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Waerme, Licht und Frieden

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Edeltraud Radochla

unread,
May 21, 1999, 3:00:00 AM5/21/99
to
Wärme, Licht und Frieden

Eine Nachbetrachtung zur 2. Energiepolitischen Konferenz der PDS am 08.
Und 09. Mai1999 in Leipzig.

Die Weltvorräte an Erdöl sollen in ca. 40 bis 50 Jahren aufgebraucht sein.
Erdgas soll noch 50 bis 60 Jahre reichen. Kohle soll es noch 200 Jahre
geben, aber nur, wenn ihr Anteil bei derheutigen Größe bleibt. Ist doch
die Rettung Kernenergie? Die Weltvorräte an Uran sollenbeim heutigen
Verbrauch ebenfalls in 40 Jahren (!) erschöpft sein. In absehbarer Zeit
kehrt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Erdgas und Öl um.
Die Nachfrage wird dauerhaft das Angebot übersteigen. Die damit verbundene
Preisentwicklung läßt ihre dramatischen sozialen Wirkungen nur erahnen.
Die Diskussion um Abwasserpreise wird mindestenseine Schwester bekommen.

Der zentrale Zivilisationskonflikt des 21. Jahrhunderts wird der Konflikt
um den Weg ins Solarzeitalter sein. Solarenergie in all ihren Formen, als
Biomasse, als Erdwärme, als Wind und in direkter Strahlung.
Auf welche Weise wir dort hin gelangen, unsere Kinder in fünfzig Jahren
angelangt sein werden, ist heute offener denn je.

Machen wir so weiter, wie herrschende Politik unter dem Diktat der
Konzerne es derzeit vorführt, wird die Dreieinigkeit von Wärme, Licht und
Frieden nicht mehr lange halten. Oder ist sie schon zerbrochen? Welches
Ziel hatte der Golf-Krieg? Welches Ziel hat der Kosovo-Krieg?
Die USA brauchen den Balkan als strategische Drehscheibe im Zugriff auf
den transkaukasischen Raum (und seine Ölquellen), als Aufmarschbasis vor
der Nase Indiens,Chinas und Rußlands.

Krieg ist im 21. Jahrhundert - Clausewitz möge es mir verzeihen - die
Fortsetzung von Energiepolitik mit anderen Mitteln.

Brauchen wir eigentlich noch eine Ausbildungsoffensive? Wenn unsere Kinder
in den nächsten zehn Jahren im Kampf um die letzten Ölquellen verheizt
werden?

Was heißt der Satz: Die soziale Frage steht wieder stärker im Zentrum von
Entscheidungen? Was ist die soziale Frage? Wenn nicht auch Wärme, Licht
und Frieden. Aber Mangel an Licht und Wärme - das ist Krieg!

Hat die PDS darauf schon genügend Antworten gefunden? Welche Strategien,
welche gesellschaftlichen Gegenkonzepte haben wir denn bereits anzubieten?
Wie spiegelt sich dieses Problem in konkreten Einzelentscheidungen wider?
Welche Rolle spielt das in der Programmatik einer linken Partei des 21.
Jahrhunderts?

Edeltraud Radochla,
Mitglied des Landesvorstandes der PDS Brandeburg

Guido Dubielzig

unread,
May 22, 1999, 3:00:00 AM5/22/99
to Edeltraud Radochla
Edeltraud Radochla schrieb:

>
> Wärme, Licht und Frieden
>
> Eine Nachbetrachtung zur 2. Energiepolitischen Konferenz der PDS am 08.
> Und 09. Mai1999 in Leipzig.
>
> Die Weltvorräte an Erdöl sollen in ca. 40 bis 50 Jahren aufgebraucht sein.
> Erdgas soll noch 50 bis 60 Jahre reichen. Kohle soll es noch 200 Jahre
> geben, aber nur, wenn ihr Anteil bei derheutigen Größe bleibt. Ist doch
> die Rettung Kernenergie? Die Weltvorräte an Uran sollenbeim heutigen
> Verbrauch ebenfalls in 40 Jahren (!) erschöpft sein.

Es ist müßig in diesem Zusammenhang über die Reichweite der Ressourcen
verschiedener Energieträger zu diskutieren. Die hier angegebenen Zahlen
sind seit beinahe 30 Jahren mehr oder weniger unverändert in der
Diskussion, da ständig neue Vorräte erschlossen werden. Aber es geht
hier vielmehr um die Größenordnung der Reichweite, und die liegt
tatsächlich bei 50 bis 250 Jahren für die verschiedenen Energieträger.
Allerdings muß bei der Betrachtung der Uran-Vorräte folgende Überlegung
angestellt werden :
Zur Zeit wird Uran in beinahe allen Kernkraftwerken verwendet. Die
entstehenden Spaltprodukte werden größtenteils endgelagert, darunter
auch das energiereiche Plutonium, das bei der Uran-Spaltung entsteht.
Das kommt einer Energieverschwendung gleich, die in der Form bei allen
anderen Energieträgern schärfste Kritik hervorrufen würde.
Daneben ließe sich durch den konsequenten Einsatz von Brutreaktoren eine
Steigerung der Reichweite auf etwa das hundertfache, also mehrere
tausend Jahre (!) erreichen.

> In absehbarer Zeit
> kehrt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Erdgas und Öl um.
> Die Nachfrage wird dauerhaft das Angebot übersteigen. Die damit verbundene
> Preisentwicklung läßt ihre dramatischen sozialen Wirkungen nur erahnen.

Die damit verbundene Preisentwicklung wird aber auch dafür sorgen, daß
Alternativen verstärkt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses
rücken! Das oben angedeutete Argument der geringen Reichweite hat sich
in 30 Jahren ständiger Wiederholung abgenutzt, so daß jetzt ein anderes
Mittel greifen muß, wenn es um die Entwicklung neuer Energietechnik bzw
ihre Etablierung am Markt geht : der Preis. Auf lange Sicht wird Energie
selbstverständlich teurer werden. Aber je teurer die herkömmlichen
Energieträger werden, desto günstiger werden regenerative Energien, die
dem Preisdruck schwindender Vorräte nicht ausgesetzt sind.
Ich halte das für einen echten Fortschritt.

> Die Diskussion um Abwasserpreise wird mindestens eine Schwester bekommen.


>
> Der zentrale Zivilisationskonflikt des 21. Jahrhunderts wird der Konflikt
> um den Weg ins Solarzeitalter sein. Solarenergie in all ihren Formen, als
> Biomasse, als Erdwärme, als Wind und in direkter Strahlung.
> Auf welche Weise wir dort hin gelangen, unsere Kinder in fünfzig Jahren
> angelangt sein werden, ist heute offener denn je.
>
> Machen wir so weiter, wie herrschende Politik unter dem Diktat der
> Konzerne es derzeit vorführt, wird die Dreieinigkeit von Wärme, Licht und
> Frieden nicht mehr lange halten. Oder ist sie schon zerbrochen? Welches
> Ziel hatte der Golf-Krieg? Welches Ziel hat der Kosovo-Krieg?
> Die USA brauchen den Balkan als strategische Drehscheibe im Zugriff auf
> den transkaukasischen Raum (und seine Ölquellen), als Aufmarschbasis vor
> der Nase Indiens,Chinas und Rußlands.
>
> Krieg ist im 21. Jahrhundert - Clausewitz möge es mir verzeihen - die
> Fortsetzung von Energiepolitik mit anderen Mitteln.
>
> Brauchen wir eigentlich noch eine Ausbildungsoffensive? Wenn unsere Kinder
> in den nächsten zehn Jahren im Kampf um die letzten Ölquellen verheizt
> werden?

Der Kampf um die letzten Ölquellen wird, da bin ich mir ziemlich sicher,
nicht auf einer militärischen Ebene geführt werden, zumindest nicht von
Europa oder Amerika aus. Es wird ein Machtkampf unter den großen
Energieversorgern werden, und der wird mit Geld geführt, nicht mit
Waffen. Und, auch davon bin ich überzeugt, ein Großteil dieses Geldes
wird in die Forschung fließen. Denn es hat wenig Sinn, sich das letzte
Ölfeld mit militärischen Mitteln und/oder ungeheurem finanziellen
Aufwand zu sichern, wenn auch diese Vorräte auf absehbare Zeit erschöpft
sind. Viel wichtiger muß es den Energieversorgern sein, eine
preisgünstige und gesellschaftlich akzeptierte (!) Alternative zu den
bisherigen Modellen zu finden.

> Was heißt der Satz: Die soziale Frage steht wieder stärker im Zentrum von
> Entscheidungen? Was ist die soziale Frage? Wenn nicht auch Wärme, Licht
> und Frieden. Aber Mangel an Licht und Wärme - das ist Krieg!
>
> Hat die PDS darauf schon genügend Antworten gefunden? Welche Strategien,
> welche gesellschaftlichen Gegenkonzepte haben wir denn bereits anzubieten?
> Wie spiegelt sich dieses Problem in konkreten Einzelentscheidungen wider?
> Welche Rolle spielt das in der Programmatik einer linken Partei des 21.
> Jahrhunderts?
>
> Edeltraud Radochla,
> Mitglied des Landesvorstandes der PDS Brandeburg

Ich weiß nicht, welche Konzepte die PDS in dieser Richtung verfolgt.
Aber ich kenne die Konzepte unserer Regierung und halte diese für
richtig. Die immer wieder laut werdende Kritik aus den Reihen der Grünen
(und der PDS ?) zB daß die Energiesteuer in ihrer ersten Stufe viel zu
niedrig sei, kann ich nicht nachvollziehen.
Drastische Einschnitte sind immer mit der Gefahr verbunden, daß die
Veränderung aus dem Ruder läuft. Vorsicht ist die Mutter der
Porzellankiste! Mit kleinen Schritten kommt man gerade in
gesellschaftlichen Zusammenhängen eher zum Ziel und läuft weniger
Gefahr, dieses Ziel aus den Augen zu verlieren.

Guido Dubielzig
cand.-Ing. Maschinenbau / Energietechnik


Alfred Körblein

unread,
May 22, 1999, 3:00:00 AM5/22/99
to
Am 21.05.99 schrieb e.rad...@pdsll.pds-online.de:

ER>Die Weltvorräte an Erdöl sollen in ca. 40 bis 50 Jahren aufgebraucht sein.
ER>Erdgas soll noch 50 bis 60 Jahre reichen. Kohle soll es noch 200 Jahre
ER>geben, aber nur, wenn ihr Anteil bei derheutigen Größe bleibt. Ist doch
ER>die Rettung Kernenergie? Die Weltvorräte an Uran sollenbeim heutigen
ER>Verbrauch ebenfalls in 40 Jahren (!) erschöpft sein. In absehbarer Zeit
ER>kehrt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Erdgas und Öl um.

Das Problem heute ist, insbesondere wegen des Treibhauseffekts, weniger
die Begrenztheit der Ressourcen, als deren ungehemmter Verbrauch,
insbesondere in den Industrieländern. Rationelle Energienutzung und
regenerative Energien haben wenig Chancen bei einem Ölpreisniveau, das
sich auf einem historischen Tiefstand befindert.

ER>Der zentrale Zivilisationskonflikt des 21. Jahrhunderts wird der Konflikt
ER>um den Weg ins Solarzeitalter sein. Solarenergie in all ihren Formen, als
ER>Biomasse, als Erdwärme, als Wind und in direkter Strahlung.

Solarenergie wird auch über weite Teile des nächsten Jahrhunderts nicht
die Hauptenergiequelle sein. Erst mal geht es darum, die enormen
Potentiale der Energieeinsparung und rationellen Energieverwendung zu
nutzen. Parallel dazu wird langsam ein stetig wachsender regenerativer
Energiemarkt aufgebaut werden. Aber auch Mitte des 21. Jahrhunderts werden
die fossilen Energieträger den Energiemarkt dominieren.
(Erdwärme ist übrigens nicht Solarenergie, sondern Kernspaltungsenergie.
Sie kommt aus dem Anteil von Uran und Thorium im Erdinneren).

ER>Welches Ziel hatte der Golf-Krieg? Welches Ziel hat der Kosovo-Krieg?
ER>Die USA brauchen den Balkan als strategische Drehscheibe im Zugriff auf
ER>den transkaukasischen Raum (und seine Ölquellen), als Aufmarschbasis vor
ER>der Nase Indiens,Chinas und Rußlands.

Mag ja sein, daß auch energiestrategische Gründe beim Kosovokrieg eine
Rolle spielen. Den Krieg darauf zu reduzieren ist aber recht simpel!

ER>Hat die PDS darauf schon genügend Antworten gefunden? Welche Strategien,
ER>welche gesellschaftlichen Gegenkonzepte haben wir denn bereits anzubieten?
ER>Wie spiegelt sich dieses Problem in konkreten Einzelentscheidungen wider?
ER>Welche Rolle spielt das in der Programmatik einer linken Partei des 21.
ER>Jahrhunderts?

Erfreulich, daß diese Fragen gestellt werden. Aber nicht nur die PDS hat
keine keine einfachen Antworten. Überal rumort es, auch bei den Grünen,
denen ich mich eher verbunden fühle.

*** Alfred Körblein im Wissenschaftsladen München ***
## CrossPoint v3.11 R ##

Edeltraud Radochla

unread,
Jul 14, 1999, 3:00:00 AM7/14/99
to
Hallo Guido.Dubielzig,

Du meintest am 22.05.99 zum Thema "Re: Waerme, Licht und Frieden":


GD>Edeltraud Radochla schrieb:
GD>>
GD>> Wärme, Licht und Frieden
GD>>
GD>> Eine Nachbetrachtung zur 2. Energiepolitischen Konferenz der PDS
GD>> am 08. Und 09. Mai1999 in Leipzig.
GD>>
GD>> Die Weltvorräte an Erdöl sollen in ca. 40 bis 50 Jahren
GD>> aufgebraucht sein. Erdgas soll noch 50 bis 60 Jahre reichen.
GD>> Kohle soll es noch 200 Jahre geben, aber nur, wenn ihr Anteil
GD>> bei derheutigen Größe bleibt. Ist doch die Rettung Kernenergie?
GD>> Die Weltvorräte an Uran sollenbeim heutigen Verbrauch ebenfalls
GD>> in 40 Jahren (!) erschöpft sein.
GD>
GD>Es ist müßig in diesem Zusammenhang über die Reichweite der
GD>Ressourcen verschiedener Energieträger zu diskutieren. Die hier
GD>angegebenen Zahlen sind seit beinahe 30 Jahren mehr oder weniger
GD>unverändert in der Diskussion, da ständig neue Vorräte erschlossen
GD>werden.
Soll also heißen: Alles nicht so dramatisch. Unsere Geologen werden schon
immer mal wieder was entdecken. Aber ich glaube, mit den heutigen
Erderkundungstechnologien wird man kaum noch große unentdeckte
Lagerstätten aufspüren. Macht es da nicht doch ein bißchen Sinn, über die
Endlichkeit heutiger Lebens- und Bequemlichkeitsmuster nachzudenken?

GD>
GD>: Zur Zeit wird Uran in beinahe allen Kernkraftwerken verwendet.
GD>Die entstehenden Spaltprodukte werden größtenteils endgelagert,

Wirklich endgelagert?

GD>darunter auch das energiereiche Plutonium, das bei der
GD>Uran-Spaltung entsteht. Das kommt einer Energieverschwendung
GD>gleich, die in der Form bei allen anderen Energieträgern schärfste
GD>Kritik hervorrufen würde. Daneben ließe sich durch den
GD>konsequenten Einsatz von Brutreaktoren eine Steigerung der
GD>Reichweite auf etwa das hundertfache, also mehrere tausend Jahre
GD>(!) erreichen.
GD>
Und das Sicherheitsrisiko? Ich habe dazu ein wahrlich gespaltenes
Verhältnis. Unsere AG wird sich im Dezember mit dem Thema Kernenergie
beschäftigen, nachdem wir vor wenigen Tagen in Rheinsberg waren, um die
Voraussetzungen und die Bedingungen der CASTOR-Transporte nach Greifswald
zu erörtern.

GD>> In absehbarer Zeit
GD>> kehrt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei Erdgas
GD>> und Öl um. Die Nachfrage wird dauerhaft das Angebot übersteigen.
GD>> Die damit verbundene Preisentwicklung läßt ihre dramatischen
GD>> sozialen Wirkungen nur erahnen.
GD>
GD>Die damit verbundene Preisentwicklung wird aber auch dafür sorgen,
GD>daß Alternativen verstärkt in den Mittelpunkt des öffentlichen
GD>Interesses rücken! Das oben angedeutete Argument der geringen
GD>Reichweite hat sich in 30 Jahren ständiger Wiederholung abgenutzt,
GD>so daß jetzt ein anderes Mittel greifen muß, wenn es um die
GD>Entwicklung neuer Energietechnik bzw ihre Etablierung am Markt
GD>geht : der Preis. Auf lange Sicht wird Energie selbstverständlich
GD>teurer werden. Aber je teurer die herkömmlichen Energieträger
GD>werden, desto günstiger werden regenerative Energien, die dem
GD>Preisdruck schwindender Vorräte nicht ausgesetzt sind. Ich halte
GD>das für einen echten Fortschritt.
GD>
Muß denn Energie "selbstverständlich teuerer werden"? Und wenn ja, wo ist
die Schmerzgrenze?
Ob das die Sozialhilfeempfängerin, die Rentnerin oder die Studentin auch
für einen echten Fortschritt halten?
Ich weiß daß ich damit eine heilige Kuh der alternativen
Endergiediskussion schlachte. Aber ist die Verteuerung eines Gutes, um die
Nachfrage gering zu halten, wirklich der einzige Weg, der uns einfällt?
Ja, er ist marktwirtschaftlich korrekt, lehrbuchrein. Doch für micht hat
eine Ware immer noch sowohl Wert als auch Gebrauchswert. Und der
Gebrauchswert von Energie besteht nicht nur in der individuellen
Befriedigung des Bedürfnisses nach Licht und Wärme, sondern in dem damit
verbundenen gesellschaftlichen Anspruch der Daseinsvorsorge (nach
Grundgesetz).

GD>> Die Diskussion um Abwasserpreise wird mindestens eine Schwester
GD>> bekommen.
GD>>
GD>> Der zentrale Zivilisationskonflikt des 21. Jahrhunderts wird der
GD>> Konflikt um den Weg ins Solarzeitalter sein. Solarenergie in all
GD>> ihren Formen, als Biomasse, als Erdwärme, als Wind und in
GD>> direkter Strahlung. Auf welche Weise wir dort hin gelangen,
GD>> unsere Kinder in fünfzig Jahren angelangt sein werden, ist heute
GD>> offener denn je.
GD>>
GD>> Machen wir so weiter, wie herrschende Politik unter dem Diktat
GD>> der Konzerne es derzeit vorführt, wird die Dreieinigkeit von
GD>> Wärme, Licht und Frieden nicht mehr lange halten. Oder ist sie
GD>> schon zerbrochen? Welches Ziel hatte der Golf-Krieg? Welches
GD>> Ziel hat der Kosovo-Krieg? Die USA brauchen den Balkan als
GD>> strategische Drehscheibe im Zugriff auf den transkaukasischen
GD>> Raum (und seine Ölquellen), als Aufmarschbasis vor der Nase
GD>> Indiens,Chinas und Rußlands.
GD>>
GD>> Krieg ist im 21. Jahrhundert - Clausewitz möge es mir verzeihen
GD>> - die Fortsetzung von Energiepolitik mit anderen Mitteln.
GD>>
GD>> Brauchen wir eigentlich noch eine Ausbildungsoffensive? Wenn
GD>> unsere Kinder in den nächsten zehn Jahren im Kampf um die
GD>> letzten Ölquellen verheizt werden?
GD>
GD>Der Kampf um die letzten Ölquellen wird, da bin ich mir ziemlich
GD>sicher, nicht auf einer militärischen Ebene geführt werden,
GD>zumindest nicht von Europa oder Amerika aus. Es wird ein
GD>Machtkampf unter den großen Energieversorgern werden, und der wird
GD>mit Geld geführt, nicht mit Waffen.
Warum wohl werden Kriege geführt? Weil das ein paar verrückten Politiker
oder Generälen gerade mal Spaß macht?
Nun ich glaube, die Amis haben in der Vergangneheit keinen Zweifel daran
gelassen, wie sie ihre strategischen Interessen auf diesem Erdball
definieren. Und in diesem konkreten Fall im Kosovo haben sie ihre
europäischen Vebündeten fein am Nasenring gehabt, ganz besonders den
lieben Gerhard und den noch lieberen Joschka.

Und, auch davon bin ich

GD>überzeugt, ein Großteil dieses Geldes wird in die Forschung
GD>fließen.
In die NASA - mit Sicherheit, denn ein Solarmobil ist erst von dem Moment
an eine Alternative, die sich "rechnet", wenn der erst Panzer damit fährt
und das erst Jagdflugzeug damit fliegt.

Denn es hat wenig Sinn, sich das letzte Ölfeld mit

GD>militärischen Mitteln und/oder ungeheurem finanziellen Aufwand zu
GD>sichern, wenn auch diese Vorräte auf absehbare Zeit erschöpft
GD>sind. Viel wichtiger muß es den Energieversorgern sein, eine
GD>preisgünstige und gesellschaftlich akzeptierte (!) Alternative zu
GD>den bisherigen Modellen zu finden.
GD>
Auf die Energieversorger zu setzen ist so gut als ob man die Rauschgift-
Mafia beauftragt, eine weltweite Anti-Drogen-Kampagne zu organisieren
(sagte Herrmann Scheer in Leipzig)

GD>> Was heißt der Satz: Die soziale Frage steht wieder stärker im
GD>> Zentrum von Entscheidungen? Was ist die soziale Frage? Wenn
GD>> nicht auch Wärme, Licht und Frieden. Aber Mangel an Licht und
GD>> Wärme - das ist Krieg!
GD>>
GD>> Hat die PDS darauf schon genügend Antworten gefunden? Welche
GD>> Strategien, welche gesellschaftlichen Gegenkonzepte haben wir
GD>> denn bereits anzubieten? Wie spiegelt sich dieses Problem in
GD>> konkreten Einzelentscheidungen wider? Welche Rolle spielt das in
GD>> der Programmatik einer linken Partei des 21. Jahrhunderts?
GD>>
GD>> Edeltraud Radochla,
GD>> Mitglied des Landesvorstandes der PDS Brandeburg
GD>
GD>Ich weiß nicht, welche Konzepte die PDS in dieser Richtung
GD>verfolgt. Aber ich kenne die Konzepte unserer Regierung und halte
GD>diese für richtig.
Welches Konzept hat denn die neue Bundesregierung, um den Aktionsplan der
EU zur Förderung erneuerbarer Energien (Weißbuch von 1997: 12 % - Ziel bis
2010) umzusetzen?
Die Einführung der dazu erforderlichen EU-Richtlinie hat noch Minister
Rexrodt im Sommer 1998 verhindert. Na und nun?
Das 100.000-Dächer-Programm kann's ja wohl nicht gewesen sein.
Österrreich, Schweden und Finnland liegen inzwischen bei einem Anteil EE
von etwa 30 % (und nicht etwa auf Basis Wasserkraft, sondern besonders auf
Biomasse). Deutschland krepelt dagegen zusammen mit GB im hinteren Drittel
der Mitgliedsstaaten bei 2 0.000000e+00rum!
Den PDS-Vorschlag, im Land Brandenburg wenigstens landeseigene Weichen zu
stellen, lehnt unsere alleinseeligmachende SPD mit der Begründung ab, es
gäbe ja noch keine Richtlinie. Na toll. Das hat die Griechen und die
Briten bisher nicht gestört, um mit eigenen Schritten mal eben einfach
anzufangen.

Die immer wieder laut werdende Kritik aus den

GD>Reihen der Grünen (und der PDS ?) zB daß die Energiesteuer in
GD>ihrer ersten Stufe viel zu niedrig sei, kann ich nicht
GD>nachvollziehen.
Die Kritik der PDS an diesem Konstrukt, das den Namen Energiesteuer nicht
verdient, richtet sich wahrlich nicht auf die Höhe, sondern auf den völlig
falschen Ansatz, sowohl bei der Erhebung der Steuer als auch bei der
(politischen) Entscheidung über die Verwendung der so dem Bürger
abgepreßten Abgaben. Ja dem Bürger/ der Bürgerin abgepreßt, den die
eigentlichen Verursacher, die Industrie, die Wirtschaft werden so gut wie
ausgelassen. Der einzig Dumme, der Draufzahler ist wieder mal Mäxchen
Schulze, nämlich wenn er Schulabgänger ohne Lehrstelle oder Job ist und
vielleicht gerade Sozialhilfe kriegt, seine Freundin im Erziehungsurlaub
zu Hause hockt und Oma von der Rente nun auch nicht mehr so viel abzweigen
kann.
Sämtliche Studien dazu haben schon im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht,
daß diese Variante die geringste ökologische Lenkungswirkung haben wird.
Es soll keiner sagen, das habe er vorher nicht abschätzen können.
Es geht aber bei dieser Steuer gar nicht um irgend eine Ökologie. Das ist
nur das grüne Feigenblatt für die neue Abzockerrunde.
Wirklich ökologisch lenken könnte man, wenn man das wollte
- durch eine Primärenergiesteuer, bei der der Tatbestand der Steuerpflicht
im Prozeß des Einsatzes des Energieträgers entsteht,
- durch eine Primärenergiesteuer, bei der differenzierte Steuersätze nach
Energiegehalt und Treibhausemmission eine Bevorzugung wie Benachteiligung
von Energieträgern zulassen,
- durch eine Primärenergiesteuer, die als Verbrauchsteuer beim Erzeuger
anfällt und als Kostenpunkt durchgereicht wird, damit preis- und
wettbewerbswirksam wird,
- durch eine Primärenergiesteuer, die als Gemeinschaftsteuer erhoben und
damit schon per Gesetz auf Bund, Länder und Gemeinden aufzuteilen ist, was
der Finanzierung von Projekten der Lokalen Agenda 21 vielleicht ganz
diemlich sein könnte, denn die fallen sehr oft unter die streichfähigen
freiwilligen Aufgaben der Kommune.

Ist alles keine Erfindung von mir allein. Steht so im Vorschlag der PDS
zur Einführung einer Energiesteuer. Haben wir uns gemeinsam aus
verschiedenen Bundesländern ausgedacht und durch den Parteivorstand
veröffentlichen lassen.

Für die Lohnnebenkostensenkung ist diese sogenannte Energiesteuer ja nun
der blödeste Einfall, den man sich nur vorstellen kann.
1. Warum werden die Beitragsbemessungsgrenzen für Besserverdiener bei KV
und RV nicht hoch gesetzt oder ganz abgeschafft?
2. Warum werden nicht Selbständige, Freiberufler, Beamte, Minister und
Abgeordnete in die gesetzlichen SV-Systeme aufgenommen?
Geteiltes Leid ist halbes Leid - sagt man.
3.Warum wird der Arbeitgeberanteil zur SV noch wie zu Bismarcks Zeiten an
die Lohnkosten gebunden, obwohl heute inzwischen die Produktivität nicht
mehr von der Menge der eingesetzten Arbeitkräfte sondern von der Menge der
eingesparten Arbeitskräfte bestimmt wird? Warum also findet man nicht eine
neue Bemessungsgrundlage in Form einer Wertschöpfungabgabe? Das entlastet
arbeitsintensive Unternehmen und bittet diejenigen stärker zur Kasse, die
sich gerade nach dem letzten Rationalisierungsschub die Hände reiben:
- Azubis - abgestoßen
- SV-Beiträge - abgestoßen
- Zukunft ... - abgestoßen...
Es lebe der shareholder value!

Drastische Einschnitte sind immer mit der Gefahr

GD>verbunden, daß die Veränderung aus dem Ruder läuft. Vorsicht ist
GD>die Mutter der Porzellankiste! Mit kleinen Schritten kommt man
GD>gerade in gesellschaftlichen Zusammenhängen eher zum Ziel und
GD>läuft weniger Gefahr, dieses Ziel aus den Augen zu verlieren.
GD>
GD>Guido Dubielzig
GD>cand.-Ing. Maschinenbau / Energietechnik

Entschuldige die späte Antwort,
war eine Weile weg und komme auch sehr selten dazu, das Programm zu
nutzen. Eigentlich schade.
Dr. Edeltraud Radochla
Energiepolitische Sprecherin des Landesvorstandes der PDS Brandenburg

Huettmann, Wraneschitz - solid

unread,
Jul 17, 1999, 3:00:00 AM7/17/99
to
E.RAD...@PDSLL.pds-online.de meinte am 14.07.99

zum Thema "Re: Waerme, Licht und Frieden":

> Soll also heissen: Alles nicht so dramatisch. Unsere Geologen werden schon


> immer mal wieder was entdecken.

Vielleicht solltet Ihr alle mal (WErbung???) das Buch

_Blut fuer Oel_
(Uranus-Verlag Wien)
ISBN 3-901626-08-5

des oesterreichischen Europa-Abgeordneten _Dr. Hans Kronberger_ - ehemals
Fernsehjournalist des ORF - lesen.
Dann haettet Ihr einerseits Argumente fuer den Sonnenenergie-Einstieg, und
andererseits auch wirklich einen Abriss, wie die Energiewirtschaft auf den
(Un-)Frieden der Menschheit seit 100 Jahren Einfluss aus(ge)uebt (hat).

Sonnigst
Heinz Wraneschitz
solid

_solid_ - gemeinnuetziges Solarenergie Informations- und Demonstrationszentrum_
Heinrich-Stranka-Str. 3-5, 90765 Fuerth
Wo sind wir ? Ab U-Bahn Stadtgrenze oder Fuerth Hbh (Linie U1)
Bus (Linie 175) Karl-Broeger Strasse
Tel: +49 911 792035, Fax: +49 911 792412, E-M: So...@Link-N.cl.sub.de

Guido Dubielzig

unread,
Jul 18, 1999, 3:00:00 AM7/18/99
to
Hi Edeltraud!

Vielen Dank für Deine Antwort (wenn auch verspätet ;-)
Ich gehe mal punktweise auf Deine Antwort ein und habe mir erlaubt, das ganze
ein bißchen zu kürzen.

1. Reichweite der Primärenergieträger

> GD>Es ist müßig in diesem Zusammenhang über die Reichweite der
> GD>Ressourcen verschiedener Energieträger zu diskutieren.

> Soll also heißen: Alles nicht so dramatisch. Unsere Geologen werden schon
> immer mal wieder was entdecken.

Nein, soll es nicht heißen. Ich zweifle die Daten nicht an (auch wenn ich
persönlich dahin tendiere, die Reichweiten ungefähr zu verdoppeln, dann liege
ich mit "maximal" auf der sicheren Seite) Leider hast Du den kleinen Einschub
...in diesem Zusammenhang... anscheinend übersehen. Die Reichweite der
Primärenergieträger ist für den sozialen Aspekt der Energiegewinnung zwar
wesentlich, aber hier ging es um die Zahlen. Daß die Energieträger nicht ewig
reichen, ist jedem bekannt, da muß man nicht mit dramatisch klingenden Zahlen
rumprotzen.

2. Endlagerung

> GD>: Zur Zeit wird Uran in beinahe allen Kernkraftwerken verwendet.
> GD>Die entstehenden Spaltprodukte werden größtenteils endgelagert,
>
> Wirklich endgelagert?

Ja, wirklich endgelagert! Denn nichts anderes werden die momentanen
Zwischenlager werden, solange die Atomkraftgegner nicht ihren Protest gegen die
potentiellen Endlagerstätten aufgeben. Ich weiß, daß dahinter einiges an
politischem Kalkül steckt. Kein Endlager -> kein AKW. Wenn es dann keine AKWs
mehr gibt, kann man ja ein Endlager schaffen. Ziemlich durchsichtig das Ganze.

3. AKWs und Brutreaktoren

> GD>darunter auch das energiereiche Plutonium, das bei der
> GD>Uran-Spaltung entsteht. Das kommt einer Energieverschwendung
> GD>gleich, die in der Form bei allen anderen Energieträgern schärfste
> GD>Kritik hervorrufen würde. Daneben ließe sich durch den
> GD>konsequenten Einsatz von Brutreaktoren eine Steigerung der
> GD>Reichweite auf etwa das hundertfache, also mehrere tausend Jahre
> GD>(!) erreichen.
> GD>
> Und das Sicherheitsrisiko? Ich habe dazu ein wahrlich gespaltenes
> Verhältnis.

Dein "wahrlich gespaltenes Verhältnis" kann ich als Techniker leider nicht
nachvollziehen. Dazu sie folgendes gesagt: Ein Risiko definiert sich aus dem
möglichen Ausmaß eines Schadensfalls und Wahrscheinlichkeit, daß dieser
Schadensfall eintritt.
Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines GAUs in einem AKW ist gering, ich
verzichte mal auf das Wörtchen sehr gering. Der Schaden ist nur schwer zu
beziffern aber auf jeden Fall in einem begrenzten Gebiet sehr hoch, global
gesehen nicht ganz so hoch. (Der Fallout von Tschernobyl ist in Südamerika nie
angekommen)
Die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer klimarelevanten Umweltbelastung
durch die Verbrennung fossiler Energieträger beträgt 100%! Der Schaden ist
ebenfalls schwer zu beziffern aber wirkt auf jeden Fall global und
wahrscheinlich katastrophal.
Welches Risiko ist größer?

4. Energie muß teurer werden

> Muß denn Energie "selbstverständlich teuerer werden"? Und wenn ja, wo ist
> die Schmerzgrenze?
> Ob das die Sozialhilfeempfängerin, die Rentnerin oder die Studentin auch
> für einen echten Fortschritt halten?

Ich bin selbst Student und nicht gerade reich. Aber ich weiß, was ich mit meinem
Energieverbrauch anrichte (ökologisch) und deshalb halte ich Energie für zu
billig!

> Ja, er ist marktwirtschaftlich korrekt, lehrbuchrein. Doch für micht hat
> eine Ware immer noch sowohl Wert als auch Gebrauchswert. Und der
> Gebrauchswert von Energie besteht nicht nur in der individuellen
> Befriedigung des Bedürfnisses nach Licht und Wärme, sondern in dem damit
> verbundenen gesellschaftlichen Anspruch der Daseinsvorsorge (nach
> Grundgesetz).

Für Deine Daseinsvorsorge kannst Du soviel Energie, wie Dir zur Verfügung steht,
überhaupt gar nicht verbrauchen!

5. Krieg um Öl

> Warum wohl werden Kriege geführt? Weil das ein paar verrückten Politiker
> oder Generälen gerade mal Spaß macht?
> Nun ich glaube, die Amis haben in der Vergangneheit keinen Zweifel daran
> gelassen, wie sie ihre strategischen Interessen auf diesem Erdball
> definieren. Und in diesem konkreten Fall im Kosovo haben sie ihre
> europäischen Vebündeten fein am Nasenring gehabt, ganz besonders den
> lieben Gerhard und den noch lieberen Joschka.

Die "Amis" .... Ich hätte mich jeglichen Komentars dazuenthalten, fällt mir aber
zu schwer. Hier geht es nicht um Energie und nichtmal um Energiepolitik, sondern
um Polemik und rechts-links-Denken. Wieviele amerikanische Soldaten werden wohl
im Kosovo stationiert? Genug um irgendeine Entwicklung im Nahen Osten
kontrollieren zu können? Das hat die USA gar nicht nötig, mit
Spionagesatelliten, verdeckten Ermittlern und vor allem mit Flugzeugträgern. Die
sind nämlcih die eigentliche "Aufmarschbasis" der USA.

6. Geld für die Forschung

> Und, auch davon bin ich
> GD>überzeugt, ein Großteil dieses Geldes wird in die Forschung
> GD>fließen.
> In die NASA - mit Sicherheit, denn ein Solarmobil ist erst von dem Moment
> an eine Alternative, die sich "rechnet", wenn der erst Panzer damit fährt
> und das erst Jagdflugzeug damit fliegt.

Humbug. Ein Solarmobil rechnet sich erst dann, wenn es in ausreichenden
Stückzahlen produziert wird. Und das wird es nur, wenn es in ausreichenden
Stückzahlen gekauft wird, und dafür muß der Kraftstoff für andere Autos teurer
werden, damit die Nachteile der Solarmobile von den nicht vorhandenen
Karftstoffpreisen kompensiert werden können.

7. Die Energieversorger

> Auf die Energieversorger zu setzen ist so gut als ob man die Rauschgift-
> Mafia beauftragt, eine weltweite Anti-Drogen-Kampagne zu organisieren
> (sagte Herrmann Scheer in Leipzig)

Es kann nicht um Energieverzicht gehen, sondern um rationelle Energieverwendung
und um alternativen für die zu Ende gehenden fossilen Brennstoffe. Wenn die
Rauschgiftmafia die Möglichkeit hätte, die Effektivität ihres
Produktionsprozesses zu steigern, dann würden sie das tun. Und wenn das Heroin
zu Ende ginge? Dann würde die Rauschgiftmafia nach Alternativen suchen, wie zum
Beispiel Crack und andere Party-Drogen beweisen. Heroin und Hasch haben nämlcih
einen schlechten Ruf und sind in der Szene nicht mehr akzeptiert. Also werden
Alternativen gesucht. - Die Energieversorger mit der Rauschgiftmafia zu
vergleichen ist also eine richtig gute Idee!

8. Politik

> Welches Konzept hat denn die neue Bundesregierung, um den Aktionsplan der
> EU zur Förderung erneuerbarer Energien (Weißbuch von 1997: 12 % - Ziel bis
> 2010) umzusetzen?
> Die Einführung der dazu erforderlichen EU-Richtlinie hat noch Minister
> Rexrodt im Sommer 1998 verhindert. Na und nun?
> Das 100.000-Dächer-Programm kann's ja wohl nicht gewesen sein.

Nein, natürlich nicht. Aber man muß auch Prioritäten setzen. In wirtschaftlich
schwierigen Zeiten kann nicht alles so umgesetzt werden, wie es manchmal
gewünscht ist. Das tut mir auch persönlich weh, aber das ist die Realität. Die
Politik, und auch die PDS (!), ist noch nicht so weit, wirklich in globalen und
Generationsübergreifenden Zusammenhängen agieren zu können. Wenn das einmal so
ist, würden sich nämlich die Lebensverhältnisse in unserem Lande wesentlich
verschlechtern. Und das kann eine Regierung nur umsetzen, wenn ein
gesellschaftlicher Konsens da ist, daß das nötig ist. Solange es den nicht gibt,
muß die Politik nach dem Wählerwillen agieren - leider.

9. Berichtigung

> Österrreich, Schweden und Finnland liegen inzwischen bei einem Anteil EE
> von etwa 30 % (und nicht etwa auf Basis Wasserkraft, sondern besonders auf
> Biomasse).

Ich habe leider keine Daten zu Österreich und Finnland, aber zu Schweden: Der
anteil regenerativer Energieträger am Primärenergieverbrauch nach
internationaler Berechnungsmethode beträgt dort knapp 22%, und nicht 30%. Und
davon entfallen über 37% auf Wasserkraft. (Zahlen von 1996 aus dem Klimareport
1997 des Zentralamtes für Energie, laut einer Informationsschrift des Svenska
Institut) Wenn Du also schon mit Zahlen um Dich schmeißt, dann bitte mit
richtigen! Die Info über Schweden verschicke ich bei Bedarf.
Außerdem klingt der Begriff Biomasse zwar unheimlich toll, bei der thermischen
Verwertung solcher Stoffe entstehen aber mindestens ebensoviele klimarelevante
Schadstoffe, wie bei der Kohle, meistens sogar mehr!

[...]
kein Kommentar zu den politischen Parolen
[...]

10. Energiesteuer

> Wirklich ökologisch lenken könnte man, wenn man das wollte
> - durch eine Primärenergiesteuer, bei der der Tatbestand der Steuerpflicht
> im Prozeß des Einsatzes des Energieträgers entsteht,

Welcher Unterschied besteht hier im Gegensatz zur jetzt üblichen Besteuerung?
(Ich weiß es wirklich nicht und bitte um Erklärung!)

> - durch eine Primärenergiesteuer, bei der differenzierte Steuersätze nach
> Energiegehalt und Treibhausemmission eine Bevorzugung wie Benachteiligung
> von Energieträgern zulassen,

Die Energiesteuer macht genau dies! Warum sonst ist Benzin so viel teurer als
Gas?

> - durch eine Primärenergiesteuer, die als Verbrauchsteuer beim Erzeuger
> anfällt und als Kostenpunkt durchgereicht wird, damit preis- und
> wettbewerbswirksam wird,

Kein Energieversorger könnte anders, als die Energiesteuer wirklich nur
durchreichen. Die Kosten dafür, durch den enormen Verwaltungsaufwand, wären
immens. Und wenn alle dieselbe Energiesteuer verlangen, welchen
wettbewerbswirksamen Effekt hat das Ganze dann ?

> - durch eine Primärenergiesteuer, die als Gemeinschaftsteuer erhoben und
> damit schon per Gesetz auf Bund, Länder und Gemeinden aufzuteilen ist, was
> der Finanzierung von Projekten der Lokalen Agenda 21 vielleicht ganz
> diemlich sein könnte, denn die fallen sehr oft unter die streichfähigen
> freiwilligen Aufgaben der Kommune.

Sehr gute Idee!

11. Noch mehr Politik

> Für die Lohnnebenkostensenkung ist diese sogenannte Energiesteuer ja nun
> der blödeste Einfall, den man sich nur vorstellen kann.
> 1. Warum werden die Beitragsbemessungsgrenzen für Besserverdiener bei KV
> und RV nicht hoch gesetzt oder ganz abgeschafft?

Lobbyismus natürlich. Andererseits muß auch hier eine gewisse Grenze gezogen
werden. Zwischen Leistung und Beitrag muß ein halbwegs vernünftiges Verhältnis
bestehen.

> 2. Warum werden nicht Selbständige, Freiberufler, Beamte, Minister und
> Abgeordnete in die gesetzlichen SV-Systeme aufgenommen?
> Geteiltes Leid ist halbes Leid - sagt man.

Jeder Freiberufler würde sich bedanken! Viele von denen könnten sich das gar
nicht leisten! Und Beamte werden halt durch die Steuergelder abgesichert, weil
sie ja für den Steuerzahler arbeiten. Daß wir davon viel zu viele haben, das ist
der eigentliche Knackpunkt!

> 3.Warum wird der Arbeitgeberanteil zur SV noch wie zu Bismarcks Zeiten an
> die Lohnkosten gebunden, obwohl heute inzwischen die Produktivität nicht
> mehr von der Menge der eingesetzten Arbeitkräfte sondern von der Menge der
> eingesparten Arbeitskräfte bestimmt wird? Warum also findet man nicht eine
> neue Bemessungsgrundlage in Form einer Wertschöpfungabgabe?

Willst Du den technischen Fortschritt dadurch verhindern, daß Fortschritt
zusätzlich zu den F&E-Kosten, acuh nachher noch Geld kostet?

11. Endlich wieder Soziologie

> Drastische Einschnitte sind immer mit der Gefahr
> GD>verbunden, daß die Veränderung aus dem Ruder läuft. Vorsicht ist
> GD>die Mutter der Porzellankiste! Mit kleinen Schritten kommt man
> GD>gerade in gesellschaftlichen Zusammenhängen eher zum Ziel und
> GD>läuft weniger Gefahr, dieses Ziel aus den Augen zu verlieren.

Dazu hast Du gar nichts zu sagen?

> Entschuldige die späte Antwort,
> war eine Weile weg und komme auch sehr selten dazu, das Programm zu
> nutzen. Eigentlich schade.

Ja, finde ich auch.
Ich bin gespannt auf Deine Antwort und freue mich auf eine lange und angeregte
Diskussion zum Thema Energietechnik und Energiepolitik.
(Tu mir bitte den Gefallen und laß die Parteiparolen weg ...)

> Dr. Edeltraud Radochla
> Energiepolitische Sprecherin des Landesvorstandes der PDS Brandenburg

Guido Dubielzig
cand.-Ing. Maschinenbau / Energietechnik

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