die in der Bibel beschriebene Schöpfungslegende läßt Fragen nach einem Sinn
offen, die mir bisher noch kein Mensch zufriedenstellend beantworten konnte.
Ein unergründlicher Gott erschafft eine Erde mit Land und Wasser und geeigneter
Beleuchtung. Er schafft auch Pflanzen und Tiere, die dem Menschen untertan sein
sollen. Prima, alles fix und fertig. Aber für was hat Gott das alles
geschaffen? Damit alles nur da ist? Damit die Menschen fruchtbar sein können
und sich vermehren? Daß sie ewig in paradiesischen Zustand leben, nackt und
sorglos, aber ohne Wissen, ohne Aufgabe? Verbot er ihnen deswegen bei
Todesstrafe das Erlangen von eigener Entscheidung über gut und bös? Wer ist für
diese Aussage verantwortlich, die in der Christlichen Religion bis hin zur
Erbsünde ausgeschlachtet wurde?
Die Gebote und Verbote, die Gott dem Mose gegeben haben soll, zielen vorwiegend
darauf ab, ein "gottgefälliges" Leben zu leben, die Fürsten zu achten und nach
Vorschrift zu opfern. Aber das wichtigste Thema der Menschheit aus meiner
Sicht, die Erziehung der Kinder, wird überhaupt nicht angesprochen. Nur, daß
Kindern ihre Eltern ehren, die ihnen ihrerseits die Ehrfurcht vor Gott
vermitteln sollen.
Auch in der buddhistischen Auflösung des eigenen Ichs sehe ich als solches
keinen verständlichen Sinn. Warum ist das ICH überhaupt entstanden? Nur, um es
wieder zu überwinden.
Zurück ins Paradies, aus dem wir aus eigener Schuld heraus geflogen sind,
zurück in die Erleuchtung, die uns durch selbstverschuldete Begierde und
Anhaftung versperrt ist, das suggerieren mir Religionen. Warum sagen sie nicht:
vorwärts ins vollkommene Paradies, vorwärts in die vollkommene Erleuchtung? Das
sind Ziele, die erst noch zu erschaffen sind. Das sind Aufgaben, die
motivieren. Warum definieren die Religionen keine verständlichen und
motivierenden Ziele? Warum beharren sie auf Unbegreiflichem?
Liebe Grüße vom Peter
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Hallo
ich habe schon einiges zur Bibel von Dir gelesen was ich für
schlichtweg falsch halte (Racheg"tt, deterministisches Weltbild der
Bibel).
Aber wie Du nun auf die Idee mit" die Fürsten achten... " kommst?
>
> Zurück ins Paradies, aus dem wir aus eigener Schuld heraus geflogen
sind,
> zurück in die Erleuchtung, die uns durch selbstverschuldete Begierde
und
> Anhaftung versperrt ist, das suggerieren mir Religionen.
Wenn Du eine Erleuchtung nicht erlangst, dann liegt das in der Tat an
Dir selbst. Alledings hat das nichts mit Schuld zu tun.
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Warum sagen sie nicht:
> vorwärts ins vollkommene Paradies, vorwärts in die vollkommene
Erleuchtung? Das
> sind Ziele, die erst noch zu erschaffen sind.
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In der Tat sagt genau das zumindest die jüdische Religion.
Ähnlich wie der Marxismus/Kommunismus eine (politische) Utopie
anvisiert, so ist es auch der Wunsch der jüdischen Religion, der
gesamten Menschheit einen Weg ins "Paradies" zu öffnen.
Der WEg dorthin führt letztenendes über ein bewußtes Leben und
Selbsterkenntnis.
Das sind Aufgaben, die
> motivieren. Warum definieren die Religionen keine verständlichen und
> motivierenden Ziele? Warum beharren sie auf Unbegreiflichem?
>
Eine MEnschheit die in Freiheit, Nächstenliebe und gegenseitiger
Achtung lebt (zugegebenermaßen momentan eine Utopie) ist in meinen
Augen ein motivierendes und verständliches Ziel (für mich jedenfalls).
Gruß
Golani
Sent via Deja.com
http://www.deja.com/
Hallo Golani,
Du fragst:
> Aber wie Du nun auf die Idee mit" die Fürsten achten... " kommst?
Nun, das habe ich gelesen:
"Gott sollst du nicht lästern, und einem Fürsten in deinem Volk sollst du nicht
fluchen." (2. Mose, 22,27)
>>so ist es auch der Wunsch der jüdischen Religion, der gesamten Menschheit
einen Weg ins "Paradies" zu öffnen. Der WEg dorthin führt letztenendes über ein
bewußtes Leben und Selbsterkenntnis.<<
Selbsterkenntnis: ja, in jedem Menschen ist sie möglich. Ich begrüße jedes
Handeln von Menschen, das ein friedliches Zusammenleben der Menschen fördert
und gegenseitige Toleranz. Alle Menschen haben die gleichen Wurzeln, keiner ist
auf Grund seiner Rasse oder seines Glaubens privilegiert. Das ist mein
Standpunkt. Die jüdische Religion enthält sehr viele positive Aussagen, denen
ich zustimmen kann. Die finde ich aber auch in anderen Religionen. Die Genesis
aber wird mir erklärlicher, wenn ich eine Gott zugeschriebene Aussage
berücksichtige:
"Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben
sich ein gegossenes Kalb gemacht, sind vor ihm niedergefallen, haben ihm
geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land
Ägypten heraufgeführt haben! Weiter sagte der HERR zu Mose: Ich habe dieses
Volk gesehen, und siehe, es ist ein halsstarriges Volk. Und nun laß mich, damit
mein Zorn gegen sie entbrenne und ich sie vernichte, dich aber will ich zu
einer großen Nation machen." (1. Mose, 32, 8-10)
Klar, bei Halsstarrigkeit von Menschen brauchte es Gesetze, die befolgt werden.
Und wenn als Gesetzgeber Gott selbst anerkannt wird, sind solche Gesetze sicher
wirkungsvoller, als wenn sie einem Menschen zugeschrieben werden. Insofern war
Mose für mich ein genialer Politiker. Das ist natürlich nur meine Meinung und
keinesfalls als Beleidigung für die Menschen zu verstehen, die an etwas anderes
glauben.
>>Eine MEnschheit die in Freiheit, Nächstenliebe und gegenseitiger Achtung lebt
(zugegebenermaßen momentan eine Utopie) ist in meinen Augen ein motivierendes
und verständliches Ziel (für mich jedenfalls).<<
Das kann ich voll unterstreichen. Auch ich bin ein Träumer, der hofft, daß dies
einmal verwirklicht werden kann. Die Wege dazu müssen wir aber wohl erst noch
finden - die alten haben leider nicht dazu geführt.
Liebe Grüße vom Peter