Die Existenz hat uns bereits akzeptiert, indem sie uns geboren hat.
Vom *Jüngsten Gericht* kann überhaupt keine Rede sein.
Ich glaube an das *Älteste Gericht* -
und das ist längst vorbei, es ist beendet.
Der Tag, an dem Gott sich entschied, die Welt zu erschaffen,
das war das Gericht.
An diesem Tag muß er darüber nachgedacht, sich überlegt haben,
ob er die Welt erschaffen soll oder nicht;
aber er entschloß sich, sie zu erschaffen.
Er entschied, daß es besser sei, etwas zu erschaffen,
als nichts zu erschaffen.
*Etwas* war ihm lieber als *nichts*.
Und für alles, was er geschaffen hat, ist *er* verantwortlich.
*Ich* bin nicht verantwortlich, *du* bist nicht verantwortlich,
niemand sonst ist verantwortlich.
Die ganze Verantwortung ruht auf Gott oder der Existenz;
alles, was *gut* ist, gehört dazu,
alles, was *schlecht* ist, gehört dazu.
Dieses Kapitel kann abgeschlossen werden,
es braucht uns keine Sorgen mehr zu machen.
Eines kann ich euch sagen:
Wenn man tiefer in Meditation geht, stellt man fest,
daß es überhaupt nicht um irgendein zukünftiges Gericht geht,
und daß man sich darum niemals Sorgen machen muß.
Wenn du still wirst, fängst du an zu fühlen,
wie die Liebe Gottes von allen Seiten in dich einströmt.
Du nimmst plötzlich wahr, daß für dich Sorge getragen wird,
daß du nicht übersehen wirst,
daß du nicht irgend etwas Zufälliges bist,
daß du ein wesentlicher Teil der Existenz bist.
Gott brauchte dich, deshalb hat er dich erschaffen.
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Osho: MorgenMeditationen - 365 Einstimmungen in den Tag (ISBN 3-925205-87-X)
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