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fwd: Anwalt macht Distanz zu Scientology deutlich

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Tilman Hausherr

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Mar 27, 1998, 3:00:00 AM3/27/98
to

Anwalt macht Distanz zu Scientology deutlich

SZ
14.03.1998

Michael Scheele: „Es ist ein
Treppenwitz, mich mit der Sekte in
Verbindung zu bringen“

München (SZ) – Mit den Plänen der
Scientology-Sekte (SC), 1993 in Albanien
ein Zentrum zu gründen und den Neuaufbau
des Staates mit der SC-Lehre zu begleiten
(wir berichteten)
sieht sich der Münchner Rechtsanwalt
Michael Scheele (50) zu Unrecht in
Verbindung gebracht. Nach Darstellung
des Juristen sind die gegen ihn
erhobenen Vorwürfe Teil eines
Rachefeldzuges eines früheren
Mitarbeiters der Hanns-Seidel-Stiftung
(HSS). Der HSS-Projektleiter Michael
Kosmola sollte 1993 in Albanien die
Hanns-Seidel-Stiftung etablieren. Dabei
hatte er in Tirana sowohl mit Scheele
als auch mit dessen früherem Mandanten
Gerhard Haag, Mitglied der Scientology,
Kontakt. Kosmala behauptete über Scheele
später, dieser habe sich für Haags
Geschäfte in Albanien eingesetzt.

Der Münchner Anwalt nennt dieses
„irreführend, wenn nicht falsch“. Er
habe Haag schließlich nicht als
Scientologen oder in
Scientology-Belangen vertreten. „Wir
haben für den früheren Mandanten Haag,
der ein Hotel bauen wollte, ein
Gutachten über die rechtlichen
Rahmenbedingungen erstellt. Nicht mehr
und nicht weniger. Solche Gutachten
erstellen wir, da wir als Experten in
Osteuropa gelten, für Firmen und
Personen, ungeachtet der Religions- oder
Sektenzugehörigkeit. Allerdings hat
unsere Kanzlei vor vier Jahren
beschlossen, niemanden mehr zu
vertreten, der sich zu Scientology
bekennt. Denn wir haben leider erfahren
müssen, daß man bei der Hysterie um
dieses Thema nur all zu schnell und
oberflächlich Gefahr läuft, damit
identifiziert zu werden.“ Kosmala, so
Scheele, habe von ihm für eine
Zusammenarbeit und für die Vermittlung
von Klienten Geld erwartet. Auch wollte
er an dem Honorar einer Rechtsstudie
beteiligt werden, die Scheele im Auftrag
des Justizministers erstellen sollte.
Das habe er, Scheele, „ohne Zögern“
abgelehnt. Dadurch habe er offenbar eine
„beispiellose Rufmordkampagne“
ausgelöst.

Kosmala warnte das Justizministerium vor
angeblich zu hohen Kosten, die Scheele
für solch eine Rechtsstudie verlangte
(200 000 Mark bei einem geschätzten
Aufwand von 750 Stunden). Hierfür habe
sich Kosmala aber später auf Drängen
seiner Stiftung beim Justizminister
entschuldigen müssen. „Das war für
Kosmala der Grund“, so Scheele „eine
Dolchstoßlegende zu entwickeln. Er
fühlte sich gedemütigt. Und als er
Monate später erfuhr, daß unser früherer
Mandant, Gerhard Haag, Scientologe war,
begann er, den Leuten einzureden, ich
hätte Haag bei irgendwelchen
scientologischen Unterwanderungsplänen
unterstützt. Gott sei Dank konnte dieser
Unsinn bei Gericht zu meiner
Zufriedenheit aufgeklärt werden. Und der
Fernsehsender, der Herrn Kosmala auf den
Leim gegangen war, strahlte dann auch
eine entsprechende Korrektur aus.“

Anwalt Scheele berät und vertritt heute
namhafte Scientology-Kritiker wie etwa
Steven Goldner und hat gemeinsam mit
einem Kollegen ein
Scientology-Aufklärungsbuch
(„Scientology im Management“,
Econ-Verlag) juristisch redigiert, um es
vor Angriffen aus den Reihen der
Scientology abzusichern. „Vor diesem
Hintergrund“, so Scheele, „ist es
nachgerade ein Treppenwitz, mich in
irgendeiner Form mit der Sekte in
Verbindung zu bringen.“

Das Berliner Landgericht hatte vor einem
Jahr über die Klage von Anwalt Scheele
zu entscheiden, künftig nicht mehr
öffentlich zu machen, daß seine Kanzlei
früher gelegentlich Scientologen
(vornehmlich in Pressesachen) vertreten
habe. „Zu groß war der Schaden, den
andere unter Hinweis hierauf angerichtet
hatten“, erklärt Scheele. Er bekam
Recht. Die Berliner Richter kamen zu der
Erkenntnis, daß Scheele zu keiner Zeit
eine Verbindung zu Scientology
nachgesagt werden konnte. Das Urteil ist
rechtskräftig.

Tilman Hausherr

unread,
Mar 28, 1998, 3:00:00 AM3/28/98
to

> Anwalt macht Distanz zu Scientology deutlich
>
> SZ
> 14.03.1998
>
> Michael Scheele: „Es ist ein
> Treppenwitz, mich mit der Sekte in
> Verbindung zu bringen“

Na also: die SZ macht die Blätter breit, und erlaubt Herrn Scheele seine
Behauptungen als Artikel (nicht als Gegendarstellung) eindringen zu
lassen.


(...)

> und nicht weniger. Solche Gutachten
> erstellen wir, da wir als Experten in
> Osteuropa gelten, für Firmen und
> Personen, ungeachtet der Religions- oder
> Sektenzugehörigkeit.

(...)

> identifiziert zu werden.“ Kosmala, so
> Scheele, habe von ihm für eine
> Zusammenarbeit und für die Vermittlung
> von Klienten Geld erwartet. Auch wollte

Oh oh. Diese Behauptung wird wohl ein rechtliches Nachspiel haben.

> unterstützt. Gott sei Dank konnte dieser
> Unsinn bei Gericht zu meiner
> Zufriedenheit aufgeklärt werden. Und der
> Fernsehsender, der Herrn Kosmala auf den
> Leim gegangen war, strahlte dann auch
> eine entsprechende Korrektur aus.“
>
> Anwalt Scheele berät und vertritt heute
> namhafte Scientology-Kritiker wie etwa
> Steven Goldner und hat gemeinsam mit
> einem Kollegen ein
> Scientology-Aufklärungsbuch
> („Scientology im Management“,
> Econ-Verlag) juristisch redigiert, um es

Ja... wohl besonders den Teil der sich mit ihm befaßt. Das Buch ist
ohnehin das schlechteste von allen "aufklärungsbüchern". Die Person die
mir das Buch "geliehen" hat will es nicht mal zurück haben!

Im übrigen ist es merkwürdig, wenn ein Anwalt mal scientologen und mal
scientology-gegner verteidigt. Eigentlich ein Fall für's
Standesgericht??? aber solange sich keiner beschwert...

> vor Angriffen aus den Reihen der
> Scientology abzusichern. „Vor diesem
> Hintergrund“, so Scheele, „ist es
> nachgerade ein Treppenwitz, mich in
> irgendeiner Form mit der Sekte in
> Verbindung zu bringen.“
>
> Das Berliner Landgericht hatte vor einem
> Jahr über die Klage von Anwalt Scheele
> zu entscheiden, künftig nicht mehr
> öffentlich zu machen, daß seine Kanzlei
> früher gelegentlich Scientologen
> (vornehmlich in Pressesachen) vertreten

Moment mal - ich dachte die Kanzlei ist in Osteuropa spezialisiert?

> habe. „Zu groß war der Schaden, den
> andere unter Hinweis hierauf angerichtet
> hatten“, erklärt Scheele. Er bekam
> Recht. Die Berliner Richter kamen zu der
> Erkenntnis, daß Scheele zu keiner Zeit
> eine Verbindung zu Scientology
> nachgesagt werden konnte. Das Urteil ist
> rechtskräftig.

Aber nicht gegenüber allen, wie z.B. SZ Leser. Nur gegenüber der Person
gegen die er geklagt hat. Und die details werden natürlich verschwiegen.


Ich halte diesen Typen für eine jämmerliche Figur - er kann nicht mal zu
dem stehen, was er getan hat. Da ist mir sogar der Blümel noch lieber.

Tilman

Tilman Hausherr

unread,
Mar 28, 1998, 3:00:00 AM3/28/98
to

Innenministerium: Computer-Raub ohne Folgen für Arbeit der Behörden -
Diebstahl von geheimen Daten am Dienstag Thema im Kabinett

Erfurt, 23. März (AFP) - Der Diebstahl von geheimen Computer-Daten
hat nach Ansicht des Thüringer Innenministeriums keine Auswirkungen
auf die Arbeit der Landesregierung und anderer Behörden. Wie
Innenstaatssekretär Gregor Lehnert am Montag in Erfurt bestätigte,
waren auf der Festplatte des Computers zwar "sensible Daten"
gespeichert; diese seien jedoch "nicht geeignet, die
Funktionsfähigkeit der Regierung oder der Sicherheitsbehörden zu
beeinträchtigen". Bei den entwendeten Daten handelte es sich demnach
um Geheimprotokolle der Parlamentarischen Kontrollkommission,
außerdem um Informationen zur Sicherheitsüberprüfung von fünf
Landesbeamten und zu Organisationen wie Scientology. Weiterhin waren
Angaben über eine Abhöraktion im extremistischen Bereich gespeichert;
das Ermittlungsverfahren in dieser Sache sei aber bereits
abgeschlossen.

Lehnert zufolge enthielt der gestohlene Computer auch Daten über den
Ex-Chef des Landeskriminalamtes, Uwe Kranz, der im vergangenen Jahr
im Zusammenhang mit der sogenannten Erfurter Rotlicht-Affäre
beurlaubt worden war. Entgegen Presseberichten befanden sich auf dem
Rechner aber keinerlei Angaben über verdeckte Ermittler des
Verfassungsschutzes. Der Computer war nach dem Umzug des
Innenministeriums im November entwendet worden. Erst im Januar sei
die Hausleitung über den Vorfall informiert worden. Nach einer
"umfangreichen Nachsuche" sei schließlich die Staatsanwaltschaft
eingeschaltet worden. Weitere Einzelheiten gab das Ministerium mit
Hinweis auf die Ermittlungen nicht bekannt.

Seit dem Bekanntwerden des Diebstahls am vergangenen Wochenende gerät
Innenminister Richard Dewes (SPD) zunehmend unter Druck. Der Vorfall
sollte am Dienstag die Koalition beschäftigen; Dewes will dem
Regierungskabinett Bericht erstatten. Am Mittwoch will auch der
Innenausschusses des Landtages auf einer Sondersitzung über den
Vorfall beraten. Der innenpolitische Sprecher der
PDS-Landtagsfraktion, Peter Dietl, fordert unterdessen die
"unverzügliche und vollständige Aufklärung" des Diebstahls. Es müsse
geklärt werden, wie es "zu dieser Schlamperei" kommen konnte und wer
die Verantwortung trage.

hex/cha

Tilman Hausherr

unread,
Mar 28, 1998, 3:00:00 AM3/28/98
to

Sekten-Material in Schulen

Die Presse (Wien)
Montag, 23. März 1998

WIEN (apa). Der Katholische Familienverband
der Erzdiözese Wien beklagt, daß Schulen von
österreichischen Schulbuchverlagen mit
Material von Scientology beschickt werden. So
erhielten Schulen gemeinsam mit einer
Biologie-Folienmappe des Österreichischen
Bundesverlags eine Broschüre mit dem Titel
"Wiederherstellung und Schutz der
Religionsfreiheit. Wie Sie in Europa
Menschenrechte wahren können."
Herausgeber ist das "Europäische
Menschenrechtsbüro der Scientology Kirche",
die sich in der Broschüre als Opfer einer neuen
Diskriminierungspolitik gegen Minderheiten in
Westeuropa darstellt. Der Geschäftsführer der
pädagogischen Abteilung des Bundesverlags,
Otmar Spachinger, zeigte sich darüber
"empört" und sprach von einer "Katastrophe",
der er nachgehen werde.


Tilman Hausherr

unread,
Mar 28, 1998, 3:00:00 AM3/28/98
to

Beckstein: Scientology will Bundesrepublik unter Kontrolle bringen

München, 20. März (AFP) - Die Scientology-Organisation verfolgt nach
Auffassung der bayerischen Landesregierung das Ziel, die
Bundesrepublik wie auch andere Staaten weltweit "unter ihren Einfluß"
zu bringen. Scientology wolle ein Rechtssystem errichten, in dem
allein die eigenen Mitglieder als Staatsbürger anerkannt seien,
erklärte Innenminister Günther Beckstein (CSU) am Freitag in München
bei der Vorlage des bayerischen Verfassungsschutzberichts. Demokratie
und Mehrparteiensystem sollten nach den Plänen der Organisation
aufgehoben werden.

In Deutschland hat Scientology nach Angaben Becksteins rund 10.000
Mitglieder. Weltweit gesehen erreichten die deutschen
Scientology-Gliederungen in der internen Hierarchie keine hohen
Ränge, erklärte der CSU-Politiker. Die Befehlszentren für die
deutschen Scientologen lägen in England und Dänemark. Der
Verfassungsschutz werde weiter ein "wichtiges Mittel in der
Auseinandersetzung mit dieser Organisation bleiben", kündigte
Beckstein an. Die Maßnahmen in Deutschland gegen Scientology seien
auch nach Auffassung der UNO kein Verstoß gegen Rechte noch gegen das
Gebot der Toleranz.

Scientology betrachtet sich selbst als Religionsgemeinschaft, wird
aber in Deutschland als Wirtschaftsunternehmen mit totalitären Zielen
eingestuft.

brr/dja

Tilman Hausherr

unread,
Mar 28, 1998, 3:00:00 AM3/28/98
to

Sorry, ich war nicht mal dazu gekommen den ursprünglichen Artikel zu
posten! (Dies ist der Artikel auf den Scheele "geantwortet" hat)


CSU weigert sich, eine interne
Scientology-Affäre zu bereinigen

SZ vom 07.03.1998

Albanische Schatten über
der Hanns-Seidel-Stiftung

Mitarbeiter wird nach Warnung vor
Sektenangriff abgemahnt / OLG Stuttgart
bestätigt Verwicklungen in Tirana

Von Conny Neumann

München – Anfang 1993 machte sich der
Spitzenscientologe Gerhard Haag aus dem
schwäbischen Lichtenwald auf den Weg, um
das „Projekt A“ zu starten. Dahinter verbirgt
sich der Plan, das damals im Neuaufbau
befindliche Staatswesen Albaniens mit der
Lehre des Scientology-Gründers L. Ron
Hubbard zu durchziehen und in Albanien ein
SC-Zentrum zu installieren. Als „Türöffner“
benutzte Haag, der zu dieser Zeit wegen
dubioser Geldflüsse und anderer
Merkwürdigkeiten in seiner schwäbischen
Stahlbaufirma mit internationalem Haftbefehl
gesucht wurde, Empfehlungsschreiben aus
dem Bundeswirtschaftsministerium. Die
Behörde schrieb dem Unternehmer eine
Bestätigung, seine Firma „Albania Bau &
Handel“ werde wertvolle Aufbauarbeit leisten.


Kurz zuvor hatte sich die CSU-nahe Münchner
Hanns-Seidel-Stiftung entschlossen, ebenfalls
segensreich in Albanien zu wirken. Der junge
Projektleiter Michael Kosmala aus Amberg in
der Oberpfalz wurde von der HSS nach Tirana
gesandt, um sich der „Verwaltungsförderung
und Institutionenförderung Albaniens“
anzunehmen. Kosmalas Tätigkeit bestand zu
einem nicht unerheblichen Teil darin,
CSU-Größen in Tirana mit Ministern oder dem
Ministerpräsidenten Albaniens bekannt zu
machen. Gäste waren 1993 unter anderem
der Münchner Bundestagsabgeordnete Erich
Riedl sowie der ehemalige Verkehrsminister
Jürgen Warnke.

Mit Warnke wurde sein Kanzlei-Sozius, der
Münchner Rechtsanwalt und bekannte
Scientology-Verteidiger Michael Scheele, bei
der albanischen Regierungsspitze vorstellig.
Der wiederum hatte seinen Mandanten
Gerhard Haag im Schlepptau und legte sich
bei den Offiziellen heftig für den Unternehmer
aus Schwaben ins Zeug. Kosmala behauptet
heute, auch Warnke müsse zu dem Zeitpunkt
von dem Haftbefehl gegen Haag gewußt
haben. Haag hatte bereits in Albanien
investiert, ein Teil der Delegation durfte auf
Einladung der Deutschen Botschaft das
Projekt besichtigen.

Sowohl Scheele als auch Haag wollten in
Albanien über die CSU-nahe Stiftung gutes
Geld verdienen. Während der Warnke-Sozius
dem albanischen Justizminister eine
Rechtsstudie seiner
„Albanien-Business-Consult“ für umgerechnet
rund 200 000 Mark anbot, die die HSS mit
finanzieren sollte, begehrten Scheele, Warnke
und Haag zugleich Büroräume in der
HSS-Residenz in Tirana. Michael Kosmala
blies zum Gegenangriff. In unzähligen
Aktenvermerken und Briefen unterrichtete der
Projektleiter den HSS-Auslandsleiter Rainer
Gepperth und den HSS-Geschäftsführer
Manfred Baumgärtel vom Zugriff auf Geld und
Räume der Stiftung durch Scheele, Warnke
und Haag. Kosmala schrieb auch, daß
Warnke habe ihn zu erpressen versucht. Der
CSU-Abgeordnete soll ihm eine Beteiligung
an einer Haag-Firma avisiert haben. Gepperth
war die Sache offensichtlich höchst
unangenehm. Er schrieb an die
Kanzleipartner, höchstens zwei Monate könne
er Büros entbehren – aus Platzmangel. Wenig
später erfuhr Gepperth, daß Scheele eine
große Einweihungsfeier in der HSS-Residenz
in Tirana plant. Leider, so schrieb der
Auslandsleiter, könne er nicht teilnehmen. „Es
bleibt Ihnen unbenommen, die Eröffnung Ihres
Büros trotzdem vorzunehmen“.

Der völlig verzweifelte Kosmala, der eine
Unterwanderung seiner Stiftung durch die
Scientologen kommen sah, lief zum
albanischen Justizminister Hudret Cela und
warnte ihn vor Scheele. Der Haag-Anwalt
bekam den schon versprochenen lukrativen
Auftrag für die Studie nicht. Auch ein
ARD-Fernsehteam erfuhr von den Kontakten
zwischen der Hanns-Seidel-Stiftung und
Scientology. Kosmala wollte den
ARD-Journalisten völlig unbefangen Auskunft
erteilen. Baumgärtel aber schrieb ihm genau
vor, an welchen Text er sich zu halten habe.
Die Formulierung war unverfänglich.

Dann begann der berufliche Abstieg des
Projektleiters. Kosmala mußte einen
Briefentwurf an Minister Cela unterschreiben,
in dem er sich wegen seiner Aussagen über
Scheele entschuldigte und alles zurücknahm.
Der Text wurde Kosmala über den
HSS-Südosteuropa-Leiter Klaus Fiesinger
übermittelt. „Gepperth sagte zu mir: ,Kosmala,
Sie haben großen Schaden angerichtet,
sehen Sie zu, daß das repariert wird‘“,
berichtet der Amberger. Wenig später erhielt
Kosmala eine Abmahnung von Gepperth. Der
Auslandschef teilte seinem Mitarbeiter mit, er
habe sich künftig mit öffentlichen Äußerungen
zurückzuhalten. Anfang 1996 wurde Kosmala
dann gekündigt. Aus Einsparungsgründen
könne die HSS ihn nicht mehr beschäftigen,
hieß es.

Jetzt hat der 39jährige Amberger einen letzten
Rehabilitierungsversuch unternommen und
stieß innerhalb der CSU, die ihm als Partei
noch immer am Herzen liegt, erneut auf Granit.
Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte in
einem Urteil über einen Pressebericht des
Südkuriers, der die Albanien-Affäre
behandelte, dem früheren Projektleiter Recht
gegeben. Kosmalas Aussagen, daß sowohl
Scheele als auch Warnke sich für den
Scientologen Haag eingesetzt hatten, seien
plausibel, so die Richter. Die Darstellung
Scheeles, der gegen den Südkurier geklagt
hatte, seien „wenig lebensnah“. Eine
eidesstattliche Versicherung Warnkes, in der
er betont, keine Empfehlung für Haag
ausgesprochen zu haben, konnte das Gericht
nicht überzeugen.

Kosmala wandte sich mit einem Stapel
Beweismaterial an die bayerische
Kultusstaatssekretärin Monika Hohlmeier und
an den stellvertretenden
CSU-Generalssekretär Joachim Herrmann.
Die Sache müsse noch einmal CSU-intern
bereinigt werden, forderte Kosmala. Beide
winkten ab. „Ich frage mich, was Herr Kosmala
jetzt eigentlich noch möchte“, sagte Monika
Hohlmeier zur SZ. Die alten Vorgänge seien
doch bereinigt, meinte Herrmann. Er wolle
sich nicht in Angelegenheiten der
Hanns-Seidel-Stiftung einmischen. Daß sich
Kosmala den SC-Bestrebungen
entgegensetzte, verdiene jedoch allen
Respekt. Warnke ließ über sein Büro in Bonn
mitteilen, er habe mit Scientology nie etwas zu
tun gehabt. Weiter wolle er sich nicht äußern.
Der Amberger jedoch will keine Ruhe geben.


Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

PLAUEN: Aktenzeichen unbekannt

Keine Hinweise auf Scientology-Firmen

Freie Presse Online
14.3.1998

(us) Das Arbeitsamt Plauen hat derzeit keine
Erkenntnisse, daß vogtländische Firmen unter Einfluß
der Scientology-Sekte stehen beziehungsweise von
Mitgliedern der Sekte geführt werden würden. Das
erklärte Arbeitsamts-Direktorin Helga Lutz auf Anfrage
der "Freien Presse". Nach einem Erlaß der
Bundesanstalt für Arbeit vom Dezember 1996 sind die
Behörden gehalten, Akten über Firmen zu kennzeichnen,
wenn ihnen die Zugehörigkeit zu einer Sekte
nachgewiesen werden kann.

Arbeitssuchende sollen bei Vermittlungen auf den
Verdacht aufmerksam gemacht werden. Der Zwickauer Kurt
Fliegerbauer, dessen Schloß Osterstein
Verwaltungsgesellschaft nach der HTM-Pleite das Wohn-
und Geschäftshaus am Mendelssohnplatz übernahm und von
regional ansässigen Firmen fertigstellen ließ, hatte
erst kürzlich seine Mitgliedschaft bei Scientology
eingeräumt ("Freie Presse" berichtete).

Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

Ein spätes Geständnis für Zwickau
Immobilienhändler bekennt sich zu Scientology

Berliner Zeitung
17.03.1998
Von Frank Nordhausen und Liane v. Billerbeck

ZWICKAU, im März.
Der Vorschlag klingt ein bißchen nach John Wayne."Kurt
Fliegerbauer muß diese Stadt verlassen", sagt Dieter
Riemann."Eine andere Lösung gibt es nicht." Riemann ist
SPD-Stadtrat im sächsischen Zwickau.

Fliegerbauer stammt aus München, ist Immobilienhändler und gilt
als der größte private Investor in Zwickau.
In einer Veranstaltung zum Thema "Psycho-Sekten" legte er jetzt
ein Bekenntnis ab: "Ich bin Mitglied bei Scientology." Das
Geständnis schlägt hohe Wellen, denn viele örtliche Politiker
ignorierten bislang warnende Stimmen, daß der "potente
Geschäftsmann" zu den deutschen Top-Scientologen gehört und eine
sechsstellige Summe an die Sekte gezahlt hat.
Dies war bereits vor zwei Jahren bekannt geworden.
Die Stadtväter aber hielten sich an die Versicherung des
Münchners, er habe "lediglich mal ein paar Kurse besucht".
Es bestünden "keine Zusammenhänge" zwischen seiner Firma und der
Sekte.
Doch nachweislich unterwarf sich Fliegerbauer in einer
"Geschäftsangelegenheit" betreffs Zwickau dem Schiedsspruch eines
Scientology-Gerichts.
Einer seiner Bauleiter versuchte noch 1997, Subunternehmer für
Scientology zu werben.

Netzwerk von Kontakten

Jetzt fühlen sich viele in Zwickau
getäuscht." Was gedenkt die Stadtspitze zu unternehmen, um das
Image einer Scientology-Hochburg abzuwehren?" fragte Dieter
Riemann im Stadtparlament.
Fliegerbauer ist in Zwickau fest etabliert.
Der Geschäftsmann erwarb seit 1993 rund 200 Mietshäuser in der
Altstadt.
Viele Bauunternehmer der Region sind von seinen Aufträgen
abhängig.
Es gelang ihm, ein Netzwerk von Kontakten zu knüpfen.
Der Berliner Sektenexperte Thomas Gandow nennt das Vorgehen
"exemplarisch für das Streben der Scientology-Organisation nach
Geld, Macht und Einfluß".
Als die Scientology-Verbindung vor zwei Jahren bekannt wurde,
erklärte der Stadtrat zunächst, keine kommunalen Grundstücke mehr
an Fliegerbauer zu veräußern.
Recherchen der "Berliner Zeitung" ergaben, daß dennoch drei
städtische Immobilien an ihn verkauft wurden.
Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GGZ überließ ihm weitere
sieben Gebäude; im GGZ-Aufsichtsrat sitzen Oberbürgermeister und
Stadträte.
"In jedem Fall ist erst nach hartem Ringen verkauft worden",
verteidigt Bürgermeister Dietmar Vettermann die Geschäfte.
Nach dem überraschenden Outing Fliegerbauers fordert der
Zwickauer Bundestagsabgeordnete Michael Luther (CDU) nun, daß
Firmen nur dann öffentliche Aufträge erhalten, wenn sie
bescheinigen, nicht in Verbindung mit der Sekte zu stehen.
Damit will er "ein Unterwandern wirtschaftlicher Strukturen durch
Scientology in der Zwickauer Region verhindern".

Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

Berliner Morgenpost
Staatsschutz warnt vor Scientology

14.3.1998

Staatsschutz warnt vor Scientology

BM/dpa Bonn - Die umstrittene
Scientology-Organisation gefährdet
nach Angaben des
Verfassungsschutzes die innere
Sicherheit Deutschlands. Sie strebe
eine neue Gesellschaftsordnung an,
die die Demokratie ersetzen soll,
erklärte der Präsident des
Bundesamtes für Verfassungsschutz,
Peter Frisch, bei einem Seminar der
Bundesakademie für
Sicherheitspolitik in Maria Laach.

Der Verfassungsschutz sei bei
seiner Beobachtung von Scientology
auf eine Vielzahl von
Anhaltspunkten für die Bestrebungen
der Organisation gegen unsere
freiheitliche demokratische
Grundordnung gestoßen.

Die Innenministerkonferenz von Bund
und Ländern hatte im Juni 1997 die
Überwachung von Scientology durch
den Verfassungsschutz beschlossen.
Die Ergebnisse der zunächst
einjährigen Beobachtung sollen im
November vorgelegt werden.

Laut Frisch hat sich
herausgestellt, daß die eigenen
Angaben der Organisation über ihre
Mitgliederzahl in Deutschland -
30 000 - nicht zuträfen. Die
tatsächliche Zahl liege unter
10 000. Auch habe offensichtlich
der Zustrom zu Scientology in
Deutschland erheblich nachgelassen.

Scientology hat nach Angaben von
Frisch weltweit acht Millionen
Mitglieder und in Deutschland als
Ziel vor allem Angehörige der
Wirtschaft.

Die Scientologen bemühen sich seit
Jahren vergeblich, in Deutschland
als Religionsgemeinschaft anerkannt
zu werden.

Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

Schwedische Politiker erhielten Maulkorb:

Aftenposten
8. März 1998

Scientology-Bibel als geheime Sache bezeichnet

Mitglieder des Verfassungsausschusses im Schwedischen Reichstag
erhielten Maulkorb verpaßt, während die Behörden die Scientology-Bibel
untersuchen.

Stockholm

Schwedische Behörden haben sich offenbar von den USA und der
Scientology-Kirche unter Druck setzen lassen, wenn sie eine so
drastische Maßnahmen ergreifen. Die Scientology-Kirche in den USA hat
gegen die schwedische Praxis der Veröffentlichung protestiert, nachdem
die Lehrschrift der Scientologen vor zwei Jahren in Schweden öffentlich
zugänglich gemacht wurde. Die Sekte verliert viel Geld durch diese Art
der Veröffentlichung, und die Sektenmitglieder müssen selbst teuer dafür
bezahlen, daß sie die Bibel lesen dürfen. Es folgten auch Proteste der
amerikanischen Regierung und einzelner Mitglieder des Kongresses. Daher
beschlossen die schwedischen Behörden plötzlich im Herbst, daß die
Scientology-Bibel als geheime Sache betrachtet werden sollte.
Nun ist der Verfassungsausschuß dabei, diesen Beschluß zu
untersuchen. In diesem Zusammenhang haben sämtliche Mitglieder des
Ausschusses einen Maulkorb verpaßt bekommen - mit Rücksicht auf die
Staatssicherheit. Die Schweigepflicht beinhaltet, daß, sollte einer von
ihnen etwas in dieser Angelegenheit hinaussickern lassen, Anklage
erfolgen würde.
- Es ist wohl kein Geheimnis, daß die USA auf Schweden Druck
ausgeübt hat. Aber der Grund, warum uns Schweigepflicht auferlegt wurde,
ist eher der, daß diese Angelegenheit für Schweden peinlich ist, sagte
das Ausschußmitglied Peter Eriksson in den schwedischen TV2-Nachrichten
vor dem Wochenende.
Daß dem ganzen Verfassungsausschuß Schweigepflicht auferlegt
wurde, ist aufsehenerregend. Peter Eriksson ist selbst davon überrascht,
daß man einen so drastischen Schritt unternommen hat. Vorläufig ist
unbekannt, wann der Ausschuß sich betreffend des Beschlusses der
schwedischen Regierung, die Scientology-Bibel als geheime Sache zu
betrachten, zu Wort melden kann.
NTB-TT

Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

Mit dem roten Band der Telepathie - Hollywood erlebt einen
spirituellen Boom

Von Karen Lowe

Los Angeles, 11. März (AFP) - Eigentlich haben sie alles, wovon
andere nur träumen: Geld, Macht und Ruhm. Trotzdem sind viele Stars
aus Hollywood nicht so recht glücklich - zur Freude der zahlreichen
Religionsgemeinschaften, Sekten, Esoterikgruppen und New-Age-Zirkel,
die in der US-Filmmetropole wie Pilze aus dem Boden geschossen sind.
Die Schauspieler, weiß Rabbi Chaim Solomon, sind auf der Suche nach
einer spirituellen Heimat. Gebettet auf die Erkenntnisse jüdischer
Mystik fühlen sich bei Solomon so unterschiedliche Prominente wie die
alternde Diva Elizabeth Taylor, die TV-Skandalnudel Roseanne Barr und
die Pop-Sängerin Madonna wohl. Anderen Stars geben der Buddhismus
oder die Scientology-Organisation Lebenssinn und -freude.

Die jüdische Geheimlehre Kabbalah helfe ihren Anhängern, mit
negativen Eigenschaften wie Ungeduld oder einem lockeren Mundwerk
besser umzugehen, sagt Solomon. Wer Kraft aus dieser ideologischen
Ecke schöpft, zeigt es dezent durch ein rotes Band am Handgelenk.
Madonna zum Beispiel, die einst mit spitzen Designer-BHs und
freizügigen Videos provozierte, gefällt sich derzeit in der Rolle der
treusorgenden Mutter: Die Kabbalah habe der Sängerin geholfen, "ihre
Agressivität zu kontrollieren und mehr Verständnis für die
Bedürfnisse anderer zu entwickeln", sagt der Rabbi.

Auch Barr, Star der Fernseh-Comedy-Serie "Roseanne", ist berühmt für
ihre Wutausbrüche. Vor Jahren schockierte sie die Amerikaner nach dem
Absingen der Nationalhymne mit einem Griff zwischen ihre Beine.
Inzwischen habe die Kabbalah "eine tiefe Veränderung" bei ihr
bewirkt, meint Solomon. "Es gibt jedoch noch viel zu tun."

Während die Kabbalah-Fans über ihr mystisches Treiben nicht viele
Worte verlieren, tragen andere ihre Erleuchtung bei jeder Gelegenheit
wie eine Fackel voran. So wird Schauspieler Richard Gere,
Frauenschwarm und seit Jahren Buddhist, nicht müde, den Dalai Lama zu
preisen, das geistige Oberhaupt der Tibeter. Und auch Schönling Brad
Pitt geriet nach den Dreharbeiten zu dem Film "Sieben Jahre in Tibet"
bei Interviews über den Buddhismus ins Schwärmen.

Eine ganz besonders starke Anziehung auf Prominente scheint die
Scientology-Organisation auszuüben. Dies mag nicht zuletzt an den
"Celebrity Centers" liegen, die Scientology für ihre berühmten
Mitglieder eingerichtet hat - eine Art Spezialservice für die
termingeplagten Größen des Showbiz. Die Organisation ist auf bekannte
Mitglieder sehr bedacht: Stars "geben den Menschen ein besseres
Verständnis dafür, worum es geht", sagt Janet Weiland,
Vizepräsidentin von Scientology International. "Die Leute werden
aufmerksam und fangen an nachzudenken."

Nicht zuletzt durch Hollywoodgrößen wie "Mission-Impossible"-Held Tom
Cruise und "Pulp-Fiction"-Gangster John Travolta konnte Scientology
auch gegen Deutschland Stimmung machen, das die Organisation nicht
als Kirche anerkennen will. Vor allem Travolta wird nicht müde,
Scientology zu preisen: "Wenn Du in etwas über 22 Jahre involviert
bist, und es Dir soviel geholfen hat wie mir, kann ich mir nicht
vorstellen, nicht darüber zu reden."

Warum erlebt Hollywood den spirituellen Boom? Kabbalah-Lehrer Abraham
Hardoon glaubt die Antwort zu wissen: "Es ist - kosmisch gesehen -
eine Zeit des spirituellen Erwachens. Überall kann man es sehen: in
Büchern, in der Musik und in den Filmen." Wer kreativ sei, habe eine
besondere Ader für Übersinnliches. Stephen Kent,
Religionswissenschaftler an der Universität von Alberta in Kanada,
hat indes seine eigene Antwort auf die Faszination der Spiritualität
bei den Hollywood-Stars: "Jeder ist ständig auf der Suche nach einem
Engel, der seine Karriere fördert."

smj/stm

Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

http://www.mainpost.de/news/art/show.phtml?id=article57WEZ

Renate Hartwig
Der Kampf hinterläßt Spuren

Mainpost
27.03.1998


BAD BRÜCKENAU (MM)

Die Zuhörer in der fast vollen Georgi-Halle
lauschten gespannt. Drei Stunden zog Renate Hartwig
sie mit Informationen über Scientology in ihren
Bann. Eindrucksvoll schilderte die 49jährige ihren
Werdegang zur profiliertesten Scientology-Kritikerin
Deutschlands.

Ihre Anstrengungen, die Machenschaften der nach der
Weltherrschaft strebenden Sekte einer breiten
Öffentlichkeit bekannt zu machen, sind teuer
erkauft. Während die Tochter inzwischen die Arbeit
ihrer Mutter unterstützt, hat Hartwigs ältester Sohn
Deutschland inzwischen den Rücken gekehrt und seinen
Namen geändert. Sie habe schon oft vor der Frage
gestanden, ob der Preis für die Aufklärung nicht zu
hoch sei, erklärte sie.

Hartwig berichtete, wie Menschen in die Fänge von
Scientology geraten. Der Weg führt häufig über
Anzeigen. Hat ein Interessent erst einmal den
angebotenen Test absolviert, rät man ihm zu weiteren
Schulungen. Ziel dieser Seminare sei eine
Gehirnwäsche. Die alten Denkmuster sollen gelöscht
und die Person ideologisch neu instruiert werden.
Die Schulungen läßt sich Scientology teuer bezahlen.

Hartwig verdeutlichte die Absicht der Organisation,
die Kontrolle über Menschen zu erlangen, immer
wieder durch Zitate aus den Schriften des
Scientology-Gründers Lafayette Ronald Hubbard. In
Deutschland gebe es mittlerweile
Scientology-Kindergärten, berichtete sie. Eine
Juristen- und eine Zahnärztevereinigung stehen der
Organisation nahe.

Viele Schulungsinstitute, von der Schülernachhilfe
bis zum Manager-Training, hätten Verbindung zu
Scientology, sagte Hartwig. Es gebe allerdings die
Möglichkeit, sich davor zu schützen. Man solle eine
Erklärung unterzeichnen lassen, daß Trainer oder
Institut nichts mit Scientology und den Methoden
Hubbards zu tun haben. Anhänger der Organisation
werden eine solche Erklärung nicht unterschreiben,
versicherte Hartwig.

Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

Scientology feiert in Saalbau-Räumen den Geburtstag des Gründers

Frankfurter Neue Presse
24.03.1998

Von Peter Freier

Frankfurt. Die städtische Saalbau GmbH vermietet
Bürgerhäuser und andere Versammlungsräume an die
Scientology-Organisation. Am vergangenen Sonntag
abend trafen sich rund 230 Mitglieder des
Frankfurter Ablegers der Sekte, die sich selbst
als Religionsgemeinschaft bezeichnet, im Saal des
Musikübungszentrums Schönhof in Bockenheim. Sie
feierten dort den Geburtstag ihres verstorbenen
Gründers L. Ron Hubbard. "Wir haben den Raum ganz
normal unter unserem Namen bei der Saalbau
gemietet", sagte gestern Barbara Lieser, die
Pressesprecherin der Scientology-Organisation in
Frankfurt. Saalbau-Geschäftsführer Dr. Andreas
Eichstaedt bestätigte dies: "Die Räume wurden an
die Scientology-Kirche vermietet."

Seit Sommer vergangenen Jahres wird die
Scientology-Organisation, die nach einem Urteil
des Oberverwaltungsgerichts Münster als
"menschenverachtendes Kartell der Unterdrückung",
das seine Mitglieder einer "Gehirnwäsche"
unterziehe, bezeichnet werden darf, von den
Verfassungsschutzämtern der Länder bundesweit
beobachtet. Nach Angaben von Matthias Huber,
Sprecher des hessischen Landesamtes für
Verfassungsschutz, will seine Behörde im Herbst
Innenminister Horst Bökel (SPD) "eine erste
Information" vorlegen.

Eichstaedt verteidigte das Vorgehen seines
Unternehmens: "Es gibt keine städtischen Vorgaben,
wonach Scientology bei uns keine Räume mieten
darf." Er lehnte ein solches Vorgehen ab: "Eine
Zensur findet nicht statt. Ich würde auch an die
PDS vermieten", meinte er. Eichstaedt verwies
darauf, daß Scientology "noch keine
verfassungsfeindliche Organisation" sei: "Sie
werden beobachtet, mehr aber auch nicht."

"Wir sind als öffentliches Unternehmen gezwungen,
die Räume zu vermieten", bedauerte die
Saalbau-Aufsichtsratsvorsitzende und
Kulturdezernentin Linda Reisch (SPD). Es bestehe
ein "Kontraktions-Zwang". Versuche, "unerwünschten
Mietern" wie Republikanern oder der NPD Räume zu
verweigern, seien vor Gericht "kläglich
gescheitert". Daher könne man auch Scientology
nicht abweisen.

Im Römer beurteilt man das Vorgehen der Saalbau
wesentlich kritischer. Tenor bei CDU, SPD und FDP:
Jede Art der Vermietung von städtischen Räumen an
Scientology müsse verhindert werden. "Das darf
nicht sein. Ich erwarte, daß die Saalbau künftig
alle rechtlichen Möglichkeiten nutzt, um nicht an
eine solche Sekte zu vermieten", sagte
SPD-Fraktionschef Franz Frey. Auch sein
CDU-Pendant Edwin Schwarz hat für das Vorgehen der
Saalbau kein Verständnis: "Schließlich steht
Scientology nicht ohne Grund auf der
Verfassungsschutz-Liste."

Tilman Hausherr

unread,
Mar 29, 1998, 3:00:00 AM3/29/98
to

> Während die Tochter inzwischen die Arbeit
> ihrer Mutter unterstützt, hat Hartwigs ältester Sohn
> Deutschland inzwischen den Rücken gekehrt und seinen
> Namen geändert.

Scientology wird sich bestimmt hüten, *dieses* Detail zu nennen :-)

Wenn sich Frau Hartwig noch die Haare rot färbt in dem Farbton "Kürbis"
dann ist der gag perfekt!

Tilman


Tilman Hausherr

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

"Behörden-Spiegel" wirbt für L. Ron Hubbard - DBB-Jugend fordert
Konsequenzen

offensiv - Die Zeitung für junge Leute im öffentlichen Dienst e. V.
März 1998

Da traut man seinen Augen nicht: In der Februar-Ausgabe des in Bonn,
Berlin, Brüssel, Köln, Leipzig, Dresden und Koblenz erscheinenden
"Behörden-Spiegel" wirbt eine drittelseitige Anzeige mit dem Konterfei
des Sektengründers L. Ron Hubbard für seine Biographie: "L. Ron Hubbard
- Ein Portrait". Hubbard ist Gründer der umstrittenen
"Scientology"-Organisation. Im Text zur Anzeige heißt es unter anderem:
"Was für ein Mensch würde es sich zur Lebensaufgabe machen, das Leben
anderer Menschen zu verbessern? Gründen Sie Ihre Meinung nicht auf
irgendeine vorfabrizierte Mediengeschichte."

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der DBB-Jugend, Frank Becker,
sieht es als Skandal an, wenn in einer Zeitung für den öffentlichen
Dienst unverblümt und unkommentiert für die Ideen eines L. Ron Hubbard
geworben wird und fordert Konsequenzen: "Die DBB-Jugend wird die
Zusammenarbeit mit dem 'Behörden-Spiegel' aufkündigen, wenn nicht
unverzüglich die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Wir fordern eine
Stellungnahme der Herausgeber und des verantwortlichen Redakteurs sowie
eine schriftliche Erklärung in der nächsten Ausgabe des
'Behörden-Spiegel'. Insbesondere fordern wir alle anderen Anzeigenkunden
zu einer kritischen Bewertung dieses Fehlverhaltens auf."

Die DBB-Jugend wird sich mit einem deutlichen Hinweis auch an die
eigenen Mitglieder wenden. Bereits im vergangenen Jahr hat sich der
Jugendverband für eine konsequente Beobachtung von "Scientology"
ausgesprochen. Die totalitären Strukturen dieser Sekte sind nach Ansicht
vieler Experten nicht mit den Prinzipien einer freiheitlichen und
demokratischen Grundordnung vereinbar. Die psychologischen Praktiken,
die von Hubbard in seinen Büchern entwickelt wurden, müssen als
indoktrinär betrachtet werden. Besonders deutlich sprach sich die
DBB-Jugend für eine Ermittlung dieser Aktivitäten in den Bereichen der
Verwaltung aus, da dieser Zweig neben den Medien und der Industrie als
wichtigstes Einflußgebiet von Scientology gesehen wird.

Tilman Hausherr

unread,
Apr 17, 1998, 3:00:00 AM4/17/98
to

Sonntag auf SAT1: 22:10, bei Talk im Turm geht's um scientology (und um
die Frage: Wird Sabine Weber ein neues Kostüm tragen oder wieder das
gleiche das sie in den letzten Jahren trug?); SPIEGEL TV Reportage um
die Bruno Gröning Sekte; bei 24 Stunden um Bob Minton, ein
amerikanischer Millionär der gegen scientology kämpft.

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