Freitag, 13. 08. 1999
22.20 JANGTSE - DAS NEUE CHINA UND DER ALTE FLUSS 83 MIN.
(VPS: 22.20) Dokumentarfilm von Pedro Carvajal; ARTE/TVE, Spanien 1997
Der Bau des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtsekiang, der den
Fortschrittswillen Chinas symbolisiert, hat wegen seiner vielfachen
ökologischen Auswirkungen weltweit heftige Polemiken ausgelöst. Nach
fünfjähriger Arbeit ist der erste Abschnitt des gigantischen Projekts
beendet: Der Jangtse, der drittgrößte Strom der Welt, wurde umgeleitet,
damit der Bau des kolossalen Staudamms begonnen werden kann. Gleichzeitig
wird der heikelste Aspekt des Unternehmens in Angriff genommen: die
Umsiedlung der 2,2 Mio. Menschen, die in den zu überflutenden Gebieten
leben.
JANGTSE - DAS NEUE CHINA UND DER ALTE FLUSS, eine Dokumentation von hohem
ästhetischen und informativen Wert, entstand Ende 1997 in China. Den
Leitfaden bildet eine Reise auf dem 700 km langen Flußabschnitt, der im
Rahmen des hydroelektrischen Projekts, das 2009 betriebsbereit sein soll,
in einen Stausee umgewandelt wird. Das davon betroffene Drei-Schluchten-
Gebiet gehört zu den schönsten Naturlandschaften Chinas und bildet dessen
zivilisatorische Wiege, von der auch lange Zeit wesentliche historische
Impulse ausgingen. Städte und Dörfer, historische Stätten, Tempel,
Heiligtümer und die Mausoleen berühmter Dichter des Altertums sind in die
einzigartigen Landschaften um die Drei Schluchten eingebettet und vom Fluß
aus sichtbar. Diese Spuren und Zeugnisse des alten China sind nun dazu
verurteilt, zu einem festgesetzten Zeitpunkt im Dienste des neuen China
für immer unter Wassermassen zu verschwinden.
So legt diese Reise zugleich Zeugnis ab von einem China voller
Widersprüche, das rasante Entwicklungen durchmacht, um sich einen festen
und mächtigen Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts zu erobern.
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