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F.Castro: Keine Loesung mit Gewalt moeglich - Rede 11.9.2001 [de]

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Lueko Willms

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Sep 19, 2001, 5:43:00 AM9/19/01
to
hier ist die deutsche Übersetzung der Rede vom 11.9.2001 mit
bedeutenden Stellungnahmen zu dem terroristischen Angriff auf das WTC
und das Pentagon

--------- schnipp -----------------------------------------

Ansprache des Präsidenten der Republik Kuba, Fidel Castro Ruz, am 11.
September 2001, dem Tag der tragischen Ereignisse in den Vereinigten
Staaten

KEINES DER AKTUELLEN PROBLEME DER WELT KANN MIT GEWALT GELÖST WERDEN

Lehrkräfte, Bauarbeiter, Arbeiter, Studenten, Familienangehörige und
Gäste:

Mal sehen, wie dies klappt, denn die Veranstaltungen in den Stadien und
an solchen Orten, wie den Tribünen dieser Sporthalle, sind immer
kompliziert, einige befinden sich hinten, andere auf der einen Seite und
andere auf der anderen Seite, und wenn dann jemand kommt und sagt: ,Man
hört nichts", fängt die Tragödie an (Beifall und Ausrufe).

Gestern (Ausrufe: ,Hier hört man nichts!")... Gut, dann gehe ich eben
und spreche im Fernsehen zu euch (Ausrufe: ,Nein!"). Strengt euch mal
ein wenig an; ihr dort, ihr scheint die zu sein, für die es am
schwierigsten ist, habt ein wenig Geduld und helft mit, damit dies heute
ordentlich abläuft (Ausrufe: ,Man hört es, man fühlt es, Fidel ist da").

Ich war dabei, euch zu sagen, daß gestern ein ruhiger Tag war, wir
bereiteten uns auf zwei wichtige Veranstaltungen vor: Erstens die
Wiedereröffnung der Schule und das enorm wichtige Schuljahr, das mit
dieser Masse von Studenten begann, und außerdem warteten viele
Landsleute auf Nachrichten über die Resultate des berühmten Grammy, wo
eine bedeutende und zahlreiche Delegation kubanischer Künstler anwesend
sein würde.

Als wir ziemlich spät im Morgengrauen nach Hause gingen, bestand unsere
einzige Sorge darin, ob es in der Gegend, wo die Schule ist, regnen
würde oder nicht, da es an den vorhergehenden Tagen fast immer etwa zu
dieser Zeit starke Regengüsse gegeben hatte. Wir ergriffen die
Vorsichtsmaßnahme, einen alternativen Ort zu besorgen, an dem man für
alle Fälle das Schuljahr eröffnen und die Schule wieder eröffnen könnte.

Es wurde alles vorhergesehen, und zum Glück haben wir dies so gemacht;
denn bei dem Regen von heute wäre jene Zone überschwemmt und voll von
Schlamm gewesen, obwohl man einen besonderen Ort für die Veranstaltung
vorbereitet hatte, an der mit Studenten, Verwandten, Gästen, Arbeitern
und Nachbarn insgesamt 12 000 Personen teilnehmen sollten.

Gut, kaum daß wir eine kurze Zeit ausruhten, kommen Nachrichten an, daß
in den Vereinigten Staaten schwerwiegende Dingen geschehen seien - und
nebenbei war es hier auch ein bewölkter und regnerischer Tag -; jene
Nachrichten waren und sind von großer Wichtigkeit. Es wurde die
Sofortmaßnahme getroffen, das Kubanische Institut für Radio und
Fernsehen (ICRT) darum zu bitten, in rigoros exakter Weise und sogar
unter Verwendung von US-Fernsehsendungen die Nachrichten von dem zu
übertragen, was dort geschah, und danach abzuwarten.

Wir hatten nicht die Absicht, die Veranstaltung abzusagen, sie konnte
nicht abgesagt werden, trotz der durch die Ereignisse geschaffenen
internationalen Spannung. Ich denke, daß viele die Nachrichten kennen;
doch in der Essenz bestanden sie darin, daß etwa um 9.00 Uhr morgens
eine Boeing - eine von den großen - direkt an einem der zwei Gebäude des
berühmten Turms von New York zerschellte, eines der höchsten Gebäude der
Welt, das zwei Flügel hat. Natürlicherweise brach dies in Flammen aus
angesichts des ganzen Benzins von einem dieser großen Flugzeuge; es
kommt zu gewaltigen Szenen, und 18 Minuten später kommt es zu einem
Angriff ein weiteres Flugzeuges, ebenfalls einer US-amerikanischen
Fluggesellschaft, und dieses zerschellt direkt an dem anderen Flügel des
Turms.

Zur gleichen Zeit, einige Minuten später zerschellt ein anderes Flugzeug
am Pentagon. Es kommen Nachrichten an, inmitten einer gewissen
Verwirrung, von einer Bombe gegenüber dem State Department, und von
anderen alamierenden Geschehnissen, obwohl ich die wichtigsten genannt
habe.

Offensichtlich war das Land Opfer eines gewaltsamen und überraschenden
Angriffs geworden, unerwartet, ungewöhnlich, etwas wirklich
Eigenartiges, was zu eindrucksvollen Szenen führte, besonders als die
beiden Türme brannten und vor allem als beide zusammenbrachen, mit ihren
100 Stockwerken, auf andere nahegelegene Gebäude drauf, und man erfuhr,
daß dort Zehntausende von Menschen in verschiedenen Büros arbeiteten,
die zahlreiche Firmen unterschiedlicher Länder vertreten.

Es war logisch, daß dies zu einer großen Aufregung in den USA und auf
der ganzen Welt führen würde, die Börsen begannen zusammenzubrechen, und
wegen der politischen, wirtschaftlichen, technologischen Bedeutung und
der Macht der Vereinigten Staaten war die Welt heute aufgerüttelt
angesichts jener Ereignisse, so daß es notwendig war, sie den ganzen Tag
zu verfolgen, während von unserer Seite gleichzeitig die Aufmerksamkeit
im Hinblick auf die Bedingungen und die Umstände, unter denen diese
Veranstaltung stattfinden sollte, aufrechterhalten wurde.

Deshalb gab es zwei Themen: die Schule und ihr äußerst wichtiges
beginnendes Schuljahr, und die politische und menschliche Katastrophe,
zu der es dort gekommen war, besonders in New York.


Ich werde zunächst von der Schule sprechen.

Ich muß an erster Stelle sagen, daß die Bauarbeiter eine enorme
Anstrengung unternommen und diese Schule praktisch innerhalb einiger
Monate wiederaufgebaut haben; eine Aufgabe dieser Größenordnung wurde
niemals zuvor in solch kurzer Zeit bewältigt.

Die Direktorin erläuterte, daß jene Schule sehr heruntergekommen war,
sie erlitt die gesamte Sonderperiode und wurde schließlich zu einer
Unterkunft für Aberhunderte von Familien. Eines Tages besuchte ich sie
und sie war nicht einmal der Schatten dessen, was wir am 5. Dezember
1974 als Schule zur Ausbildung von Grundschullehrern für die Hauptstadt
eröffnet hatten; während der 14 Jahre, in denen sie als eine solche
Schule funktionierte, machten dort Zehntausende von Lehrern ihren
Abschluß. Danach füllte sie andere wichtige Lehraufgaben aus, sie war
eine Fakultät für Hochschullehre; doch dann kam die Sonderperiode und
mit ihr all die Schwierigkeiten.

Die Grundschulen erlitten zur damaligen Zeit nicht die Krise des
Lehrermangels, die die Hauptstadt in diesen Jahren durchmachte, eine
wirklich schwerwiegende Krise, die man mit der Tatsache definieren oder
beschreiben kann, daß im vergangenen Schuljahr nur 37 Grundschullehrer
ihren Abschluß machten.

In der Hauptstadt gab es die schlimmste Situation im ganzen Land, und
zwar auf die Weise, daß etwa 80 % der Schüler ihren Unterricht in
Klassenzimmern mit 30, 35, 40, 45 und gelegentlich bis zu 50 Mitschülern
absolvierten; es gab fast 400 Klassenzimmer mit mehr als 40 Schülern.
Dies spiegelte sich logischerweise in der Bildung wider; die Hauptstadt
hatte einen Rückstand, einen sehr großen Rückstand gegenüber Provinzen
wie Santiago de Cuba und anderen, es war eine wirklich schwerwiegende
Situation. Es gab keine Berufung, die Berufung zum Beruf des
Grundschullehrers war in unserer Hauptstadt verschwunden.

Der physische Zustand der Schulen war nach 10 Jahren Sonderperiode und
einem großen Mangel an Ressourcen ebenfalls kritisch. Die Eltern rieten
ihren Kindern, keine Grundschullehrer zu werden; jeder der Absolventen
der zahlreichen pädagogischen Gymnasien wählte nach Beendigung des
letzten Schuljahres, und auf die Frage, was er studieren wolle, das Fach
seiner Präferenz aus: Grundschullehrer, weniger als 5 von 100; und die
anderen wählten Geschichte, Mathematik, Literatur, Geographie, kurzum,
etwa 12 bis 14 verschiedene Studiengänge, alle außer dem Diplom-
Studiengang Grundschulbildung.

Dies war nicht mit den Bedürfnissen vereinbar, fast alle Schüler der
Lehrfakultät der Hauptstadt halfen in den Mittelschulen; die
Mittelschulen konnten durch die Unterstützung der Hochschuleinrichtungen
aufrechterhalten werden, und durch die vor etwa zwei Jahren entstandene
Idee der Zusammenarbeit mit zahlreichen Universitätsstudenten, um das
eine oder andere Fach zu unterrichten.

Wir waren dem Mythos der Berufungen unterlegen gewesen und es war
unmöglich, einen Lehrplan zu konzipieren, wenn gelegentlich ein, zwei
oder drei Lehrer fehlten, oder ein Lehrer mußte vier Gruppen von je 40
oder 50 Schülern Unterricht erteilen - ich spreche von vier, denn es
waren manchmal fünf oder sechs -, und ich kenne eine ausgezeichnete
Schulleiterin, die in bestimmten Zeiträumen den 13 Klassen ihrer Schule
Geschichtsunterricht erteilte.

Das ist ein wichtiges Thema, denn es ist die Aufgabe, die uns
herausfordert, wenn wir diese Schlacht gewinnen, die bereits fast
gewonnen ist, die wir jetzt im Hinblick auf die Grundschulen in Angriff
nehmen. Die jetzige Schlacht bestand darin, Tausende von
Grundschullehrern mit den entsprechenden Kenntnissen und auf eine
angemessene Weise - und außerdem dringend - für die Hauptstadt der
Republik auszubilden und die Anzahl der Schüler pro Klassenzimmer auf
höchstens 20 zu begrenzen. Dieses Problem wurde am 1. September vor etwa
einem Jahr angesprochen, und es wurde aufgeworfen, um es bis zum
September des Jahres 2002 zu lösen. Es erschien als etwas Unmögliches.

Man analysierte das Problem sorgfältig, es wurden 8080 heldenhafte
Grundschullehrer besucht, die während der Sonderperiode gemeinsam mit
den wenigen neuen Lehrern, die ihren Anschluß gemacht hatten, die
Grundschulbildung in unserer Hauptstadt aufrechterhielten.

Die Gebäude befanden sich, wie ich bereits sagte - in einer
schrecklichen Situation, und in dem Maße, in dem sie sich
verschlimmerte, kam die Notwendigkeit auf, mit einem Notprogramm die
Reparatur der 659 Grund- und Mittelschulen der Hauptstadt in Angriff zu
nehmen. Diese letztere Aufgabe würde unserer Einschätzung nach
mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen. Doch wenige Monate nach Beginn
des Programms wurde die einhundertste Schule eröffnet, und sogar noch
damals dachten sie, es würde noch weitere zwei Jahre dauern. Bald wird
die zweihundertste Schule eröffnet, während gleichzeitig mehr als
einhundert komplett restauriert werden.

Ich sollte keine Zeit darauf verwenden, über diese Details zu sprechen,
da es eine andere Gelegenheit geben wird, wenn die instandgesetzte
Schule Nummer 200 eröffnet wird. Das Wichtige ist, daß im September
nächsten Jahres die 659 Schulen komplett instandgesetzt sein werden, so
wie sie niemals zuvor waren, weder vor der Sonderperiode noch zu
irgendeinem anderen Zeitpunkt, denn sie werden alle gemeinsam
wiederhergestellt und repariert. Alle Wasserprobleme in diesen Schulen
werden gelöst sein, das heißt alle Probleme mit dem Leitungswasser.
Viele von ihnen hatten große Probleme, einige erreichte kein Wasser, die
Situation der Toiletten war schlimm; es funktionierte praktisch kein
Kühlgerät. Kurzum, ich möchte mich nicht wiederholen, das gesamte
Gewicht der Sonderperiode und unserer Mängel hatte auf unseren Schulen
gelastet und man benötigte eine außergewöhnliche Anstrengung.

Heute wage ich, euch hier zu versichern, daß im September nächsten
Jahres die 659 Schulen fertig sein werden. Es ist ein ernsthafte Arbeit,
doch all das, was mit großer Diskretion gemacht wurde, lief gemeinsam
mit der Schaffung von Kapazitäten für 20 000 jungen Studenten in dieser
und anderen Provinzen: Kapazitäten, um zum Beispiel über alle
Grundschullehrer zu verfügen; Kapazitäten für die Ausbildung von 7 000
Sozialarbeitern - unter den wichtigen Kursen -; die Ausbildung von
Dozenten, die Computerunterricht für alle Grundschüler der Hauptstadt
erteilen werden, da diejenigen, die diese Fächer in der Mittelschule
erteilen sollten, bis zu dem Zeitpunkt ausgebildet wurden, an dem die
gut überdachte Entscheidung getroffen wurde, die Computerausbildung ab
dem 5. Lebensjahr der Schüler in den Unterricht einzuführen, das heißt
ab der Vorschule.

Es gab andere überaus wichtige Schulen, die ich hier nicht erwähne, eine
enorme und stillschweigende Anstrengung, mit sehr wenig oder gar keiner
Publicity, im Einklang mit der neuen Methode, sagen wir, von wenig
Versprechungen und vielen Taten, die Eröffnung dieser Schulen.
Gelegentlich wird eine Schule in Vertretung von 15 Schulen eröffnet, wie
im Fall der in Santa Clara eröffneten Schule für Kunsterzieher, als alle
bereits im gesamten Land mit 4 000 Schülern in Betrieb waren.

Es waren große Anstrengungen, die in diesem Zeitraum der Schlacht der
Ideen unternommen wurden, zu diesem Zeitraum des Kampfes, der vor mehr
als 21 Monaten mit der Entführung des Kindes Elián González begonnen
wurde. Das sind die grundsätzlichen Angaben.

Der Verdienst der Arbeiter ist groß. Viele von ihnen kamen aus anderen
Provinzen, aus dem Osten, aus Camagüey, aus anderen Landesteilen. Sie
haben ohne Pause gearbeitet; sie haben die Dinge mit der größtmöglichen
Qualität bewerkstelligt, wenn wir auch alle wissen, daß man bei
Beendigung eines Baus, der unmittelbar darauf in Betrieb genommen wird -
denn wir konnten keine Zeit verlieren -, immer noch einige Reparaturen
ausführen muß: irgendeine Wasserleitung, die nicht dicht war, ein Dach,
das undicht sein kann. Bezüglich dessen wurde das Prinzip festgelegt,
daß beim Auftreten eines Details, einer undichten Stelle, eines kleinen
Problems in irgendeiner Schule, dieses sofort gelöst werden muß. Alles
wurde so konzipiert und organisiert.

Es kann sein, daß in der Schule - und ich weiß, daß sie einige Dinge
machen und sie müssen einige Reparaturen vornehmen, als Folge der
kräftigen Regengüsse und weil sie dabei sind, sie fertigzustellen, und
man konnte mit dem neuen Schuljahr keine Zeit verlieren... Gut wir haben
einige Tage verloren, wir haben sieben Tage verloren; aber viele Schüler
sind bereits in der Schule, und die kleinen Probleme, die auftauchen
können, niemand soll die Geduld verlieren, es wird eine beträchtliche
Anzahl von Arbeitern dableiben, um alle Details zu bestimmen, die
auftreten können, in dieser Schule und in allen anderen; denn diese wird
heute eröffnet - ich sage dies, weil ich mir vorstelle, wir seien dort -
und eine andere für die dringende Ausbildung von 1 000 Krankenschwestern
wird eröffnet, da wir auch ein Defizit an Krankenschwestern in unserer
Hauptstadt haben, das gelöst werden muß, und zwar gut.

Diejenige der Krankenschwestern ist eine schwierige Aufgabe, vor allem
wenn man Nachtdienst hat.

Was bedeuten diese Schulen? Was bedeutet dieses Schuljahr? Zusammen
waren die beiden Schuljahre in der Schule von Melena außergewöhnliche
Beispiele an Pädagogik, denn jedes Schuljahr begannen 501 Schüler und es
gab nicht eine einzige Abmeldung, weder im ersten noch im zweiten Jahr.
Und während im ersten Schuljahr noch zwei Schüler nicht alle Kenntnisse
und die notwendige Erfahrung zum Bestehen der Prüfungen erlangten,
bestanden im zweiten Schuljahr alle; die Schule hat ein großes Ansehen
gewonnen, auf eine solche Weise, daß jetzt alle Welt in diese Schule
gehen will, und diesmal mußten sie einige Stockbetten mehr aufstellen
und einige zusätzliche Schüler aufnehmen, denn es gab keine
menschenmögliche Form, eine Gruppe von acht oder neun abzulehnen, die
zusätzlich dort studieren wollten.

Die Methoden, die mit den jungen Leuten angewandt werden, sind meiner
Ansicht nach die korrektesten: sich mit ihnen unterhalten, mit ihnen
diskutieren, ihnen zuhören, sich um ihre Probleme kümmern und versuchen,
auf ihre Bedürfnisse - und oftmals auf ihre Wünsche - einzugehen, wenn
dies möglich ist. Denn jeder dieser neuen und ihres Inhalts wegen
unterschiedlichen Kurse verleiht ihnen allen nun die Möglichkeit, unter
Anleitung - wenn es sich um einen Lehrer handelt - eines Diplom-
Grundschullehrers mit viel Erfahrung mit der Arbeit zu beginnen, und
wenn es sich um eine Krankenschwester handelt, unter Anleitung einer
Diplom-Krankenpflegerin.

Jeder dieser jungen Leute wird einen Hochschullehrer haben, automatische
Einschreibung in der Universität, die Option zur Auswahl - gemäß der
Person, um die es sich handelt - zwischen acht, neun, zehn oder fünfzehn
Studiengängen. Ihnen eröffnen sich reale Möglichkeiten; doch
gleichzeitig wird ihnen das Bewußtsein vermittelt, das ein junger Mensch
von den Bedürfnissen des Landes haben muß, und wie innerhalb einer
breiten Liste von Möglichkeiten viele von ihnen in der Lage sind, diesen
selben jungen Menschen anzuziehen, in Abhängigkeit vom Kontakt und der
Vertrautheit, die sie mit diese Fach haben können. Denn ich habe viele
junge Leute gesehen, die an etwas Anderes dachten, von denen, die nicht
daran dachten, das Grundschullehrer-Studium auszuwählen, und trotzdem
ist die Zahl derer, die sich endgültig für dieses Studium entscheiden,
enorm angestiegen.

Während der langen Debatten am 6. September wurde viel über das Thema
diskutiert, ob die Verpflichtung auf fünf Jahre ausreichend sei, und wir
haben Änderungen vorgenommen, doch wir werden nicht aufhören, Wort zu
halten. Wenn eine Änderung vorgenommen werden muß, machen wir das mit
den Neuen, die das Schuljahr beginnen, denn da in der Tat eine Anzahl
dieser Schüler auf alle Fälle unter den Optionen auswählen wird, würden
sich die fünf Jahre als wenig erweisen; doch wir bitten sie nicht und
akzeptieren nicht einmal bei den Schülern der ersten beiden Lehrerkurse,
daß sie sich für acht Jahre verpflichten, denn wir sagten fünf und es
werden fünf sein.

Selbstverständlich muß das Studium intensiv sein, denn wenn sie
irgendeinen anderen Studiengang auswählen, den sie seit diesem September
auswählen können - und viele haben sich bereits eingeschrieben -, dann
erfordert dies eine besondere Anstrengung, denn wenn sie zum Beispiel
Soziologie studieren, müssen sie weiterhin eine Anzahl von Kenntnissen
in Pädagogik, wenigstens drei Jahre, erlangen; und sie haben alle
Vorteile eines speziellen Hochschullehrers und sie werden lehren, und
sie müssen täglich mehr Erfahrung und Kenntnisse haben.

Der Kommunistische Jugendverband arbeitet bereits mit euch für eine
Verpflichtung von drei zusätzlichen Jahren, das heißt während acht
Jahren, unabhängig von dem Studiengang, für den sie sich entscheiden.
Dann würden sie also acht Jahre unterrichten, sogar bereits innerhalb
des gewählten Studiengangs würden sie, wenn sie dies wünschen, ihre
Kenntnisse weiter vertiefen, indem sie einen Mastertitel anstreben, das
was sie wollen, und drei weitere Jahre unterrichten, das heißt acht
statt fünf Jahre, das ist das, was wir für unverzichtbar erachten für
das, was wir vorhaben.

Ich weiß, das ein ausgezeichneter Wille besteht, doch jede
Verpflichtung, die wir gegenüber einem jungen Menschen eingehen, halten
wir auch ein; und jede Perspektive, die wir ihm anbieten, verleihen wir
ihm; die Ernsthaftigkeit und die Einhaltung des gegebenen Wortes ist
eine Frage der Ehre. Und es ist eine Methode, die wir immer anwenden
müssen, denn gelegentlich bitten wir um eine Zusammenarbeit für 20 Tage
und danach sagen wir: es fehlen fünf mehr, fünf mehr.

Vor einigen Wochen besuchten mehr als 5 000 Studenten, die sich in
Sozialarbeiter-Universitätsbrigaden gruppierten, praktisch alle
Haushalte der Hauptstadt mit einer Umfrage über soziale und im
kommunalen Rahmen interessante Themen, die vom Krankenhaus, der Apotheke
und der Schule bis zur Möglichkeit des Vorbringens jeglichen anderen
Anliegens reichten. Davon ist noch nicht einmal gesprochen worden, doch
sie haben eine ausgezeichnete und außerordentliche Arbeit verrichtet,
und so werden viele andere Arbeiten verrichtet, denn wir verfügen noch
nicht über genügend Sozialarbeiter. Wir haben keine Tausende, und es
wäre besser zu sagen die Zehntausenden, die wir brauchen, und ich werde
das jetzt nicht erklären, denn alles zu seiner Zeit und wenn die Zeit
dafür da ist.

Wir haben in der Jugend eine Kraft, einen Enthusiasmus, eine Disziplin
und einen Geist gesehen wie nie zuvor.

Für euch, die Schüler, die 3 500 - es gab zwei Angaben, es gab eine, die
von 3 500 sprach und eine andere, bei der von 3 599 die Rede war, das
sind kleine, für die Schule assimilierbare Unterschiede -, dies wir im
Einklang mit dem, was wir bis jetzt geplant haben, der letzte Notkurs
für die Ausbildung von Lehrern sein, wie sie gewöhnlicherweise genannt
werden. Seine Qualität spiegelte sich am 6. September wider, am Tag des
offiziellen Beginns des neuen Schuljahres, denn zahlreiche mit
Dringlichkeit ausgebildete Lehrer sprachen als Antwort auf jene Sorge,
daß sie nicht genügend Kapazität zur Erfüllung der Aufgabe hätten, oder
daß es einen Zweifel geben könnte bezüglich ihrer Pflichten als Schüler
und Lehrer, mit einer Redegewandtheit, von der ich glaube, daß ich sie
niemals zuvor bei so jungen Menschen gesehen habe. Man muß dies den
Kursen zuschreiben, die sie erteilt bekamen, dem höheren kulturellen und
politischen Niveau unserer Bevölkerung, und den vielen Dingen, die sie
in diesen 21 Monaten der Schlachten der Ideen erlernt haben.

Es ist eindrucksvoll und fast unmöglich, sich das vorzustellen, was
diese jungen Menschen in der Zukunft sein werden, im selben Alter und in
diesem selben Stadium der Ausbildung, mit den Dingen, die bereits in
massenhafter Form im ganzen Land beginnen, da jedes Klassenzimmer hier
in der Hauptstadt über einen Fernseher verfügen wird, und drei komplette
Stadtbezirke von Havanna, bescheidene Stadtbezirke, zum großen Teil
Arbeiterviertel: Diez de Octubre, Arroyo Naranjo und San Miguel del
Padrón, haben dort bereits Computerkurse. Bei den anderen wird es noch
dauern, denn jetzt werden in den drei erwähnten Stadtbezirken 149
Dozenten der Jugend-Computerklubs zugegen sein, die aus verschiedenen
Provinzen gekommen sind; doch 1 250 junge Leute sind zur Zeit in der
Ausbildung, bei der sie etwa 800 Stunden Unterricht erhalten werden,
fast dreimal so viel, wie benötigt werden, doch uns interessiert die
Disziplin und das Bewußtsein, das sie in der Schule erwerben, und sie
werden nicht vor März bereit sein. Am 1. März werden wir über diese
jungen Dozenten verfügen, die einen enormen Enthusiasmus haben und
danach einen der drei verschiedenen Informatik-Studiengänge absolvieren
können. Aus diesem Grund wird Havanna die letzte Stadt sein, in der 100
% der Grundschüler Computerunterricht erhalten.

Im Zusammenhang damit gibt es viele Ideen, viele Programme, viele Pläne,
in Verbindung mit einem unvergleichlich höheren Bildungs- und
Ausbildungsniveau, unterstützt von allen modernsten technischen Mitteln,
die unser Land im Bereich der Grundschul-, Sekundär- und
Mittelschulausbildung mit weitem Abstand - sagen wir um Längen - als das
fortgeschrittenste Land auf der Welt auf dem Gebiet der Bildung
plazieren werden, und Bildung ist alles. Bildung ist die Zukunft.

Danach, nach Beendigung dieses Kurses, haben wir sehr ehrgeizige Pläne
im Hinblick auf einen anderen Sprung nach vorne, derjenige, den man bei
der Sekundärschulbildung unternehmen muß, und wir werden in der Schule,
die wir heute wiedereröffnen, mit ihrer Gesamtkapazität, 4 500 Schüler
haben.

In diesem Prozeß haben wir das Privileg gehabt, mit einer unglaublichen
Anzahl von äußerst wertvollen, talentierten, pflichterfüllenden und
patriotischen Menschen in Kontakt zu treten, die jeglicher Person die
Erklärung dafür erleichtern, warum dieses Land mehr als 40 Jahre
Blockade aushielt und vor allem wie dieses Land mit so viel Heldentum,
Ehre und Patriotismus die schrecklichen 10 Jahre der Sonderperiode
aushielt, die wir nahezu bezwungen haben, die aber noch nicht
vollständig besiegt ist.

Es ist wunderbar und ermutigend zu sehen, wieviel möglich ist zu tun und
das, was unser Volk in der Zukunft erreichen kann, das, was es zur Zeit
bereits tut, und zwar nicht nur im Bereich der Bildung, sondern auch in
der Kultur, im sozialen Bereich, mit der Entwicklung von Methoden und
Ausbildung von Fachleuten, um die enorme Arbeit zu verrichten, die in
diesem Bereich noch geleistet werden muß.

Ich beende das Thema Kuba. Ich habe versucht, mich kurz zu fassen, denn
ich sehe mich gezwungen, die mir verbleibende Zeit dazu zu nutzen, über
die in den letzten Stunden entstandene internationale Situation zu
sprechen.

Heute ist ein Tag der Tragödie für die Vereinigten Staaten. Ihr wißt
sehr gut, daß hier niemals Haß gegen das US-amerikanische Volk gesät
wurde. Vielleicht ist Kuba - eben genau wegen seiner Kultur und seinem
Fehlen von Komplexen, indem es sich vollkommen frei fühlt, mit Vaterland
und ohne Herr - das Land, wo die US-Bürger am respektvollsten behandelt
werden. Niemals haben wir irgendeine Art von nationalem Haß oder etwas
Ähnliches wie Fanatismus gepredigt, deshalb sind wir so stark, weil wir
unser Verhalten auf Prinzipien und Ideen gründen, und wir behandeln -
und sie bemerken dies - jeden US-Bürger, der unser Land besucht, mit
großem Respekt.

Außerdem vergessen wir nicht das US-amerikanische Volk, das den Vietnam-
Krieg mit seiner enormen Opposition gegen jenen völkermörderischen
Feldzug beendete; wir vergessen nicht das US-amerikanische Volk, das mit
einem Anteil vom mehr als 80 % die Rückkehr Eliáns in unser Vaterland
unterstützte (Beifall); wir vergessen nicht, wieviel Idealismus es hat,
der oftmals durch den Betrug in Mitleidenschaft gezogen wird, denn - wie
wir oft gesagt haben - um einen US-Amerikaner dazu zu bringen, eine
ungerechte Sache zu unterstützen, einen ungerechten Krieg, muß man ihn
zunächst betrügen, und die in der internationalen Politik dieses enormen
Landes benutzte klassische Methode besteht darin, zunächst zu betrügen,
um danach auf die Unterstützung der Bevölkerung zu zählen. Wenn dies
umgekehrt geschieht und das Volk der USA aufgrund seiner Tradition des
Idealismus entdeckt, daß etwas ungerecht ist, widersetzt es sich dem,
was es zuvor unterstützte. Oftmals handelte es sich um sehr ungerechte
Gründe und das US-amerikanische Volk war davon überzeugt, daß das, was
es unterstützte, gerecht sei.

Deshalb haben wir - wir kennen nicht die exakte Zahl, doch wir haben
beeindruckende Szenen des Leids und möglicher Opfer gesehen - einen
tiefen Schmerz und Traurigkeit für das Volk der USA gefühlt, treu der
Linie, die wir immer verfolgt haben.

Weder schmeicheln wir Regierungen, noch bitten wir um Vergebung oder
Gefallen oder hegen in unserer Brust auch nur das geringste Atom der
Furcht. Die Geschichte der Revolution hat bewiesen, wie fähig sie zur
Herausforderung, zum Kampf und zum Aushalten dessen ist, was sie
aushalten muß, etwas, was uns zu einem unbesiegbaren Volk gemacht hat.
Das sind unsere Prinzipien, eine Revolution gründet sich auf Ideen, auf
der Überzeugung und nicht auf der Gewalt. Ich hoffe, daß auf der Welt
kein Verrückter übrigbleibt, der fähig ist zu behaupten, daß 1,2
Millionen Bürger am vergangenen 26. Juli auf der Uferpromenade Malecón
gezwungenermaßen oder durch Gewalt gedrängt demonstrierten.

Unsere Reaktion war die, die ich erwähnte, und wir wollten, daß unser
Volk die Szenen sieht und die Tragödie betrachtet. Und wir haben nicht
gezögert, öffentlich unser Mitleid auszudrücken. Hier habe ich eine
Erklärung, die der internationalen Presse gegen 15.00 Uhr übergeben
wurde, ausgearbeitet, sobald die Geschehnisse bekannt wurden.
Währenddessen war unser Fernsehen mit der Verbreitung der Ereignisse
beschäftigt. Die Erklärung sollte unserem Volk in den Nachrichten um
20.00 Uhr bekanntgegeben werden.

Ich nehme dies hier einige Minuten vorweg, um euch die Offizielle
Erklärung der Kubanischen Regierung zu den Ereignissen in den
Vereinigten Staaten zur Kenntnis zu bringen.

, Die Regierung der Republik Kuba hat mit Schmerz und Traurigkeit die
Nachrichten über die gewaltsamen und überraschenden Anschläge
entgegengenommen, die am heutigen Morgen gegen zivile und staatliche
Einrichtungen in den Städten New York und Washington verübt wurden und
zahlreiche Opfer gefordert haben.

Die Haltung Kubas gegen jegliche terroristische Aktion ist bekannt" ,-
unsere Geschichte beweist dies, alle diejenigen, die die Geschichte
unserer revolutionären Kämpfe kennen, wissen dies gut - , Es ist nicht
möglich zu vergessen, daß unser Volk über mehr als 40 Jahre hinweg Opfer
solcher Aktionen war, die vom Staatsgebiet der USA selbst gefördert
wurden.

Sowohl aus historischen Gründen als auch aus ethischen Prinzipien lehnt
die Regierung unseres Landes mit aller Energie die gegen die erwähnten
Einrichtungen begangenen Anschläge ab, verurteilt sie und drückt dem US-
amerikanischen Volk ihre ehrlichste Anteilnahme aus für die
schmerzhaften und nicht zu rechtfertigenden Verluste an Menschenleben,
die die erwähnten Attacken hervorgerufen haben.

In dieser bitteren Stunde für das Volk der USA solidarisiert sich unser
Volk mit dem Volk der Vereinigten Staaten und drückt seine vollkommene
Bereitschaft aus zur Zusammenarbeit, im Rahmen seiner bescheidenen
Möglichkeiten, mit den Institutionen des Gesundheitswesens oder
jeglichen anderen medizinischen oder humanitären Institution dieses
Landes bei der ärztlichen Betreuung, Überwachung und Rehabilitation der
Opfer der Geschehnisse am heutigen Morgen" (Beifall).

Dies haben wir nicht nur veröffentlicht, sondern wir haben es in den
Nachmittagstunden auf offiziellem Weg übermittelt, besonders als
beeindruckende Zahlen von möglichen Opfern auftauchten und wir davon
erfuhren, daß die Krankenhäuser voll mit Verletzten seien.

Auch wenn man nicht weiß, ob die Zahl der Opfer 5 000, 10 000, 15 000
oder 20 000 beträgt, weiß man, daß allein in den Flugzeugen, die gegen
die Türme gelenkt wurden und zerschellten, oder gegen das Pentagon,
Hunderte von Passagieren reisten, und wir boten das an, was wir konnten,
falls es benötigt würde.

Jenes ist ein medizinisch und wissenschaftlich weit entwickeltes Land
mit Ressourcen; doch es gibt Momente, in denen Blut einer bestimmten
Blutgruppe benötigt wird, Plasma - jegliches andere Produkt, das wir
spenden können, würden wir mit Vergnügen spenden - oder ärztliche
Unterstützung, oder Krankenpflegerpersonal, denn wir wissen, daß viele
Krankenhäuser ein Defizit an bestimmten Technikern und Fachleuten haben.
Kurzum, wir hatten die Absicht, unsere Haltung und unsere Bereitschaft
bezüglich dieser tragischen Geschehnisse auszudrücken.

All dies hat einige Vorgeschichten, denn ich erwähnte euch gegenüber,
daß wir mehr als 40 Jahre Terrorismus ausgehalten hatten; mehr noch, wir
haben bei bestimmten Gelegenheiten die US-Regierung über bedeutende
Risiken für das Leben von US-Bürgern informiert. Hier habe ich ein
Beispiel, es sind eineinhalb Seiten.

In den Tagen nach den terroristischen Anschlägen auf unsere Hotels durch
die in Florida ansässige terroristische Mafia, die die terroristischen
Anschläge gegen Kuba plante und bezahlte, genauso wie Dutzende von
Attentatsplänen gegen mich, als ich die Notwendigkeit hatte, ins Ausland
zu reisen, hatte die von dem Monster Posada Carriles - einige seiner
Komplizen, die ausländische Söldner waren, wurden bei der Einreise auf
das Staatsgebiet verhaftet, im Besitz der entsprechenden Mittel -
angeführte Gruppe den Plan gefaßt, die ausgeklügelte Vorgehensweise der
Bomben zu benutzen, die sie in den Hotels oder in von ausländischen
Touristen besuchten Orten wie das Restaurant ,La Bodeguita del Medio"
legten und die bis zu 99 Stunden nach dem Legen explodieren konnten, um
Anschläge auf Flugzeuge zu verüben. Sie konnten reisen, die Bombe im
Flugzeug legen, drei Tage Feste feiern und in ihr Land zurückkehren,
bevor die Bombe explodieren würde. Es gab den Fall jenes
salvadorianischen Söldners, der den Plan gefaßt hatte, fünf Bomben in
Hotels und an öffentlichen Orten der Hauptstadt zu legen, um sie fast
simultan zur Explosion zu bringen, eine nach der anderen. Schaut, wie
weit man bereits gegangen war.

Mehr als einmal setzten wir uns auf vertraulichen Kanälen mit der US-
Regierung in Verbindung und hier ist eine der direkten Botschaften an
denjenigen, der das Land zu jener Zeit regierte - Botschaften auf
vertraulichen Kanälen, wir verraten nicht wie, über Personen des
vollsten Vertrauens, die mit uns und mit ihm befreundet waren und denen
wir genau erklärten, welche Mitteilungen sie unserem Willen nach
überbringen sollten -; ein Teil dieses Materials wurde bereits einmal
verwendet, doch ich werden ein Beispiel wortwörtlich zitieren:

,Eine wichtige Angelegenheit.

Nummer Eins: Es werden Pläne terroristischer Aktivitäten gegen Kuba
aufrechterhalten, bezahlt von der Cuban American National Foundation und
unter Verwendung von mittelamerikanischen Söldnern. Es wurden bereits
zwei neue Versuche unternommen, Bomben in unseren Touristenzentren zur
Explosion zu bringen, und zwar vor und nach dem Papst-Besuch.

Im ersten Fall konnten die Verantwortlichen entkommen, wobei sie auf dem
Luftweg nach Mittelamerika zurückkehrten, ohne ihre Ziele zu erreichen.
Sie ließen die technischen Mittel und die Sprengkörper zurück, die
beschlagnahmt wurden.

Bei dem zweiten Versuch wurden drei Söldner verhaftet und man
beschlagnahmte bei ihnen die Sprengkörper und weitere Mittel; es handelt
sich um Staatsbürger Guatemalas. Für jede der vier Bomben, die
explodieren sollten, hätten sie 1 500 Dollar erhalten" - es waren die
ersten Festgenommenen, die der, der die größte Anzahl von Bomben legte.

, In beiden Fällen wurden die Söldner von Agenten des von der Cuban
American National Foundation geschaffenen Netzes engagiert und
ausgestattet; jetzt hegen sie Pläne und unternehmen bereits Schritte, um
Bomben in Flugzeugen der kubanischen Fluggesellschaften und in Airlines
anderer Länder, die Kuba anfliegen und Touristen aus
lateinamerikanischen Ländern auf die Insel bringen und zurückfliegen,
zur Explosion zu bringen.

Die Methode ist ähnlich: Der kleine Sprengsatz wird in an einem
versteckten Ort des Flugzeugs abgelegt, mit kräftigem Sprengstoff, einem
Zünder, der durch eine Digitaluhr kontrolliert wird, die auf bis zu 99
Stunden vor der Detonation programmiert werden kann, das Flugzeug wird
normal am Zielort verlassen; die Explosion würde am Boden oder später
während des erneuten Fluges stattfinden. Wahrhaft teuflische Verfahren:
leicht zu montierende Mechanismen, Einzelteile, die fast unmöglich zu
entdecken sind, minimales Training für den Gebrauch, fast völlige
Straflosigkeit, höchst gefährlich für die Fluggesellschaften,
touristische oder andersartige Einrichtungen; Instrumente, die für
Verbrechen und schwere Delikte verwendbar sind.

Wenn es dazu kommt, daß solche Möglichkeiten verbreitet und bekannt
werden" - wir widersetzten uns einer Bekanntmachung der verwendeten
Technologie -, ,können sie zu einer Epidemie werden, wie es zu anderen
Zeiten mit den Flugzeugentführungen geschah. Andere in den USA ansässige
extremistische Gruppen kubanischer Herkunft beginnen, sich in diese
Richtung zu bewegen.

Die Polizei- und Geheimdienstagenturen der Vereinigten Staaten besitzen
zuverlässige und ausreichende Informationen über die
Hauptverantwortlichen, wenn sie dies wirklich wünschen, können sie diese
neue Form des Terrorismus rechtzeitig stoppen; es ist unmöglich, sie zu
bremsen, wenn die Vereinigten Staaten nicht die elementare Pflicht
erfüllen, sie zu bekämpfen. Man kann die Verantwortung, es zu tun, nicht
allein Kuba überlassen, denn sehr bald könnte jegliches Land der Erde
Opfer solcher Aktionen sein."

Das gaben wir bekannt, sie reagierten darauf, bis zu einem solchen
Extrem, daß sie uns befragen, ob es angebracht sei, einen Text der US-
Regierung an Fluggesellschaften zu verschicken.

Sie schickten den Text, in dem sie den Fluggesellschaften Folgendes
mitteilten:

,Wir haben unbestätigte Informationen erhalten bezüglich eines Komplotts
zum Anbringen von Sprengkörpern an Bord von zivilen Flugzeugen, die in
Kuba und anderen lateinamerikanischen Ländern in Betrieb sind. Die in
die Kontrolle verwickelten Personen planen, einen kleinen Sprengkörper
an Bord zurückzulassen...", kurzum, sie erklären das, was wir ihnen
übermittelt hatten.

,Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, daß die Bedrohung
internationale Luftfrachtoperationen von den USA aus einschließen kann.

Die US-Regierung sucht weiter nach zusätzlichen Informationen zur
Aufklärung, Bestätigung oder Widerlegung dieser Bedrohung."

Wir legten ihnen unseren Widerstand dagegen dar, diesen Hinweis zu
veröffentlichen, denn eines der Ziele, das die Terroristen verfolgten,
bestand darin, Panik zu säen, und wir erläuterten ihnen, daß es andere
Verfahrensweisen gäbe, wie diejenigen, die wir jetzt verwenden: wir
postierten die entsprechenden Wachleute überall dort, wo das Risiko
bestand, daß eine dieser Bomben gelegt worden sei, wir ermittelten und
wußten, wer die Bomben legen könnte und wer in die Pläne verwickelt war.
Wir überwachten, das ist das, was man machen muß, wenn man keine Panik
säen, einen Skandal veranstalten und den Autoren der terroristischen
Aktionen das Erreichen ihres Ziels ermöglichen will, das sie anstrebten,
um die Wirtschaft zu schädigen und Terror zu säen.

Auf jeden Fall veröffentlichten sie die Information. Gut, wir hatten
bereits die Mechanismen zur Festnahme der Terroristen erheblich
verstärkt und seit damals konnten sie keine Bombe mehr legen, und die
Überwachung wird dort aufrechterhalten, wo es notwendig ist. Als sie
dort nach Panama fuhren, um das Attentat zu verüben, wußten wir mehr als
sie selbst von dem, was sie planten. Das ist völlig klar.

Dort ist die Mafia von Miami, die Anstrengungen unternimmt, um die
Freilassung der in Panama in flagranti ertappten und festgenommenen
Terroristen zu erreichen. Sie haben bereits Pläne, wie sie es machen,
über welches Land sie sie herausbringen und auf welche Art und Weise,
indem sie sich dort krankstellen und bewegen; sie erhalten in völliger
Freiheit Besuche aus Miami und nahmen sogar an der vor einigen Monaten
erfolgten Entsendung einer bewaffneten Gruppe zur Einschleusung in Kuba
in der Gegend von Santa Clara teil.

Dank vieler Freunde, die wir an vielen Orten der Welt haben, und dank
Männern wie denen, die hier zu sehen sind (er bezieht sich auf die
kubanischen Patrioten, die in Miami im Gefängnis sitzen, weil sie
Informationen über terroristische Pläne gegen Kuba suchten), hat sich
das Land gegenüber diesem Terrorismus verteidigt (Beifall).

Ich weise darauf hin, weil es eine Realität gibt, hier sind noch mehr
Schreiben und diplomatische Noten und wir haben manchmal mündliche
Botschaften abgesendet, und manchmal haben wir dies schriftlich
festgehalten. Eines der von uns benutzten Argumente ist unwiderlegbar:
Die Vereinigten Staaten sind das Land mit der größten Anzahl von
organisierten extremistischen Gruppen und 400 von ihnen sind bewaffnet.

Die Flugzeugentführungen, eine im Kampf gegen Kuba erfundene Methode,
wurden zu einer universellen Plage, und es war Kuba, das diese Problem
letztendlich löste, nachdem es zuvor wiederholt davor gewarnt hatte. Wir
lieferten zwei Entführer an die USA aus, es ist schmerzhaft, es waren
kubanische Staatsbürger, doch wir hatten gewarnt, sie kamen und wir
schickten sie zurück, wir hielten das öffentlich gegebene Wort; doch
niemals, nicht einmal danach, übersandten sie uns Nachrichten für die
Verwandten der Entführer. Sie haben ihre Art zu handeln. Niemand weiß
etwas. Ich weiß, daß sie sie zu 40 Jahren verurteilten, und das beendete
die Entführung von Flugzeugen.

Doch hört, dort haben sie 800 extremistische Gruppen. Gelegentlich haben
sie sich an einem Ort aus irgendeinem Grund eingeschlossen, sich
angezündet und alle dabei umgekommen; Gruppen, die aus einem Grund
agierten, viele von ihnen aus politischen Gründen, gelegentlich aus
religiösen Motiven, aber es sind gewaltsame Gruppen, mit Neigung zum
Gebrauch von Gewalt oder zur Vorbereitung von Giften, Produkte, um gegen
die US-Behörden zu agieren. Ich spreche nicht von den Leuten der Mafia,
ich spreche von Hunderten von organisierten extremistischen Gruppen, die
innerhalb der USA agieren. Vor nicht langer Zeit sprengten sie jenes
Gebäude in Oklahoma in die Luft.

Die Vereinigten Staaten sind das am meisten gegenüber dem Terrorismus
verletzlichste Land, das Land mit den meisten Flugzeugen, der größten
Abhängigkeit von technischen Ressourcen, Stromleitungen, Erdgasleitungen
etc.. Und viele Mitglieder dieser Gruppen sind Faschisten, es kümmert
sie nicht zu töten; in mentaler Hinsicht dürften sie sehr viel näher am
Wahnsinn sein als an einer ausgeglichene Intelligenz. Wir haben den US-
Behörden gesagt: man muß verhindern, daß solche Methoden sich verbreiten
- dieses Argument benutzten wir -, sie sind leicht zu gebrauchen, es ist
eine Gefahr für Sie.

In diesem selben Moment, als ich hierher kam, gab es keinen Anhaltspunkt
dafür, wer diese Bomben gelegt haben könnte, denn es konnte eine von
irgendeiner dieser Gruppen ausgedachte und durchgeführte Aktion sein.
Sie haben es bereits gemacht, wie in Oklahoma, und es können Gruppen aus
dem Ausland sein; doch es ist offensichtlich, wegen der Details, die
bekanntgeworden sind, daß dies mit ziemlich viel Effizienz organisiert
wurde, sagen wir mit ziemlich viel Organisation und Synchronisierung,
Leuten eigen, die Kenntnisse haben, die ausgebildet sind, die über
Piloten verfügten, die fähig waren, die großen Boeings zu steuern, die
die exakten Uhrzeiten für ihre Handlungen koordinierten. Sie entführten
ohne Zweifel das Flugzeug der Linie, mit der sie unterwegs waren, und
sie hatten die Piloten, die diese Flugzeuge direkt auf einen Turm und
andere Ziele zusteuern konnten, und das eine Flugzeug einige Minuten auf
das andere folgend, und fast zur gleichen Zeit ein weiteres gegen das
Pentagon.

Das bedeutet, es handelt sich um Leute mit einem Niveau an technischer
Ausbildung und Organisation, und es müssen nicht notwendigerweise große
Gruppen sein; niemand kennt den Schaden, den kleine Gruppen anrichten
können, Gruppen von 20, 25 oder 30 fanatisierten oder bestimmten Ideen
anhängenden Personen, und die USA sind der Ort, an dem sie am meisten
Schaden anrichten können. Man erkennt das Bestimmen der Uhrzeit, zu der
die meisten Leute in den Büros sein konnten, gegen 9.00 Uhr, den
Schaden, den sie verursachen könnten, die Tausenden von Opfer, die dies
fordern könnte.

In der Tat müssen sie in diesem Moment Spuren suchen, irgendeine Spur,
denn dieses Ereignis hat besondere Charakteristiken. Aus diesem Grund
besteht die wichtigste Pflicht der Führungspersönlichkeiten der
Vereinigten Staaten meiner Ansicht darin, gegen den Terrorismus zu
kämpfen, und zum Teil sind diese Tragödien die Folge davon,
terroristische Methoden angewandt zu haben, im Fall Kubas während vieler
Jahre, und im Fall anderer Länder. Denn die Idee des Terrorismus wurde
verbreitet, und es gibt heutzutage auf der Welt keine Macht, so groß sie
auch sei, die Geschehnisse dieser Art verhindern könnte, denn sie werden
von fanatischen Personen durchgeführt, Personen, die dem Tod absolut
gleichgültig gegenüberstehen. Deshalb ist der Kampf gegen solche
Methoden schwierig.

Daraus kann man eine Idee gewinnen: keines der aktuellen Probleme der
Welt kann mit Gewalt gelöst werden, es gibt weder eine globale, noch
eine technologische oder militärische Macht, die eine totale Immunität
gegen solche Geschehnisse gewährleisten könnte, denn es können Aktionen
von kleinen Gruppen sein, schwer zu entdecken, und das Komplizierteste
ist, daß diese Methoden von selbstmörderischen Menschen angewandt
werden. Die allgemeine Anstrengung der Völkergemeinschaft besteht also
jetzt darin, eine Reihe von Konflikten zu beenden, die es auf der Welt
gibt, wenigstens in diesem Bereich; den weltweiten Terrorismus zu
beenden (Beifall), ein weltweites Bewußtsein gegen den Terrorismus zu
schaffen. Und ich sage euch dies im Namen eines Landes, das mehr als 40
Jahre Revolution durchlebt und viel Erfahrung erworben hat, das vereint
ist und ein hohes Kulturniveau besitzt; es ist weder ein Volk von
Fanatikern noch hat es Fanatismus gesät, sondern Ideen, Überzeugungen,
Prinzipien.

Wir befänden uns in einer besseren Lage, um uns zu verteidigen, und wir
haben es bewiesen. Wie viele Menschenleben sind gerettet worden
gegenüber so viel Geld und so vielen Mitteln, um den Terrorismus in
unserem Vaterland zu säen! Wir haben 40 Jahre lang Erfahrung gesammelt
und sind zur Vermeidung solcher Aktionen zehnmal besser vorbereitet als
sogar die USA.

Es ist sehr wichtig zu wissen, welche die Reaktion der US-Regierung sein
wird. Möglicherweise kommen gefährliche Tage auf die Welt zu, ich
spreche dabei nicht von Kuba. Kuba ist das Land, das von allen Ländern
der Welt am ruhigsten ist, und zwar aus verschiedenen Gründen: wegen
unserer Politik, unserer Kampfformen, unserer Doktrin, unserer Ethik und
außerdem, Genossinnen und Genossen, wegen des Nichtvorhandenseins von
Furcht.

Nichts beunruhigt uns, nichts schüchtert uns ein. Es wäre sehr
schwierig, eine Verleumdung gegen Kuba zu fabrizieren, das würde nicht
einmal der glauben, der sie erfindet und patentiert, es ist sehr
schwierig; und Kuba ist heutzutage nicht irgend etwas auf der Welt
(Beifall), es hat eine sehr starke moralische Position und eine sehr
feste politische Position. Es kommt mir nicht einmal in den Sinn, wenn
auch einer dieser Idioten der Mafia aufgetaucht ist, um zu sehen, wie er
Intrigen spinnen kann, und ich glaube, er erwähnte sogar Venezuela und
Kuba, einer der vielen der Mafia, das sind verachtungswürdige
Scharlatane. Niemand wird ihm auch nur die geringste Aufmerksamkeit
schenken; doch es wird Spannungen und Risiken geben, in Abhängigkeit
davon, wie die US-Regierung agiert.

Die nächsten Tage werden inner- und außerhalb der Vereinigten Staaten
angespannt sein, unzählige Leute beginnen, ihre Meinungen abzugeben.

Immer wenn eine von diesen Tragödien geschieht, so schwierig sie
gelegentlich zu verhindern sein können, sehe ich keinen anderen Weg, und
wenn es bei irgendeiner Gelegenheit erlaubt ist, dem Gegner - ein
Gegner, der über viele Jahre hinweg hart gegenüber uns war, doch er
weiß, daß wir hart sind und aushalten, er weiß, daß wir nicht dumm sind,
und es könnte sogar ein winziger Respekt gegenüber unserem Land bestehen
- einen Rat zu erteilen, es gibt viele Probleme an vielen Orten, doch
wenn es unter irgendeinem Umstand korrekt wäre, dem Gegner etwas zu
raten, zugunsten des Wohlergehens des US-amerikanischen Volkes und auf
der Grundlage der von mir dargelegten Argumente, dann würden wir
denjenigen, die das mächtige Imperium leiten, den Rat erteilen, gelassen
zu sein, mit Gleichmut zu handeln, sich nicht von Wut- oder Haßanfällen
mitreißen zu lassen und nicht Leute zu jagen, indem sie überall Bomben
abwerfen.

Ich wiederhole, daß keines der Probleme der Welt, und auch nicht das des
Terrorismus, durch Gewalt gelöst werden kann, und jede Gewaltaktion,
jede unüberlegte Aktion mit Gewaltanwendung an irgendeinem Ort, würde
die Probleme der Welt ernsthaft verschärfen.

Der Weg liegt weder in der Gewalt noch im Krieg. Ich sage das hier mit
aller Autorität, immer mit Aufrichtigkeit gesprochen zu haben, feste
Überzeugungen und die Erfahrung zu besitzen, die Jahre des Kampfes
durchlebt zu haben, die Kuba erlebt hat. Nur die Vernunft, die
intelligente Politik der Suche nach der Kraft des Konsenses und die
Weltöffentlichkeit können das Problem an der Wurzel lösen. Ich glaube,
daß dieses so ungewöhnliche Ereignis dazu dienen sollte, den
internationalen Kampf gegen den Terrorismus aufzunehmen; doch der
internationale Kampf gegen den Terrorismus wird nicht gelöst, indem man
einen Terroristen hier und einen anderen dort eliminiert, hier und dort
tötet, ähnliche Methoden anwendet wie die Terroristen und unschuldige
Menschenleben opfert. Das Problem wird unter anderem dadurch gelöst, daß
man den Staatsterrorismus und andere abscheuliche Formen des Tötens
beendet (Beifall), indem man die Völkermorde beendet und treu eine
Politik des Friedens und des Respekts vor unumgänglichen moralischen und
legalen Normen verfolgt. Die Welt kann nicht gerettet werden, wenn sie
nicht eine Linie des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit
verfolgt.

Niemand soll sich vorstellen, daß wir bestrebt sind, auch nur eine Tonne
irgendeines Gutes auf dem Markt der Vereinigten Staaten zu kaufen. Wir
haben bewiesen, daß wir überleben, leben und voranschreiten können, und
all das, was heute hier gezeigt wird, ist der Ausdruck eines
Fortschritts ohne Parallelen in der Geschichte (Beifall). Man schreitet
nicht nur voran, indem man Autos produziert, man schreitet voran, indem
man Intelligenzen entwickelt, Kenntnisse vermittelt, Kultur schafft und
die Menschen behandelt, wie sie behandelt werden müssen. Das ist das
Geheimnis der enormen Kraft der Revolution.

Die Welt kann nicht auf anderen Wegen gerettet werden, und ich beziehe
mich in diesem Fall auf die gewaltsamen Situationen. Man strebe nach dem
Frieden an allen Orten, um alle Völker gegen diese Plage des Terrorismus
zu schützen, die eine der Plagen ist (Beifall), denn heutzutage gibt es
eine andere schreckliche Plage, die zum Beispiel AIDS heißt; es gibt
eine weitere schreckliche Plage, die Dutzende Millionen Kinder,
Jugendliche und Erwachsene auf der Welt durch Hunger, Krankheiten und
fehlende ärztliche Betreuung und Medikamente tötet.

Es gibt auf dem Gebiet der Politik absolutistische Ideen, ein
Einheitsdenken, daß man der Welt aufzudrängen versucht. Dies führt
überall zu Rebellionen und Irritationen.

Diese Welt wird nicht gerettet - und das hat schon nicht mehr mit dem
Terrorismus zu tun -, wenn diese ungerechte wirtschaftliche und soziale
Ordnung sich weiterhin ausbreitet oder angewandt wird. Sie führt die
Welt in die Katastrophe, auf einen Weg, von dem es weder eine
Möglichkeit einer Ausflucht gäbe für die 6,2 Milliarden heutigen
Bewohner der Erde noch für deren zukünftige Kinder. Der Planet wird
immer mehr zerstört und in die Armut, die Arbeitslosigkeit, den Hunger
und die Verzweiflung getrieben. Dies beweisen die Massen an
verschiedenen bereits historischen Orten wie Seattle, Quebec, Washington
und Genua.

Die mächtigsten Führer der Weltwirtschaft und -politik können sich fast
schon nicht mehr treffen; die Leute haben immer weniger Angst, sie
lehnen sich auf, das kann man an allen Orten spüren. Ich war gerade in
Durban und sah dort Tausende von Personen, die zu
Nichtregierungsorganisationen gehörten; man sieht die Unzufriedenheit
auf der Welt wie Schaum wachsen.

Da ich von einer der Plagen gesprochen habe, ist es gerecht, daß ich
auch andere nenne, und die Führungspersönlichkeiten der Nationen,
diejenigen, die am meisten Einfluß haben, sind gezwungen, Lösungen für
eine Situation zu suchen, die sich zu diesem Zeitpunkt immer mehr
verschärft. Es gibt eine schwerwiegende Wirtschaftskrise, die bereits
den ganzen Planeten betrifft; die USA sind ernsthaft betroffen, Europa,
Japan, die südostasiatischen Industrieländer, praktisch mit der einzigen
Ausnahme Chinas, das innerhalb seiner Wirtschaftsreformen
Verteilungsformen aufrechterhalten hat, die den Hunger in dem Land mit
den meisten Einwohnern auf der Erde und nur 5 % der weltweiten
landwirtschaftlichen Nutzfläche verhindern, womit bewiesen wird, daß die
Welt noch zu retten ist.

Die Krise ist tiefgreifend. Wir lesen täglich die Nachrichten von dem,
was in den Börsen passiert, was mit den Fluktuationen des Wertes der
Währungen geschieht, über den Zuwachs der Arbeitslosigkeit, den Rückgang
des Wachstums, dem praktisch niemand entgeht, mit der erwähnten
Ausnahme, und es kann unter sehr speziellen Umständen irgendeine andere
geben.

Sie ist tiefgreifend und kann schlimmer werden als diejenige von 1929,
denn mehr als im Jahr 1929 wurde Mißbrauch mit der Spekulation
getrieben, es wurden fast unendliche, aber künstliche Reichtümer
geschaffen, der Wert der Aktien in den Börsen wurde aufgebläht, auf die
Weise, daß es jemanden gab, der 1 000 Dollar in eine oder mehrere Aktien
investierte und in acht oder neun Jahren hatten diese selben Aktien
einen Wert von 800 000 Dollar, es ist imaginäres Geld; und die
Industrieunternehmen, deren Aktien schneller an Wert gewannen, haben
bereits die Hälfte ihres Wertes verloren.

Wir beobachten, wie die Theoretiker und die Analytiker Dinge erfinden;
alte und neue Heilmittel, um die Krise zu stoppen, und sie haben keine
Wirkung, es kommt zu immer wieder neuen Überraschungen. Niemand kann
voraussagen, doch ich versichere euch, daß die Situation sehr komplex
ist für die Weltwirtschaft, für den Neoliberalismus, für die neoliberale
Globalisierung.

Die Macht der großen multinationalen Konzerne nimmt immer mehr zu, sie
sind unabhängiger und machen, was sie machen, und die Macht der
Regierungen wird sogar immer schwächer, um mit ihnen zu kämpfen und
ihnen Widerstand entgegenzusetzen.

Ihr stellt euch nicht vor, wie sich das Panorama in nur vier Monaten
verändert hat, seit dem letzten Quartal des vergangenen Jahres bis zu
diesem Monat. Und während dieses Jahres gab es Zeiträume des
Rückenwindes für Europa; der Wind verschwand, der Wind bläst nicht mehr
für Europa, es herrscht Windstille und es gibt vielmehr Rückschläge
durch irgendeine Meeresströmung.

Die Dinge, die in einem Land geschehen, das so entwicklungsfähig war,
bei dem all das, was es über Jahrzehnte hinweg unternahm, als Wunder
bezeichnet wurde, dieses Land ist Japan, das Tag für Tag größere
Probleme hat.

Niemand kann mit vollkommener Präzision vorhersagen, was geschehen wird
und wie es geschehen wird, denn obwohl es zu den Dingen in fast
mathematischer Weise kommt, ist die Ökonomie keine Naturwissenschaft;
die Tendenzen sind jedoch klar und unanfechtbar. Die Preise für die
Grundprodukte sind im Keller und die entstehenden Situationen werden
immer komplexer. Sie wissen es, und die Europäer und ihre
Wirtschaftsstrategen wissen es auch.

In den letzten Wochen haben die Vereinigten Staaten sechs Mal die
Leitzinsrate gesenkt; das ist einer der Mechanismen, den sie verwenden,
um zu sehen, ob die Leute durch die Erhöhung der Geldmenge mehr kaufen,
damit die Industrien mehr produzieren können, wenn dabei auch die
Ressourcen verschwendet werden.

Es ist eine Wirtschaft, die zum Überleben benötigt, daß die Leute die
Produkte wegschmeißen und immer mehr Geld herauswerfen; es ist keine
Ökonomie für den Menschen, sondern eine Ökonomie für sich selbst und die
Besitzer der gigantischen Unternehmen, nicht für die Völker.

Für uns, die wir täglich gegen all diese Probleme kämpfen müssen, ob der
Ölpreis stieg, ob er fiel, ob der Zuckerpreis noch mehr fiel, wenn wir
eine tägliche und detaillierte Information benötigen über das, was auf
der Welt geschieht, dann sehen und überprüfen wir Tag für Tag die
Situation.

Bald, im November, wird es hier ein Treffen von zahlreichen
Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaftsvertretern geben, um über
die Amerikanische Freihandelszone ALCA zu diskutieren. Im Dezember haben
wir das sogenannte Forum von Sao Paulo, bei dem sich Hunderte von
politischen Führungspersönlichkeiten aus Lateinamerika treffen,
Vertreter von Organisationen, die immer radikaler werden. Im Januar wird
in Río Grande del Sur ein internationales Forum gegen die neoliberale
Globalisierung veranstaltet, an dem Zehntausende von Personen teilnehmen
werden. Im Februar haben wir, nach der Veranstaltung in Rió Grande del
Sur, wie jedes Jahr unseren Kongreß der Wirtschaftswissenschaftler aus
verschiedenen Teilen der Welt.

Wir unterhalten Kontakte zu Personen, die über viel Wissen verfügen, die
das Unbehagen, die Unzufriedenheit und die Verzweiflung widerspiegeln,
von der ich sprach.

Wir haben viel Arbeit vor uns, und wir werden in der privilegierten
Situation arbeiten, die wir heute haben, in der unsere Bevölkerung
innerhalb von 24 Monaten eine Million Farbfernseher erhalten wird, man
hat bereits mit der Verteilung begonnen, mit dem Vorrang für diejenigen,
die noch keinen haben; in einer Zeit, in der das Fernsehprogramm
,Universität für alle" perfektioniert wird; in der die Computerkurse -
wie ich bereits sagte - auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet werden.
Ihr werdet sehen, daß im nächsten Jahr ein Kind aus der ersten Klasse
bereits etwas über Computertechnik weiß, und niemand bedient dieses
Mäuslein besser als ein fünfjähriges Kind, es malt, führt Rechenaufgaben
aus, nimmt an instruktiven Spielen teil und entwickelt seine Kenntnisse
weiter.

Jedes Klassenzimmer - ich erzählte euch von Havanna - wird im ganzen
Land über einen Fernseher verfügen, und etwa 1 000 Ansiedlungen, die
keinen Strom haben, werden ein Klassenzimmer mit einem 29 Zoll-Fernseher
und ein Solarpanel haben für 10 Stunden täglicher Stromzufuhr. Damit
können die Schüler Nutzen ziehen aus den Programmen ,Universität für
alle", Sportsendungen, Nachrichten, Podiumsgesprächen und Offenen
Tribünen, zu relativ unbedeutenden Kosten, vor allem wenn man dies mit
den enormen Mitteln vergleicht, die das Land heutzutage in den
Energieverbrauch investieren muß, in den Erwerb von Energie. Aus diesem
Grund arbeiten wir mit Hochdruck an unseren eigenen Erdölvorkommen,
indem wir mehr Erdöl und mehr Erdgas suchen.

Mehr als eintausend Siedlungen! Und es wird mit der Nutzung der
Sonnenenergie kein einziger Bürger ohne Zugang zum Fernsehen verbleiben.
Ebenso wenig wird auch nur eine einzige der insgesamt 1944 Schulen, die
keinen Stromanschluß haben, ohne ein weiteres Solarpanel verbleiben, in
diesem Fall für den Computer. Dann sollen sie doch kommen und uns etwas
von Gerechtigkeit erzählen, einem Land, das trotz der Blockade und der
gegen es verübten Verbrechen fähig ist, in jeder Schule - mit 20
Schülern, 5 Schülern oder auch nur einem, denn es gibt 21 Schulen mit
nur einem Schüler -, über einen Lehrer, zwei Solarpanel und Unterricht
per Fernsehen und Computer zu verfügen, was für viele Dinge nützlich
ist, unter anderem zum Erlernen und Behalten von Kenntnissen mit der
maximalen Effizienz.

Es gibt ein Thema, bei dem wir zum Beispiel sehr schlecht dastehen, bei
der Rechtschreibung, das wissen sie alle, die Schüler der Mittelstufe,
wenn sie eine Prüfung haben, merken sie es, und unsere pädagogischen
Forscher haben bereits Programme entwickelt, um das Rechtschreibproblem
zu lösen, mit einer CD, die über alle Details darüber verfügt, wie man
die Rechtschreibfehler ausmerzt und wie man lernt, ohne solche Fehler zu
schreiben.

Von welcher Gerechtigkeit kann man auf der Welt sprechen, von welcher
Freiheit, von welcher Demokratie, wo sie den Bürger niemals etwas
fragen, wo ein Land verkauft werden kann, ohne dabei etwa den Kongreß zu
konsultieren, oder wo ein Minister das Land auf 100 Jahre mit einer
Hypothek belasten kann, ohne daß auch nur ein einziger Bürger dazu
befragt wird?

Wie kann es Demokratie geben, wenn es keine Kultur und keine Bildung
gibt? Und glaubt nicht, daß die reichen Länder über einen hohen
Bildungsstand verfügen; die reichen Länder verfügen über viel Geld, ein
wenig mehr Wissen als die Länder der Dritten Welt, die eine reale
Analphabetenrate von 20 %, 25 % oder 30 % haben können, gegenüber den
anderen, wo viele ähnliche Prozentzahlen an funktionalem Analphabetentum
aufweisen, wie dies ein Bürger hier innerhalb von 10 Jahren wäre, sei er
auch ein Universitätsabsolvent, wenn er nicht über die allgemeine
integrale Kultur verfügen würde, von der wir sprachen und für deren
Erreichen wir arbeiten. Die Ergebnisse sind sichtbar und eindrucksvoll.
Wir messen sie in Zentimetern, wie mit einem Lineal, denn täglich
erhalten wir Tausende von spontanen Meinungen über jedes Thema, und wir
vergleichen das, was ein Bürger 21 Monate nach Beginn - wie ich erklärte
- der Entführung des Jungen Elián sagt, der großen Schlacht der Ideen.
Wen wollen sie betrügen, an welchem Ort der Welt, wo sie von den
Sozialprogrammen erfahren können, die wir mit mehr Elan als je zuvor
durchführen und die einen enormen Sprung nach vorne in der Revolution
bedeuten werden?

Das Schicksal und unsere Nachbarn im Norden mit ihrer Blockade und ihren
Verbrechen gegen Kuba wollten es, daß unser Volk zu dem geworden ist,
was es ursprünglich nicht beabsichtigte, ich beziehe mich auf seine
Rolle als Vorbild. Ja, als Vorbild. Sie sollen Philosophen schicken,
welche sie auch wollen, um zu sehen, ob sie diskutieren und die Meinung
aufrechterhalten können, daß alle diese Karikaturen, die geschaffen
wurden, um den Menschen auszubeuten, zu erniedrigen und zum Feind seiner
Mitmenschen zu machen, wirklich gerechtere, freiere und demokratischere
Gesellschaften sind als die Gesellschaft, die unser Volk mit so großem
Opfer und nach 132 Jahren Kampf , seit dem Beginn seines Kampfes gegen
die Kolonial- und Sklavenhaltergesellschaft , aufgebaut hat. Sie können
in keinem Bereich mit uns in einen Wettbewerb treten, sie sind unfähig,
auch nur 20 % der Dinge zu vollbringen, die wir machen können und
bereits machen; daran zweifele keiner.

Ich rufe euch auf, zu beobachten und zu überlegen. Ich rufe
hauptsächlich die jungen Menschen auf, so viel wie möglich zu studieren,
Vorbild zu sein, diejenigen, die in den neuen, in dieser Etappe
geschaffenen Schulen den Unterricht aufnehmen. Das sind Schulen mit
besonderen Eigenschaften und sie stellen einen Grundpfeiler für das da,
was wir machen können.

Wir werden den Verlauf der Studien der 3 500 Studenten, die heute den
Unterricht beginnen, aus der Nähe verfolgen.

Dort sind sogar die Nachbarn sehr glücklich, denn die Poliklinik - die
zur Schule gehörte und jetzt 26 000 Bürger betreut, von denen viele
nicht dort wohnten, als die Schule in Betrieb genommen wurde -, die sich
in einem schlechten Zustand befand, ist wie neu und widmet sich
hauptsächlich den Nachbarn, denn die Schule, ihre Lehrer und anderende
Ze 1946 Sp 1 149584 Beschäftigten werden
das haben, was wir eine Krankenpflege von höchst
H:92COMMS92XPOINT92TMP920608.TMP

------------------ schnapp --------------------------------er Qualität
genannt haben, wo es sogar Röntgenapparate und all die Dinge gibt, die
Quelle:250erden können (Beifall). Wir haben ihr diesen Namen gegeben,
ich weiß nicht, ob ihr irgendwann mal in die Poliklinik gehen müßt; und
sie hat ausgesuchte Ärzte, um den jungen Leuten zu helfen, die manchmal
viele Probleme haben und niemand weiß davon.

Der Lehrkörper ist ausgezeichnet; eine Direktorin und eine
Vizedirektorin, die im Leben erprobt sind (Beifall), mit großem Ansehen
und großer Erfahrung.

Ich wünschte, daß María Teresa, die Direktorin der schon berühmten
Schule in Melena war und jetzt die Verantwortung bezüglich der
Ausbildung der 3 500 Studenten hat, die mit dem Unterricht beginnen,
sich eines Tages hinsetzt, um die Methode zu Papier zu bringen, mittels
derer sie es geschafft hat, daß sich kein einziger der beiden ersten
Gruppen mit 501 Studenten von der Schule abhaute, und das in diesem
Alter.

Wenn noch etwas zu sagen ist, dann ist es die Aufforderung an die
Eltern, immer stärker mit diesen Schulen zusammenzuarbeiten, in denen
ihre Kinder sind, die eine brillante Zukunft erwartet, mit einer
würdigen Arbeit und Kenntnissen, welche die anderen Fachschulabsolventen
auf der Welt nicht haben werden.

Eines der Geheimnisse des Erfolgs lag in der Zusammenarbeit der Eltern,
und man hat absolut nichts in irgendeinem Sinne ohne die Zusammenarbeit
der Eltern unternommen, und wir kennen den entscheidenden Einfluß, den
dies hat.

Das Objektivste, was ich euch sagen könnte, ist daß wir, die wir andere
Epochen kennengelernt haben, Neid auf euch empfinden können. Ich gäbe
zehn Leben, um einer derer zu sein, die dort sitzen (Beifall).

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

(Ovation)

------------------ schnapp --------------------------------
Quelle:
http://www.cuba.cu/gobierno/discursos/2001/ale/f110901a.html

Lüko Willms http://www.mlwerke.de
/--------- L.WI...@jpberlin.de -- Alle Rechte vorbehalten --

"Ohne Pressefreiheit, Vereins- und Versammlungsrecht ist keine
Arbeiterbewegung möglich" - Friedrich Engels (Februar 1865)

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