconon". Vollmundig verspricht das Faltblatt
"sofortige Aufnahme", "kurze Entgiftungszeit" durch
"audgebildete Entzugsspezialisten" und "überdurch-
schnittliche Erfolgsquoten". Eine gute Nachricht
angesichts der 300000 von harten Drogen Abhängigen
und 2,5 Millionen Alkoholkranken in Deutschland?
Der Haken an der Sache: Narconon gehört zu Scientology.
Also zu einer "auf unbedingte Gewinnmaximierung
ausgerichteten wirtschaftlichen Organisation, deren
Ideologie totalitäre Züge trägt". So hat es die
Bundesregierung formuliert, und auch Parteien und
Kirchen stufen Scientology als gefährlich ein.
Zwar taucht der Begriff "Scientology" in der Narconon-
Broschüre gar nicht auf. Doch der Text verweist auf den
"Humanisten L. Ron Hubbard", den Gründer und geistigen
Vater von Scientology. Der Sektenbeauftragte der
schleswig-holsteinischen Landesregierung, Hans-Peter
Bartels: "An der Verbindung besteht kein Zweifel.
Narconon ist ein Teil der Association for Better Living
and Education (ABLE), und das ist der soziale Arm der
Scientology-Gesamtorganisation".
Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt bereits im
Fall Narconon - wegen des verdachts auf Verstoß gegen
das Heilpraktiker-Gesetz. Vor einigen Monaten beschlag-
nahmten die Ermittler bei einer Durchsuchungsaktion
umfangreiche Unterlagen. In Bayern war 1995 der Chef
einer Narconon-Einrichtung wegen des gleichen Delikts
rechtskräftig verurteilt worden.
Fachleute halten das Therapiekonzept von Narconon für
fragwürdig. "Es handelt sich nicht um eine fachlich
qualifizierte Einrichtung, daher gibt es auch keine
staatlichen Zuschüsse", versichert eine Sprecherin des
schleswig-holsteinischen Ministeriums für Arbeit, Gesund-
heit und Soziales. und der Arbeitskreis "Dezentrale
Psychiatrie" des Landkreises Steinburg warnt: "Die bei
Narconon angewendeten Methoden können mit unkalkulierbaren
Risiken für die Gesundheit verbunden sein."
"Es ist dort kein medizinisches Personal vorhanden", sagt
Dr. Maike Wenk, Leiterin der Sozialpsychiatrischen Abteilung
im Landkreis. Sie habe sich die Einrichtung zweimal
angesehen. Die Abhängigen würden einem "kalten Entzug"
unterworfen, der normalerweise nur unter strenger ärztlicher
Aufsicht erfolge. Die Verantwortlichen verwiesen darauf, nur
eine Selbsthilfeorganisation zu sein. Man habe ihr erklärt,
die Einrichtung werde von einem Arzt unterstützt, und der
sei über Handy erreichbar. Maike Wenk: "Fraglich, wie oft
er die Patienten sieht."
Nach dem Entzug sollen die "Studenten", so nennt Narconon
die Teilnehmer, bei mehrstündigen Saunagängen Drogenrückstände
ausschwitzen. Maike Wenk: "Danach werden höchstdosiert Vitamine,
auch fettlösliche, verabreicht. Das kann zu Vergiftungserscheinungen
führen." Einen breiten Raum in der Therapie nimmt anschließend
die geistige Schulung der "Studenten" ein - Ähnlichkeiten zu
den Scientology-Praktiken, zum Beispiel bei den Kommunikations-
übungen, sind unübersehbar. "Es besteht die Gefahr, daß die
Süchtigen von einer Abhängigkeit in die nächste kommen", so
Sektenbeauftragter Bartels. Immerhin wird den Teilnehmern des
Programms ein "langjähriger Kontakt" versprochen.
"Einfach schließen", so Maike Wenk, "können wir die Einrichtung
nicht." Deshalb sollen nun die Ermittlungenabgewartet werden.
Doch die können sich hinziehen: "Wahrscheinlich müssen medizinische
Gutachten erstellt werden", sagt Rolf Schamerowski, Sprecher der
Staatsanwaltschaft Itzehoe. "Die Sache ist äußerst schwierig."
Zu den Vorwürfen hat sich Narconon trotz mehrmaliger Anfrage
gegenüber dem Abendblatt nicht geäußert - nach eigenen Angaben
aus Zeitmangel.
Berliner Morgenpost
25. Januar 1998
BM/AFP/AP Washington - Das
US-Außenministerium hat die
Überwachung der Scientology-Sekte
durch den Verfassungsschutz in
Deutschland kritisiert.
In einem in Washington veröffentlichten
Bericht des Ministeriums heißt es,
mehrere Mitglieder der Sekte seien
Opfer von Belästigungen,
Diskriminierung und Gewaltandrohungen
geworden. Die jüngst in Deutschland,
Frankreich und Belgien eingerichteten
Untersuchungskommissionen zum
Thema Sekten bedrohten die
Religionsfreiheit.
US-Außenministerin Madeleine Albright
kündigte unterdessen die Einsetzung
eines Koordinators zur Förderung der
Religionsfreiheit an, der sich im Ausland
für die Garantie der Religionsfreiheit
stark machen soll.
>USA kritisieren Überwachung von Scientology
>
>Berliner Morgenpost
>25. Januar 1998
<...>
> US-Außenministerin Madeleine Albright
> kündigte unterdessen die Einsetzung
> eines Koordinators zur Förderung der
> Religionsfreiheit an, der sich im Ausland
> für die Garantie der Religionsfreiheit
> stark machen soll.
Setzen wir doch auch einen Koordinator zur Förderung der
Religionsfreiheit ein, der sich für die Garantie der Religionsfreiheit
in den U.S. stark macht!
Und dann gleich noch einer, der sich für den Schutz unserer Kinder vor
den schädlichen Auswirkungen der Sexpraktiken des U.S. Präsidenten und
amerikanischen Regierungs- und Kongressangehörigen schützt...
Ich sende Clinton eine Festpackung Pariser mit Erbeergeschmack :-)
--
Peter Widmer <pwi...@access.ch>
Zuerich <http://www.access.ch/pwidmer>
> Hamburger Abendblatt 22.1.1998, Christian Gaertner
>
> Itzehoe - Die Broschüre,"... Werbung für ein Drogen- und
> Alkohol-Rehabilitationszentrum in Itzehoe (Holstein)
> namens "Narconon".
War von denen nicht schon in Christiane F.´s "Kinder v. Bf. Zoo" vor
einer ganzen Generation die Rede?
--
Wolfgang
Ich setze ein F´up fuer Dich:
d.s.w.sciento
Soll sich Deutschland mal spaßeshalber für die Probleme in den
US interessieren und Stunk machen?
Aus:
Christiane F - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
© Stern
Und irgendwann im Mai 1977 schnallte ich es dann auch selber mit meinem
kaputten Kopf, daß ich genau noch zwei Möglichkeiten hatte: Entweder ich
setzte mir möglichst bald den Goldenen Schuß, oder ich machte einen
ernsthaften Versuch, vom Heroin loszukommen. Ich wußte, ich war bei
dieser Entscheidung ganz allein. Auch auf Detlef konnte ich da nicht
mehr rechnen. Ich konnte vor allem die Entscheidung nicht von ihm
abhängig machen.
Ich fuhr zur Gropiusstadt, zum Haus der Mitte, in das evangelische
Jugendhaus, wo meine Drogenkarriere angefangen hatte. Der Club war
mittlerweile zugemacht worden, weil sie da mit dem Heroinproblem nicht
mehr fertig geworden waren. Dafür hatten sie jetzt eine Drogenberatung.
Echt eine Drogenberatung nur für die Gropiusstadt. So viele
Heroinsüchtige gab es da zwei Jahre, nachdem das erste H in Gropiusstadt
aufgetaucht war. Die sagten mir, was ich eigentlich längst wußte: Daß
ich nur durch eine echte Therapie noch eine Chance hätte. Sie gaben mir
die Adressen von DrogenInfo und Synanon, weil die noch die größten
Therapie-Erfolge hätten.
Ich hatte einen ziemlichen Bammel vor diesen Therapien, denn die waren
unheimlich hart, erzählte man auf der Scene. Das war die ersten Monate
schlimmer als im Gefängnis. Bei Synanon mußte man sich sogar erst mal
eine Glatze schneiden lassen. Wohl, um zu beweisen, daß man mit einem
ganz neuen Leben anfangen wollten. Ich dachte, daß ich das nicht
bringen würde, mir den Kopf kahlscheren zu lassen und rumzulaufen wie
Kojak. Meine Haare waren mir irgendwie das Wichtigste an mir. Hinter
ihnen versteckte ich mein Gesicht. Ich dachte wenn sie mir die Haare
abschneiden, könnte ich mich auch gleich umbringen.
Die Drogenberaterin sagte dann auch selber, daß ich kaum eine Chance
hätte bei Drogeninfo und Synanon, weil die eigentlich gar keine
Therapieplätze mehr frei hätten. Die Aufnahmebedingungen seien sehr
hart. Man mußte körperlich noch gesund sein und denen erstmal durch
freiwillige Selbstdisziplin beweisen, daß man überhaupt die Kraft hatte,
von H weg zukommen. Die Drogenberaterin sagte, daß ich ja noch sehr
jung sei, nicht einmal 15, also fast noch ein Kind. Da würde ich schwer
bringen, was die verlangten. Für Kinder gäbe es eigentlich noch gar
keine Therapie.
Ich sagte, ich wollte eigentlich auch zu Narkonon. Narkonon war das
Therapie-Haus einer Sekte, der Scientology Church. Auf der Scene liefen
einige Fixer rum, die schon bei Narkonon gewesen waren und erzählten,
das sei da eigentlich ganz in Ordnung. Bei Narkonon gab es überhaupt
keine Aufnahmebedingungen, wenn man im voraus zahlte. Man durfte seine
Fixer-Kluft anbehalten, die eigenen Platten mitbringen und sogar Tiere.
Die Drogenberaterin sagte, ich solle mal darüber nachdenken, warum so
viele Fixer erzählten, die Therapie bei Narkonon sei ganz dufte gewesen,
und dabei munter weiter drückten. Sie jedenfalls kenne keinen einzigen
Fall einer erfolgreichen Therapie bei Narkonon.
Ich fragte, was ich dann tun solle, wenn ich bei den anderen Therapien
erst gar keine Chance hätte. Da gab sie mir die Adresse von Narkonon.
Zu Hause träufelte ich wieder meinem Kater den Rinderblutextrakt mit
meiner einzigen Spritze ins Maul. Als meine Mutter kam, sagte ich ihr.
»Ich entziehe jetzt entgültig bei Narkonon. Da werde ich ein paar
Monate oder auch ein Jahr sein, und dann bin ich echt clean.«
Meine Mutter tat so, als glaube sie mir ohnehin kein Wort mehr. Aber
sie hängte sich gleich wieder ans Telefon und versuchte, Informationen
über Narkonon einzuholen.
Ich war voll abgefahren auf den Therapie-Trip. Ich fühlte mich
neugeboren. Ich hatte schon an diesem Nachmittag keinen Frei er mehr
gemacht und war total ohne H. Ich wollte entziehen, bevor ich zu
Narkonon ging. Ich wollte da nicht erst ins Turkey-Zimmer. Ich wollte
da total clean hinkommen, um vor den anderen, die da neu waren, gleich
einen Vorsprung zu haben. Ich wollte gleich beweisen, daß ich echten
Willen hatte, vom H wegzukommen.
Ich ging früh ins Bett. Ich legte den Kater, dem es immer mieser ging,
neben meinem Kopf auf das Kopfkissen. Ich war ein bißchen stolz auf
mich selber. Ich entzog ganz allein, total freiwillig. Welcher Fixer
brachte das schon? Ich hatte meiner Mutter zwar gesagt, daß ich sofort
entziehen würde, aber die hatte nur ungläubig gelächelt. Sie nahm sich
auch nicht wieder frei. So ein Entzug war für sie ja schon bald was
Alltägliches und was ganz Hoffnungsloses. Ich mußte also alles echt
ganz allein durchstehen.
Am nächsten Morgen war ich dann also voll auf Turkey. Es war so schlimm
wie bei den anderen Entzügen, vielleicht sogar noch schlimmer. Aber ich
dachte nie, das schaffst du nicht. Wenn ich meinte, die Schmerzen
würden mich umbringen, sagte ich mir sofort: Ne, das ist nur das Gift,
das aus deinem Körper entweicht. Du wirst leben, weil nie wieder
irgendein Gift in deinen Körper hineinkommt. Wenn ich eindöste, hatte
ich keine Horrorträume. Dann kamen mir Bilder vom herrlichen Leben nach
der Therapie.
Als die Schmerzen am dritten Tag erträglicher wurden, habe ich nur noch
mein Paradies wie in einem Film vor mir gesehen. Es wurde immer
konkreter. Ich ging weiter zur Schule. Bis zum Abitur. Ich hatte eine
eigene Wohnung. Ein VW-Cabriolet stand vor der Tür. Mit dem fuhr ich
meistens offen.
Die Wohnung lag im Grünen. In Rudow oder auch im Grunewald. Es war
eine Altbauwohnung. Aber keine von diesen großbürgerlichen
Altbauwohnungen, wie es sie in den Vorderhäusern um den Kurfürstendamm
gibt mit wahnsinnig hohen Decken und Stuck. Kein Haus mit einem Saal
als Eingang und roten Teppichläufern und Marmor und Spiegeln und
Namensschildern aus goldenen Buchstaben. Also keine Wohnung in einem
Haus, das schon irgendwie nach Reichtum stank. Denn Reichtum, stellte
ich mir vor, bedeutet Ablinken, Hektik, Streß.
Ich wollte eine Wohnung in einem alten Arbeiterhaus mit zwei oder drei
kleinen Zimmern, niedrigen Decken, kleinen Fenstern, mit abgetretenen
Holzstufen im Treppenhaus, wo es immer ein bißchen nach Essen roch, und
die Nachbarn aus der Wohnungstür kamen und »Guten Tag, wie geht es«
sagten. Die Treppe war so schmal, daß man den Nachbarn berührte, wenn
man ihm begegnete. Alle im Haus arbeiteten hart, aber sie waren sehr
zufrieden. Sie wollten nicht immer mehr zusammenraffen, sie waren nicht
neidisch, sie halfen sich gegenseitig, sie waren eben ganz anders als
die Reichen und auch ganz anders als die Arbeiter in den Hochhäusern von
Gropiusstadt. Es gab einfach keine Hektik in dem Haus.
Das Wichtigste in meiner Wohnung war das Schlafzimmer. An der rechten
Wand stand eine sehr breite Liege aus dunklem Stoff. Auf jeder Seite
war ein Nachttisch. Einer für Detlef, wenn er bei mir schlief. Und
dann stand noch auf jeder Seite der Liege eine Zimmerpalme. Es waren
überhaupt sehr viele Pflanzen und Blumen in dem Zimmer. Hinter dem Bett
war eine Tapete, die es nicht in Läden zu kaufen gibt. Auf der Tapete
war Wüste, riesige Sanddünen. Und ein paar Palmen. Eine Oase.
Beduinen mit ihren weißen Kopftüchern saßen total relaxed im Kreis,
tranken Tee. Es war der totale Frieden auf meiner Tapete. Auf der
linken Seite des Schlafzimmers, in der Nische, wo das Fenster in die
Dachschräge gebaut ist, war meine Sitzecke. Das war eine Sitzecke wie
in Arabien oder Indien. Viele Kissen um einen niedrigen runden Tisch.
Da saß ich abends, war die totale Ruhe, kannte keine Hektik und hatte
keine Wünsche und keine Probleme.
Das Wohnzimmer war eigentlich ähnlich wie das Schlafzimmer. Die
Pflanzen, die Teppiche. In der Mitte aber stand ein großer runder
Holztisch und Korbstühle drumherum. Um den Tisch saßen manchmal die
besten Freunde, aßen, was ich gekocht hatte, und tranken Tee. An den
Wänden hingen Regale mit vielen Büchern. Es waren alles sehr coole
Bücher von Leuten, die auch die Ruhe gefunden hatten und die Tiere und
die Natur kannten. Die Regale hatte ich selber gemacht aus Brettern und
Tauen. Das meiste in der Wohnung hatte ich selber gemacht, weil es in
den Möbelhäusern nichts gab, was mir gefiel. Weil die Möbel da protzig
waren und zeigen sollten, daß sie wahnsinnig Kohle gekostet hatten. Es
gab keine Türen in der Wohnung, sondern nur Vorhänge. Denn wenn Türen
auf - und zugingen, das machte Krach und Hektik.
Einen Hund hatte ich, einen Rottweiler, und zwei Katzen. Die Rücksitze
von meinem VW-Cabrio hatte ich rausmontiert, damit der Hund es gemütlich
hatte in dem Auto.
Abends kochte ich dann in aller Ruhe das Essen. Nicht in der Hektik, in
der meine Mutter immer kochte. Dann drehte sich ein Schlüssel in der
Wohnungstür. Detlef kam von der Arbeit. Der Hund sprang an ihm hoch.
Die Katzen machten einen Buckel und rieben sich an seinen Beinen. Dann
gab mir Detlef einen Kuß und setzte sich an den Abendbrottisch.
Das träumte ich also auf Turkey. Aber ich wußte nicht, daß es ein Traum
war. Für mich war es die Wirklichkeit von übermorgen. So war es nach
der Therapie, und ich konnte mir gar nicht vorstellen, daß es anders
nach der Therapie war. Das war alles so klar, daß ich meiner Mutter am
Abend des dritten Tages auf Turkey sagte, daß ich nach der Therapie
ausziehen würde in eine eigene Wohnung.
Am vierten Tag ging es mir schon so gut, daß ich aufstehen konnte. Ich
hatte noch zwanzig Mark in den Jeans, und diese zwanzig Mark machten
mich unruhig. Weil zwanzig Mark eben genau die Hälfte von vierzig Mark
sind. Und ich dachte, wenn du noch zwanzig Mark hättest, könntest du
dir eine wenn letzten Druck kaufen, bevor du morgen zu Narkonon gehst.
Ich redete mit meinem kranken Kater. Ich sagte ihm, es sei doch nicht
so schlimm, wenn ich ihn ein, zwei Stunden allein lassen würde. Ich gab
ihm mit meiner Spritze Kamillentee und Traubenzucker, das einzige, was
er noch bei sich behielt und sagte: »Du wirst auch nicht sterben.«
Ich wollte noch einmal so ganz geil über den Kudamm bummeln. Denn ich
wußte, daß es bei Narkonon keinen Ausgang gab und wenn, nur in
Begleitung. Und ich wollte auch einen Schuß drin haben, weil der Kudamm
ohne H bestimmt nicht so geil war. Mir fehlten nur die zwanzig Mark.
Ich mußte noch einen Freier machen. Ich wollte aber auf dem Bahnhof
nicht Detlef begegnen, ihm sagen: Du, ich habe einen fabelhaften Entzug
gemacht, habe das ganz toll gebracht. Und jetzt suche ich einen Freier,
weil mir noch zwanzig Mark fehlen. Detlef hätte mich garantiert nicht
verstanden. Er hätte mich angemacht, über mich gelacht und gesagt: Du
bist und bleibst eine alte Fixerbraut. Das wollte ich also unter gar
keinen Umständen.
Die Idee kriegte ich erst in der U-Bahn: Autostrich. Die Idee kam mir
wegen der zwanzig Mark, die noch fehlten. Auf dem Autostrich bekam man
oft nur zwanzig Mark. Babsi und Stella gingen ja schon auf den
Autostrich an der Kurfürsten- und Genthiner Straße. Ich hatte aber noch
immer einen urischen Horror vor dem Autostrich. Mir gefiel es schon
nicht, daß die Freier nicht zu mir kamen wie auf dem Bahnhof, und ich
sie in Ruhe prüfen konnte, sondern daß ich zum Auto des Freiers hin
mußte, wenn der winkte. Es war so schnell gar nicht richtig
auszumachen, was das für ein Typ war.
Das schlimmste war, wenn man an einen Zuhälter geriet. Die Zuhälter
tarnten sich als Freier. Wenn sie einen erst mal im Auto hatten, war
nichts mehr zu machen. Die meisten Zuhälter wollten zwar keine Fixerin
für sich laufen lassen, weil da ja viel zuviel Geld fürs Dope weggeht.
Aber sie wollten die Fixerinnen von der Kurfürstenstraße vertreiben,
weil die Fixer-Kinder die Preise auf dem Profi-Strich verdarben.
Babsi war mal zu einem Zuhälter in den Wagen gestiegen. Drei Tage hatte
der sie eingeschlossen. Sie wurde richtig gefoltert. Dann haben sie
ganze Kompanien von Männern Über sie rüber gelassen. Kanaken und
besoffene Penner und alles. Und Babsi war natürlich die ganze Zeit voll
auf Turkey. Sie hatte sich einen echten Knacks in diesen drei Tagen
geholt. Aber sie ging dann doch wieder auf die Kurfürstenstraße. Sie
war da ja die Queen mit ihrem Engelsgesicht und ohne Po und ohne Busen.
Die Profi-Nutten waren beinah ebenso gefährlich wie die Zuhälter. Die
Potsdamer Straße, wo die miesesten Nutten Berlins ihr Revier haben, war
nur rund 200 Meter vom Babystrich auf der Kurfürstenstraße weg.
Manchmal machten sie regelrecht Treibjagd auf Fixerinnen. Kriegten sie
eine, dann kratzten sie das Gesicht zu Hackfleisch.
Ich stieg U-Bahnhof Kurfürstenstraße aus und hatte urische Angst. Ich
dachte an die Ratschläge, die Stella und Babsi immer für den Autostrich
gaben: Keine jungschen Typen mit Sportwagen oder Ami-Schlitten,
Zuhälter. Ältere Typen mit Bauch, Krawatte, möglichst Hut sind okay. Am
besten sind die mit Kindersitz hinten im Auto. Brave Familienväter, die
mal eine schnelle Abwechslung von Mutti wollen und garantiert mehr Schiß
haben als die Mädchen.
Ich ging vom U-Bahnhof die hundert Meter hoch zur Kreuzung Genthiner
Straße, wo auch das Sound war. Ich tat so, als wolle ich gar nicht
anschaffen. Ich ging nicht an der Straße, sondern ganz dicht an den
Häusern. Es hielt trotzdem gleich einer. Er kam mir komisch vor.
Vielleicht weil er einen Bart hatte. Er sah irgendwie aggressiv aus.
Ich zeigte ihm einen Vogel und ging weiter.
Es war kein anderes Mädchen zu sehen. Es war ja noch vormittags. Ich
wußte aus Stellas und Babsis Erzählungen, daß die Freier ganz fickerig
wurden, wenn sie sich also gerade mal eine halbe Stunde Zeit genommen
hatten, und es war kein Mädchen da. Manchmal gab es auf der
Kurfürstenstraße mehr Freier als Mädchen. Es hielten auch gleich noch
ein paar. Ich tat so, als beachte ich sie gar nicht.
Ich guckte in ein Möbelschaufenster, und da war gleich wieder der Traum
von meiner Wohnung da. Ich sagte mir: Christiane, Mädchen, nun reiß
dich zusammen. Du mußt das jetzt schnell hinter dich bringen, diese
lächerlichen zwanzig Mark. Du mußt dich jetzt voll konzentrieren. Bei
solchen Sachen mußte ich mich immer darauf konzentrieren, das schnell zu
packen, damit es möglichst bald vorbei war.
Dann hielt ein weißer Commodore. Zwar kein Kindersitz hinten, aber der
Typ sah nicht link aus. Ich stieg ein, ohne noch viel zu überlegen.
Ich einigte mich mit ihm auf fünfunddreißig Mark.
Wir fuhren zum Askanischen Platz. Da ist ein altes Bahnhofsgelände, das
der DDR-Reichsbahn gehört. Wir fuhren da rauf. Es ging ganz schnell.
Der Typ war nett, und ich hatte gleich wieder mein gutes Feeling drauf.
Ich vergaß sogar, daß der Typ ein Freier war. Er sagte, daß er mich
gern wiedersehen würde. Aber das ginge erst mal nicht, weil er in drei
Tagen mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Norwegen in Urlaub
führe.
Ich fragte ihn, ob er mich noch zur Hardenbergstraße fahren könne, zur
Technischen Universität. Er machte das sofort. An der Technischen
Universität war vormittags die Scene.
Es war ein schöner warmer Tag, der 18. Mai 1975. Ich weiß das Datum
noch genau, weil ich zwei Tage später Geburtstag hatte und fünfzehn
wurde. Ich bin auf der Scene rumgeflippt und habe mit ein paar Typen
gequatscht. Ich streichelte lange einen Hund. Ich war total happy.
Ich fand es ein wahnsinnig geiles Gefühl, keine Eile zu haben und mit
dem Druck so lange zu warten, wie ich Bock hatte. Ich war ja körperlich
nicht mehr drauf.
Als ein Typ vorbeikam und fragte, ob ich Dope haben wollte, sagte ich
dann ja. Er ging vor zum Ernst-Reuter-Platz, und da kaufte ich dann ein
halbes Halbes für vierzig Mark. Ich ging gleich auf die Damentoilette
am Ernst-Reuter-Platz. Die ist ziemlich sauber. Ich tat nur die Hälfte
des Dopes auf den Löffel, weil man nach einem Entzug nicht gleich mit
der vollen Menge wieder anfangen darf. Ich setzte mir richtig ein
bißchen feierlich den Schuß. Weil ich dachte, ich sei zum letzten Mal
auf der Scene.
Fast zwei Stunden später bin ich wieder aufgewacht. Mit dem Hintern
hing ich im Klobecken. Die Nadel steckte noch im Arm. Meine Sachen
lagen verstreut auf dem Fußboden der winzigen Klozelle. Aber ich war
dann gleich wieder einigermaßen okay. Ich dachte mir, daß ich gerade
den rechtzeitigen, nämlich den letzten Zeitpunkt gewählt hatte, um
endgültig mit H aufzuhören. Mit dem geilen Kudammbummel war es nichts
mehr. Das gute Feeling war weg. Ich aß in der Mensa Kartoffelpüree mit
Porreegemüse für 2.50, kotzte aber alles natürlich gleich wieder aus.
Ich schleppte mich noch auf den Bahnhof, um Detlef auf Wiedersehen zu
sagen, aber der war nicht da. Ich mußte nach Hause, weil mein kranker
Kater mich brauchte.
Die Mieze lag noch auf dem Fleck, auf den ich sie gelegt hatte. Auf
meinem Kopfkissen. Ich reinigte erstmal meine Spritze und flößte ihr
dann wieder Kamillentee mit Traubenzucker ein. Eigentlich hatte ich mir
ja meinen letzten Tag als Fixerin etwas anders vorgestellt. Ich
überlegte mir, vielleicht noch einen Tag dranzuhängen und auf dem Kudamm
rumzuflippen, bevor ich zu Narkonon ging.
Dann kam meine Mutter und fragte, wo ich am Nachmittag gewesen sei. Ich
sagte: »Auf dem Kudamm. « Sie meinte: »Du wolltest doch heute schon mal
bei Narkonon vorbei, um dich nach allem zu erkundigen.«
Ich rastete gleich wieder aus und fing an zu brüllen: »Mensch, laß mich
in Ruhe. Ich hatte eben keine Zeit. Verstehst du?« Meine Mutter brüllte
plötzlich zurück: »Du gehst noch heute abend zu Narkonon. Du packst
sofort deine Sachen. Und du bleibst schon heute bei Narkonon.«
Ich hatte mir gerade ein Kotelett mit Püree gemacht. Ich nahm den
Teller, ging aufs Klo, schloß mich ein und aß auf dem Klo. Das war also
der letzte Abend bei meiner Mutter. Ich brüllte rum, weil sie geschockt
hatte, daß ich schon wieder auf H war, und weil ich mich selber
ankotzte, daß ich mir doch noch einen Druck gemacht hatte. Und ich
wollte dann auch selber zu Narkonon.
Ich packte ein paar Sachen in meine Korbtasche und steckte die Spritze,
einen Löffel und den Rest vom Dope vorne in die Unterhose. Wir fuhren
im Taxi nach Zehlendorf, wo das Haus von Narkonon war. Die Typen von
Narkonon stellten an mich erst gar keine Fragen. Da wurde tatsächlich
jeder aufgenommen. Die hatten sogar Schlepper, die über die Scene
liefen und Fixer ansprachen, ob sie nicht mal zu Narkonon kommen
wollten.
Aber an meine Mutter stellten die Typen Fragen. Sie wollten nämlich
erst mal Kohle sehen, bevor ich aufgenommen wurde. 1500 Mark
Vorauszahlung für den ersten Monat. Meine Mutter hatte natürlich nicht
soviel Geld. Sie versprach, das Geld gleich am nächsten Vormittag
vorbeizubringen. Sie wollte einen Kredit aufnehmen. Sie sagte, daß
ihre Bank sofort ohne Schwierigkeiten einen Kleinkredit geben würde.
Sie bat und bettelte, daß ich bleiben durfte. Die Typen waren
schließlich einverstanden.
Ich fragte, ob ich mal aufs Klo dürfe. Ich durfte. Man wurde also
nicht wie bei anderen Therapien erstmal durchsucht und mußte nach Hause
gehen, wenn man Fixer-Utensilien dabei hatte. Ich ging aufs Klo und
drückte ganz schnell das restliche Dope weg. Die sahen natürlich, daß
ich voll breit aus dem Klo zurückkam, aber sie sagten nichts. Ich gab
ihnen mein Besteck. Der Typ, dem ich das gab, sagte ganz erstaunt: »Das
haben wir aber gern, daß du uns das ganz freiwillig gibst.«
Ich mußte ins Turkey-Zimmer, weil die eben sahen, daß ich total breit
war. Da waren noch zwei im Turkey-Zimmer. Einer baute gleich am
nächsten Morgen wieder ab.
Das war dann für die Narkonon-Leute ein ganz schöner Verdienst, wenn sie
von jemandem das Geld für einen Monat hatten, und der baute gleich
wieder ab.
Ich bekam Bücher mit der Lehre der Scientology Church. Ganz schön
abgefahrene Schwarten. Ich fand, daß das eine ganz geile Sekte war.
Jedenfalls hatten sie ziemlich abgefahrene Geschichten, die man glauben
konnte oder nicht. Ich suchte nach etwas, das ich glauben konnte.
Nach zwei Tagen durfte ich wieder aus dem Turkey-Zimmer raus, weil ich
nach den zwei Schuß kaum Entzugserscheinungen hatte. Ich kam auf ein
Zimmer mit Christa. Das war eine total ausgeflippte Frau. Sie kriegte
gleich Therapieverbot, weil sie über die Therapien und die Therapeuten
immer nur lachte. Sie kam dann in unser Zimmer und suchte die
Fußleisten nach Trips ab. Sie meinte, vielleicht hätte irgend jemand da
mal Trips versteckt. Sie brachte mich auf den Dachboden und sagte:
»Mensch, hier müßte man ein paar Matratzen aufbauen und dann eine coole
Orgie machen mit Wein und Haschisch und so.« Die Frau zog mich ganz
schön runter. Weil ich sie einerseits echt abgefahren fand. Aber sie
brachte meine Gedanken eben immer wieder auf Drogen und fand diese
Narkonon-Typen Scheiße. Und ich wollte ja nun hier clean werden.
Am zweiten Tag rief mich meine Mutter an und sagte, daß mein Kater
gestorben sei. Das war mein 15. Geburtstag. Meine Mutter gratulierte
mir erst, nachdem sie das mit dem Kater gesagt hatte. Ihr ging es auch
an die Nieren. Ich hab dann am Vormittag meines 15. Geburtstags auf
meinem Bett gehockt und nur geflennt.
Als die Typen merkten, daß ich nur noch heulte, sagten sie, ich brauche
eine Session. Ich wurde mit einem der Typen, einem ehemaligen Fixer, in
einen Raum eingeschlossen, und der gab mir nun scheinbar sinnlose
Befehle. Ich durfte nur »ja« sagen und mußte jeden Befehl ausfahren.
Der Typ sagte: »Siehst du die Wand. Geh zu der Wand. Berühre die
Wand.« Und dann ging es wieder von vorne los. Ich wetzte also
stundenlang von Wand zu Wand in diesem Zimmer. Irgendwann war es mir
echt zuviel, und ich sagte: »Mensch, was soll denn der Quatsch. Seid
ihr eigentlich bekloppt. Laßt mich gefälligst in Ruhe. Ich hab keinen
Bock mehr.« Aber mit seinem Lächeln, das sich nie veränderte, kriegte er
mich irgendwann dazu, weiterzumachen. Ich mußte dann auch andere Sachen
berühren. Bis ich wirklich nicht mehr von der Stelle konnte und mich
auf den Fußboden warf und schrie und heulte.
Er lächelte, und ich machte weiter, als ich mich beruhigt hatte. Ich
hatte jetzt auch schon dieses Lächeln drauf. Ich war total apathisch.
Ich berührte die Wand schon, bevor sein Befehl kam. Das einzige, was
ich noch denken konnte, war: »Das muß ja irgendwann zu Ende sein.«
Nach genau fünf Stunden sagte er: »Okay, das ist genug für heute.« Ich
meinte, daß ich mich unheimlich dufte fühlte. Ich mußte mit ihm in
einen anderen Raum gehen. Da stand ein komisches selbstgebasteltes
Gerät, so ein Pendel zwischen zwei Blechbüchsen. Das mußte ich
anfassen. Der Typ fragte: »Fühlst du dich wohl?«
Ich sagte: »Ich fühl mich wohl. Ich glaube, daß ich jetzt alles viel
bewußter erlebe.«
Der Typ starrte auf das Pendel und sagte dann: »Es hat sich nicht
bewegt. Du hast also nicht gelogen. Die Session war ein Erfolg.«
Das komische Ding war ein Lügendetektor. Das war wohl so ein Kultgerät
dieser Sekte. Ich war jedenfalls ganz happy, daß das Pendel nicht
ausgeschlagen hatte. Das war für mich der Beweis dafür, daß ich mich
wirklich wohlfühlte. Ich war bereit, alles zu glauben, um vom H
wegzukommen.
Sie machten da allerlei wunderbare Sachen. Als Christa am selben Abend
Fieber bekam mußte sie eine Flasche anfassen und immerzu sagen, ob die
Flasche heiß oder kalt sei. In ihrem Fiebertran machte sie das mit.
Nach einer Stunde hatte sie angeblich kein Fieber mehr.
Ich war so angetörnt von allem, daß ich gleich am nächsten Morgen ins
Büro lief und um eine neue Session bat. Eine Woche lang war ich voll
auf dem Sekten-Trip und dachte, daß die Therapien mich wirklich weiter
bringen. Es war den ganzen Tag Programm. Sessions, Saubermachen,
Küchendienst. Das ging bis um zehn Uhr abends. Man hatte überhaupt
keine Zeit zum Nachdenken.
Das einzige, was mich annervte, war das Essen. Ich war nun echt nicht
verwöhnt mit Essen. Aber den Fraß, den die da anboten, kriegte ich kaum
runter. Und ich dachte, für das viele Geld könnten sie schon etwas
besseres Essen bieten. Denn sie hatten sonst kaum Unkosten. Die
Sessions wurden meistens von ehemaligen Fixern geleitet, die angeblich
schon ein paar Monate clean waren. Denen sagte man, das gehöre mit zu
ihrer Therapie, und die kriegten allenfalls mal ein Taschengeld. Ich
fand es auch nicht gut, daß die Bosse von Narkonon immer für sich aßen.
Ich kam mal dazu, als sie gerade am Mittagstisch saßen. Die mampften
die leckersten Sachen in sich rein.
An einem Sonntag hatte ich dann richtig Zeit zum Nachdenken. Ich dachte
zuerst an Detlef und wurde dabei ziemlich traurig. Dann überlegte ich
mir tatsächlich ganz nüchtern, was ich nach der Therapie machen könne.
Ich fragte mich, ob die Sessions mir tatsächlich geholfen hätten? Ich
war voll mit Fragen, auf die ich keine Antworten hatte. Ich wollte mit
irgend jemandem reden. Aber ich hatte niemanden. Eines der ersten
Hausgebote war, daß man keine Freundschaften schließen durfte. Und die
Narkonon-Typen gaben einem sofort eine Session, wenn man über Probleme
reden wollte. Mir wurde klar, daß ich in der ganzen Zeit im Haus noch
nie mit jemandem richtig gequatscht hatte.
Am Montag ging ich ins Büro und legte los. Ich ließ mich nicht
unterbrechen. Mit dem Essen fing ich an. Dann sagte ich, daß mir schon
fast alle Unterhosen gestohlen worden seien. In die Waschküche käme man
nie rein, weil das Mädchen, das den Waschküchenschlüssel hatte, ständig
auf die Scene abhaute. Überhaupt gab es da ein paar, die bauten ab, um
sich einen Druck zu besorgen, und kamen wieder, wie sie wollten. Ich
sagte, daß solche Sachen mich ganz schön runterzögen. Und dann diese
pausenlosen Sessions und die Hausarbeit. Ich war total übermüdet, weil
ich einfach nicht genug Zeit zum Schlafen fand. Ich sagte: »Okay, eure
Therapien sind ja ganz schön abgefahren, die sind echt gut. Aber meine
eigentlichen Probleme lösen die auch nicht. Weil das ganze eigentlich
nur Drill ist. Ihr versucht uns regelrecht zu drillen. Aber ich
brauche jemanden, mit dem ich auch mal über meine Probleme reden kann.
Ich brauche überhaupt mal Zeit, um mich mit meinen Problemen
auseinanderzusetzen.«
Die hörten sich das mit ihrem ewigen Lächeln an. Sie sagten überhaupt
nichts dazu. Als ich zu Ende war, brummten sie mir eine Extra-Session
auf, die den ganzen Tag ging, bis abends um zehn. Die brachte mich
wieder in die totale Apathie. Und ich dachte, die wüßten vielleicht
doch, was sie taten. Meine Mutter hatte mir bei einem Besuch erzählt,
daß sie das Geld, das sie für mich bei Narkonon zahlen mußte, vom
Sozialamt zurückbekäme. Und ich meinte, wenn der Staat Geld dafür gab,
mußte die Sache eigentlich okay sein.
Andere hatten noch mehr Probleme im Haus als ich. Die Gabi zum
Beispiel. Sie hatte sich in einen Typen verknallt und wollte unbedingt
mit ihm bumsen. Echt treu doof hat sie das den Narkonon-Bossen erzählt
und kriegte sofort eine Extra-Session aufgebrummt. Als sie dann doch
mit dem Typ ein paarmal bumste, kam das raus, und die beiden wurden vor
allen bloßgestellt. Die Gabi haute noch am selben Abend ab und kam nie
wieder. Der Typ, der angeblich schon ein paar Jahre clean war und als
Helfer mitarbeitete, türmte etwas später. Er wurde wieder zum totalen
Fixer.
Es ging denen von Narkonon eigentlich nicht so sehr ums Bumsen.
Wichtiger war ihnen, daß keine Freundschaften entstanden. Aber der Typ
war eben schon ein Jahr da, und wie soll man so lange ohne Freundschaft
durchstehen.
Ich war in der kurzen Freizeit spät abends immer mit den Jüngeren
zusammen. Ich war die Jüngste im Haus. Aber in der Clique, die sich
langsam rausbildete, war noch keiner siebzehn. Es kam jetzt die erste
Welle von denen in die Therapie, die schon als Kinder angefangen hatten
zu fixen. Sie waren nach ein, zwei Jahren alle so fertig gewesen wie
ich, weil einem das Gift in der Pubertät wohl noch mehr zusetzt als
später. Sie hatten wie ich keine Chance gehabt, bei den anderen
Therapien unterzukommen.
Die meisten brachten die Sessions nach einiger Zeit ebensowenig wie ich.
Wenn zwei von uns Jüngeren zusammen waren, dann wurde die ganze Session
zu einer einzigen Alberei. Wie konnte man auf die Dauer auch ernst
bleiben, wenn man einen Fußball anschreien sollte oder sich stundenlang
gegenseitig in die Augen sehen mußte. Wir brauchten dann auch gar nicht
mehr an den komischen Lügendetektor, weil wir sowieso sagten, daß uns
die Session nichts gebracht hatte. Außer Kichern nichts gewesen. Die
armen Session-Leiter wurden immer hilfloser, wenn sie mit uns arbeiten
sollten.
Nach Feierabend gab es dann in unserer Clique nur noch ein
Gesprächsthema: H. Mit einigen redete ich auch übers Abhauen.
Nach zwei Wochen bei Narkonon hatte ich dann einen Fluchtplan
ausgearbeitet. Mit zwei Jungs tarnten wir uns als das große
Saubermachkommando. Mit Mülleimer, Schrubber und Eimer kamen wir durch
alle Türen. Wir drei waren total happy. Wir machten uns fast in die
Hose aus Vorfreude auf den Druck. An der U-Bahn trennten wir uns. Ich
fuhr zum Bahnhof Zoo, um Detlef zu treffen.
Detlef war nicht da. Aber Stella. Sie brachte sich bald um vor
Begeisterung, mich wiederzusehen. Sie erzählte, daß Detlef von
niemandem gesehen worden sei in letzter Zeit. Ich fürchtete, daß er im
Knast war. Stella sagte, daß es auf dem Bahnhof ganz mies sei mit
Freiern. Wir fuhren zum Autostrich Kurfürstenstraße. Da war auch
nichts los. Wir rannten von der U-Bahn Kurfürstenstraße bis zum
Lützowplatz, bevor endlich einer anhielt. Wir kannten den Wagen und den
Typen. Er war uns schon öfter hinterhergefahren. Auch wenn wir zu
einer Toilette gingen, um uns einen Druck zu machen. Wir hatten ihn
immer für einen Zivilbullen gehalten. Aber er war nur ein Freier, der
sich total auf blutjunge Fixerbräute spezialisiert hatte.
Er wollte nur mich, aber Stella durfte mit einsteigen.
Ich sagte: »Fünfunddreißig für französisch. Bei mir ist nur französisch
drin.«
Er sagte: »Ich gebe dir hundert Mark.«
Ich war total perplex. Das war mir noch nie passiert. Die den dicksten
Mercedessen schissen sich an wegen Freier in
fünf Mark. Und dieser Typ in einem total verrosteten Volkswagen gab
freiwillig hundert. Er sagte dann, er sei Offizier des
Bundesnachrichtendienstes. Ein totaler Spinner also. Aber diese
ausgeflippten Hochstapler waren die besten Freier, weil sie eben auch
mit Geld aufschneiden wollten.
Er gab mir dann auch tatsächlich hundert Mark. Stella kaufte gleich
Dope, und wir machten uns im Wagen erst mal einen Druck. Wir fuhren zur
Pension Ameise. Stella blieb auf dem Flur. Ich ließ mir Zeit mit dem
Typen, weil ich total breit war von dem ersten Schuß nach zwei Wochen.
Und weil er ja anständig bezahlt hatte. Ich war so breit, daß ich gar
nicht wieder von der schmalen Liege in diesem mistigen Pensionszimmer
hoch wollte.
Ich quatschte noch ein bißchen mit dem Typen. Er war ein echt ulkiger
Aufschneider. Zum Schluß sagte er, daß er zu Hause noch ein halbes
Gramm Heroin habe. Das würde er uns geben, wenn wir in drei Stunden
wieder auf der Kurfürstenstraße wären. Dann staubte ich noch dreißig
Mark von ihm ab. Ich sagte, wir brauchten die, um mal richtig essen zu
gehen. Und ich wüßte ja, daß er urisch Kohle habe und den alten VW nur
zur Tarnung führe, weil er bei der Spionage sei. Da konnte er gar nicht
anders und mußte mir das Geld geben.
Stella sind ich fuhren wieder zum Bahnhof Zoo, weil ich die Hoffnung
nicht aufgab, Detlef noch zu treffen. Da kam plötzlich ein kleiner
schwarzweißer wuscheliger Hund auf mich zugerannt und sprang an mir
hoch. Ich mußte den Hund wohl an irgend jemanden erinnert haben. Ich
fand den Hund wahnsinnig. Er sah aus wie ein zu klein geratener
nordischer Schlittenhund. Ein ziemlich abgerissener Typ kam hinter dem
Hund her und fragte tatsächlich, ob ich das Tier kaufen wolle. Ich
wollte sofort. Er wollte siebzig Mark haben, aber ich handelte ihn noch
auf vierzig runter. Ich war breit und total happy mit dem Hund. Ich
hatte also wieder einen Hund. Stella sagte, ich solle ihn Lady Jane
nennen. Da nannte ich ihn Janie.
Wir aßen in einem Restaurant an der Kurfürstenstraße Kotelett mit
Beilagen, und Janie bekam die Hälfte ab. Der Typ von der Spionage kam
tatsächlich pünktlich und gab mir ein echtes halbes Gramm. Es war irre.
Das halbe Gramm war hundert Mark wert.
Stella und ich fuhren dann nochmal zum Bahnhof Zoo wegen Detlef. Wir
trafen Babsi. Ich freute mich wahnsinnig, weil ich Babsi trotz aller
Streitereien noch lieber mochte als Stella. Wir drei gingen rauf in die
Bahnhofsterrassen. Babsi sah sehr schlecht aus. Sie hatte Beine wie
Streichhölzer, und das letzte bißchen Busen war auch noch weg. Sie wog
jetzt einunddreißig Kilo. Nur ihr Gesicht war noch immer genauso schön.
Ich erzählte, daß Narkonon ein ganz cooler Laden sei. Stella wollte
nichts davon hören. Stella sagte, sie sei als Fixerin geboren und wolle
als Fixerin sterben. Babsi aber fuhr voll auf die Idee ab, mit mir
zusammen bei Narkonon endgültig zu entziehen. Ihre Eltern und ihre
Großmutter hatten sich auch schon vergeblich um Therapieplätze für sie
bemüht. Babsi war wieder mal auf Trebe, aber sie wollte auch echt
entziehen. Ihr ging es sehr dreckig.
Als wir uns ausgequetscht hatten, ging ich mit meiner Janie zur Metro,
einem sauteuren Laden im Bahnhof, der auch abends geöffnet ist. Ich
kaufte zwei Plastiktüten Hundefutter für Janie und jede Menge Pudding
zum Selberanrühren für mich. Dann rief ich bei Narkonon an, ob ich
zurückkommen könne. Sie sagten ja. Ich sagte, ich würde eine Freundin
mit bringen. Ich verriet nicht, daß Janie die Freundin war.
Ich hatte zwar nicht viel darüber nachgedacht, aber im Grunde war es für
mich immer klar gewesen, daß ich zu Narkonon zurückging. Wo hätte ich
auch hingesollt? Meine Mutter wäre echt ausgerastet, wenn ich bei ihr
vor der Tür gestanden hätte. Außerdem war inzwischen meine Schwester
wieder bei meinem Vater ausgezogen und lebte jetzt bei meiner Mutter in
meinem Bett und meinem Zimmer. Auf Trebe gehen wollte ich nicht. Für
mich war es das Letzte, total von einem Freier abhängig zu sein, der
mich über Nacht dabehielt. Ich war noch nie bei einem Freier über Nacht
geblieben, denn das hieß auch automatisch Bumsen. Vor allem aber wollte
ich ja noch immer echt entziehen. Und ich dachte noch immer; ich
brächte das bei Narkonon, weil ich ja gar keine andere Wahl hatte.
Im Haus – wir nannten Narkonon immer nur das Haus – waren sie
unfreundlich, sagten aber nichts weiter. Sie sagten auch nichts zu
Janie. Es gab schon an die 20 Katzen im Haus, und nun kam noch ein Hund
dazu.
Ich holte alte Decken vom Boden und machte Janie neben meinem Bett ein
Lager. Am nächsten Morgen hatte der Hund das ganze Zimmer
vollgeschissen und gepißt. Janie wurde nie stubenrein. Sie hatte einen
echten Hau. Aber den hatte ich auch. Ich liebte Janie. Mir machte es
nichts aus, alles wieder sauber zu machen.
Ich kriegte gleich eine Extra-Session. Die machte mir auch nichts aus.
Ich tat alles ganz mechanisch. Mich nervte nur, daß ich Stunden nicht
bei meinem Hund sein konnte. Um den kümmerten sich inzwischen andere,
und das machte mich ganz krank, weil Janie mein Hund sein sollte. Jeder
spielte mit ihr herum, und sie spielte mit jedem, denn sie war irgendwo
eine kleine Nutte. Jeder fütterte sie, und sie wurde immer fetter.
Aber nur ich redete mit ihr, wenn wir allein waren. Ich hatte jetzt
wenigstens jemanden, mit dem ich reden konnte.
Ich baute noch zweimal ab. Das letzte Mal war ich vier Tage unterwegs.
Also zum ersten Mal auf Trebe. Ich konnte bei Stella wohnen, weil ihre
Mutter gerade einen Alkoholentzug machte und in der Nervenklinik war.
Die alte Scheiße fing wieder an. Freier, Druck, Freier, Druck. Dann
erfuhr ich, daß Detlef mit Bernd nach Paris gegangen war. Da flippte
ich aus.
Daß der Typ, mit dem ich so gut wie verheiratet war, aus Berlin abhaute,
ohne mir auch nur Bescheid zu sagen, das war das Letzte. Wir hatten in
unseren Träumen immer zusammen nach Paris gewollt. Ein kleines Zimmer
am Montmartre oder so wollten wir uns mieten und entziehen, weil wir
noch nie etwas von einer Scene in Paris gehört hatten. Wir glaubten, in
Paris gäbe es keine Scene. Nur eine Menge abgefahrener Künstler, die
Kaffee und mal einen Wein tranken.
Nun war Detlef also mit Bernd nach Paris. Ich hatte keinen Freund mehr.
Ich war ganz allein auf der Welt, denn mit Babsi und Stella fing auch
wieder gleich der alte Streit um irgendwelche Kacke an. Ich hatte nur
noch Janie.
Ich rief bei Narkonon an, und da sagten sie mir, daß meine Mutter schon
meine Sachen abgeholt habe. Meine Mutter hatte mich also auch
aufgegeben. Das machte mich irgendwie wütend. Jetzt wollte ich es
allen zeigen. Ich wollte zeigen, daß ich es ganz allein schaffte.
Ich fuhr zu Narkonon, und die nahmen mich auch wieder auf. Ich machte
wie besessen die Therapie mit. Ich tat, was man mir sagte. Ich wurde
eine richtige Musterschülerin und durfte wieder an diesen Lügendetektor,
und der Zeiger schlug nie aus, wenn ich sagte, daß mir eine Session
unheimlich viel gebracht habe. Ich dachte, jetzt packst du es. Jetzt
gerade. Ich rief meine Mutter nicht an, die meine Sachen abgeholt
hatte. Ich lieh mir Zeug. Ich zog Jungs-Unterhosen an. Aber das
machte mir überhaupt nichts aus. Ich wollte meine Mutter nicht bitten,
mir meine Sachen zurückzubringen.
Eines Tages rief mein Vater an: »Tag, Christiane. Sag mal, wo bist du
denn gelandet? Ich habe das gerade erst zufällig erfahren. «
Ich sagte: »Finde ich ja riesig, daß du dich auch mal um mich kümmerst.«
Er: »Sag mal, willst du denn bei diesem komischen Verein bleiben?«
Ich: »Klar, auf jeden Fall.«
Mein Vater holte erst mal eine ganze Weile Luft, dann fragte er, ob ich
nicht mit ihm und einem Freund zum Essen gehen wolle. Ich sagte: »Ja,
mach ich.«
Eine halbe Stunde später mußte ich runter ins Büro, und da war mein
lieber Vater, den ich seit Monaten nicht mehr gesehen hatte. Er kam
erst mal rauf in das Zimmer, in dem ich mit vier anderen lag. Er sagte:
»Wie sieht es denn hier aus?« Er war ja schon immer ein
Ordnungsfanatiker. Und es sah wirklich toll aus in unserem Zimmer wie
überall im Haus. Mistig und dreckig, und überall lagen Klamotten rum.
Wir wollten dann losgehen zum Essen, da sagte einer der Bosse zu meinem
Vater: »Sie müssen aber eine Erklärung unterschreiben, daß Sie
Christiane zurückbringen.«
Mein Vater rastete aus. Er schrie, daß er der Vater sei und ganz allein
bestimmen könne, wo seine Tochter bliebe. Er nähme mich jetzt mit, und
seine Tochter käme auch nicht wieder zurück.
Ich lief rückwärts zum Therapieraum hin und schrie: »Ich will
hierbleiben, Papa.. Ich will nicht sterben Papa. Bitte laß mich hier,
Papa.«
Die Narkonon-Leute, die durch das Geschrei alle zusammen gekommen
waren, unterstützten mich. Mein Vater lief
raus und brüllte: »Ich hole jetzt die Polizei.«
Ich wußte, daß er das tat. Ich rannte los bis auf den Boden und
kletterte aufs Dach. Da war so eine Plattform für den Schornsteinfeger.
Auf der hockte ich und fror.
Es kamen dann tatsächlich zwei Peterwagen. Die Bullen durchsuchten mit
meinem Vater das Haus von oben bis unten. Die Narkonon-Bosse riefen
inzwischen auch nach mir, weil sie Angst gekriegt hatten. Aber auf dem
Dach fand mich keiner. Die Bullen und mein Vater zogen wieder ab.
Am nächsten Morgen rief ich meine Mutter bei der Arbeit an. Ich weinte
sofort und fragte: »Was ist bloß los?«
Meine Mutter hatte eine ganz kalte Stimme und sagte: »Was mit dir
passiert, ist mir vollständig egal.«
Ich sagte: »Ich will nicht, daß Papa mich hier rausholt. Du hast doch
das Sorgerecht. Du kannst mich doch nicht einfach im Stich lassen. Ich
bleibe jetzt hier, ich hau nie mehr ab. Ich schwör dir das. Bitte, tu
was, daß Papa mich nicht hier rausholt. Ich muß hierbleiben, Mutti,
wirklich. Ich sterb sonst, Mutti, glaub mir.«
Meine Mutter war richtig ungeduldig und sagte: »Nein, das kommt
überhaupt nicht in die Tüte.« Dann legte sie auf.
Ich war erst mal unheimlich fertig. Dann kam meine Wut wieder. Ich
sagte mir: »Die können dich mal am Arsch lecken. Dein ganzes Leben
haben sie sich nicht um dich gekümmert. Und jetzt springen sie mit dir
um, wie sie gerade Bock haben, diese Idioten, die alles immer nur falsch
gemacht haben. Diese Schweine haben dich total verkommen lassen.
Kessis Mutter, die hat dafür gesorgt, daß ihre Tochter nicht in die
totale Scheiße kommt. Und diese Miststücke von Eltern glauben nun
plötzlich zu wissen, was für dich gut ist.«
Ich bat um eine Extra-Session und fuhr auf diese Session total ab. Ich
wollte bei Narkonon bleiben und dann vielleicht Mitglied der
Scientology-Church werden. Jedenfalls sollte mich niemand hier
rausholen. Ich wollte mich von meinen Eltern nicht weiter kaputtmachen
lassen. Das war es, was ich dachte in meinem totalen Haß.
Drei Tage später kam mein Vater wieder. Ich mußte runter ins Büro.
Mein Vater war ganz ruhig. Er sagte, er müsse mit mir zum Sozialamt
wegen des Geldes, das meine Mutter für Narkonon bezahlt habe und vom
Sozialamt zurückbekäme.
Ich sagte: »Nein, ich geh nicht mit. Ich kenn dich doch, Papa. Wenn
ich mitgehe, sehe ich dieses Haus zum letzten Mal. Und ich will nicht
sterben.«
Mein Vater zeigte den Narkonon-Bossen eine Bescheinigung. Da stand
drauf, daß er mich hier rausholen durfte. Meine Mutter hatte ihn dazu
ermächtigt. Der Narkonon-Chef sagte, da sei nichts zu machen, ich müsse
mit meinem Vater gehen. Sie könnten mich gegen den Willen meines Vaters
nicht dabehalten.
Der Boss sagte noch, ich solle meine Übungen nicht vergessen. Immer
konfrontieren. Konfrontieren war so ein Zauberwort von denen. Man
sollte alles konfrontieren. Ich dachte: Ihr seid doch Idioten. Da ist
doch nichts zu konfrontieren für mich. Ich muß sterben. Ich halte das
doch nicht aus. Nach spätestens zwei Wochen mache ich mir doch wieder
einen Druck. Das schaffe ich nicht. Ich packe das allein nie. Das war
so einer der wenigen Momente, in denen ich meine Situation ziemlich klar
sah. In meiner Verzweiflung redete ich mir allerdings ein, daß Narkonon
echt die Rettung für mich gewesen wäre. Ich heulte vor Wut und vor
Verzweiflung. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr einkriegen.
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CHRISTIANES MUTTER
Ich hielt es keineswegs für eine gelungene Lösung, daß mein geschiedener
Mann nun nach dem Reinfall bei Narkonon Christiane zu sich nahm, um sie
endlich zur Räson zu bringen, wie er sagte. Abgesehen davon, daß er
nicht rund um die Uhr auf sie aufpassen konnte, hatte ich auch wegen des
Verhältnisses zwischen ihm und mir sozusagen seelische
Verdauungsschwierigkeiten, ihm Christiane zu überlassen. Zumal ihre
Schwester kurz zuvor wieder zu mir zurückgekommcn war, weil ihr Vater so
streng mit ihr umging.
Doch ich wuf3te nicht mehr weiter und hoffte: Vielleicht schafft er mit
seinen Methoden, was mir nicht gelungen ist. Ich will aber auch nicht
ausschließen, daß ich mir das nur eingeredet habe, um vorübergehend aus
der Verantwortung für Christiane zu flüchten. Seit ihrem ersten Entzug
war ich permanent in einem Wechselbad von Hoffnung und Verzweiflung.
Ich war seelisch und körperlich am Ende, als ich ihren Vater bat, sich
einzuschalten.
Schon drei Wochen nach dem ersten Entzug, den Christiane mit Detlef zu
Hause qualvoll durchgestanden hatte, traf mich der erste Rückfall wie
ein Genickschlag Die Polizei rief in der Firma an, sie hätten Christiane
aufgegriffen, auf dem Bahnhof Zoo. Ich solle sie abholen.
Ich saß an meinem Schreibtisch und zitterte. Alle zwei Minuten schaute
ich auf die Uhr, ob es bald vier ist. Ich wagte nicht, vor Feierabend
zu gehen. Ich konnte mich niemandem anvertrauen. Die beiden
Cheftöchter hätten mich in Grund und Boden verdammt. Auf einmal
verstand ich Detlefs Vater. Man schämt sich doch sehr am Anfang.
Auf dem Polizeirevier hatte Christiane noch ganz verschwollene Augen, so
hatte sie geweint. Der Polizist zeigte mir den frischen Einstich in
ihrem Arm und meinte, sie sei in »eindeutiger Position« auf dem Bahnhof
festgenommen worden.
Ich konnte mir unter »eindeutiger position« zunächst nichts vorstellen.
Vielleicht wollte ich mir auch nichts vorstellen. Christiane war
todunglücklich, daß sie wieder rückfällig geworden war. Wir entzogen
von neuem. Ohne Detlef, Sie blieb auch zu Hause und schien ganz bei der
Sache zu sein. Ich faßte mir ein Herz und weihte in der Schule ihren
Kerngruppenleiter ein. Der war erschrocken und bedankte sich für meine
Offenheit. Von anderen Eltern, sagte er, sei er das nicht gewohnt. Er
vermutete daß es an der Schule noch mehr Heroinsüchtige gebe, und er
hätte Christiane auch gerne geholfen. Er wußte aber nicht wie.
Es war immer dasselbe. Wen ich auch ansprach - entweder waren die Leute
so hilflos wie ich, oder sie hatten Menschen wie Christiane total
abgeschrieben. Das mußte ich später noch oft genug erleben.
Langsam sah ich auch, wie leicht die Jugendlichen an das Heroin
herankommen. Schon auf ihrem Schulweg, am Hermannplatz in Neukölln,
lauerten die Dealer. Ich dachte, ich höre nicht richtig, als Christiane
sogar in meiner Gegenwart während eines Einkaufsbummels von einem dieser
Typen angesprochen wurde. Zum Teil waren es Ausländer, aber auch
Deutsche. Sie erzählte mir auch, woher sie diese Leute kennt: »Der
dealt mit dem, und der verkauft das, und der macht jenes.«
Mir kam das alles total irrsinnig vor. Ich dachte, wo leben wir
eigentlich ?
Ich wollte Christiane umschulen in eine Realschule am Lausitzer Platz,
um wenigstens diesen Schulweg zu vermeiden. Die Osterferien standen kurz
bevor, und hinterher wollte ich sie auf der Realschule haben. Ich
hoffte, ich kann sie dadurch aus ihrem Umfeld herausreißen, aus der
Gefahr auf den U-Bahnhöfen. Das war natürlich eine naive Idee, und es
wurde ohnehin nichts draus. Der Realschulrektor eröffnete uns gleich,
daß er nur ungern Schüler aus einer Gesamtschule aufnähme. Und für eine
Ausnahme sei Christianes Mathematik-Note zu schlecht. Interessehalber
fragte er noch, warum sie die Schule wechseln wolle. Als Christiane
sagte, die ganze Klassengemeinschaft sei so schlecht, schmunzelte der
Rektor: »Klassengemeinschaft? In der Gesamtschule gibt es doch
überhaupt keine Klassengerneinschaft.« Durch das ständige
Auseinanderreißen der Schüler, erklärte er mir, könne erst gar kein
Gemeinschaftsgefühl entstehen.
Ich weiß nicht, wer mehr enttäuscht war, Christiane oder ich. Sie sagte
nur: »Das ist doch alles sinnlos. Mir hilft nur eine Therapie.« Aber wo
sollte ich einen Therapieplatz hernehmen? Ich telefonierte kreuz und
quer durch die Behörden. Die verwiesen mich bestenfalls an die
Drogenberatungsstellen. Und die Drogenberatungsstellen bestanden
darauf, daß Christiane freiwillig zu ihnen kommt. So zerstritten sie
untereinander auch waren - die einen sprachen schlecht über die anderen
-, so einig waren sie sich in diesem Punkt. Freiwilligkeit sei die
einzige Voraussetzung für eine Therapie. Andernfalls sei eine Heilung
nicht möglich.
Und wenn ich dann Christiane bekniete, zu einer Drogenberatungsstelle zu
gehen, wurde sie sofort pampig: »Was soll ich denn da? Die haben ja
doch keinen Platz für mich. Ich hänge bei denen doch nicht wochenlang
nur rum. «
Was sollte ich machen? Wenn ich sie mit Gewalt zu den Drogenberatern
geschleppt hätte, hätten sie gegen ihr Prinzip verstoßen. Einerseits
kann ich heute ihre Haltung verstehen. Christiane war zu diesem
Zeitpunkt wohl tatsächlich noch nicht reif für eine ernsthafte Therapie.
Andererseits bin ich der Meinung, daß heroinsüchtige Kinder wie
Christiane ein Recht darauf haben, daß man ihnen auch gegen ihren Willen
hilft.
Später, als es Christiane öfter mal so dreckig ging, daß sie wirklich
freiwillig in eine strenge 7hcrapie gegangen ware, hieß es wieder: Kein
Platz, sechs bis acht Wochen Wartezeit. Mir blieb dann immer die Luft
weg. Ich konnte nur noch sagen: »Und was ist, wenn mein Kind bis dahin
tot ist?,< »ja, sie soll sich in der Zwischenzeit bei uns zu
Beratungsgesprächen einfinden, damit wir sehen, ob sie es ernst meint.«
Ich kann den Drogenberatern heute aus der Distanz keinen Vorwurf machen.
Bei den wenigen Therapieplätzen, die ihnen zur Verfügung stehen, messen
sie wohl zwangsläufig eine Auswahl treffen.
Ich bekam also keinen Therapieplatz, doch als Christiane aus den
Osterferien zurückkam, hatte ich den Eindruck, daß sie auch keinen mehr
braucht. Sie sah aus wie das blühende Leben. Ich dachte, daß sie nun
wirklich den Absprung geschafft hätte.
Sie machte auch häufig abfällige Bemerkungen über ihre Freundin Babsi,
die sich für Heroin an alte Kerle verkaufen werde. Für so was könnte
sie sich nie hergeben. Sie sei nun so froh, daß sie mit der ganzen
Szene, mit all dem Dreck nichts mehr zu tun hätte. Davon schien sie
überzeugt zu sein. Ich hätte jeden Eid darauf geschworen, daß sie es
ernst meint.
Schon nach wenigen Tagen ist sie erneut reingerasselt. Ich sah es an
ihren kleinen Pupillen. Ich konnte ihre Ausreden nicht mehr hören. »
Was du bloß immer hast, ich habe nur ein Pfeifchen geraucht«, blaffte
sie mich an. Es begann eine ganz schlimm c Zeit. Sie fing jetzt an,
mir faustdick ins Gesicht zu lügen. Obwohl ich sie durchschaute. Ich
gab ihr Hausarrest. Aber sie hielt sich nicht daran. Ich überlegte, ob
ich sie einsperre. Doch sie wäre aus dem Fenster gesprungen vom ersten
Stock aus. Das war mir zu riskant.
Ich war mit meinen Nerven ziemlich am Ende. Ich hielt diese kleinen
Pupillen nicht mehr aus. Drei Monate waren mittlerweile vergangen, seit
ich sie im Badezimmer erwischt hatte. Die Zeitungen meldeten alle paar
Tage einen Herointoten. Meistens nur in ein paar Zeilen. Die zählten
die Heroin-Opfer schon so selbstverständlich wie die Verkehrstoten.
Ich hatte erbärmliche Angst. Vor allem, weil Christiane nicht mehr offen
zu mir war. Weil sie nichts mehr zugab. Dieses Vertuschen machte mich
ganz rappelig. Wenn sie sich ertappt fühlte, wurde sie unflätig und
aggressiv. Langsam begann sich ihr Wesen zu ändern.
Ich bibberte um ihr Leben. Ihr Taschengeld - sie bekam 20 Mark im Monat
- erhielt sie nur noch kleckerweise. Ich hatte ständig diese Angst in
mir: Gebe ich ihr 20 Mark, dann kauft sie sich einen Schuß, und der kann
zuviel sein. Daß sie süchtig war - damit konnte ich halbwegs ]eben. Es
war die Angst, daß der nächste Schuß der letzte sein könnte, die mich
fertig machte. Ich war zufrieden, daß sie überhaupt noch nach Hause
kam. Im Gegenteil zu Babsi, deren Mutter mich oft unter Tränen anrief
und wissen wollte, wo Babsi ist.
Ich lebte in ständiger Aufreibung. Wenn das Telefon klingelte,
fürchtete ich, das ist die Polizei oder das Leichenschauhaus oder sonst
was Schlimmes. Ich schieße noch heute aus dem Bett hoch, wenn es
klingelt.
Mit Christiane war überhaupt nicht mehr zu reden. Wenn ich sie auf ihre
Sucht ansprach, hieß es nur: »Laß mich in Ruhe!« Ich hatte den Eindruck,
daß Christiane dabei war, sich aufzugeben.
Sie blieb zwar dabei, daß sie nicht mehr Heroin spritzen und nur
Haschisch nähme, doch im gleichen Maße, wie würde ich mir nichts mehr
vormachte, ließ ich mir auch von ihr nichts mehr vormachen. Ich stellte
regelmäßig ihr Zimmer auf den Kopf, und da fand ich dann auch
irgendwelche Utensilien. Zwei- oder dreimal sogar ein Spritzbesteck.
Die schmiß ich ihr vor die Füße, worauf sie mich nur beleidigt anschrie.
Die gehörten Detlef. Sie habe ihm die Spritzen weggenommen.
Als ich eines Tages von der Arbeit kam, saßen beide auf dem Bett im
Kinderzimmer und hatten gerade den Löffel heißgemacht. Ich war völlig
perplex über diese Frechheit. Ich konnte nur noch brüllen: »Macht bloß,
daß ihr rauskommt«.
Als sie draußen waren, heulte ich los, Ich bekam auf einmal eine
unbändige Wut auf die Polizei und unsere Regierung. Ich kam mir völlig
alleingelassen vor. Die BZ schrieb schon wieder über einen
Rauschgift-Toten. Es waren schon mehr als dreißig Opfer in diesem Jahr.
Und es war erst Mai. Ich konnte das alles nicht fassen. Da sah man im
Fernsehen, was für ungeheure Summen der Staat zur Bekämpfung des
Terrorismus ausgibt. Und in Berlin liefen die Dealer überall frei herum
und verkauften auf offener Straße Heroin wie Eis am Stiel.
Ich steigerte mich geradezu in diese Gedanken hinein. Plötzlich hörte
ich mich laut »Scheiß-Staat« sagen. Ich weiß nicht, was mir noch alles
durch den Kopf ging. Ich saß da im Wohnzimmer und guckte mir die Möbel
Stück für Stück an. Ich glaube, am liebsten hätte ich den ganzen Kram
kurz und klein geschlagen. Das war es also, wofür ich mich angestrengt
hatte. Dann heulte ich wieder.
An diesem Abend verprügelte ich Christiane ganz fürchterlich. Ich saß
aufrecht im Bett und wartete auf sie. In meinem Kopf rumorte es. Es
war eine Mischung aus Angst, aus Schuldgefühl und Selbstvorwürfen. Ich
fühlte mich als Versager, nicht nur, weil ich mit meiner Heirat und dem
vielen Arbeiten soviel falsch gemacht hatte. Auch weil ich lange Zeit
zu feige gewesen war, den Tatsachen bei Christiane ins Auge zu sehen.
An diesem Abend verlor ich meine letzte Illusion.
Christiane kam erst um halb eins nach Hause. Vom Fenster aus sah ich,
wie sie aus einem Mercedes ausstieg. Direkt vor der Haustür. Mein Gott,
dachte ich, jetzt ist alles aus. Jetzt hat sie jede Selbstachtung
abgelegt. Jetzt ist die Katastrophe da. Ich war am Boden zerstört. Ich
packte sie mir und verdrosch sie so fürchterlich, bis mir die Hände weh
taten. Zum Schluß saßen wir beide auf dem Teppich und heulten.
Christiane war völlig aufgelöst. Ich sagte ihr auf den Kopf zu, daß sie
auf den Strich geht, daß ich's nun weiß. Sie schüttelte nur den Kopf
und schluchzte: »Aber nicht so, wie du denkst, Mutti. «
Ich wollte es gar nicht genauer wissen. Ich schickte sie in die
Badewanne und dann ins Bett. Wie mir zumute war, kann sich niemand
vorstellen. Daß sie sich an Männer verkauft, das schmiß mich - glaube
ich - noch mehr um als ihre Heroinsucht.
Ich tat die ganze Nacht kein Auge zu. Ich überlegte, was bleibt dir
eigentlich noch übrig? Sogar eine Heimeinweisung
kam mir nun in meiner Verzweiflung in den Sinn. Aber das hätte alles
nur noch verschlimmert. Sie hätten Christiane zunächst im
Hauptpflegeheim in der Ollenhauerstraße untergebracht. Und davor hatte
mich schon mal eine Lehrerin dringend gewarnt, unter anderem, weil die
Mädchen sich dort untereinander zur Prostitution verleiten.
Ich sah nur noch eine Möglichkeit: Christiane muß sofort aus Berlin
raus. Für immer. Ob sie will oder nicht. Raus aus diesem Sumpf, wo sie
immer wieder verfuhrt wird. Dorthin, wo sie vor Heroin sicher ist.
Meine Mutter in Hessen wollte sie sofort nehmen und meine Schwägerin in
Schleswig-Holstein auch. Als ich Christiane meinen Entschluß verkündete,
wurde sie auf einmal ganz kleinlaut und verstört. Ich hatte die
notwendigen Vorbereitungen bereits eingeleitet. Doch dann schlich
Christiane scheinbar reumütig an und war bereit, in eine 7herapie zu
gehen. Sie hatte sogar einen Therapieplatz gefunden. Bei »Narkonon«.
Mir fiel ein Stein vom Herzen. Denn ich war unsicher, ob sie's ohne
7herapie in Westdeutschland schafft und meinen Verwandten nicht
durchbrennt.
Ich wußte nichts Genaues über Narkonon, nur, daß es dort Geld kostet.
Ich fuhr mit ihr zwei Tage vor ihrem fünfzehnten Geburtstag auf der
Stelle im Taxi zu Narkonon. Ein junger Mann führte mit uns ein
verbindliches Aufnahmegespräch. Er beglückwünschte uns zu unserem
Entschluß und versicherte mir, nun brauche ich mir keine Sorgen mehr zu
machen. Die Narkonon-Therapie sei in der Regel ein voller Erfolg. Ich
könne ganz beruhigt sein. Ich war erleichtert wie lange nicht mehr.
Dann legte er mir die Zahlungsverpflichtung zur Unterschrift vor. 52
Mark am Tag und jeweils Vorschuß für vier Wochen. Das war mehr, als ich
netto verdiente. Aber was machte d s schon? Außerdem stellte mir der
junge Mann die Erstattung der Therapiekosten durch das Bezirksamt in
Aussieht.
Ich kratzte am nächsten Tag 500 Mark zusammen und brachte sie, zu
Narkonon. Dann nahm ich einen Kredit von 1000 Mark auf und zahlte sie
auf dem nächsten Elternabend ein. Die Elternabende führte ein angeblich
ehemaliger Abhängiger. Dem sah man seine Vergangenheit überhaupt nicht
an. Dank Narkonon, so sagte er, sei er ein neuer Mensch geworden. Und
das imponierte uns Eltern. Er beteuerte mir auch, was für Fortschritte
Christiane macht.
In Wirklichkeit spielten die uns Theater vor und hatten es auf unser
Geld abgesehen. Später erfuhr ich aus der Zeitung, daß Narkonon zu einer
dubiosen amerikanischen Sekte gehört und aus der Angst der Eltern
Kapital schlagen will.
Aber wie bei allem, wurde ich auch hier erst schlau, als das Kind schon
in den Brunnen gefallen war. Vorerst wähnte ich Christiane bestens
aufgehoben. Und da wollte ich sie so lange wie möglich lassen. Also
brauchte ich Geld.
Ich lief die Ämter ab. Aber keiner wollte zuständig sein. Keiner
schenkte mir reinen Wein ein über Narkonon. Ich fühlte mich entmutigt
und verschaukelt. Ich kam mir vor, als ob ich den Leuten ihre Zeit
stähle. Irgend jemand sagte mir dann, daß ich als erstes ein
amtsärztliches Attest über Christianes Drogenabhängigkeit brauche, um
überhaupt einen Antrag auf Kostenerstattung einer Therapie stellten zu
können. Ich hielt das für einen Witz. Jeder, der von der Sache etwas
verstand, konnte Christiane das Elend inzwischen ansehen. Aber das war
nun mal der Amtsweg. Bloß - als ich nach zwei Wochen endlich einen
Termin beim Amtsarzt hatte, war Christiane bei Narkonon bereits wieder
ausgerissen. Schon das dritte Mal.
Ich heulte wieder Rotz und Wasser. Ich dachte: Jetzt geht das wieder
von vorne los. Ich hatte doch jedesmal gehofft, vielleicht schafft sie
es nun. Ich machte mich mit meinem Freund auf die Suche. Nachmittags
grasten wir die Hasenheide ab, abends die Innenstadt und die
Diskotheken, zwischendurch die Bahnhöfe. Überall, wo die Szene sich
aufhält. Jeden Tag, jede Nacht zogen wir aufs neue los. Wir
durchkämmten sogar die Toiletten in der City. Bei der Polizei hatten
wir sie als vermißt gemeldet. Die meinten nur, sie nähmen Christiane in
die Fahndungsliste auf. Sie wurde schon wieder auftauchen.
Am liebsten hätte ich mich irgendwo verkrochen. Ich hatte nur noch
Angst. Angst vor dem Anruf. Ihre Tochter ist tot. Ich war ein einziges
Nervenbündel. Ich hatte keine Lust mehr, kein Interesse ich mußte mich
aufraffen zur Arbeit. Ich wollte mich aber auch nicht krankschreiben
lassen. Ich kriegte Herzbeschwerden. Meinen linken Arm konnte ich kaum
noch bewegen. Nachts schlief er mir immer ein. Es rumpelte in meinem
Magen. Die Nieren taten weh, und mein Kopf drohte auseinanderzuplatzcn.
Von mir war nur noch ein Häuflein Elend übrig.
Ich ging zum Arzt. Der gab mir den Rest. Alles nervlich, sagte er nach
der Untersuchung und verschrieb mir Valium. Als ich ihm erzählte, warum
ich so durcheinander bin, sagte er, vor ein paar Tagen sei auch so ein
junges Mädchen zu gekommen und habe ihm gestanden, daß sie drogensüchtig
sei' und ihn gefragt, was sie machen soll. »Und was haben Sie ihr
gesagt?« fragte ich.
»Sie soll sich 'nen Strick nehmen« war seine Antwort. Es gäbe keine
Hilfe, Genau so hat er es gesagt.
Als sich Christiane nach einer Woche bei Narkonon zurückmeldete, konnte
ich mich nicht mal mehr richtig freuen. Als ob etwas in mir gestorben
wäre. Ich war der Meinung, alles nur Menschenmöglich.- in Gang gebracht
zu haben. Doch nichts hatte geholfen. Im Gegenteil.
Der ganze Schlamassel war immer größer geworden. Auch durch Narkonon
war an Christiane mehr verdorben als verbessert worden. Sie hatte sich
dort abrupt verändert. Sie wirkte ordinär, gar nicht mehr mädchenhaft,
eher abstoßend.
Ich war bereits bei meinen ersten Besuchen in der Narkonon-Villa stutzig
geworden. Christiane war mir plötzlich fremd. Irgend etwas war kaputt.
Bis dahin hatte sie ja trotz allem noch eine innere Bindung zu mir. Die
war futsch. Ausgelöscht wie nach einer Gehirnwäsche.
In dieser Situation bat ich meinen geschiedenen Mann, er solle
Christiane nach Westdeutschland bringen. Doch er wollte sie lieber zu
sich zu nehmen. Er würde schon mit ihr fertig werden. Und wenn sie
nicht spurt, auch mit 'ner Tracht Prügel.
Ich wehrte mich nicht dagegen. Ich war mit meinem Latein am Ende. Ich
hatte schon so viel falsch gemacht, daß ich auf einmal Angst hatte, mit
Westdeutschland die Fehlerkette fortzusetzen.
Das übliche dumme Scientologengeschwätz, das auch durch abgeschriebene
Passagen aus Scienopropaganda nicht wahrer wird...
Die tatsächlichen, ernstzunehmender Befunde über Narconon sind
vernichtend, und vom Drogenproblem verstehst du wie deine Ausführungen
beweisen nichts. Auf alle Fälle haben wir in der Psychiatrie und mit
unseren Drogenprogramme erfreuliche Erfolge, während Narconon
eigentlich kein potentieller Partner auf diesem Gebiet ist. Der
Betrieb läuft immer noch so wie in 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo'
beschrieben, wirkliche Erfolge sah ich seit Jahren nie; vielmehr
werden die 'Studenten' als physische und psychische Wracks in die
Gosse zurückgestossen nachdem man sie und ihre Eltern finanziell
ausgenommen hat.
Peter Widmer schrieb:
(snip)
> Die tatsächlichen, ernstzunehmender Befunde über Narconon sind
> vernichtend, und vom Drogenproblem verstehst du wie deine Ausführungen
> beweisen nichts. Auf alle Fälle haben wir in der Psychiatrie und mit
> unseren Drogenprogramme erfreuliche Erfolge, während Narconon
> eigentlich kein potentieller Partner auf diesem Gebiet ist. Der
> Betrieb läuft immer noch so wie in 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo'
> beschrieben, wirkliche Erfolge sah ich seit Jahren nie; vielmehr
> werden die 'Studenten' als physische und psychische Wracks in die
> Gosse zurückgestossen nachdem man sie und ihre Eltern finanziell
> ausgenommen hat.
(snip)
Kann mir mal jemand kurz erklären, welche Methoden Narconon bei Drogenprogrammen
anwendet? Irgendwie kommt es mir nämlich so vor, als hätte das Basismodell des
Scientology-Glaubens mit Drogenbekämpfung herzlich wenig zu tun, also stelle ich
mir das Ganze mal ungefähr wie den Reinigungs-Rundown vor (extremes saunieren,
unausgewogene Ernährung, überhöhte Vitamindosen), bei dem man ja angeblich auch
"Giftstoffe und Drogen aus dem Körper spült".
Es erscheint doch recht merkwürdig, wie sich L. Ron Hubbard förmlich als
Universalgenie entpuppt, hat er doch als Einziger die Mysterien des
Theta-Universums erkannt, den wahren Weg des Lebens gefunden, bereits den
kompletten menschlichen Verstand entschlüsselt, nebenbei noch die einzig
erfolgreiche Drogentherapie erfunden und schließlich schafft er es noch, einen
Widerstandsmesser, den man sich leicht aus einem Multimeter für 500 Schilling
bauen kann, zum läppischen Preis von einigen zigtausend zu verscherbeln. Auf der
Scientology-Homepage ist dann auch noch tatsächlich nachzulesen, daß die
"Ladungen", die laut Scientology nur symbolisch gemeint sind, direkte Kräfte auf
das E-Meter ausüben.
Eindeutig ein kleiner Köder für all jene, denen Hubbards Fantasien über MEST-
und Theta-Universen samt diverser OT-Fähigkeiten doch eine Spur zu abgehoben
erscheinen.
Creature
>Daß Narconon einigen Psychiatern nicht in den Kram paßt, ist auch alles
>andere als verwunderlich: Schließlich decken Scientologen seit Jahren die
>Menschenrechtsverletzungen und Versäumnisse derjenigen auf, die mit ihren
>Drogenrehabilitationsprogrammen (z.B Substitutionstherapie) den Teufel mit
>einem oft weitaus gefährlicheren Pelzebub austreiben und selbst maßgeblich
>für das Drogenproblem verantwortlich sind (die meisten Drogen stammen
>ursprünglich aus der Psychiatrie; div. legale Psychopharmaka unterscheiden
>sich wenig von manchen Designerdrogen).
1. Er heißt "Beelzebub", 2. Einer der Mitglieder des Wissenschaftlichen
Beirats von NARCONON setzt selbst METADON ein, 3. NARCONON ist selbst
eine Substitutionstherapie - es ersetzt Drogen durch scientology (Der
Bericht von Christiane F. beschreibt dies sehr gut!)
Tilman
>Die in diesem Bericht erhobenen Vorwürfe sind schlicht und einfach
>lächerlich. Wer sich wirklich über Narconon informieren will, lese die
>zahlreichen, (vor allem amerikanischen aber auch russischen) Gutachten, die
>darüber existieren.
Bis heute gibt es keine einzige positive "peer-reviewed" Studie über NARCONON
oder den Purification Rundown.
In Rußland ist Schluß mit scientology, daß solltest Du doch wissen. Der
Gesundheitsminister hat dazu klar gesprochen.
In Amerika gibt es z.B. dies:
-------------------------------------------------------------------
Findings of Fact
regarding the
Narconon-Chilocco Application For Certification
by the Board of Mental Health, State of Oklahoma
13 December 1991
Applicant has filed an application with the proper fees attached thereto for
certification as a drug and treatment facility proposing to use a drug free
non-medical detoxification modality.
The application requests certification for services to a 75-bed residential
drug and alcohol center.
The application and supporting documents have been reviewed under applicable
law and departmental rules and regulations.
In considering the application for certification the Board has carefully
considered the evidence presented at the hearings of October 18, 1991 and
December 13, 1991 on the application for certification of Narconon
International, including the testimony of the witnesses and the exhibits
presented and received in evidence.
The Board considered the credibility, demeanor, bias, motive and interest of
all witnesses in reaching these findings of fact.
The proposed site of the program is located on federal land belonging to five
tribes and operated by the Chilocco Development Authority.
A long-term lease between Applicant and the Chilocco Development Authority is
in effect.
The Development authority and the Applicant have entered into a long-term
lease agreement wherein the Applicant agrees to comply with all the state and
federal law including but not limited to certification by the Department of
Mental Health and Substance Abuse Services.
In reviewing the application and determining the merits of the application the
Board on the October 18, 1991 and December 13, 1991 hearings heard evidence
and considered the issues of safety and effectiveness of the treatment
modality utilized by the Applicant.
Most drugs of abuse are removed from the body by detoxification and excretion
through the liver, kidneys, and the lungs. Although minute quantities of some
drugs may be found in sweat the amount represents a small fraction of drug
elimination.
The Narconon drug treatment modality treats all drug addictions the
same. No scientific evidence was produced to show that all drug
addictions are properly treated in the same manner.
The terms patient, student and client are used
interchangeably in these Findings.
The Narconon Program exposes its patients to the risk of delayed
withdrawal phenomena such as seizures, delirium and/or hallucinations.
The Board has not considered any evidence of the beliefs or opinions of any
witness on matters of religion in making its findings of fact. To the extent
there may be some affiliation between Narconon and any religion such
affiliation has been totally disregarded by the Board. The Board has not made
its decision on certification based upon any consideration of religion or
religious affiliation.
The Board concludes that the Applicant, Narconon International, has the burden
of proving that its program meets all requirements for certification and
specifically the burden of proving its program is both safe and effective.
Narconon has not sustained its burden of proving its program is either safe or
effective. However, regardless of whether Narconon International has the
burden of proof the Board concludes there is substantial credible
evidence, as found by the Board, that the Narconon Program is unsafe
and ineffective.
The Narconon program requires its patients to sweat up to five hours per day,
seven days a week, for approximately thirty days. The rationale, according to
Narconon for the sweat-out is to rid the body of fat-stored drugs and
chemicals through sweat. However, there is no scientific basis for the
technique. Most drugs of abuse are removed from the body by
detoxification and excretion through the liver, kidneys and (in some
instances) through the lungs. Although minute quantities of some drugs may be
found in sweat, the amount represents such a small fraction of drug
elimination that no matter how much an individual sweated through exercise or
saunas, the clearance of most drugs of abuse would not be significantly
increased.
The Narconon program includes the administration of high doses of vitamins and
minerals to the Narconon patient as part of their treatment. The use of high
amounts of vitamins and minerals in the amounts described administered by
Narconon can be potentially dangerous to the patients of Narconon according to
the more credible medical evidence.
The relationship between drug-abuse and psychiatric disorders is well
established. Most drug abusers who enter residential drug treatment
facilities have high levels of anxiety, depression, hostility or apathy.
Further, a chemical dependency disorder may co-exist withor be secondary
toa specific psychiatric illness, such as schizophrenia or major
depression, which should be treated by established psychiatric procedures.
The Narconon program presents a potential risk to the patients of the Narconon
program that delayed withdrawal phenomena such as seizures, delirium or
hallucination that are occasionally seen several days after cessation of drugs
such as benzodiazepines, may be misinterpreted by Narconon's
non-medical staff as the effect of mobilizing the drug from
fat during the sauna sweat-out procedure period. There is also a
potential risk that the reported re-experience of the abused drugs' effect
during the sauna sweat-out program may be the result of
misinterpreted symptoms of hyperthermia or electrolyte
imbalance since vital signs and serum electrolyte levels have not been
consistently monitored during the sweat-out procedures or when a student is
reporting the phenomena.
The progress notes for the patients at Narconon do not consistently evidence
that vital signs are recorded every six hours in the detoxification process;
nor do the progress notes record fluid intake for detoxification clients.
Discharge summaries of patients at Narconon were not routinely completed
within fifteen days of the patient's discharge.
The clinical records of patients at Narconon do not consistently reflect the
recording of vital signs every six hours for clients as required under
non-medical detoxification standards of the Department.
There is credible evidence by way of witness testimony and review of Narconon
charts which reflect that there were patients who had psychiatric problems who
were taken off of their previously prescribed psychiatric
medication who did not do well and subsequently developed
psychiatric problems. This evidence indicates a lack of safety and
effectiveness in connection with the program.
Clients of Narconon suffering from psychiatric illness, when taken off their
prescribed medications, did poorly in the Narconon program and were placed in
a segregated facility called destem. This practice endangers the
safety, health and/or the physical and mental well being of Narconon's
clients.
Narconon's program lacks any acceptable degree of quality control of the sauna
temperatures and treatment. Such a lack of control endangers the safety,
health and/or the physical or mental well being of its clients.
Narconon hires former students to work at Narconon-Chilocco immediately upon
graduation and the former students work directly with the present students.
While former patients of drug and alcohol rehabilitation clinics can be
employed in such clinics after graduation, the former patient's recovery from
his addiction should be established with more passage of time to ensure
sobriety and to avoid putting patients in contact with addicts who are not
fully recovered. This practice could negatively impact the safety and
effectiveness of the program.
Narconon does not maintain a sufficient level of follow-up of its
students after graduation, which impacts the effectiveness of the
program allowing for relapses and lack of recovery.
During an on-site visit in November 1991 a student was found with a
potentially dangerous low level of potassium which could lead to cramps,
(muscular, skeletal problems) and cardiac arrhythmia.
The vast majority of time spent in the Narconon treatment plan and
course work does not in any way relate to or involve education about
drug and alcohol abuse treatment, issues, and/or addiction. The
Narconon treatment plan thus has deficiencies which render it ineffective.
The Narconon treatment plan is general in nature, applies categorically to all
students and is not individualized. The treatment plan also lacks
measurable individualized objectives which the students should seek
to achieve in the program. For instance, the treatment plan sets a patient's
objective as follows: To have a clear mind. This objective is
essentially meaningless. In order for a bonafide drug treatment plan to be
effective it is essential to have individualized measured objectives which
Narconon's treatment plan lacks.
Part of the Narconon treatment program involves touch assists between
patients. Touch assists involve massages between patients in rooms by
themselves. Narconon has both male and female patients who are involved in
the drug and alcohol rehabilitation program. This practice of touch assists
could likely lead to improper sexual contact between drug addicts
or alcoholics in the process of recovery. An accepted standard in such
programs is for the patients to keep their hands to themselves. The practice
of touch assists between male and female patients who are recovering drug
addicts or alcoholics in private rooms renders the program unsafe in this
respect.
The discharge planning is not adequate and commences only very
shortly prior to discharge. This lack of discharge planning renders
Narconon's program ineffective.
Narconon clients are counseled by Narconon staff that it is acceptable for
the client to drink alcohol after being discharged from the Narconon program
and if the client is incapable of being able to drink alcohol, then this fact
evidences the client's need for further treatment. Such counseling endangers
the client's safety, health and/or the physical or mental well being, and is
not in accord with acceptable drug and alcohol counseling and treatment.
Narconon employs staff inadequately educated and trained in the care and
treatment of drug and alcohol abuse clients. Such a practice endangers the
safety, health and/or the physical or mental well being of the clients of
Narconon.
Narconon permits clients under treatment for drug and alcohol abuse to handle
and provide medications to fellow Narconon clients, to supervise the sauna
treatment of fellow Narconon clients, and to supervise Narconon clients with
psychiatric disorders. Such practices endanger the client's health and safety
and are not in accord with acceptable drug and alcohol treatment.
There is substantial medical literature which indicates that sauna therapy may
pose significant health risks to intravenous heroin addicts, which is likely
to be treated at Narconon, because such drug use may impair normal
physiological response and problems associated with high
temperature saunas which could be detected.
The Narconon Program includes running to stimulate circulation followed by
prescribed periods in a sauna for up to 5 hours at extremely high
temperatures (i.e. 135 to 200 F) and as such endangers the safety,
health and/or the physical or mental well being of its clients. Such a
procedure exposes the client to the health hazards of dehydration and heat
injury. This sauna regime also creates a risk of hyperthermia and electrolyte
imbalance.
Narconon restricts access by Narconon clients to their personal
physicians, family, attorneys, clergy and others by not permitting
communications except at limited and designated hours. Such a practice may
endanger the physical or mental well being of Narconon's clients.
The Narconon program fails to provide adequate follow-up and treatment for
Narconon clients demonstrating abnormal lab tests and other medical problems.
Such failures endanger the safety, health and/or the physical or mental well
being of the Narconon clients and is not in accord with acceptable drug and
alcohol care and treatment.
There was no evidence that the Narconon staff inventoried and verified the
medications brought on to the campus by Narconon clients. Such a failure
endangers the safety, health and/or the physical or mental well being of
Narconon's clients.
The Board recognizes that Narconon has in the past few weeks adopted many new
policies. The evidence did not disclose adherence to many if not all of these
policies. There was no measurable and identifiable compliance by
Narconon to its newly adopted policies in the areas of taking and recordation
of vital signs, drug and alcohol instructions to clients, handling of
medications, withdrawal and discharge procedures, lab testing, procedures for
emergency medical supplies and others.
Narconon clients are routinely administered clonidine. Narconon fails to
provide adequate supervision for clients prescribed this medication given this
drug's risks and potential for adverse consequences. Such failure to
adequately supervise endangers the safety, health and/or the physical or
mental well being of the Narconon clients.
The vast majority of Narconon's course materials in its drug and alcohol abuse
program are not designed to educate and/or treat clients in the area
of drug and alcohol abuse. In addition, there was only evidence of
occasional lectures to Narconon clients in areas of drug and alcohol abuse. As
such, Narconon's program lacks sufficient instruction and education in the
area of drug and alcohol abuse.
There is no credible scientific evidence that the Narconon program is
effective in the treatment of chemical dependency.
There is no credible scientific evidence that exercise speeds up the
detoxification process.
Large doses of niacin are administered to patients during the Narconon program
to rid the body of radiation. There is no credible scientific evidence that
niacin in any way gets radiation out of the patient's body. Rather, the more
credible medical evidence supports the existence of potential medical risks to
persons receiving high doses of niacin.
There is no credible evidence establishing the safety of the Narconon program
to its patients.
There is no credible evidence establishing the effectiveness of the Narconon
program to its patients.
Conclusions Of Law
Any finding of fact which should be included in the conclusion of law such
matters are included hereby by reference.
In order for the Application to be granted by the Board it must be shown by a
preponderance of the evidence that the program is safe and effective for the
non-medical residential treatment of alcohol and drug abuse.
The purpose of Mental health law in the State of Oklahoma is to provide humane
care and treatment of persons who require treatment for drugs or alcohol
abuse. Residents of the State of Oklahoma are entitled to medical care and
treatment in accordance with the highest standards accepted in medical
practice. 43A O.S. Supp. 1990, 1-102
The Narconon Chilocco program does not conform to the principles of
traditional chemical dependency treatment. The Board's conclusion that the
Narconon Chilocco program is non-traditional does not form the basis, in any
respect, for the Board's decision on the Narconon application for
certification.
No scientifically well-controlled studies were found that documented the
safety of the Narconon program. There are potential dangers from the use of
non-medical staff who may be unable to interpret the possibility of seizures,
delirious, cardiac arrythmia, or hallucinations that are phenomena associated
with the cessation of drugs. There is also a potential risk of the reported
reexperience of the abused drug effect during the sauna sweat out program may
be the result of misinterpreted symptoms of hyperthermia or electrolyte
imbalance. Moreover, the multiple findings of fact heretofore entered by the
Board establish that Narconon's program is not safe.
Drug treatment program offered by Narconon-Chilocco is an experimental
treatment and not proven safe or effective and is not in accord with the
highest standards accepted in medical practice as required by statute.
No scientifically well-controlled independent, long-term outcome studies were
found that directly and clearly establish the effectiveness of the Narconon
program for the treatment of chemical dependency and the more credible
evidence establishes Narconon's program is not effective. The Board
determines that the Narconon Program is not effective in the treatment of
chemical dependency.
The Board concludes that the program offered by Narconon-Chilocco is not
medically safe.
The Board has reviewed the proposed findings of fact and conclusions of law
submitted by the Department and Narconon. Any proposed finding of fact and/or
conclusion of law inconsistent with those entered by the Board is denied.
Certification is denied.
>Die in diesem Bericht erhobenen Vorwuerfe sind schlicht und einfach
>laecherlich.
Welche, wo und was genau?
>Wer sich wirklich ueber Narconon informieren will, lese die
>zahlreichen, (vor allem amerikanischen aber auch russischen) Gutachten, die
>darueber existieren.
Welche denn? Bitte posten.
>Daß Narconon einigen Psychiatern nicht in den Kram paßt, ist auch alles
>andere als verwunderlich: Schließlich decken Scientologen seit Jahren die
>Menschenrechtsverletzungen und Versaeumnisse derjenigen auf, die mit ihren
>Drogenrehabilitationsprogrammen (z.B Substitutionstherapie) den Teufel mit
>einem oft weitaus gefaehrlicheren Pelzebub austreiben und selbst maßgeblich
>fuer das Drogenproblem verantwortlich sind (die meisten Drogen stammen
>urspruenglich aus der Psychiatrie; div. legale Psychopharmaka unterscheiden
>sich wenig von manchen Designerdrogen).
Wieder voll auf Schiene gell? :-<
Schau mal, Du verallgemeinerst hier ungemein rum, das tut man doch
nicht als Scientologe. Ich haette von Dir detailhafte Recherche
und Aufklaerung erwartet. ;-)
Im Ernst, woher hast Du Deine Meinung ueber Psychiater und die
Psychiatrie im Allgemeinen?
Eigene Erfahrungen?
Gelesenes?
Wenn ja, wo?
In scientologischen Schriften?
Wo sonst noch?
Wieviele unabhaengige Quellen?
Zeitungsberichte?
Wissenschaftliche Abhandlungen?
Erfahrungsberichte?
......
Du lenkst hier von der Sache ab, versuchst Zeitungsartikel zu
dementieren, gibst aber auf Fragen keine Antwort. Kannst Du keine
Stellung nehmen?
charlie
Scientology Infos:
www.charlies-playhouse.ch/scieno/scieno.htm
mail:
cha...@charlies-playhouse.ch
[SP4, Squirrel, DB und pastlive OT,
persoenlicher Bekannter von LRH und
auf jeden Fall: Ex-Scientologe]
(\__/) /~~~. ))
/O O./ / {{ .'
{_-_, \/ {{
You / . . ) \\\
wanna go NUT's? \\\
.( _( )_.'\\\
go to { __.{_ _ _}\\
Scientology to get NOT's!
____________________________
>Die in diesem Bericht erhobenen Vorwürfe sind schlicht und einfach
>lächerlich. Wer sich wirklich über Narconon informieren will, lese die
>zahlreichen, (vor allem amerikanischen aber auch russischen) Gutachten, die
>darüber existieren.
Ich habe das Narconon GEMACHT deswegen brauch ich keine Scientology
eigenen Gutachten zu lesen.
Ich war von Dezember 90 -April 91 in Itzehoe
Zur selben Zeit als ich das Programm abschloss , haben noch 5 andere
abgeschlossen. 4 davon habe ich ca 2 Wochen Drogen handelnd oder
deutlich angefixet am Hamburger Hauptbahnhof wiedergesehen.
das Reportete(berichtete) ich nach NN wie man das von einem guten
Scientologen erwartet. Die zustaendige Abteilung sagte :" Entheta
Kommunikation wird nicht weitergegeben."
Auf diesem Prinzip beruht Scientology und Narconon
Daruf und auf ein bißchen Blödheit Geldgeilheit und sehr viel
Arroganz.
So einfach geht das..
Juergen
Creature <Crea...@Earthling.Net> schrieb im Beitrag
<34CE2D4F...@Earthling.Net>...
> Kann mir mal jemand kurz erklären, welche Methoden Narconon bei
Drogenprogrammen
> anwendet? Irgendwie kommt es mir nämlich so vor, als hätte das
Basismodell des
> Scientology-Glaubens mit Drogenbekämpfung herzlich wenig zu tun, also
stelle ich
> mir das Ganze mal ungefähr wie den Reinigungs-Rundown vor (extremes
saunieren,
> unausgewogene Ernährung, überhöhte Vitamindosen), bei dem man ja
angeblich auch
> "Giftstoffe und Drogen aus dem Körper spült".
> Creature
Mit dem E-Meter wird in Narconon nicht mehr gearbeitet, b. g. es wird nicht
mehr damit auditiert. Bis in die früheren 80-er Jahren bestand das Programm
aus folgenden Schritten :
1. Entzug ( wenn notwendig )
2. Reinigungsrundown ( ab c.a. 1980 ), der Vorgänger, das Schwitzprogramm,
lief nur ca. 2 Jahre, und wurde bei Narconon nicht eingesetzt, jedoch bei
Scientologen, dies aber nicht als eigentlicher Programmschritt.
3. ( Kleiner ) Studierkurs
4. Kommunikationskurs ( TR's 0-9 )
5. Kurs der objectiven Prozesse ( dies wird normalerweise zu zweit gemacht,
d.h. zwei Studenten studieren und auditieren sich dann gegenseitig )
6. Dianetics-Drogenrundown ( ab c.a. 1982 ersetzt durch den Scientology-
Drogenrundown ).
Punkt 6 ( Drogenrundown ) wird seit einigen Jahren nicht mehr in Narconon
geliefert, d.h. um dies zu bekommen, müsste jemand, der das Narconon
Programm abgeschlossen hat, in einer Scientology - Kirche weitermachen.
Nach den objectiven Prozessen wurden ab Mitte der 80-er Jahren manchmal
noch kleinere Kurse aus dem Handbuch des ehrenamtlichen Geistlichen
angeboten.
Jetzt sieht das Programm folgendermassen aus :
1. Entzug ( wo notwenig )
2. Therapeutischer TR- Kurs ( Kommunikationskurs, d.h. TR's 0-4 )
3. Reinigungs-Rundown
4. Studierkurs
5. Kommunikationskurs ( TR's 0-9, nun jedoch intensiver als bei 2. )
6. Der Kurs über das Auf und Ab des Lebens ( PTS und SP Technologie )
7. Integritätskurs
8. Kurs der Ethikzustände
9. Kurs : Der Weg zum Glücklichsein
Diese Programm läuft bei allen Narconons gleich.
Narconon ist ein Zweig von ABLE ( Association for Better Living and
Education ).
ABLE wiederum ist ein Zweig der Scientology-Kirche.
Die Ausbildung der Narcononmitarbeiter läuft gleich wie bei den Sciento-
logymitarbeitern, Kursleiterausbildung und anderes mehr wird normaler-
weise in einer Scientology-Kirche gemacht.
Ob Narconon gut oder weniger gut ist, darüber möchte ich mich hier nicht
äussern, meiner Erfahrung nach wurde ein ursprünglich guter Ansatz der
Drogentherapie von der ( neuen ) Scientology-Kirche und ihren zumeist
idoktrinierten Mitgliedern pervertiert.
Das Drogenproblem ist ein zu ernstes Problem um damit
herumzuspielen !
Die Propagandamaschine des neuen Scientology-Managements erzählt
von ca.100'000 welche durch Narconon frei geworden sind.
Das stimmt definitiv nicht !
Wieder werden die Mitglieder in die Irre geführt !
Man könnte jemandem mit der Methode von L. Ron Hubbard helfen, das
könnte man, aber die Scientology-Kirche hat es fertig gebracht, auch noch
diese Hilfe zu pervertieren.
Es stimmt nicht was die Scientology-Kirche bezüglich Erfolgen betreffend
Drogensüchtigen erzählt. Es stimmt einfach nicht.
Jeder der die WIRKLICHEN Statistiken ansieht, sieht wieviele Süchtige
es durch Narconon wirklich geschaft haben, wird sehr schnell sehr
ernüchtert werden.
Man könnte helfen, doch durch das festgefahrene, man könnte fast sagen
diktatorische System der Scientology-Kirche, ist auch das kaputt gemacht
worden.
Ich kenne Leute welche es geschaft haben mit Hilfe von Narconon freizu-
werden, das stimmt, doch es sind nicht viele ( verglichen mit der fast
schon schmerzenden peinlichen Propaganda der Scientology- Kirche ).
Die Scientology-Kirche hat begonnen, Hubbard rein buchstäblich zu
verstehen, jede seiner Ausserungen so wichtig zu nehmen wie jede andere
andere auch und nicht mehr seine allgemeine Absicht im Auge zu
behalten ( gilt bei gewissen Kritikern ebenso, wobei ich da niemandem
zu nahe treten möchte ).
In den 50-ern wurde die Kirche von Hubbard -- dem Druck der Notwendig-
keit folgend -- als Abwehrmechanismus geschaffen. In den 70-ern begann
sie, ihren eigenen Schwung zu entwickeln. In den 80-ern nahm sie eine
Färbung eigener Art an, bewegte sich von den Absichten ihres Schöpfers
weg und wendete sich am Ende gar gegen ihre eigenen Mitglieder.
Im Jahre 1982 nähmlich reiste die sogenannte '' Finance Police'' des
internationalen Managements in der Welt herum und presste riesige Geld-
summen aus einzelnen scientologischen '' Missionen '' wegen angeblicher
Finanzverbrechen heraus. ( '' Missionen'' sind organisatorisch den '' Org-
anisationen '' untergeordnet. )
Missionsdirektoren wurden nach Flag ( dem Hauptquartier in Florida )
beordert, um dort auf eigene Rechnung '' Sicherheitsüberprüfungen '' für
Verbrechen zu bekommen, die sie angeblich begangen hätten. Auch
Privatleute blieben nicht verschont. Einig wurden sogar auf der Stelle
durch '' finger declare '' zu '' Unterdrückerischen Personen '' erklärt --
es
genügte, dass ein Sea-Org Offizier mit dem Finger und einer entspre-
chenden Bemerkung auf sie zeigte : zum Abschuss freigegeben !
Einige Missionen brachen finanziell zusammen und erholten sich nie
wieder. Tausende von Scientologen, darunter viele '' Oldtimer '', d.h.
Leute
welche noch mit dem Gründer zusammen gearbeitet hatten, Mitarbeiter
wie auch Publikum, wurden zu Unterdrückern erklärt oder verliessen die
Kirche aus Protest.
Darnach wurde das RTC vor einer Handvoll hochrangiger Kirchenmanager
gegründet. Dabei wurde die Unterschrift von L. Ron Hubbard gefälscht um
überhaupt ein ordnungsgemässes Gründungsdokument zu fabrizieren.
Es gibt mehrere unabhängige Gutachten, welche aufzeigen, dass die
Unterschrift gefälscht wurde. Es waren auch Bemühungen in den 80-ern
Jahren im Gange, einen Gerichtsprozess gegen die Scientology-Kirche
wegen Urkundenfälschungen u.a.m. anzustrengen, leider musste die
Klage wegen Geldmangels ( die Scientology-Kirche verfügt da über
bedeutend mehr Geld ) zurückgezogen werden.
Ueber das RTC gewannem die Gründungsmitglieder Zugang zu allen
Fonds und Ressourcen der Kirche und damit zu höchster Machtposition
in einem internationalen Multimillionen - Dollar - Unternehmen.
In den Jahren nach dem RTC - Coup wurden die Magazine noch glänz-
ender, die Werbung noch bunter und aufdringlicher, die Selbstbeweih-
räucherungen der Kirche noch haarsträubender und peinlicher als jemals
zuvor. Entscheidend war jedoch, dass das RTC eine Sache begann, die
es noch nie zuvor gegeben hatte, nämlich Trademarks einzuführen, um
'' Scientology Religious Technology '' zu einem Industrieprodukt
vergleichbar
mit Coca Cola zu machen ( Ein Vergleich, der den Vertretern der Kirche
lieb und teuer ist.)
'' Scientology '' wurde zu einem in der Form von Kursen oder '' Brücken'' -
Teilchen wohlverpackten Produkt. Nur wenn es in der Scientology - Kirche
gekauft wird, ist es die echte Ware. Wird es anderswo gekauft, so kann
es nur billiger Ersatz sein. Die Scientology, von ihrem Gründer als ''
ange-
wandte religiöse Philosophie '' definiert, ist zu einem Trademark - Artikel
unter dem Diktat einer internationalen PR - und Marketingmaschine
geworden, die nichts anderes im Sinn hat, als sich an dem Vermächtnis
Hubbards zu bereichern, egal ob finanziell oder aus Macht !
Seine Bücher , seine Tonbandvorträge werden in immer neuen Aufmach-
ungen vermarktet, das E - Meter wird zu einem Mehrfachen seines
wirklichen Wertes gehandelt, seine Schriften zu immer neuen Kursen
und Rundowns zusammengestellt.
1996 erneut in grossem Masse unter dem : '' Goldenen Zeitalter der Tech ''
geschehen, wo zu den Kurspacks ein paar Uebungen hinzugefügt wurden,
und das Ganze als '' neue '' Kurse verkauft wurden, wobei jeder der die
'' alten '' gemacht hatte, für jeden dieser Kurse die '' Erneuerungen ''
machen
musste und dafür pro '' erneuerten '' Kurs wieder Tausende bezahlen
musste !
Und das Ganze wurde als '' grosser '' Durchbruch vermarktet.
Und die Mitglieder bezahlen und bezahlen, im Glauben gelassen, ihr Geld
und ihre Energie für eine gute Sache einzusetzten, nicht wissend, dass
sie damit ein Management unterstützten, welches die Ideale ihres
Gründers ( und damit ihre Mitglieder ) verraten hat.
Auditingstunden kosten auf Flag bis zu 1200 Dollars, gerade kürzlich
wurden die Preise um 10 % angehoben, Morgens um Mitternacht gleich
nochmals !
Und es wird verkauft, verkauft, verkauft......
Ein Drogensüchtiger, der es schafft von den Drogen frei zu kommen, hat
meine Hochachtung, egal wie er es schafft, ob selber, mit Hilfe
christlicher
Therapie, oder mit Hilfe der Technologie von L.Ron Hubbard.
Zudem gibt es auf der ganzen Welt Tausende von freien Scientologen, es
gibt verschiedenste Gruppen die ausserhalb der monopolisierten Kirche
mit der freien Scientology weitermachen, nicht stur wie in der Kirche,
sondern in rein pragmatischen Sinn,dies jedoch ist wiederum ein anderes
Thema.
Aber die Scientology - Kirche soll aufhören damit Propaganda zu machen,
und damit zu prahlen 10'000-en, wenn nicht 100'00-en geholfen zu haben.
Es stimmt einfach nicht. Und wenn ein Ex-Süchtiger dann in der
Scientology - Kirche weiter macht, frage ich mich ob das der richtige
Weg ist.
Eine Kirche, die ihre Mitglieder derart indokrtiniert, finde ich sehr
fraglich.
Ich denke da wäre L.Ron Hubbard mit mir derselben Meinung.
Claude - Alain Humbert
>Kann mir mal jemand kurz erklären, welche Methoden Narconon bei Drogenprogrammen
>anwendet?
Zunaechst werden alle Drogenproblematiken gleich behandelt
H,Koks,metadon,Alk Pillen
alles dieselben Schritte:
0) DM 120 am Tag in Deutschland
1) Entzug kalt 3 Tage bis 3 Wochen (24 stunden ueberwachung durch
andere Studenten die auch grade runter sind., und qualmend in Deinem
Zimmer sitzen.
2) KommKurs d.h TR0 -9. TR7 ist am geilsten Man schreit einen
Aschenbecher an bis er sich erhebt odfer man eine Erkenntnis hat.
Tr3 ist das beruehmte "Fliegen Voegel?"
3) Purification RD ala Elron 7-21 tage
4) Ethik Kurse
Jeder Druggie ist natuerlich per Definition im niedrigsten Ethik
Zustand Verwirrung:
a) Finden sie heruas wo siie wirklich sind!
b) Finden sie heruas dass siie wirklich sind!
c) Finden sie heruas wer siie wirklich sind!
Bis rauf zum zustand danger: ueberwinden sie Gewohnheiten
schriftlich
e) Aufschreiben aller Overts " Habe meiner Mutter nicht beim Abwasch
geholfen"
(Lese hierzu Introduction zu Scientology Ethics) "ITSE"
Wer in "Ethik" ist darf nicht spazieren gehen, muss bis Mitternacht
arbeiten
5) Objective Prozesse, wird gegenseitig auditiert wie auch in
Christiane F gut beschrieben.
dauer 2-3 Wochen
6) Ron Hubbards Way to happiness Kurs ("TWTH")
(das Biooklet das in Russland so ein Erfolg gewesen sein soll.)
Tagesplan 9 Uhr
Start der Hausarbeit -12 uhr. Vorher anziehen, fruehstuecken etc
Dafuer wird ein Student POW ne Art Ersatz antreiber bestimmt.
Mittag , Pause bis 13 Uhr
13 Uhr Roll Call (militaerische Anwesenheitsueberpruefung)
Wenn nicht anwesend dann -> Ethik abteilung
13-15 Uhr arbeiten (Kueche etc.)
Staub wischen Rons Bilder abstauben etc. Ich glaube auch Helnwein
builder gesehen zu haben, bin aber kein Kunstexperte.
15 -18 Uhr studieren ( Rons matereal logo)
18 Uhr Abendbrot, abwaschen.
19 -22:30 studieren
Fluchtversuche zwecklos in Itzehoe, da wieder reinholen mit 1000
Punkten fuer die Mitarbeiter belohnt wird
Einer folgte mir im Zug bis Hannover..
Eine Beauftragte lief immer rum und wollte dass man Erfolgsberichte
schrieb
Eine Studentin schrieb: " Ich habe eionen gewinn darauf, dass heute
schoenes Wetter ist"
Dieselbe hattte auch ihren 3 jaehrigen Sohn mit der mehrmals die
Treppe runterfiel, da sich die Mutter mit Staubwischen der Ron Bilder
zu beschaeftigen hatte.
Als sie sich beschwerte landete sie in der Ethik abteilung, der
Vorhölle Xenus
Es waren auch einige Schweitzer Mitbuerger dort , Adrian und Sarah,
Ein H Druecker der Gelbsucht bekam und von einem SCN Arzt besucht
wurde ( F. Groeschler ,spaeter OSA, genau wie Andrea Gregoric und
Franz Riedl)
Eine Metadonistin die kurz vorm abnippeln war, wurde zu einem Itzehoer
Arzt verfrachtet , und nicht mehr gesehen.
Die Leitung hatten Conny Schmidt ("clear") und Wolfgang Hefner ("Grad
o") Ab und zu kam eine OT5 und auditierte Leute ( Gisela Hackenjos,
glaub ich.
Erinnere mich aber nicht genau.
Die "Folder" (Unterlagen) wurden nach Hamburg Org Gefaxed und dort ge
c/sed
Gesamtkosten ca. DM 11000,- ( elftausend)
Ohne Unterstuetzung der Kassen.
Juergen
Koenntest Du mal eine Referenz angeben?
(Ich werde aber nicht den Atem anhalten. Meines Wissens gibt es keine
einzige in einem auch nur einigermassen gaengigen wissenschaftlichen
Journal publizierte Studie, die sich mit Narconon oder dem Purification
Rundown befasst. Du musst mir nicht glauben, sondern kannst auch selbst
in Medline nachschauen: http://www4.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/ )
Dein Geschwaetz ueber Psychiater kannst Du Dir uebrigens sparen. Damit
hat schon Heber Jentsch die amerikanische Oeffentlichkeit ungemein
beeindruckt.
--Cornelius.
--
/* Cornelius Krasel, U Wuerzburg, Dept. of Pharmacology, Versbacher Str. 9 */
/* D-97078 Wuerzburg, Germany email: pha...@rzbox.uni-wuerzburg.de SP4 */
/* "Science is the game we play with God to find out what His rules are." */
>Die in diesem Bericht erhobenen Vorwürfe sind schlicht und einfach
>lächerlich. Wer sich wirklich über Narconon informieren will, lese die
>zahlreichen, (vor allem amerikanischen aber auch russischen) Gutachten, die
>darüber existieren.
Es wird auch eine spanische Studie durch ein nicht mehr auffindbares
Institut (nie existierendes?) von 1987 erwähnt, die jedoch alles
andere als unabhängig ist:
...........
Subject: Re: NARCONON: SAVING THE LIVES OF DRUG ADDICTS
From: pim...@aol.com (Pimoty)
Date: 1998/01/28
Message-ID: <19980128052...@ladder03.news.aol.com>
Newsgroups: alt.religion.scientology
> More lies: Independent studies have been done on the effectiveness of Narconon.
> One such study in Spain had the above results.
Notice that no data are presented to support the assertions.
2. An independent Spanish study 50 Narconon graduates was conducted in
Mar/Apr 1987 by "Tecnicos Asociados de Investigacion y Marketing"
(TAIM) for the Ministry of Health and Social Services and showed that
70% of the graduates were drug-free two years later. It was headed by
Dr. Esquerdo (105); TAIM, PDAL, 28007, Madrid, Spain. TAIM's telephone
number is according to John Duff of Narconon International +34 1
273-7400.
According to John Duff, both studies were commissioned by
Narconon, so Narconon seems to be slightly dishonest about the nature
of these studies by claiming that they are "independent".
It should also be noted that TAIM is not at the address given,
and not listed in any current Spanish phone directories or commercial
directories. The phone number given by John Duff seems also to be out
of use so TAIM has either ceased trading or moved from the Madrid
area.
So what studies do exist ? According to the 1992 board in Oklahoma:
No scientifically well-controlled studies were found that documented
the safety of the Narconon program. There are potential dangers from
the use of non-medical staff who may be unable to interpret the
possibility of seizures, delirious, cardiac arrhythmia, or
hallucinations that are phenomena associated with the cessation of
drugs. There is also a potential risk of the reported reexperience of
the abused drug effect during the sauna sweat out program may
be the result of misinterpreted symptoms of hyperthermia or
electrolyte imbalance. Moreover, the multiple findings of fact
heretofore entered by the Board establish that Narconon's program is
not safe.
Drug treatment program offered by Narconon-Chilocco is an experimental
treatment and not proven safe or effective and is not in accord with
the highest standards accepted in medical practice as required by
statute. No scientifically well-controlled independent, long-term
outcome studies were found that directly and clearly establish the
effectiveness of the Narconon program for the treatment of chemical
dependency and the more credible evidence establishes Narconon's
program is not effective. The Board determines that the Narconon
Program is not effective in the treatment of chemical dependency.
The Board concludes that the program offered by Narconon-Chilocco is
not medically safe.
>zweiter Versuch - ich glaube vorhin habe ich es aus Versehen ge-emailed.
>
>Aus:
>Christiane F - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
>© Stern
>
>Und irgendwann im Mai 1977 schnallte ich es dann auch selber mit meinem
>kaputten Kopf, daß ich genau noch zwei Möglichkeiten hatte: Entweder ich
>setzte mir möglichst bald den Goldenen Schuß, oder ich machte einen
>ernsthaften Versuch, vom Heroin loszukommen. Ich wußte, ich war bei
>dieser Entscheidung ganz allein. Auch auf Detlef konnte ich da nicht
>mehr rechnen. Ich konnte vor allem die Entscheidung nicht von ihm
>abhängig machen.
>
>Ich fuhr zur Gropiusstadt, zum Haus der Mitte, in das evangelische
>Jugendhaus, wo meine Drogenkarriere angefangen hatte.
Das ist ungefähr 10 Minuten zu Fuß von mir entfernt
> Der Club war mittlerweile zugemacht worden, weil sie da mit dem Heroinproblem nicht
>mehr fertig geworden waren.
Und ist mittlerweile wiedereröffnet, in Form eines Kindergartens mit
Jugendbetreuung und einer Bibliothek
>Dafür hatten sie jetzt eine Drogenberatung.
>Echt eine Drogenberatung nur für die Gropiusstadt.
Jetzt nicht mehr
>So viele
>Heroinsüchtige gab es da zwei Jahre, nachdem das erste H in Gropiusstadt
>aufgetaucht war.
Hmm, im ganzen Süden Neuköllns bekommt man keine harten Drogen mehr,
ist keine Nachfrage da, dafür hat mittlerweile jede Oberschule so an
die 4-6 Hanfdealer (gelegentliche Vermittlungen von Schülern
untereinander ausgeschlossen) und die Lehrer raffen nichts. Ganz im
Gegenteil, meiner Klasse ist eine solch blamable Drogenberatung zuteil
gekommen, daß es weh tat. Die Lehrerin stammelte ihren Text runter
(mit teilweise unterbrechendem Lachen der Schüler) und als sie fragte,
ob wir noch fragen hätten und wir speziell nach LSD, Speed, XTC, und
co. fragen stellten, kam immer wieder die Antwort: "Kenne ich nicht,
da kann ich auch nichts sagen, weiß ich nicht"
Geendet ist die Unterrichtseinheit damit, daß nur einer reaufgeklärt
den Raum verließ, und das war die Lehrerin (zumindest zum Thema Hanf)
>Die sagten mir, was ich eigentlich längst wußte: Daß
>ich nur durch eine echte Therapie noch eine Chance hätte. Sie gaben mir
>die Adressen von DrogenInfo und Synanon, weil die noch die größten
>Therapie-Erfolge hätten.
>von H weg zukommen. Die Drogenberaterin sagte, daß ich ja noch sehr
>jung sei, nicht einmal 15, also fast noch ein Kind. Da würde ich schwer
>bringen, was die verlangten. Für Kinder gäbe es eigentlich noch gar
>keine Therapie.
Diese Beraterin würde ich fristlos kündigen.
Da wohne ich, in Rudow, kein Scheiß, ich muß mir das Buch besorgen.
Nur so zur Anmerkung: Rudow besteht aus vielen kleinen(und besonders
großen Villen) Einzelhäusern, sieht SEHR dörflich aus und ist im
wahrsten Sinne des Wortes die toteste Gegend Berlins, zumindest was
den Westteil betrifft (In Ostberlin bin ich zu selten)
> Es war
Das stimmt immernoch, und zwar in dem dort gelegenen Park Hasenheide,
hinter dem Einkaufszentrum "Neue Welt"
Man wird ständig von denen angequatscht, willst du was? Brauchst Du
was, oder auch: hast du was?
Schlimme Situation
> Zum Teil waren es Ausländer, aber auch
>Deutsche.
Mittlerweile nur noch Ausländer, die Türken haben den Heroinmarkt fest
in der hand, zumindest in Berlin.
Deutsche werden vertrieben oder verprügelt.
> Ich dachte, wo leben wir
>eigentlich ?
>
Gute Frage, das denke ich auch ständig, da dealen Leute ganz offen mit
harten Drogen und Haschisch wird verfolgt bis zum Abwinken
<restlicher Text wird später gelesen>
Puh, bis dahin war das ja ganz schön krass, habe das Buch bisher nie
gelesen, und ich denke man sollte das in aller Ruhe und viel
Einfühlvermögen für Kind und Mutter lesen und verarbeiten.
War ne gewiß eine Menge Arbeit für Dich.
DANKE!
Rudi Ruderalis
Es handelt sich beim Obengenannten nur um Meinungsäußerungen und Erfahrungsberichte anderer.
Ich habe nicht vor zum Konsum oder Anbau von Drogen anzuregen.
PGP auf Anfrage
UIN (ICQ) 2926572
hanfbuch.flashback.de
>Puh, bis dahin war das ja ganz schön krass, habe das Buch bisher nie
>gelesen, und ich denke man sollte das in aller Ruhe und viel
>Einfühlvermögen für Kind und Mutter lesen und verarbeiten.
>War ne gewiß eine Menge Arbeit für Dich.
Ich habe den Film gesehen, er war schwer erträglich. Der schlimmste
Moment war als sie und ihre Freundin, nach einem "do-it-yourself" Entzug
sagten "jetzt wissen wird daß wir jederzeit aufhören können".
Das Buch gibs z.B. in der Bibliothek in der Brandenburgische Strasse
(UBHF Fehrbelliner Platz)