Die Menschen klammern,
und je mehr du dich an jemanden klammerst,
desto mehr Angst bekommt er.
Er will davonlaufen,
denn es gibt ein ungeheures inneres Bedürfnis nach Freiheit.
Der Wunsch nach Freiheit ist höher als jeder andere Wunsch,
ist tiefer als jeder andere Wunsch.
So kann man sogar die Liebe opfern,
aber man kann nicht seine Freiheit opfern,
das liegt nicht in der Natur der Sache.
Deshalb kann die wahre Seligkeit nur in deinem Alleinsein geschehen.
Alleinsein ist eine Kunst, die ganze Kunst der Meditation.
Völlig im Mittelpunkt seines eigenen Wesens ruhen,
ohne irgendein Verlangen nach dem andern,
in so tiefer Ruhe mit sich selbst sein, daß nichts anderes vonnöten ist,
das ist Alleinsein.
Es bringt die ewige Seligkeit.
Wenn du zuerst in deinem Sein Wurzeln geschlagen hast
und dich anschließend in eine Beziehung begibst,
ist das ein völlig anderes Phänomen.
Jetzt kannst du teilen, du kannst lieben,
und du kannst diese Liebe genießen.
Selbst wenn es nur vorübergehend ist,
kannst du tanzen, kannst du singen.
Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei - du schaust nicht zurück.
Du bist deiner Geliebten dankbar,
du bist der Liebe dankbar, die nicht mehr da ist,
denn sie hat dich reicher gemacht.
Sie hat dir einige Blicke auf das Leben erlaubt,
sie hat dich reifer gemacht.
Aber das ist nur möglich,
wenn du eine gewisse Verankerung in deinem Sein hast.
Wenn Liebe alles ist, was du hast,
ohne eine meditative Verankerung,
dann wirst du leiden,
dann wird jede Liebesbeziehung früher oder später zum Alptraum.
Lerne die Kunst des Alleinseins, des glücklichen Alleinsein -
dann ist alles möglich.
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Osho: MorgenMeditationen - 365 Einstimmungen in den Tag (ISBN 3-925205-87-X)
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