(Gold Nuggets, S. 33)
Wir brauchen einen Menschen,
der ohne jedes religioese Glaubenssystem,
ohne jede politische Ideologie erzogen wird.
Seine Erziehung besteht nur in einem Schaerfen der Intelligenz,
damit er eines Tages seine eigene Wahrheit finden kann.
Und vergiss nicht:
Eine Wahrheit, die nicht deine eigene ist, ist keine Wahrheit.
Um *Wahrheit* zu sein, muss sie deine *eigene* sein - deine eigene Erfahrung.
Du kannst sie nicht borgen.
(Gold Nuggets, S. 198)
Wenn du bereit bist,
eine neue Tuer zu deinem Sein zu oeffnen,
wenn du bereit bist,
vom Herzen her zu hoeren,
dann ist all das, was ich sage, so einfach,
dass es nicht noetig ist, daran zu *glauben*,
weil es gar keine Moeglichkeit gibt, *nicht* daran zu glauben.
Es ist so einfach,
dass es keine Moeglichkeit gibt, es anzuzweifeln.
Darum bin ich gegen das Glauben,
aus dem einfachen Grund,
weil fuer mein gesamtes Lehren
kein Glaube erforderlich ist.
Ich bin ganz und gar fuer den Zweifel,
denn angesichts meiner simplen Lehre
kann man nicht zweifeln.
(Gold Nuggets, S. 213 f.)
Ich gebe dir keine neuen Dogmen,
keine Glaubenssaetze, Bekenntnisse, Ideologien -
ganz und gar nicht.
Meine Funktion ist eine voellig andere.
Meine Aufgabe ist es,
dir all das wegzunehmen
und keinen Ersatz dafuer zu liefern.
Ich ersetze nicht dein altes Glaubenssystem durch ein neues.
Ich zerstoere das alles.
Vielleicht wunderst du dich,
dass ich es einfach nur zerstoere.
Ich will alles zerstoeren, was man dir aufgezwungen hat.
Und es ist nicht noetig, einen Ersatz dafuer zu liefern.
Kreativitaet ist dein ureigenstes Potential.
Ich brauche nichts in dich hineinzulegen.
Sobald die Hindernisse beseitigt sind,
beginnst du zu wachsen und zu fliessen.
Du faengst an, auf eigene Faust zu suchen.
Und bald gewinnst du Kraft und neue Staerke,
denn schon eine kleine eigene Entdeckung
macht dich so ungeheuer gluecklich,
wie du es dir kaum vorstellen kannst.
Schon eine kleine eigene Entdeckung
macht dich zu einem neuen Wesen,
denn nun ist die Wahrheit in dir geboren.
Vielleicht ist es nur ein Samenkorn,
aber der Anfang ist gemacht.
(Worte eines Mannes ohne Worte, S. 2 f.)
Fange neu an: ein unbeschriebenes Blatt -
ohne Ideologien, ohne Dogmen, ohne Glauben.
Dann besteht die Moeglichkeit, dass du die Wahrheit findest.
Und die Wahrheit ist weder hinduistisch noch mohammedanisch noch christlich.
Die Wahrheit steht weder in der Bibel noch im Koran noch in der Gita.
Die Wahrheit, die du finden wirst,
ist zu deiner Ueberraschung nirgendwo niedergeschrieben,
sie kann nirgendwo geschrieben stehen.
Es ist unmoeglich, sie niederzuschreiben.
Sie ist von keinem je in Worte gefasst worden,
und keiner wird sie je in Worte fassen koennen.
(Worte... S. 4 f.)
Auf die Suche zu gehen, ist riskant.
Man geht ins Unbekannte.
Man weiss nicht, was passieren wird.
Man laesst alles Vertraute zurueck, alles Angenehme,
und man geht ins Unbekannte.
Man ist nicht einmal voellig sicher,
ob es am anderen Ufer etwas zu finden gibt,
oder ob es ueberhaupt ein anderes Ufer gibt.
Darum klammern sich die Leute an den *Theismus*,
oder, wenn sie ein wenig staerker sind, intellektuell, die Intelligentsia,
dann klammern sie sich an den *Atheismus*.
Aber beides ist eine Flucht vor dem Zweifel.
Und vor dem Zweifel davonzulaufen heisst,
der eigenen Suche auszuweichen -
denn was ist der Zweifel?
Er ist nur ein Fragezeichen.
Er ist nicht dein Feind,
er ist einfach ein Fragezeichen in deinem Innern,
das dich zur Suche bereit macht.
Der Zweifel ist dein Freund.
(Worte... S. 12 f.)
Zweifle, aber nicht nur halbherzig.
Zweifle mit deiner ganzen Intensitaet,
damit der Zweifel zum Schwert in deiner Hand wird,
und es wird den Muell, der sich um dich angesammelt hat, abtrennen.
*Zweifel* reinigt dich vom Muell,
und *Meditation* weckt dich auf.
Das sind die beiden Seiten der gleichen Muenze,
denn unter der Last dieses ganzen Muells
kannst du nicht aufwachen.
Dieser Muell erzeugt deinen Schlaf;
das ist seine Funktion.
Er soll deinen Schlaf aufrecht erhalten.
(Worte... S. 14)
Eines ist ungeheuer wichtig,
was die Wahrheit angeht:
Nur wenn du sie selber findest,
wird sie zur Wahrheit fuer dich.
Wenn es die Wahrheit eines anderen ist
und du sie dir borgst,
dann verliert sie durch eben dieses Borgen den Charakter der Wahrheit -
sie ist zur Luege geworden.
(Worte... S. 15)
Wenn du glaubst,
wirst du niemals finden.
Und alles, was du findest,
ist nur eine Projektion deines eigenen Glaubens -
es ist nicht die Wahrheit.
Was hat die Wahrheit mit deinem Glauben zu tun?
Zweifle, und zweifle total,
denn der Zweifel ist ein Reinigungsprozess.
Er beseitigt allen Schund aus deinem Hirn.
Er gibt dir deine Unschuld zurueck,
macht dich wieder zu dem Kind,
das von den Eltern, von den Priestern, von den Politikern, von den Paedagogen
kaputtgemacht wurde.
Dieses Kind musst du wiederentdecken.
An diesem Punkt musst du neu beginnen.
(Worte... S. 28)
Die Religionen haben dir ein angenehmes Leben verschafft,
eine angenehme Lebensweise.
Aber du *lebst* erst dann,
wenn du dich entschliesst, *gefaehrlich* zu leben,
wenn du bereit bist, in die Dunkelheit zu gehen,
auf eigene Faust zu suchen und zu forschen.
Und ich sage dir,
du wirst die Antwort nicht finden.
Niemand hat je die Antwort gefunden.
Jede Antwort ist Luege.
Ja, die *Wirklichkeit* wirst du finden,
aber die Wirklichkeit ist keine Antwort auf deine Frage.
Und wenn deine Frage verschwindet und keine Antwort greifbar ist -
dieser Zustand ist das Mysterium.
(Worte... S. 36)
Ich halte nichts vom Glauben.
Das muss als erstes verstanden werden.
Niemand fragt dich: "*Glaubst* du an die Rose?"
Es ist unnoetig.
Da kannst *sehen*.
Entweder ist die Rose da oder sie ist nicht da.
An *Fiktionen* muss man glauben, aber nicht an *Fakten*.
Glaube ist bequem, zweckdienlich; er stumpft dich ab.
Er ist eine Art Droge.
Er macht dich zum Trottel.
Jeder Trottel kann Christ sein, Hindu, Mohammedaner.
Aber es sind alles Trottel mit verschiedenen Etiketten.
Und manchmal haben sie von einem Etikett genug,
dann wechseln sie es aus:
Der Hindu wird zum Christ, der Christ wird Hindu -
ein neues Etikett, ein frisches Etikett,
aber hinter diesem Etikett steckt genauso ein Glaubenssystem.
Zerstoere deinen Glauben.
Gewiss, es ist unbequem, unangenehm,
aber nichts Wertvolles ist je ohne Unannehmlichkeiten erreicht worden.
(Worte... S. 36 f.)
Nur Blinde *glauben* ans Licht.
Wer Augen hat, *glaubt* nicht ans Licht, er *sieht* es.
Ich moechte nicht, dass du an irgend etwas glaubst.
Ich moechte, dass du Augen hast.
Und wenn du Augen haben kannst,
warum willst du dich dann mit Glauben zufrieden geben und blind bleiben?
Und du bist ja nicht blind.
Vielleicht haeltst du nur deine Augen geschlossen.
Vielleicht hat dir nie jemand gesagt,
dass du die Augen oeffnen kannst.
(Worte... S. 41)
So wie die Wissenschaft die objektive Welt entdeckt, die Aussenwelt,
so entdeckt die Religion die innere Welt.
Was die Wissenschaft fuer das objektive Sein ist,
ist die Religion fuer das subjektive.
Ihre Methoden sind genau die gleichen.
Die Wissenschaft nennt es Beobachtung,
die Religion nennt es Bewusstheit.
Die Wissenschaft nennt es Experiment,
die Religion nennt es Erfahrung.
Die Wissenschaft verlangt,
dass du vorurteilsfrei in das Experiment einsteigst,
ohne jeden Glauben.
Du musst offen sein, verfuegbar.
Du zwingst der Wirklichkeit nichts auf.
Du bist einfach offen fuer die Wirklichkeit, was immer es ist,
auch wenn es gegen alle deine Vorstellungen geht.
Du musst diese Vorstellungen aufgeben -
denn wie koenntest du die Wirklichkeit leugnen?
Das wissenschaftliche Bemuehen
setzt um der Wirklichkeit willen den Verstand aufs Spiel,
legt um der Wirklichkeit willen den Verstand beiseite.
Was zaehlt, ist die *Wirklichkeit*,
nicht, was du darueber *denkst*.
Deine Ideen moegen richtig oder falsch sein;
die Wirklichkeit wird es entscheiden.
Nicht dein Verstand entscheidet, was richtig oder falsch ist.
Das gleiche gilt fuer die Situation einer echten Religion,
einer wissenschaftlichen Religion.
(Worte... S. 42 f.)
Es geht nicht um Glauben oder Unglauben -
es gibt niemanden, an den du glauben oder nicht glauben koenntest.
Es gibt keinen Gott.
Bitte denke also daran:
sage nicht, ich sei ein "Unglaeubiger".
Ich bin weder ein Glaeubiger noch ein Unglaeubiger.
Ich sage nur,
dass das Ganze bloss eine Projektion des menschlichen Geistes ist,
und dass es jetzt Zeit ist,
mit diesem ganzen Spiel, das sich gegen uns selbst richtet,
Schluss zu machen.
Es ist Zeit, Gott fuer immer Lebewohl zu sagen.
(Worte... S. 66)
Denke daran:
Nur was du selbst erlebst, gehoert dir.
Was du weisst, nur das weisst du.
Selbst wenn es nur eine Kleinigkeit ist - sei unbesorgt.
Samenkoerner sind winzig,
aber ein Samenkorn hat ein grosses Potential.
Es ist kein Ding,
es ist ein Wesen, das bereit ist aufzugehen -
es wartet nur auf die Gelegenheit.
(Worte... S. 124)
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Quellen:
Osho: Gold Nuggets (ISBN 3-927289-00-0)
Osho: Worte eines Mannes ohne Worte (ISBN 3-925205-33-0)
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Osho im WWW: englisch: http://osho.org
http://earth.path.net/osho
deutsch: http://de.osho.org