Presseerklaerung vom 24. Juni 1999
?Gebt Schmetterlingen eine Chance.
Stoppt den Anbau von genmanipulierten Pflanzen?
Luxemburg, 24.06.99: In Schmetterlingskostuemen protestieren
heute Greenpeace-Aktivisten aus sechs europaeischen Laendern,
darunter Deutschland, Frankreich und Belgien, fuer einen
sofortigen Zulassungsstopp von genmanipulierten Pflanzen. ?Gebt
Schmetterlingen eine Chance. Stoppt den Anbau von genmanipulierten
Pflanzen? steht auf dem Transparent, das die Umweltschuetzer
vor dem Tagungsort der EU-Umweltminister entrollten.
Die Ministerrunde verhandelt heute ueber eine Verschaerfung
der EU-Zulassungsrichtlinie fuer Genpflanzen. Greenpeace
fordert von den Umweltministern, ein sofortiges Verbot,
genmanipuliertes Saatgut in der Umwelt freizusetzen.
Deutschland sperrt sich bisher gegen ein Zulassungsverbot.
Gentechnisch veraenderter Mais gefaehrdet Schmetterlinge,
so das Ergebnis einer unabhaengigen Untersuchung
amerikanischer Wissenschaftler, die das englische
Wissenschaftsmagazin ?Nature? vor kurzer Zeit veroeffentlichte.
Greenpeace fand heraus, dass in Europa durch den Anbau
von gentechnisch veraenderten Mais etwa 140
Schmetterlingsarten gefaehrdet sind. Dem Maissaatgut
wird ein Gift hinzugefuegt, dass Schaedlingsbefall verhindern
soll. Das sogenannte bt-Gift (nach dem Bakterium Bacillus thuringiensis)
zerstoert aber nicht nur Schaedlinge, sondern gefaehrdet auch
Schmetterlinge, die zur Zeit des Mais-Pollenfluges im
Raupenstadium sind.
?Die Freisetzung von Genmais kann ein Artensterben bei
Schmetterlingen ausloesen,? sagt Christoph Then, Gentechnik
Experte bei Greenpeace. ?Das ist ein weiterer Beweis dafuer,
dass in der Gentechnik gepfuscht wird und Risiken nicht
ausreichend untersucht werden.?
Auch in Deutschland wird bt-Mais dieses Jahr angebaut.
Erst vergangene Woche enttarnte Greenpeace ein Feld
mit bt-Mais in unmittelbarer Naehe des groessten Naturschutzgebietes
in Hessen. Gefaehrdet sind in Deutschland unter
anderen die bekannten Schmetterlinge Tagpfauenauge,
Kleiner Fuchs und Admiral.
Fuer einen Zulassungsverbot von gentechnisch veraenderten
Organismen hat sich inzwischen die Regierung Griechenlands
bei der Europaeischen Union stark gemacht. Das
Verbot soll gelten, bis die EU die Zulassungsverfahren
fuer Freisetzungen von genetisch manipulierten Organismen
verschaerft. Italien und Luxemburg unterstuetzen die Initiative
Griechenlands. Auch Frankreich will jetzt einen sofortigen
Zulassungsstopp fuer alle genmanipulierten Pflanzenarten.
Die Bundesregierung will sich diesen Forderungen bislang
nicht anschliessen. .?Deutschland darf nicht laenger der Bremser
in der EU sein. Die Bundesregierung muss die Initiative
anderer europaeischer Laender unterstuetzen.? sagt
Christoph Then, Gentechnikexperte bei Greenpeace
Die Mitgliedslaender der EU, die Europaeische Kommission
und das Europaeische Parlament sind sich einig: Die
derzeitigen Sicherheitsbestimmungen reichen nicht aus.
Die Aenderungen und Umsetzung der gesetzlichen
Bestimmungen wird aber vermutlich noch Monate oder
Jahre dauern. ?Bis dahin duerfen keine gentechnisch
veraenderten Organismen mehr zugelassen werden.
Sonst ist der europaeische Markt bereits vollstaendig
von Gen-Pflanzen ueberschwemmt, wenn eine
verschaerfte EU-Bestimmung endlich kommt,? sagt Then.
Die Presseerklaerung ist ab ca 18.00 Uhr online unter:
http://www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/PRESSEMI/P990624.HTM
abrufbar. Weitere Informationen zu Greenpeace finden Sie
unter http://www.greenpeace.de
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