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Greenpeace: Auf dem Strommarkt muessen Haushalte

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Klaus Merkle

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May 3, 1999, 3:00:00 AM5/3/99
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## Nachricht vom 03.05.99, erstellt von reda...@greenpeace.de
## weitergeleitet durch Klaus Merkle
## PMs zum Inhalt bitte an den Ersteller, Brett-Mail ans Gruppenbrett

Presseerklaerung vom 03.5.1999

Greenpeace: Auf dem Strommarkt muessen
Haushalte weiter auf Wettbewerb warten

Ein Jahr nach der Liberalisierung wollen 90%
der Betreiber von Stromnetzen ihre
Durchleitungsgebuehren nicht nennen

Hamburg, 03.5.99: Ein enttaeuschendes Ergebnis
erbrachte eine von Greenpeace in den letzten
Wochen durchgefuehrte Befragung der deutschen
Stromnetzbetreiber: Nur jedes zehnte der rund
1000 Unternehmen war bereit, den Preis fuer
die Nutzung seines Netzes zur Durchleitung
oekologischen Stroms anzugeben. Lediglich ein
Prozent aller befragten Unternehmen verlangte
Gebuehren von weniger als zehn Pfennig pro
Kilowattstunde. Ein Unternehmen forderte
sogar mehr als 18 Pfennig und ist damit mehr
als doppelt so teuer wie das Unternehmen mit
den guenstigsten Netzgebuehren (8 Pfennig pro
Kilowattstunde). Im europaeischen Vergleich
liegen die Gebuehren der Stromdurchleitung in
Deutschland somit an der Spitze der
Preisskala.

Die ueberhoehten Gebuehren verhindern die vom
Gesetz geforderte diskriminierungsfreie
Netznutzung fuer alle Stromerzeuger. Die freie
Wahl eines Stromlieferanten, vor einem Jahr
vom Bundeswirtschaftsminister beim
Inkrafttreten des neuen
Energiewirtschaftsgesetzes auch fuer Haushalte
angekuendigt, wird so weiter blockiert. Neue
Stromanbieter, die umweltfreundlich erzeugten
Strom anbieten, sind deshalb nicht in der
Lage, einen eigenen Kundenstamm aufzubauen.

Greenpeace-Energieexperte Joerg Feddern: "Im
Interesse der Verbraucher werden wir jetzt
das Ergebnis unserer Befragung den
Kartellbehoerden uebergeben, damit endlich der
Zugang zu den Stromnetzen gesetzlich geregelt
wird. Weil das Bundeswirtschaftsministerium
in dieser Sache untaetig bleibt, muessen wir
fuer die Haushalte handeln und auf diesem Wege
den Druck auf die Stromunternehmen erhoehen.
Umweltfreundlich erzeugte Energie darf von
den Netzbetreibern nicht laenger blockiert
werden."

Hintergrund der durchgefuehrten Befragung ist
die Mitte 1998 gestartete Greenpeace-Kampagne
"Aktion Stromwechsel". Damit sollen die
Moeglichkeiten des neuen Energierechts fuer
mehr Umwelt- und Klimaschutz genutzt werden.
Die Aktion ruft Haushalte auf, ihrem
jeweiligen Stromversorger zu kuendigen und
sich stattdessen von einem umweltfreundlichen
Stromversorger beliefern zu lassen. Bis Maerz
1999 sind dafuer bei Greenpeace weit ueber 60
000 Absichtserklaerungen eingegangen. Im
Rahmen einer Ausschreibung sucht die
Umweltorganisation derzeit ein Unternehmen,
das den Kriterien einer oekologischen
Stromerzeugung gerecht wird.

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