*Gebet* ist nichts als *Stille*, reine Stille.
Du sagst nichts zu niemandem,
der andere ist absolut abwesend.
Dein Bewusstsein hat keinen Inhalt,
nicht einmal die kleinste Welle kraeuselt den See des Bewusstseins.
Alles schweigt und ist still.
Nichts wird gesagt,
aber das Herz, das Schlagen des Herzens, das Fliessen des Blutes,
die unendliche Anmut, die diese Stille umgibt,
und ein ueberwaeltigendes Gefuehl, sich vor der ganzen Existenz zu verbeugen
fuer all das, was sie fuer uns getan hat,
das ist *Gebet*.
Daher lehre ich hier nicht Gebet, ich lehre *Stille*.
Denn Gebet ist die unausbleibliche Folge von Stille,
es ist das Erbluehen der Stille.
Du arbeitest darauf hin, Stille zu erschaffen,
und wenn deine Arbeit vollbracht ist, kommt Gebet.
Es ist so, wie wenn der Fruehling kommt
und die Baeume in Bluete stehen.
Erschaffe Stille,
und du hast den Fruehling erschaffen.
Jetzt sind die Blueten nicht mehr fern,
sie muessen einfach kommen.
Erschaffe Stille,
und du wirst mit Gebet gesegnet werden.
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Osho: AbendMeditationen - Texte zum Tagesausklang (ISBN 3-925205-92-6)
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