Mit freundlichem Gruß
Hans-Hermann Hirschelmann
*Hilfe ohne Rücksichten*
EU - Projekte ruinieren die Umwelt
Von Norbert Suchaneck
Ohne Rücksicht auf Ökologie und die Belange lokaler
Bevölkerungen fördert die EU seit Jahren Entwicklungsprojekte in
den letzten Regenwäldern des Südens. Darauf wies jüngst die in
London ansässige »Rainforest Foundation« hin. "EU-Entwicklungs-
projekte im Wert von mehreren Milliarden Mark ruinieren die
Umwelt und marginalisieren indigene Gemeinschaften", so das
vernichtende Urteil einer Studie. Oft würden die Ureinwohner zum
ersten Mal von den Projekt hören, wenn die Bulldozer in ihre
Dörfer eindringen. So geschehen im venezuelanischcn Casiquiare
Biosphärenreservat, das die Heimat dreier Indianervölker, der
Yanomami, Sanema und Ye'kuana, ist. Die europäischen
Tourismusentwickler ließen plötzlich mitten im Reservat ein
Urlaubercamp und einen kleinen Flugplatz errichten.
Die britischen Regenwaldschützer kritisieren außerdem ein von
der EU finanziertes, 30 Millionen Mark teures Straßenbauprojekt
im westafrikanischen Kamerun. Während die African Development
Bank 1993 noch Rücksicht auf die Baka-Pygmäen Kameruns nahm und
die Finanzierung einer Straße quer durch das dicht bewaldete
Haute Nyong-Gebiet ablehnte, gab die EU 1996 bereitwillig
Gelder, um die Wälder der etwa 3000 kamerunischen Pygmäen mit
einer Straße zu »erschließen«. Erste Folge: Ein 200-Einwohner-
Dorf des kleinen Waldvolkes wurde von Holzfällern zerstört.
Aus ND vom 15.2.1999