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NRW Solarhaus-Siedlung

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Axel Horn

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Feb 11, 1999, 3:00:00 AM2/11/99
to
## Autor : maili...@www.nrw.de

Pressemitteilung - 99/086

86/2/99 - Duesseldorf, 10. Februar 1999

Minister Vesper weiht erste Passiv-Solarsiedlung Nordrhein-Westfalens
im oberbergischen Lindlar ein / Energiebewusstes Wohnen -
Haeuser ohne Heizung

Das Ministerium fuer Bauen und Wohnen teilt mit:

Lindlar. Wohnen, fast ohne Nebenkosten - wer wuenscht sich das
nicht. "Energetisch vorbildlich und oekologisch wie
oekonomisch nachahmenswert", so charakterisierte
Landesbauminister Dr. Michael Vesper die erste Passiv-Solarsiedlung in
NRW, die am 10. Februar 1999 in der oberbergischen Gemeinde Lindlar, im
Ortsteil Hohkeppel, offiziell eingeweiht wurde. Der Einladung der
Energieagentur NRW waren etwa 60 Experten und Journalisten gefolgt -
auch, um vor Ort zu ueberpruefen, ob ein "Wohnen fast ohne
Heizung" in unseren Breiten tatsaechlich funktioniert.
"Dieses Projekt beweist, dass oekologische
Passiv-Solarhaeuser nicht mehr teurer sein muessen als
herkoemmliche bzw. vergleichbare Niedrigenergiehaeuser",
erklaerte Bauminister Vesper. Durch computergesteuerte Planung,
Vorfertigung und kurze Bauzeiten betrugen die reinen Baukosten der
Lindlarer Siedlung etwa 2.300 Mark pro Quadratmeter Wohnflaeche.
Die Haeuser wurden in einer besonderen Holzwerkstoff-Konstruktion
erstellt, alle Holzbauteile sind nicht impraegniert und
schadstofffrei. Die Herstellung der Gebaeude, der tragenden
Konstruktionen und der Gebaeudetechnik unterliegen
Qualitaetssicherungen durch den TUeV Rheinland.

Als Beginn einer neuen Wohnbaugeneration lobte auch Dr. Norbert
Huettenhoelscher, Leiter der Energieagentur NRW, die landesweit
vorbildliche Passivhaussiedlung, die von der MB Planungs und
Bautraeger GmbH um Architekt Manfred Brausem mit
nordrhein-westfaelischen Handwerksbetrieben errichtet wurde.
Passivhaeuser benoetigen im Vergleich zum heutigen
Energiestandard von Wohnhaeusern ca. 80 bis 90 Prozent weniger
Heizenergie. Auf eine herkoemmliche Heizungsanlage kann
vollstaendig verzichtet werden.

Eine Optimierung der passiven Komponenten wie Waermeschutz,
Gebaeudedichtheit und neue Fenstertypen, eine hocheffiziente
Lueftungstechnik und vor allem ein energiebewusst
ausgewaehlter Baustoff gewaehrleisten, dass Passivhaeuser
funktionieren. Der beste Beweis dafuer sind die fuenf
Einfamilienhaeuser der kleinen Lindlarer Siedlung, die mit
hochwaermegedaemmten sowie aeusserst winddichten
Gebaeudehuellen ausgeruestet sind und mit k-Werten
(bezeichnen die Groesse des Waermeverlustes) - von 0,1
W/m**2 K (Watt/m**2 Kelvin) glaenzen. Damit unterschreiten
sie die aktuelle Waermeschutzverordnung um mehr als 80 Prozent. In
der Winterperiode wird ueber eine zentrale Lueftungsanlage mit
passivem Erdreichwaermetauscher und einer
Waermerueckgewinnung von fast 90 Prozent energiesparend
gelueftet. Der kleine Restheizwaermebedarf wird von einer neu
entwickelten 1.200 Watt kleinen, mit Fluessiggas betriebenen
Warmluftheizung, die in die Lueftungsanlage integriert ist,
vollautomatisch uebernommen. Die
Kleinstgeblaese-Fluessiggas-Warmluftheizung wird versorgt durch
eine einfache Fluessiggasanlage mit 2 x 33 kg Flaschen fuer
Heizen und Kochen.

Der Heizwaermebedarf liegt - auch aufgrund der konsequenten
Suedausrichtung der Wohn- und Aufenthaltsraeume - bei Werten
kleiner als zwoelf Kilowatt-Stunden/m**2/Jahr. "Infolge der
guten Daemmung muss deshalb nur etwa drei Monate im Jahr
ueberhaupt noch zugeheizt werden", erlaeuterte der
Architekt Manfred Brausem. Die Warmwasserbereitung wird zu etwa 65%
durch eine Solaranlage sichergestellt, die Nacherwaermung im Winter
geschieht durch einen elektronischen Durchlauferhitzer. Das Regenwasser
wird in einer Regenwasserzisterne gesammelt und zum Betrieb von
WC-Anlagen, Waschmaschine und Gartenbewaesserung genutzt, dadurch
wird der Verbrauch von Trinkwasser um ca. 40% verringert. Alle
befestigten Aussenflaechen werden durchlaessig aufgebaut,
das Regenwasser versickert also im Boden. Es werden nur stromsparende
elektrische Haushaltsgeraete und ein Beleuchtungskonzept mit
sparsamen Leuchtmitteln empfohlen, was den Verbrauch an elektrischer
Energie um ca. 40 bis 50% senkt.

Die Landesinitiative Zukunftsenergien NRW hat die kleine Siedlung in
Lindlar zum Leitprojekt erhoben. Sie ist damit ein zentraler
Ausgangspunkt fuer weitere Passivhausprojekte:
"Schliesslich muss man heute belohnen, was morgen zu
einer sicheren Energie- und Wertsteigerungszukunft fuehrt", so
Architekt Brausem, der bereits Passivhausprojekte im gesamten
Bundesgebiet geplant und zum Teil schon realisiert hat.

Weitere Informationen zum Thema Passivhaeuser bei:
Energieagentur NRW, Morianstr. 32, 42103 Wuppertal, Tel.: 02 02/245
52-0, Fax: 02 02/245 52-30, Internet: www.ea-nrw.de.

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