nach sechs Jahren musste ich halt mal wieder daran denken...
Axel
## Nachricht vom 14.04.93 weitergeleitet
## Ursprung : /CL/ENERGIE/ALLGEMEIN - "Nachruf auf Klaus Piltz"
## Autor : A.H...@AMAZONAS.ZER
Klaus Piltz ist tot.
Wie alle Jahre vorher war er wieder auf Skihochtour in den Alpen,
nur, daß diesmal eine Lawine kam. Mit ihm starben auch zwei seiner
Kinder. Und die Träume von einer schnellen Energiewende - auch in
der Energiewirtschaft.
Zwar - Gegner des Uranabbaus in Kanada waren für ihn "Sensibelchen",
und die Sonntagsspaziergänge am Bauzaun in Wackersdorf hielt er für
eine Zeitverschwendung, höchstens positiv wegen der "Bewegung in
frischer Waldluft". Aber dann trug er die Firmenpolitik des Ausstiegs
aus dem WAAhnsinnsprojekt voll mit. Er machte den politischen Druck,
in den angeschlossenen Ländern der ehemaligen DDR neue Reaktoren zu
bauen nicht mit, "solange kein breiter politischer Konsens dafür
besteht." Und einen politischen Konsens wollte er schließlich nur
für den Weiterbetrieb der bestehenden Atomkraftwerke vorbereiten.
Das machten seine "Kollegen" der Energiewirtschaft nicht mit. Die
Entlassung des atomfreundlichen Preussenelektra-Chefs Krämer konnte
zwar firmenintern die Machtfrage klären, im Verhältnis zu den
anderen Atomkonzernen stand Piltz jedoch isoliert da. Es drängen
sich dabei Erinnerungen an Gorbatschov und seine immer mühsameren
Versuche, die Perestrojka zu realisieren auf.
Vorerst bestehen die von Piltz ins Leben gerufenen Ansätze einer
neuen Energiepolitik fort: die mit dem Öko-Institut Darmstadt
gegründete niedersächsische Energieagentur, die Konsensgespräche.
Man kann nur hoffen, daß die neue Konzernleitung diese Linie
fortsetzt.
Schließlich ist Klaus Piltz in einer Lawine gestorben und nicht
wegen seiner fortschrittlichen Einstellung zur Energiepolitik.
Das hoffe ich jedenfalls.
Axel
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