Am Morgen, wenn die Sonne gerade aufgeht, sollte man tanzen und singen,
genau wie die Vögel tanzen und die Bäume sich im Winde wiegen
und jeder gespannt darauf wartet, daß die Sonne am Horizont erscheint -
und dann plötzlich kommt die Sonne.
Es ist ein Willkommensgesang, der allerschönste Gesang,
denn es ist der Anfang des Tages,
der Anfang eines neuen Tages, einer neuen Geburt.
Wir hier im Osten sehen es so,
daß das allabendliche Schlafengehen ein kleiner Tod ist.
Das ist es tatsächlich, denn im Schlaf vergißt du völlig, wer du bist.
Falls du im Schlaf stirbst, wirst du niemals merken,
daß du gestorben bist oder ob du jemals gelebt hast.
Schlaf ist also ein kleiner Tod, ein Mini-Tod.
Und jeder Morgen ist eine Mini-Geburt, eine neue Geburt,
und du mußt Gott preisen - wieder hat er dir einen Tag geschenkt!
Wir sind es nicht wert;
das Gestern haben wir vergeudet, alle Gestern.
Aber er ist großzügig,
er hat uns noch eine Chance gegeben, es noch einmal zu versuchen,
zu leben, uns zu erfreuen, total zu sein.
Das Allerwichtigste, was wir heutzutage brauchen,
ist der Beginn des Neuen Menschen.
Der alte ist erledigt und vorbei,
der alte ist müde, erschöpft, verausgabt.
Irgendwie tragen wir noch den alten Leichnam mit uns herum.
Er muß verbrannt werden, seinen letzten Abschied bekommen.
Wir müssen uns von ihm verabschieden, um das Neue begrüßen zu können.
*Meditation* bringt dich an den Anfang einer neuen Geburt,
einer inneren Geburt.
Es ist der Anfang einer inneren Morgendämmerung.
Nur durch Meditation kann es geschehen,
daß man aus dem Schlaf aufwacht und den Tag beginnen kann,
denn nur durch Meditation kann man wach werden.
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Osho: MorgenMeditationen - 365 Einstimmungen in den Tag (ISBN 3-925205-87-X)
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