Presseerklaerung vom 29.4.1999
Greenpeace: Raiffeisen dealt mit Genmais
Unkontrollierter Verkauf gefaehrdet Landwirte und Verbraucher
Worms ? 29.4.99: Als "Genmaisdealer" haben
Greenpeace-Aktivisten heute morgen die
Raiffeisen-Hauptgenossenschaft in Worms entlarvt. Vor dem
Eingangstor errichten die Umweltschuetzer als Warnung ein 3,5
Meter grosses X mit einem Spruchband "Vorsicht Genmais". Auf
einem zweiten Transparent steht: "Raiffeisen =
Genmaisdealer". Greenpeace protestiert mit der Aktion gegen
die Raiffeisen eG, die in Worms Handel mit gentechnisch
veraendertem Saatgut betreibt, ohne dass die Oeffentlichkeit
davon weiss.
Barbara Kamradt, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace:
"Raiffeisen macht sich zum Komplizen der Genindustrie. Der
Chemiemulti Novartis versucht, den Genmais gegen den Willen
der Bevoelkerung auf den Acker und in die Lebensmittel zu
bringen."
Novartis hat dieses Jahr in Deutschland eine
Sondergenehmigung des Bundessortenamtes fuer den Verkauf von
fuenfzig Tonnen Saatgut erhalten. Der Anbau geschieht ohne
jede Kennzeichnung der Felder und der Ernte. "Niemand soll
wissen, wo der Genmais waechst und was mit der Ernte
geschieht. Greenpeace wird dieses gefaehrliche Versteckspiel
mit genmanipuliertem Mais oeffentlich machen", so Kamradt
weiter.
Novartis hat dem Mais ein Giftgen gegen Schaedlingsbefall
hinzugefuegt, das den sogenannten Maiszuendler bekaempft, aber
auch Nutzinsekten schaedigen kann. Zusaetzlich enthaelt der Mais
ein Gen, das beim Menschen eine Resistenz gegen das
Antibiotikum Ampicillin bewirkt. Aerzte befuerchten, dass
hierdurch lebensrettende Antibiotika unwirksam werden.
Der groesste Teil der Bevoelkerung ist aufgrund der nicht
absehbaren Folgen gegen Gentechnik in Lebensmitteln. Genmais
laesst sich in Deutschland daher nur sehr schwer verkaufen.
Trotzdem werden Bauern den Genmais auf ihrem Acker heimlich
ausprobieren. Damit koennen sie nicht nur sich selbst, sondern
auch der gesamten Umgebung einen erheblichen wirtschaftlichen
Schaden zufuegen. Greenpeace hatte bereits im letzten Jahr
nachgewiesen, dass durch Pollenflug von Genmais die Ernte
benachbarter Landwirte verschmutzt wird.
In Baden-Wuerttemberg hat im letzten Jahr die Vermischung von
genfreier mit gentechnisch veraenderter Ernte grosse
Maislieferungen fuer den Lebensmittelhandel unbrauchbar
gemacht. Barbara Kamradt fordert: "Die Namen der Landwirte,
die den Novartis-Genmais ueber Raiffeisen bezogen haben,
muessen veroeffentlicht werden. Nur so koennen sich
Nachbarlandwirte, Landhandel und Lebensmittelverarbeiter in
Deutschland vor Verunreinigungen schuetzen."
Ist der Genmais erstmal im Handel, koennen sich Landwirte und
Verbraucher nicht mehr wehren. In Baden-Wuerttemberg haben
sich daher der Bauernverband und die
Raiffeisenzentralgenossenschaft gegen jegliche Verwendung von
Genmais entschieden. Dennoch bringt Raiffeisen in Worms
gentechnisch veraendertes Maissaatgut unter die Leute.
Greenpeace liegt eine Verkaufsquittung vor, die beweist, dass
sogar an badische Bauern Genmaissaat verkauft wurde. Entgegen
allen Zusicherungen kann Novartis im Einzelfall nicht
kontrollieren, wo die Genpflanze spaeter wachsen wird.
"Der heimliche Anbau durch einzelne Bauern gefaehrdet das
Image einer ganzen Region", sagt Barbara Kamradt. "Raiffeisen
muss sich auf die Seite der Landwirte und Verbraucher stellen
und den Handel mit dem Genmais beenden. Von der
Bundesregierung erwarten wir ein sofortiges, vollstaendiges
Verbot von gentechnisch veraendertem Mais, wie es bereits in
anderen europaeischen Laendern besteht."
ACHTUNG: Diese Presseerklaerung wurde Ihnen automatisch zugestellt . Wenn
Sie den regelmaessigen Bezug von Presseerklaerungen stornieren wollen,
schicken Sie bitte eine Mail an pre...@www.greenpeace.de mit dem Vermerk
UNSUBSCRIBE im Subject-Feld. Das eigentliche Textfeld bleibt leer.