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Bochum, 26.5.: Ursel Fuchs: Der Griff nach dem Erbgut oder Die Allianz von Atom- und Gentechnik

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Bahnhof Langendreer

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Apr 25, 1999, 3:00:00 AM4/25/99
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*Ursel Fuchs: Der Griff nach dem Erbgut oder Die Allianz von Atom-*
*und Gentechnik*

Die Atomindustrie setzte von Anfang an darauf, daß einem erheblichen
Teil ihrer radioaktiven Verseuchung von Mensch und Umwelt mit
juristischen Mitteln nicht begegnet werden könne. Schon 1956 erklärte
Prof. Heisenberg seinem Atomminister Franz Josef Strauß, daß
Spätschäden" und genetische Schäden" sehr viel häufiger sein werden"
als unmittelbar feststellbare Schäden." Mit jenen Anonymen
Strahlenschäden", bei denen die Schadensquelle nicht geklärt ist,
beschäftigen sich nach dem damaligen führenden Atomrechtsexperten
Fischerhof eh nur die Anhänger des idealen Wohlfahrtsstaates".

Tatsächlich jedoch zeigten die Humangenetiker (früher
Rassenhygieniker) ein reges Interesse an den Strahlenwirkungen auf die
menschlichen Erbanlagen, wobei der zentrale Aspekt von Anfang an eine
Reduzierung der Kosten im Gesundheitswesen durch vorgeburtliche
Selektion war. Sowohl Atomtechnik als auch Humangenetik in Verbindung
mit Reproduktionstechnologie setzen die Grundrechte auf Leben und
körperliche Unversehrtheit außer Kraft.

Mit anderen Worten: In der Entscheidung für das 'Atomzeitalter' in
ziviler und militärischer Hinsicht war implizit jene Neuauflage eines
eugenischen Programms angelegt, das seit den 80er Jahren unter dem
Begriff Bioethik" seine ethische und rechtliche Legitimation erhalten
soll.

Am 2.5. ist eine Großdemo in Gronau. Busse in Bochum fahren ab Hbf um
11.30 Uhr.

Kulturzentrum Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum
Mi. 26.5.1999 19:30 Uhr, Raum 6
<URL:http://www.soziokultur.de/bahnhof-langendreer/>
bhf...@t-online.de

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