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Osho (Kurzbiographie)

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Wolfgang Doelz

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Jan 3, 1996, 3:00:00 AM1/3/96
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Der folgende biographische Text über Osho stammt aus der Broschüre
"Meditation - Die Tür nach innen", herausgegeben vom "Osho Dynamic Project".

Copyright für das englischsprachige Original und die Übersetzung:
Osho International Foundation.

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Wir verbringen fast alle unser Leben in der Welt der *Zeit*, in Erinnerungen
an die Vergangenheit oder in Erwartungen an die Zukunft. Nur sehr selten
berühren wir die zeitlose Dimension der *Gegenwart* - in Augenblicken plötz-
licher Schönheit oder plötzlicher Gefahr, bei der Begegnung mit einem geliebten
Menschen oder wenn uns etwas Unerwartetes zustößt.

*Osho* ist jemand, der die Tür zum Leben in der zeitlosen Dimension der
Gegenwart gefunden hat - er nennt sich selber einen "wahren Existentialisten" -
und er hat sein Leben dafür eingesetzt, anderen den Anstoß zu geben, nach der
gleichen Tür zu suchen, aus der Welt von Vergangenheit und Zukunft auszusteigen
und die Welt der Ewigkeit für sich zu entdecken.

Seit seiner frühesten Kindheit in Indien war klar, daß Osho nicht den
Konventionen seiner Umwelt folgen würde. Die ersten sieben Jahre seines
Lebens verbrachte er bei den Großeltern mütterlicherseits, die ihm eine
Freiheit gewährten, er selbst zu sein, wie sie nur sehr wenige Kinder genießen.
Der Tod des Großvaters, sagt er, hatte eine tiefe Wirkung auf sein inneres
Leben und löste in ihm die Entschlossenheit aus, das Unsterbliche im Leben
zu entdecken. Als er dann in die Familie seiner Eltern zog und die Schule
besuchte, war er bereits fest in einer Klarheit und in einem Selbstgefühl
verankert, die ihm den Mut gaben, alle Versuche seiner Eltern, sein Leben
in eine bestimmte Form zu zwängen, in Frage zu stellen.

Nie hat er sich vor einer Auseinandersetzung gescheut. Laut Osho kann man
keinen Kompromiß mit der Wahrheit eingehen, weil sie sonst nicht mehr die
Wahrheit wäre. Und Wahrheit ist kein Glaube, es ist eine Erfahrung. Osho
erwartet nie von jemandem, zu glauben, was er sagt, sondern selber heraus-
zufinden, ob das, was er sagt, wahr ist oder nicht. Gleichzeitig ist er
unermüdlich im Finden neuer Mittel und Wege, um verschiedene Glaubens-
systeme zu entlarven und zu zeigen, was diese in Wirklichkeit sind -
bloße Trostpflaster, um unsere Besorgtheit angesichts des Unbekannten
zu lindern und das Erkennen der mysteriösen und unerforschten Wirklichkeit
zu verhindern.

Nach seiner Erleuchtung im Alter von einundzwanzig Jahren beendete Osho
sein Studium und lehrte dann mehrere Jahre Philosophie an der Universität
von Jabalpur. Während dieser Zeit bereiste er ganz Indien, hielt Reden,
in denen er orthodoxe religiöse Führer in öffentlichen Debatten heraus-
forderte, und begegnete Menschen aus allen Lebensbereichen.

In den späten sechziger Jahren begann Osho, seine einzigartigen dynamischen
Meditationstechniken zu entwickeln. Der moderne Mensch, meint er, ist von
den überholten Traditionen der Vergangenheit und den Sorgen des modernen
Lebens so belastet, daß er sich einem gründlichen Reinigungsprozeß unter-
ziehen muß, bevor er auch nur hoffen kann, den gedankenfreien, entspannten
Zustand der Meditation erreichen zu können. Osho leitete damals Meditations-
camps in ganz Indien.

In den frühen siebziger Jahren hörten die ersten Westler von Osho und gesellten
sich zu der wachsenden Anzahl von Indern, die von ihm in Neo-Sannyas initiiert
wurden. Im Jahre 1974 wurde in der indischen Stadt Poona um Osho herum eine
Kommune errichtet, und die bis dahin noch vereinzelten Besucher aus dem Westen
wuchsen bald zu einer Flutwelle an. Ende der siebziger Jahre beherbergte die
Poona-Kommune das größte Therapie- und Wachstumszentrum der Welt, zu dem
Tausende herbeiströmten, um an den dort angebotenen Therapiegruppen und
Meditationen teilzunehmen, mit Osho in seinen täglichen Morgendiskursen
und Abend-Darshans zu sitzen und in der Kommune zu leben und zu arbeiten.

Von 1981 bis 1985 verlagerte sich das Kommune-Experiment in die Vereinigten
Staaten, auf ein über 300 Quadratkilometer großes Gebiet der Hochwüste im
östlichen Teil des Staates Oregon. Die Hauptarbeit des Kommunelebens bestand
darin, die Stadt *Rajneeshpuram* aufzubauen, eine "Oase in der Wüste".
Meditationen und Therapieprogramme wurden in Rajneeshpuram durch die Rajneesh
International Meditation University weitergeführt. Längere Kurse und Trainings
lockten ein breiteres Teilnehmerspektrum an.

Ende 1985 machte allerdings die Opposition von seiten örtlicher Nachbarn und
der Regierung gegen Osho und die Kommune die Fortführung des Experiments
unmöglich. Die Kommune wurde aufgelöst, und Osho machte sich zu einer Weltreise
auf. Mitte 1986 kehrte er nach Indien zurück. Im Januar 1987 ließ sich Osho
erneut in Poona nieder, um wieder zweimal täglich seine Diskurse zu halten.
Innerhalb weniger Monate hatte die Poona-Kommune ein volles Programm von
Aktivitäten entwickelt und expandierte weit über ihre früheren Dimensionen
hinaus. Immer mehr Menschen kamen auch aus dem Osten - hauptsächlich aus Japan -
und ihre Gegenwart brachte eine entsprechende Bereicherung der angebotenen
Programme für Heil- und Kampfsportkünste mit sich. Die Vielfältigkeit und
Expansion spiegelte sich auch in Oshos Namenswahl "Multiversity" als Ober-
begriff für alle Aktivitäten wider. Auch nahm die Bedeutung der Meditation
weiterhin zu - sie ist ein ständig wiederkehrendes Thema in Oshos Diskursen -
und er entwickelte und führte mehrere neue meditative Therapien ein, wie etwa
No-Mind, Mystic Rose und Born Again.

Ab Mitte 1987 fielen Oshos Diskurse öfter wegen seiner zerbrechlichen
Gesundheit aus. Im April 1989 hielt er dann seinen letzten Diskurs, in dem
er Zen-Sutras kommentierte und Fragen beantwortete. In den folgenden Monaten
erschien er, sooft es sein Gesundheitszustand erlaubte, um abends mit seinen
Leuten in einer Meditation aus Musik und Stille zusammenzusitzen.

Am 19. Januar 1990 verließ Osho seinen Körper. Nur ein paar Wochen vorher
wurde er gefragt, was mit seiner Arbeit passieren würde, wenn er einmal
nicht mehr da sein werde. Er antwortete:

"Mein Vertrauen in die Existenz ist absolut.
Falls in dem, was ich sage, eine *Wahrheit* liegt, wird diese überleben.
Die Leute, die sich weiter für meine Arbeit interessieren,
werden einfach die Fackel weitertragen, ohne diese jedoch anderen aufzudrängen.
Vielen Leuten werde ich weiterhin eine Quelle der Inspiration bleiben.
Und das werden die meisten Sannyasins auch spüren.
Ich möchte, daß sie selbständig wachsen, und zwar in solchen Eigenschaften
wie *Liebe* - um die herum sich keine Kirche errichten läßt -,
wie *Bewußtheit* - die niemand zu seinem Monopol machen kann -,
wie *Feiern* - sich zu freuen und sich frische, kindliche Augen zu bewahren.
Ich will, daß meine Leute wissen, wer sie sind,
ohne sich nach jemand anderem zu richten.
*Und der Weg führt nach innen.*"

Bevor er seinen Körper verließ, diktierte Osho die Aufschrift für sein Samadhi,
die Grabhalle aus Marmor und Spiegelwänden, in der seine Asche aufbewahrt wird.
Sie lautet:

OSHO

Never Born
Never Died

Only Visited this
Planet Earth between
Dec 11 1931 - Jan 19 1990

Osho sprach auch darüber, wie er die Ausweitung seiner Arbeit sah. Er sagte,
daß jetzt, wo er seinen Körper verlasse, noch viel mehr Menschen kommen würden,
daß das Interesse in noch viel mehr Leuten angeregt und seine Arbeit sich
unglaublich ausweiten würde - weit über alle unsere Vorstellungen hinaus.

Und genau das passiert jetzt.

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Gesamtprogramm von Oshos Werk in Wort, Bild und Ton erhältlich bei

Osho Verlag GmbH, Venloer Str. 5-7, 50672 Köln
Tel. 0221-5740743, Fax 0221-523930

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Osho im WWW:
http://www.osho.com
http://earth.path.net/osho

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