Presseerklaerung vom 20. Juli 1999
Abgeschnitten: Greenpeace verhindert
Pollenflug von Gen-Mais-Pflanzen
Riedstadt/Suedhessen, 20.07.99 - 20 Aktivisten von
Greenpeace haben heute auf einem Feld bei Riedstadt
damit begonnen, die Blueten von genmanipuliertem Mais der
Firma Novartis abzuschneiden. Mit Scheren gehen sie von
Pflanze zu Pflanze und entfernen die Blueten samt
anhaftendem Pollen. Mit der Aktion will Greenpeace
verhindern, dass der Bluetenstaub des Gen-Maises in der
Region verbreitet wird. Der einen Hektar grosse Acker
liegt in unmittelbarer Naehe zum Naturschutzgebiet
Kuehkopf. "Der Pollenflug des Gen-Maises gefaehrdet die
Raupen von Schmetterlingen und muss deshalb sofort
unterbunden werden", so Barbara Kamradt,
Gentechnik-Expertin bei Greenpeace.
Eine im Mai veroeffentlichte Studie der Cornell
Universitaet (USA) hatte ergeben, dass durch den Pollen
der Maispflanzen, die das sogenannte Bt-Gift gegen
Schaedlinge bilden, die Raupen von Schmetterlingen
geschaedigt werden koennen. Nach Aussage des
Schmetterlingsexperten Dr. W. Naessig vom
Forschungsinstitut Senckenberg in Frankfurt am Main,
sind die oekologischen Risiken, die vom BT-Mais ausgehen,
derzeit noch nicht ausreichend erforscht. Deswegen sei
der grossflaechige Anbau des Gen-Maises in der Gegend des
Kuehkopfes ein gewichtiges oekologisches Risiko. Ausserdem
koennte der Pollen auch auf herkoemmliche Pflanzen
angrenzender Felder auskreuzen und die Ernten
benachbarter Landwirte gentechnisch verschmutzen.
"Die Zulassung fuer diesen Mais", so Barbara Kamradt,
"erfolgte aufgrund einer unvollstaendigen
Risikoabschaetzung. Die Europaeische Union hat deswegen
die Notbremse gezogen und die weitere Zulassung von
gentechnisch veraenderten Pflanzen gestoppt. Novartis muss
den Mais, der bereits auf den Feldern steht, vorzeitig
abernten lassen und die Bauern wirtschaftlich
entschaedigen."
Skeptisch reagiert Kamradt auf die Ankuendigung von
Novartis, in Zukunft vermehrt Risikoforschung zu
betreiben. "Diese Ankuendigungen zeigen, dass auch die
Firma Novartis Nachholbedarf hat. Es ist ein
zweifelhaftes Vorgehen, erst Saatgut an die Landwirte zu
verkaufen und im nachhinein neue Risikountersuchungen zu
starten."
Auch die Gemeinde Riedstadt hat sich der Kritik von
Greenpeace angeschlossen. In einer Resolution der
Gemeinde vom 24.6.1999 heisst es: "Die Gemeindevertretung
missbilligt den Anbau von genmanipuliertem Mais in
Riedstadt." Der Buergermeister von Riedstadt hat
inzwischen angeordnet, dass in den Pachtvertraegen der
Gemeinde ein entsprechender Passus verankert wird, der
den Anbau von gentechnisch veraenderten Pflanzen
verbietet.
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