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Elektrowaermepumpen - gut fuer die Umwelt?

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Axel Horn

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Aug 22, 1998, 3:00:00 AM8/22/98
to
Elektrisch angetriebene Wärmepum-pen - gut für die Umwelt?

Vor ca. 25 Jahren waren Wärmepumpen kein Thema, obwohl sie z.B. in
der Schweiz und in Schweden durchaus gebräuchlich waren. Das änderte
sich Ende der 70iger Jahre, so daß 1981 über 10.000 Stück in
Westdeutschland installiert waren. Danach war aber der jährliche
Zuwachs eher bescheiden. Erst 1996 wurden laut VDEW 2.300 Anlagen
und 1997 sogar über 3.000 verkauft. Nun aber wollen die EVUs
verstärkt werben und in den nächsten Jahren erreichen, daß die
Heizung bei jedem zehnten Neubau durch eine Wärmepumpe erfolgt. Und
so gibt es nicht nur Zuschüsse von den meisten Ländern und dem
Bundesministerium für Wirtschaft, sondern auch kräftige
Unterstützung von den EVUs. Diese bieten vor allem auch günstige
kWh-Preise (z.B. 13 Pfennige) an. Der Stromabsatz soll damit spürbar
gesteigert werden!

Leider gibt es bis heute keine brauchbaren mit Gas- oder Diesel
angetriebenen Wärmepumpen für den kleinen Leistungsbereich, wie er
für Ein- und Zweifamilienhäuser benötigt wird. Das liegt daran, daß
diese Motoren eine regelmäßige Wartung und eventuell Abgasreinigung
und Schalldämmung benötigen und vor allem eine zu geringe
Lebensdauer besitzen. Sie wären die einzig vernünftige Antriebsart,
wie aus folgender Überlegung hervorgeht:

Die Leistungszahl einer Wärmepumpe gibt an, wieviel mal so viel
Wärmeenergie die Pumpe liefert, als sie als Antriebsenergie
verbraucht. Werte um 3 werden kaum überschritten, oft beträgt die
Leistungszahl nur 2,5. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Relativ ungünstig schneidet die Außenluft als Energie lieferndes
Medium ab. Bei Temperaturen unter 0 °C kommt daher diese Art
höchstens im sogenannten bivalenten Betrieb in Frage. Besser eignet
sich Grundwasser oder das Erdreich. Allerdings ist hierfür auch der
Aufwand erheblich höher. Dann sollen aber Leistungszahlen bis 4
erreicht werden.

Wird nun die Wärmepumpe elektrisch angetrieben, dann muß bei Strom
aus einem Wärmekraftwerk (wozu auch Kernkraftwerke gehören) etwa die
dreifache Primärenergie aufgewendet werden, als sie die Pumpe zum
Antrieb braucht. Zwei Drittel der Primärenergie gehen vor allem in
den Kühltürmen verloren, bevor sie die Wärmepumpe erreicht (es sei
denn, der Strom kommt aus einer Kraft/Wärmekop-pelung). Damit wird
die Leistungszahl soweit reduziert, daß in bezug auf die
Primärenergie kaum oder gar kein Vorteil erzielt wird. Bei Strom aus
einem Wärmekraftwerk kommt man daher - von der aufgewandten
Primärenergie bis zur nutzbaren Wärme - selten zu
Gesamtleistungszahlen von 1 oder mehr. Da kann man besser die Kohle
bzw. das Öl oder Erdgas gleich zum Heizen verwenden und spart sich
den doch sehr kostspieligen Weg über die Elektrizität.

Obwohl ja auch ein Verbrennungsmotor nicht gerade einen günstigen
Wirkungsgrad aufweist, ist eine mit Gasmotor angetriebene Wärmepumpe
wesentlich günstiger, weil die Betriebswärme des Motors ebenfalls
genutzt wird. Doch leider - siehe oben - stehen für den
"Hausgebrauch" praktisch nur elektrisch angetriebene Wärmepumpen zur
Verfügung. Bei einem sehr gut gedämmten Einfamilienhaus mit einem
jährlichen Wärmebedarf von z.B. 8.000 kWh würden für eine
monovalente Wärmepumpe mindestens 2.000 kWh zusätzlich Strom
benötigt. Bei einem durchschnittlichen Verbauch eines 4
Personenhaushaltes von ca. 4.000 kWh ein beachtlicher Wert! Nicht
auszudenken wäre die Installation einer Wärmepumpe in einem nicht
zusätzlich isoliertem Altbau (vor 1975) mit seinen 20.000 kWh
jährlichem Wärmebedarf!

Wieviele Großkraftwerke müßten dafür zusätzlich gebaut werden? Statt
dessen sollte doch alles Erdenkliche getan werden, um Strom zu
sparen. Die Edelenergie Elektrizität ist viel zu schade bzw. zu
kostspielig, um verheizt zu werden. Das Stromsparen ist doch wohl
auch das Ziel der Bundesregierung? Diese Bemühungen werden von den
EVUs in leichtfertiger Weise konterkariert! Solange es keine mit
einem Gasmotor angetriebenen Wärmepumpen auch für den kleinen
Leistungsbetrieb gibt, sollten Wärmepumpen in diesem Bereich nicht
verwendet werden. Was können wir bei der DGS gegen diesen
ökologischen Unsinn tun? uk

aus: Sonnenenergie Info der DGS Sektion München/Südbayern

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