Presseerklaerung vom 15. Juni 1999
Achtung! Genmanipuliert!
Greenpeace deckt heimlichen Anbau von Gen-Mais in
Suedhessen auf
Riedstadt/Suedhessen, 15.6.99. Greenpeace hat heute den
heimlichen Anbau von Gen-Mais in Riedstadt bei Darmstadt
aufgedeckt und das Feld markiert. 20 Aktivisten
errichteten auf dem Acker einen 12 Meter hohen Mast und
spannten daran ein dreieckiges Transparent mit der
Warnung: "Achtung! Hier wird heimlich Gen-Mais angebaut".
Sie protestieren damit gegen den heimlichen Anbau von
Gen-Mais des Schweizer Chemieunternehmens Novartis. Der
Anbau des Gen-Mais ist wegen der Gefahr fuer Umwelt und
Gesundheit in vielen EU-Laendern verboten. "Der Gen-Mais
wurde vorschnell zugelassen", sagt Barbara Kamradt,
Greenpeace-Gentechnik-Expertin, in Riedstadt. "Waehrend er
hier bereits waechst, werden neue Hinweise auf seine
Gefaehrlichkeit bekannt. Die Bundesregierung muss endlich
dem Beispiel anderer Laender folgen und den Gen-Mais
verbieten."
Der Mais produziert in jeder Zelle ein Pflanzengift gegen
den als Schaedling bekannten Maiszuensler. Die Auswirkungen
des Giftes auf andere Lebewesen sind nicht ausreichend
untersucht. Erst vor wenigen Wochen veroeffentlichte das
Wissenschaftsmagazin "nature" Untersuchungen aus den USA,
die belegen, dass die Raupen des Monarchfalters, eines der
bekanntesten Schmetterlinge, durch Pollen von Gen-Mais
geschaedigt werden. Nun sind aehnliche Auswirkungen auf in
Europa heimische Schmetterlinge zu erwarten. "Der Genmais
waechst hier ganz in der Naehe eines der groessten
Naturschutzgebiete Hessens und kann zahlreiche heimische
Schmetterlinge gefaehrden", erklaert Barbara Kamradt. "Wir
fordern den Bauern auf, den Gen-Mais sofort vom Acker zu
entfernen und zu vernichten."
Der Novartis-Mais birgt zudem eine besondere Gefahr: Er
enthaelt aus technischen Gruenden ein zusaetzliches Gen, das
ihn widerstandsfaehig gegen den Einsatz von Antibiotika
macht. Viele Wissenschaftler und Mediziner fordern ein
Verbot von Gen-Pflanzen mit dieser Resistenz. Sie
befuerchten, dass die Antibiotika-Resistenz beim Verzehr
der Gen-Pflanzen auf Krankheitserreger uebertragen werden.
Gebraeuchliche Medikamente gegen gefaehrliche Bakterien
wuerden beim Menschen dann nicht mehr wirken.
In diesem Jahr darf der Gen-Mais in keinem EU-Land ausser
Deutschland und Spanien frei angebaut werden. Das
deutsche Bundessortenamt hat eine Sondergenehmigung fuer
rund 50 Tonnen Saatgut fuer den kommerziellen Anbau
erteilt. Hoechstens 18 Tonnen wurden aber tatsaechlich
verkauft. Angebaut wird der Gen-Mais vor allem entlang
des Rheingrabens und in einigen Gegenden Bayerns, wo der
Maiszuensler die meisten Schaeden verursacht. Nur Novartis
kennt die genaue Lage aller Felder. Bauern, die Gen-Mais
anbauen, gehen angesichts der Ablehnung der Verbraucher
ein hohes Risiko ein. Einige Raiffeisen-Genossenschaften
verkaufen zwar das Gen-Saatgut, nehmen die Ernte aber
nicht wieder an. Auch einige Molkereien lassen sich
garantieren, dass ihre Milch nicht von Hoefen stammt, die
Gen-Mais verfuettern. "Der Anbau von Gen-Mais kann den Ruf
der Landwirtschaft einer ganzen Region ruinieren", sagt
Barbara Kamradt.
Die Presseerklaerung samt Hintergrund-Infos finden Sie ab 18.00 Uhr auch
online
unter: www.greenpeace.de/GP_DOK_3P/PRESSEMI/P990615.HTM
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