*Wenn Hessen kocht... sehen wir schwarz*
*für unsere Bildung*
Frankfurt/Main. Auf Initiative des LandesschülerInnenrats
demonstrierten mehrere hundert SchülerInnen am 24. Juni in der Frankurter
Innenstadt gegen die Bildungspolitik der neuen
Landesregierung. Die Aktion fand während des Unterichts
statt. Wir zitieren aus dem Flugblatt, das dort verteilt
wurde:
... Im Landtagswahlkampf warb Roland Koch mit dem Slogan:
Hessen muß kochen! Und tatsächlich: knapp hundert Tage nach
dem Amtsantritt Kochs und seiner Regierungsmannschaft kochen
wir hessischen Schülerinnen und Schüler. ... Wir fordern
deshalb:
- Schaffung von 3600 zusätzlichen LehrerInnenstellen! Die
1400 von der Landesregierung neu geschaffenen
LehrerInnenstellen sind nicht genug, um ein
zufriedenstellendes Bildungsangebot zu schaffen.
- Kein Abzug von Lehrerstellen aus nicht zum
Pflichtuntericht zählenden Lehrveranstaltungen (z.B.
betreute Grundschule, muttersprachlicher Untericht)! Die von
der CDU versprochene Unterichtsgarantie darf nicht auf
Kosten schulischer Angebote gehen, die nicht zum
Pflichtuntericht gehären.
- Mehr Ausbildungsplätze durch finanzielle Belastung nicht
ausbildender Betriebe! Wer nicht ausbildet, muß zahlen!
Unternehmen, die nicht ausbilden, obwohl sie könnten, müssen
mit finanziellen Abgaben die Schaffung neuer Ausbildungsplätze
unterstützen.
- Ersatz veralteter Lernmittel durch moderne und stärkere
Einbeziehung neuer Medien!
- Maximal 20 Sch?lerInnen in einer Klasse!
- Keine landeseinheitlichen Prüfungen, kein Zentralabitur!
Standardisierte Abschlußáprüfungen sind kein Garant für
Leistung und Qualität. Vielmehr reduziert sich schulisches
Lernen durch sie auf stures Auswendiglernen von Fachwissen.
- Einführung differenzierter Formen der
Leistungsbeurteilung! Die von der CDU/FDP-Koalition
vereinbarte Wiedereinführung der Ziffernoten in der zweiten
Klasse und der Kopfnoten verschärft Erfolgsdruck und
Ellenbogenmentalität unter den SchülerInnen und ist ein
Schritt in die falsche Richtung.
- Stärkung fächerübergreifenden, pro-
jekt- u. handlungsorientierten Lernens!
- Mehr Integration benachteiligter Schüler in
allgemeinbildende Schulen!
- Mehr Entscheidungsrechte f?r die Schulkonferenz!
Gleichstellung von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen in
der Schulkonferenz! Mehr Mitbestimmungsrechte für
Schülerinnen und Schüler! Die Verlagerung von
Entscheidungsbefugnissen hin zur Gesamtkonferenz, wie sie
von der schwarz-gelben Regierungskoalition vorgesehen ist,
schließt SchülerInnen und Eltern von der Gestaltung des
Schulgeschehens in beträchlichem Maße aus.