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Greenpeace steigt aus der Atomenergie aus

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Klaus Merkle

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Mar 31, 1999, 3:00:00 AM3/31/99
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## Nachricht vom 31.03.99, erstellt von reda...@greenpeace.de
## weitergeleitet durch Klaus Merkle
## PMs zum Inhalt bitte an den Ersteller, Brett-Mail ans Gruppenbrett

Greenpeace steigt aus der Atomenergie
aus

Umweltorganisation kuendigt Atomkonzern HEW und
sucht umweltfreundlichen Energieversorger fuer
60.000 Verbraucher

Hamburg, 31.3.99. Greenpeace hat heute den eigenen
Ausstieg aus der Atomenergie vollzogen: Die
Umweltschutzorganisation hat dem Atomkonzern HEW
(Hamburgische Electricitaetswerke) fristgerecht
gekuendigt und wird ab Juli nur noch umweltfreundlich
erzeugten Strom beziehen. "Atomstrom nein danke -
Wir kuendigen!" steht auf einem Transparent, das
Greenpeacer heute vor dem HEW-Kundenzentrum in der
Hamburger Innenstadt aufgestellt haben. Vor dem
Gebaeude stehen Umweltschuetzer mit Fussketten, an
denen symbolisch Atommuellfaesser befestigt sind. Mit
einer solarbetriebenen Schneidemaschine werden die
Ketten durchtrennt - eine bildhafte "Befreiung" vom
Stromvertrag mit den HEW.

Ab Juli werden die Buero- und Lagerraeume von
Greenpeace in Hamburg, in denen 120 Angestellte
beschaeftigt sind, nicht mehr mit Strom aus den
HEW-Atommeilern, sondern aus regenerativen
Energiequellen (Biomasse, Wind, Wasser, Sonne) und
Kraft-Waerme-gekoppelten Erdgaskraftwerken beliefert.
Der saubere Strom soll maximal 38 Pfennig pro
Kilowattstunde (kWh) kosten. Die dadurch
entstehenden Mehrkosten von monatlich rund 2000 Mark
will Greenpeace durch Energieeinsparung wettmachen.

"Greenpeace ist gegen Atomenergie und fuer
umweltfreundlichen Strom. Deshalb kuendigen wir den
HEW, statt diesen Atomkonzern ueber die Stromrechnung
weiter zu finanzieren. Wenn die grossen
Stromversorger viele Kunden an umweltfreundliche
Unternehmen verlieren, wird sich auch am Energiemix
in Deutschland etwas aendern", sagt Sven Teske von
Greenpeace. Teske weiter: "Natuerlich kommen
nirgendwo gruene Elektronen aus der Steckdose. Aber
jeder Verbraucher muss sich fragen: Bezahle ich mit
meiner Stromrechnung einen Atomkonzern oder lieber
ein umweltfreundliches Unternehmen? Greenpeace
jedenfalls wird keinen Pfennig mehr an einen
Atomkonzern bezahlen."

80 Prozent des Stroms, den die HEW produzieren,
stammt aus Atomkraftwerken. "Darueber koennen auch ein
paar Windanlagen oder der zusammen mit Shell
gegruendete Stromlieferant nicht hinwegtaeuschen", so
Teske. "Wer sich als umweltfreundlicher
Stromversorger darstellt, kann nicht gleichzeitig
vier Atomkraftwerke betreiben, die teilweise zu den
aeltesten und gefaehrlichsten der Bundesrepublik
gehoeren und jedes Jahr tonnenweise strahlenden
Atommuell produzieren."

Welches Unternehmen kuenftig Greenpeace mit Strom
versorgt, wird bis Anfang Juni entschieden. Auf den
letzte Woche bundesweit veroeffentlichten Aufruf, mit
dem Greenpeace saubere Stromversorger sucht, haben
sich bereits zahlreiche Unternehmen gemeldet. Sicher
ist: Es wird ein Unternehmen sein, das auf Atom- und
Kohlestrom verzichtet und keine Verflechtung mit der
Atomindustrie hat. Es sollte zudem in der Lage sein,
zehntausende Verbraucher bundesweit mit sauberem
Strom zu versorgen. Denn auch die bisher 60.000
Mitmacher der "Aktion Stromwechsel" sollen kuenftig
umweltfreundlich versorgt werden. Sie haben
schriftlich erklaert, ihrem bisherigen
Stromversorger kuendigen zu wollen. In Hamburg haben
sich bisher rund 2000 private Stromkunden an der
"Aktion Stromwechsel" beteiligt.

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