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Singeclub "Ernesto Che Guevara"

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Susanne Weller

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Nov 18, 1999, 3:00:00 AM11/18/99
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Wer will nicht noch mal 25 sein?!


Der Singeclub "Ernesto Che Guevara" wird es!
Wann? Am 27. November 1999. Wie? Es gibt noch einen Singeclub? Natürlich! Welch Frage!
Der heutige Singeclub "Ernesto Che Guevara" aus Dresden erblickte 1974, als Schulsingegruppe der 63. Oberschule, weitab der interessierten Öffentlichkeit, das Licht der Welt. Doch in Dresden-Blasewitz entwickelte sich die kleine Gruppe (sie bestand anfangs tatsächlich aus nur 4 Singebesessenen) rasch zu einem der populärsten FDJ-Singeclubs der DDR. Zusammenfassend folgten Gastspiele in Polen, der (SSR, der Sowjetunion, Bulgarien, an der Trasse, die Teilnahme und Auftritte in Pionierlagern, internationalen Freundschaftslagern und so vieles mehr. Die Geschichte des Singeclub beinhaltet ein weiteres großes Ereignis. Und zwar der Kampf um einen Namen, um einen Bestimmten, um einen ganz Besonderen, auch um einen Verpflichtenden..... um den Namen "Ernesto Che Guevara". 3 Jahre nach der Gründung, 1977 sollte es so weit sein. Der Singeclub gastierte gerade im Palast der Republik in Berlin zum Fest des Roten Oktober. Keiner der Singeclubmitglieder ahnte etwas. Da kam es während dieser Tage völlig unerwartet zu einer Einladung in die cubanische Botschaft der DDR. Dort angekommen wurde es ein Fest. Der Singeclub bekam vom damaligen cubanischen Botschafter den Namen "Ernesto Che Guevara" verliehen. Das wurde natürlich ausgiebig im Palast der Republik gefeiert....... Weitere große Ereignisse waren die Teilnahme am Deutsch-Nikaraguanischen und Deutsch-Cubanischen Jugendfestival.
(Foto)
Die Struktur des Singeclub "Ernesto Che Guevara" hat sich immer mal wieder geändert. Aber er bestand nie nur aus Schülern. Das ist bis heute so geblieben. Der Club bestand damals wie auch heute aus Schülern bis zum "Fastrentner". Die Mitgliederzahl reichte von anfangs 4 bis zu 60. Dazu gehörte eine Kindergruppe, die auch einige eigene Auftritte hatte. Hier konnten Kinder ab 9 Jahren singen und ihre Freizeit verbringen. Ziel war es Talente und Nachwuchs zu fördern und zu entwickeln. Geprobt wurde 2 mal pro Woche, vor großen Auftritten bis zu täglich. Außerdem wurde ein mal im Jahr ins Probenlager nach Seifhennersdorf gefahren.
Kontakte zu anderen Singeclubs waren selbstverständlich vorhanden. Es wurde mit bis zu 36 weiteren Clubs zusammengearbeitet, geprobt und gemeinsam auf Veranstaltungen gesungen. Partnerland von Dresden war damals Baden Württemberg, hier gab es eine enge Zusammenarbeit zwischen der SDAJ und der FDJ-Dresden.
Finanziert hat sich der Singeclub vorwiegend schon immer aus eigener Tasche. Es gab zwar Förderungen vom jeweiligen Veranstalter, von der Volksbildung und natürlich von der FDJ, doch die Knete reichte nie. Es mußte ja eine technische Ausrüstung vorhanden sein, dazu kamen die Reisekosten, ein Kleinbus mußte her um samt Mitgliedern, Ausrüstung und Instrumenten zu Veranstaltungen zu kommen, und zum Beispiel haben Gitarrensaiten die dumme Angewohnheit in regelmäßigen Abständen zu reißen, es muß also ständig auch so Kleinkram gekauft oder repariert werden. Förderungen gibt es heute nicht mehr, aber die Saiten reißen immer noch, der Kleinbus hat seit neuestem kein Getriebe mehr und eins von 6 Mikros ist kaputt........Nichts desto trotz, wirft die Musik des Singeclub nach wie vor immense Schatten voraus. Seiner inhaltlichen Arbeit ist sich der Singeclub von Anfang an treu geblieben, sein Repertoire wurde ständig aktualisiert ....zum Leidwesen so mancher schon nicht mehr auf der Bühne des Geschehens stehender, aber auch der heutigen Zeit angepaßten Skeptiker und Spötter. Es gibt Lieder, die nach wie vor mit Freude, manchmal mit einer Träne im Auge vorgetragen werden wie zum Beispiel ´Comandante Ernesto Che Guevara`, ´Guantanamera` und ´Tanja`, aber auch Kinder -und Volkslieder. Und es wurde und wird selber getextet, komponiert, und manchmal auch einfach geklaut.
Aber es wurde natürlich nicht nur gesungen. Es wurde unter anderem regelmäßig Volleyball gespielt und gegen so manchen Gegner auch gewonnen...., es wurde gemeinsam gefeiert, diskutiert und es wurden große Probleme gewälzt.
(Foto)
Dann kam der Urknall, die sogenannte deutsche Einheit. Viele Leute, auch Freunde des Singeclubs überstanden diese wohl nicht ganz unbeschadet. Die 63. Oberschule `Richard Neubert` beförderte den Singeclub "Ernesto Che Guevara" auf die Straße, er durfte in seinem eigenen Clubraum, nach dem er um die 8000 Arbeitsstunden investiert hatte, nicht mehr proben. Die großen Auftritte gehörten für eine Zeit der Vergangenheit an. Der Singeclub schien in Vergessenheit zu geraten.....
Was passierte in dieser Zeit bis heute?
Nun, der Singeclub "Ernesto Che Guevara" ließ sich von den Ereignissen nicht lange in irgendeine Schublade hineinstopfen und schon lange nicht totschweigen. Geprobt wurde bis `91 im Haus der FDJ/Stadtleitung. Dann beim Deutschen Gewerkschaftsbund in Dresden, eine zeit lang in den heimischen Gefilden des Singeclubleiters Wolfgang Klötzer, bis 1997 (mancher Weg ist unergründlich) in der Geschäftsstelle der Hamburg Mannheimer Versicherung in Radebeul und schließlich und endlich bis heute im Jugendhaus "Eastend" in Dresden.
Auch die Auftritte kamen wieder, der Terminkalender füllt sich zunehmend mit Auftrittsanfragen. Eines der größten Ereignisse aber während des ganzen Bestehens des Clubs war die Teilnahme an den 14. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Havanna 1997. Diese war mit viel Improvisation und Aufregung verbunden und ein unvergeßliches Erlebnis.
Geprobt wird heute einmal in der Woche, manchmal auch öfter vor großen und wichtigen Veranstaltungen, wie momentan dem Geburtstagskonzert am 27.November 1999. Die 15 Mitglieder kommen hauptsächlich aus Dresden, aber auch aus Berlin und Leipzig, sind zwischen 15 und 75! (die langjährige künstlerische Betreuerin des Clubs, Martha Luise Itzel), und fast jedes Mitglied spielt ein Instrument. Jährlich wird ins Probenlager gefahren. Das ist heute leider nicht mehr in Seifhennersdorf, es wird immer wieder aufs neue nach einer passenden Variante gesucht. Wie zum Beispiel im letzten Jahr hatte der Singeclub die Möglichkeit in der Gedenk- und Begegnungsstätte der Dr. Magarete Blank eine Woche zu proben, was gleichzeitig ein beeindruckender geschichtlicher Ausflug wurde.
(Foto)
Es wird auch heute noch diskutiert, gestritten, gefeiert und es gibt neben der künstlerischen Arbeit noch viele gemeinsame Unternehmungen vom Boot fahren bis zum Pilze sammeln.
Eines hat sich allerdings sehr deutlich geändert. Heute gibt es Dinge, Ereignisse in der politischen Landschaft, die in der DDR undenkbar gewesen wären, wie der deutsche Angriffskrieg auf Jugoslawien oder solch massiv betriebener Sozialabbau.
Die Liedprogramme des Singeclubs vermitteln daher so manchen Hinweis und Denkanstoß auf diese neuen Probleme....


Auf diesem Wege möchte sich der Singeclub "Ernesto Che Guevara" bei allen bedanken, die dessen Weg begleiteten, bei allen, die mit viel Liebe, persönlichem Einsatz die Entwicklung des Singeclub voran brachten und bringen, bei allen Fans, Freunden und Mitgliedern. Ohne dem allem gäbe es ihn, den Singeclub wohl nicht mehr...Und er lädt alle alten und alle neuen Freunde mit Kind und Kegel zum Geburtstagskonzert nach Dresden ein.
Wann? Am 27.11.99, 20.oo - ca. 21.3o Uhr, anschließend ist ein gemütliches Beisammensein
mit allen ehemaligen und heutigen Mitgliedern und Freunden vorgesehen
Einlaß: 19.oo Uhr
Eintritt: 12,- DM
Wo? Zinzendorf Str. 5 in Dresden in der ehemaligen Robotron Gaststätte
Kartenvorbestellung & Kontaktadresse für diese Veranstaltung:
Tittmannstr. 39, bei der Firma Oettel-Bau GmbH
Tel.: 0351/3160630
Fax: 0351/3160639

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